Soziale Ungleichheit. Einkommensverteilung zwischen Mann und Frau


Hausarbeit, 2014

22 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Gender Pay Gap

2 Soziale Ungleichheit

3 Dimensionen sozialer Ungleichheit
3.1 Gruppierungen der Dimensionen nach Huinink/Schröder
3.2 Einkommensungleichheit in Deutschland
3.3 Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau
3.4 Lohnunterschiede im internationalen Vergleich

4 Determinanten sozialer Ungleichheit
4.1 Determinanten der geschlechtsspezifischen Einkommensverteilung
4.1.1 Bildung / Ausbildung
4.1.2 Erwerbsfähigkeit / Erwerbsunterbrechungen
4.1.3 Teilzeit / Vollzeit
4.1.4 Wirtschaftszweige / Segregation am Arbeitsplatz
4.1.5 Ostdeutschland / Westdeutschland

5 Lösungsansätze zu der Entgeltgleichheit

6 Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit über 60 Jahren besteht das Grundgesetz in Deutschland. In mehreren Bereichen hat sich das Grundgesetz durchgesetzt wie zum Beispiel in der Berufsausbildung. Artikel 3 des Grundgesetztes befasst sich mit der Gleichstellung.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ Artikel 3, Abs. 2, Grundgesetz.

Nicht nur der zweite Absatz von Artikel 3 des Grundgesetztes stellt die Gleichberechtigung her, sondern auch ebenfalls Absatz 3, so heißt es in diesem Absatz:

„Niemand darf wegen seines Geschlechts, [...] benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Artikel 3, Abs. 3, Grundgesetz.

Doch trotz fortschreitender Integration der Frauen auf dem Arbeitsmarkt und weiteren Bemühungen der Einkommensgleichstellung besteht seit über 15 Jahren in Deutschland weiterhin ein großer Unterschied zwischen Frauen und Männern bei der Einkommensverteilung. Diese Differenz beginnt bereits mit dem Berufsanfängern und zieht sich die weitere Karriere über hinweg und vergrößert sich sogar teilweise. Der „Equal Pay Day“ ist ein internationaler Aktionstag, der die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern festlegt. Er weist also auf, wie lange Frauen dementsprechend für „lau“ arbeiten. Dieses Jahr ist der „Equal Pay Day“ am 21. März gewesen.

Doch warum ist die geschlechtsspezifische soziale Ungleichheit bezüglich Einkommens-verteilung immer noch existent?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Dimensionen und Determinanten der sozialen Ungleichheit. Und bezieht sich auf die Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männer. Es wird auf die unterschiedlichen Sektoren, Beschäftigungsarten und auf die neuen und alten Bundesländer eingegangen. Des Weiteren wird nicht nur auf die politische sondern auch auf die gesellschaftliche Wahrnehmung der sogenannten „Diskriminierung“ eingegangen und Lösungsansätze der Politiker, sowie auch der Wirtschaft behandelt.

1.1 Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap (GPG) bezeichnet die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Er weist prozentuale Unterschiede bezüglich des durchschnittlichen Bruttoeinkommens auf. Es wird zwischen zwei Lohnlücken unterschieden: zum einen zwischen dem sogenannten „unbereinigten“ und zum anderen dem „bereinigten“ GPG. Dort kann ein Unterschied zwischen dem Einkommen auf unterschiedlicher Weise gemessen werden. Die unbereinigte Lohnlücke umschreibt die Bruttolöhne von Männern und Frauen. Somit beinhaltet der unbereinigte GPG die gesamten Einkünfte ohne Abzüge von Steuern und Sozialversicherung. (vgl. Ziegler/ Gartner/ Tondorf, (o.J.) : 277)

Währenddessen der bereinigte GPG individuelle Merkmale miteinander vergleicht. Diese individuellen Merkmale können den Bildungsstand wie Haupt-, Realschulabschluss, Abitur, usw., die Beschäftigungsform wie Vollzeit- oder Teilzeit, etc. und den Wirtschaftszweig wie die unterschiedlichen Betriebsbereiche beinhalten. Über den bereinigten GPG liegen jedoch noch keine aktuellen Zahlen vor Der GPG wird ausgerechnet indem man die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne der Frauen mit den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen der Männer subtrahiert. Somit entsteht die unbereinigte Lohnlücke. (vgl.: Statistisches Bundesamt: 108/13)

