Bereits mit der Entwicklung des Kabelfernsehens kann man den "Bürgerreporter" beispielsweise bei offenen Kanälen finden.
Ein Kölner Regionalsender entwickelte daraus das 'Experiment' des "Hobbyreporters", der selbstständig Beiträge für bestimmte Sendungen drehte.
Der Text soll auf dieses Konzept und dessen Umsetzung eingehen und kommt zu dem Fazit, dass eine aktuelle journalistische Arbeit mit diesem Konzept nur schwer umzusetzen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kölner Regionalsender center.tv
3. Das Konzept des Hobby-Reporters
4. Vergleich zwischen Hobby-, Leserreporter und Bürgerfernsehen
5. Kritik an der journalistischen Arbeitsweise
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Zuschauerfernsehens am Beispiel des Kölner Regionalsenders center.tv. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern die Einbindung von Hobbyreportern in das Programm eine journalistische Alternative darstellen kann und welche Herausforderungen sowie Grenzen dieses Modells im Vergleich zu professionellem Journalismus und Bürgerfernsehen bestehen.
- Konzept des Heimatfernsehens bei center.tv
- Die Rolle und Arbeit von Hobbyreportern
- Vergleich von Hobbyreportern, Leserreportern und Bürgerfernsehen
- Journalistische Qualität und ethische Kritik
- Die Bedeutung von Augenzeugenvideos in der heutigen Medienlandschaft
Auszug aus dem Buch
Vergleich von Hobby- und Leserreportern
Will man Hobby- und Leserreporter vergleichen oder den filmenden Zuschauer dem Bürgerfernsehen gegenüberstellen, muss hier zwischen den Definitionen und der tatsächlichen Arbeit unterschieden werden. Der Bild-Leserreporter ist ursprünglich mehr oder minder zufällig Augenzeuge. Man sieht beispielsweise einen umgekippten Müllwagen, macht ein Foto mit dem Smartphone, schickt es an Bild, und erhält bei Veröffentlichung 50-250€. Somit ist der Leserreporter oft die erste Quelle und Grundlage für eine aktuelle Berichterstattung. Der Hobbyreporter hingegen dreht seinen Beitrag erst ab, schneidet ihn und bespricht Sendetermine etc. mit der Redaktion. Der Gedanke, Hobbyreporter als Nachrichtenjournalisten einzusetzen, ist mit dem Konzept von center.tv folglich nicht umsetzbar. Ähnlich wie der Bürgerfunk soll hier in der Regel der Heimatbezug im Vordergrund stehen. Im Gegensatz zum Bürgerfernsehen wird bei center.tv jedoch nur ein Zuschauerbeitrag in eine professionell produzierte Sendung eingebettet, wohingegen beim Bürgerfunk/-fernsehen oft auch die technische Abwicklung von Amateuren übernommen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema des Zuschauerfernsehens und die spezifische Situation des Kölner Regionalsenders center.tv.
2. Der Kölner Regionalsender center.tv: Darstellung der Gründungsgeschichte, der Programmstruktur und der Philosophie des Senders als Heimatfernsehen.
3. Das Konzept des Hobby-Reporters: Erläuterung des Ansatzes, Zuschauer aktiv an der Programmgestaltung zu beteiligen und selbstgedrehte Beiträge zu integrieren.
4. Vergleich zwischen Hobby-, Leserreporter und Bürgerfernsehen: Analyse der methodischen und strukturellen Unterschiede zwischen verschiedenen Formen des Bürger- und Amateurjournalismus.
5. Kritik an der journalistischen Arbeitsweise: Auseinandersetzung mit der journalistischen Qualität, der Kritik von Verbänden und den Grenzen des Konzepts.
6. Fazit und Ausblick: Bewertung des Experiments "Zuschauerfernsehen" und Einordnung der Relevanz von Augenzeugenvideos für die zukünftige Medienwelt.
Schlüsselwörter
Zuschauerfernsehen, center.tv, Heimatfernsehen, Hobbyreporter, Leserreporter, Bürgerfernsehen, Amateurjournalismus, Regionalfernsehen, Medienkritik, Bürgerfunk, Journalistische Qualität, Augenzeugenvideos, Digitale Medien, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Zuschauerfernsehens, wie es beim Kölner Regionalsender center.tv praktiziert wurde, und untersucht die Einbindung von Zuschauern in die Programmgestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen Hobby- und Leserreportern, die Philosophie des Heimatfernsehens und der Einfluss von Amateurbeiträgen auf den professionellen Journalismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die journalistische Tragfähigkeit des Konzepts von center.tv zu bewerten und zu hinterfragen, ob das Modell der Einbindung von Amateuren eine echte Alternative zur professionellen Berichterstattung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und einen systematischen Vergleich, um verschiedene Ansätze des Amateurjournalismus und des Zuschauerfernsehens gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Sendekonzepte von center.tv, der Definition von Hobbyreportern und der kritischen Reflexion über journalistische Qualitätsstandards.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zuschauerfernsehen, Hobbyreporter, Heimatfernsehen und Amateurjournalismus präzise beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Leserreporter vom Hobbyreporter bei center.tv?
Während der Leserreporter meist zufälliger Augenzeuge eines Ereignisses ist, wird der Hobbyreporter bei center.tv redaktionell betreut und produziert aktiv eigene Beiträge, was eine höhere Form der Planung erfordert.
Warum wird das Konzept des "Zuschauerfernsehens" bei center.tv als "nicht geglückt" bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass das Experiment zwar Zuschauern eine Bühne bot, die angestrebte journalistische Arbeitsweise und Qualität jedoch aufgrund fehlender professioneller Standards nicht dauerhaft realisiert werden konnte.
- Citation du texte
- Julian Marquardt (Auteur), 2015, Zuschauerfernsehen. Hobbyreporter im Regionalfernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294567