Der Gender Pay Gap vergleicht nicht nur national die Lohnunterschiede sondern auch international. (siehe: Global Gender Gap Report 2013, S.8)

2 Soziale Ungleichheit

Mit der Sozialen Ungleichheit sind nicht die individuellen Merkmale eines jeden Menschen gemeint, wie zum Beispiel die Hautfarbe, das Geschlecht, die Haarfarbe, die Augenfarbe, das Alter oder die psychische Leistungsfähigkeit. Diese Merkmale sind angeboren und dementsprechend natürlich. Diese biologischen Eigenschaften, können ebenso in Gruppen unterteilt werden, wie Frauen und Männer, Weiße und Schwarze, etc. Sie lassen sich auch untereinander durch individuelle Konstellationen weiterhin kombinieren, wie Lohndifferenzen oder Berufs- und Lebenserfahrungen. Die soziale Ungleichheit dagegen bezieht sich nicht auf die Andersartigkeit, sondern auf die ungleich verteilten Lebenschancen. Es umfasst eine strukturiere, nicht gleichmäßige Verteilung von Gütern wie Geld und dessen Werten in der Gesellschaft.

„‘Soziale Ungleichheit‘ liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den ‚wertvollen Gütern‘ einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten.“ (Hradil, 2008: 30)

Hradil greift bei der Definition drei wichtige Voraussetzungen auf: ungleiche Verteilung, soziales Beziehungsgefüge und wertvolle Güte.

Der Begriff des sozialen Beziehungsgefüges beinhaltet das Ergebnis einer bestimmten gesellschaftlichen Position und dass sie weder auf Zufälle noch auf anderen bestimmten Faktoren beruht.

Als wertvolle Güter werden solche bezeichnet, die zu einer höheren Stellung in der Gesellschaft führen und somit bessere Lebensbedingungen versprechen, wie Sicherheit, Gesundheit oder Wohlstand.

Die ungleichmäßige Verteilung liegt dann vor, wenn Güter auf gleichmäßiger Weise ungleich verteilt sind. Dies bedeutet, dass bestimmte Güter bei einem Teil der Bevölkerung besser ausgeprägt sind, sodass dieser Teil eine günstigere Lebensbedingung aufweist und dadurch besser gestellt sind. Dies trifft beispielsweise bei den Einkommensunterschieden oder bei dem Bildungsgrad zu. So sind Menschen mit einem hohen Bildungsgrad besser gestellt, als Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand.

Zusätzlich wird zwischen der absoluten und der relativen Ungleichheit unterschieden. Absolute Ungleichheit ist dann gegeben, wenn ein Mitglied der Gesellschaft mehr an wertvollen Gütern besitzt als ein anderes, währenddessen sich die relative Ungleichheit mit bestimmten Verteilungskriterien wie Leistung, Bedürfnisse, etc. ein vorgeht. (vgl. ebd. : 28ff.)

3 Dimensionen sozialer Ungleichheit

„Persönliche oder strukturbedingte Merkmale, welche die Erscheinungsformen ungleicher Lebens- und Handlungsbedingungen (Lebenslage) der Menschen charakterisieren (etwa das Einkommen oder das soziale Prestige einer Person).“

(Huinink/ Schröder: 2008: 108)

Unter den Dimensionen der sozialen Ungleichheit versteht man die Ungleichheitsmerkmale, welche als die „Erscheinungsformen“ in der Gesellschaft gekennzeichnet werden. Diese lassen sich in unterschiedlichen Kategorien einteilen: materieller Wohlstand, Macht, Bildung und Prestige (vgl. Hradil, 2008 : 31). In der heutigen Gesellschaft reicht die Konzentration auf die Basisdimensionen jedoch nicht mehr aus. Daher haben Huinink und Schröder das Modell von Hradil ergänzt und weitere Ungleichheitsmerkmale erfasst. Sie unterscheiden vier Gruppen von Dimensionen: die wohlfahrtsstaatliche Dimension, die soziale Dimension und die emanzipatorische Dimension und die ökonomische Dimension. (vgl. Huinink / Schröder: 2008: 108ff.) Dimensionen können jedoch nicht alleine betrachtet werden und sind schwer voneinander zu trennen. Dies führt zu einer gegenseitigen Wechselwirkung.

3.1 Gruppierungen der Dimensionen nach Huinink/Schröder

Die wohlfahrtsstaatlichen Dimensionen beziehen sich auf die Bedürfnisse und Lebensziele. Sie konzentrieren sich auf die Lebensbedingungen und gewähren soziale Sicherheit und Gesundheit. Mit der sozialen Absicherung werden die Erwerbschancen, Arbeitsplatz-sicherung und der materielle Schutz vor Krankheiten und Armutsrisiken gefördert. Ein weiterer Aspekt der wohlfahrtsstaatlichen Dimension beinhaltet die Arbeits-, Freizeit-, und Wohn(umwelt)bedingungen. (vgl. Huinink/Schröder, 2008: 127ff.)

Zu der nächsten Gruppe gehört die soziale Dimension, welche sich mit den Bedürfnissen der Integration, Teilhabe, Einfluss und Anerkennung auseinandersetzt, und sich auf die sozialen Beziehungen fokussiert. Bei den sozialen Dimensionen werden die soziale Herkunft, das soziale Kapital und der soziale Einfluss (u.a. auch Macht) in Betracht gezogen. Ein weiterer Aspekt besteht aus der sozialen Wertschätzung (Prestige) und Diskriminierung. (vgl. ebd. : 132ff.)

Die emanzipatorischen Dimensionen beinhalten die „unterschiedlichen Chancen zu individueller Selbstverwirklichung, Emanzipation, Entfaltung von Autonomie sowie Partizipation an gesellschaftlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen.“ Diese Dimension beschäftigt sich weitergehend mit der Rollenverteilung insbesondere auf den Bezug in die Verhaltens- und Handlungserwartungen. (vgl. Huinink/ Schröder 2008: 139ff.)

Die ökonomische Dimension beinhaltet den materiellen Wohlstand und Aspekte des Humankapitals welche als „(Aus-)Bildung und Wissen“, bezeichnet werden können. Huinink und Schröder erweitern die klassische Dimension indem sie auch die individuellen Kompetenzen und die Bildung (Wissen) beobachten. Die ökonomische Dimension beinhaltet aber nicht nur den Bildungsstand sondern auch den „Besitz von Geld und Gütern (Einkommen und Vermögen)“. Darunter wird ebenso auf die Armut, das Einkommensniveau und die Einkommensungleichheit eingegangen.

(vgl. ebd.: 112ff.)

Um die Einkommensungleichheit zu messen benötigt man den Gender Pay Gap.

3.2 Einkommensungleichheit in Deutschland

Das Einkommen spielt in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Es hat nicht nur einen Einfluss auf andere Dimensionen der sozialen Ungleichheit, sondern auch auf die Selbstverwirklichung, die Sicherheit, die Gesundheit und Befriedigung unserer materiellen und auch nicht-materiellen Lebensziele. (vgl. Schröder/Huinink, 2008: 116ff.)

Es wird zwischen mehreren Einkommensarten unterschieden. Diese bestehen zwischen dem persönlichen Einkommen und dem Haushaltseinkommen. Bei der Betrachtung des persönlichen Einkommens wird auf das alleinige Einkommen eingegangen und bei dem Haushaltseinkommen wird die Summe aller in dem Haushalt lebenden Personen betrachtet und addiert.

Um diese Einkommensungleichheit zu messen gibt es unterschiedliche Verfahren. Darunter befinden sich: die Einkommensverteilung nach den Größenklassen der Bevölkerung, die Einkommensanteile in der Bevölkerung und der Gini-Koeffizient. (vgl. Huinink/Schröder, 2008: 118)

Die Einkommensverteilung ist besonders in Deutschland nicht immer gerecht aufgeteilt. Dabei spielen mehrere Faktoren eine besondere Rolle. Somit gibt es nicht nur die örtliche und räumliche Einkommensunterscheidung wie zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern auch die individuellen Lebensjahre oder die Berufswahl. Ein weiterer wichtiger Faktor der Einkommensverteilung sind die sozialstrukturellen Merkmale wie das Geschlecht.

3.3 Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau

Einkommensunterschiede nach der Betrachtung des Alters

(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2009a): Geschlechtsspezifische Lohndifferenzen nach dem Berufsstart und in der ersten Berufsphase, S. 31)

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Soziale Ungleichheit. Einkommensverteilung zwischen Mann und Frau
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V294556
ISBN (eBook)
9783656923381
ISBN (Buch)
9783656923398
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Ungleichheit, Einkommensverteilung, Soziale Arbeit, Sozialpolitik
Arbeit zitieren
Jennifer Kuß (Autor), 2014, Soziale Ungleichheit. Einkommensverteilung zwischen Mann und Frau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294556

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