Make or Buy. Chancen und Risiken für Unternehmen


Projektarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung zum Thema make-or-buy

2 Grundlegende Begriffe

3 Make-or-buy in verschiedenen Bereichen
3.1 Make-or-buy in der Fertigung
3.2 Make-or-buy in der Forschung und Entwicklung
3.3 Make-or-buy bei Dienstleistungen

4 Beeinflussungsfaktoren der make-or-buy Entscheidung
4.1 Argumente für make gegen buy
4.2 Argumente für buy gegen make
4.3 Sonstige Unterschiede zwischen make und buy

5 Die Wahl zwischen make-or-buy als Wirtschaftlichkeitsproblem
5.1 Einleitende Bemerkungen
5.2 Kurzfristige Entscheidung zwischen make-or-buy bei Unterbeschäftigung
5.3 Kurzfristige Entscheidung zwischen make-or-buy in Engpasssituationen
5.3.1 Opportunitätskosten als Bestandteile der Kalkulation
5.3.2 Mehrkosten bei Engpässen als Entscheidungskriterium
5.3.3 Entscheidungen bei mehreren Engpässen
5.4 Langfristige Entscheidungen zwischen make-or-buy
5.4.1 Die break-even-Analyse als Entscheidungshilfe
5.4.2 Die Wahl zwischen make-or-buy als Investitionsproblem
5.4.3 Die Wahl zwischen make-or-buy als Desinvestition

6 Chancen und Risiken

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Ausgangsdaten für eine Engpasssituation

Tabelle 2: Fazit für Beispiel 3

Tabelle 3: Ermittlung der Barwerte der Ersparnis bei make im Vergleich zu buy

Abbildung 1: Break-even-Analyse für die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung zum Thema make-or-buy

Unter dem Begriff Make-or-buy versteht man die Entscheidung, Produkte oder Komponenten selbst zu fertigen oder von entsprechenden Lieferanten zu beziehen. Mit dem Zukauf von diversen Leistungen kann eine Entlastung bzw. Optimierung des Unternehmenns und deren Prozesse erfolgen. Speziell zugekauft werden Dienstleistungen. Insbesondere Reinigungsarbeiten, das Catering, die Buchhaltung oder die Lohnverrechnung werden so von anderen Unternehmen erledigt. Vor allem Prozesse die nicht unter die Kernaufgaben fallen werden vermehrt zugekauft. Make-or-buy Entscheidungen sind, bis auf Ausnahmen, in der Regel grundlegende strategische und langfristige Entscheidungen. Aufgrund weitreichender Konsequenzen für das Unternehmen sollten diese Entscheidungen wohlüberlegt sein. Vor allem im Bereich von Produktionsbetrieben fallen solche Entscheidungen oft sehr schwer. Es muss sehr darauf geachtet werden, dass der Lieferant, bei dem Leistungen zugekauft werden das nötige Know-how besitzt um diese Produkte mit der geforderten Qualität zu liefern. Die Qualität von zugekauften Gütern sollte nicht schlechter sein als die Qualität von Produkten der eigenen Fertigung, dies gilt vor allem wenn einzelne Komponenten bereits intern gefertigt werden und dann an externe Lieferanten vergeben werden. Hier sollten die Kosten der make-or-buy Entscheidung nicht an erster Stelle stehen.1

2 Grundlegende Begriffe

Outsourcing bzw. Auslagerung ist ein Ausdruck, der aus dem amerikanischen Wirtschaftsleben kommt und zunächst nicht mehr als eine Wortschöpfung ist, der Begriff ist zurück zu führen auf „outside resource using“. Dies bedeutet das extern liegende Ressourcen genutzt werden und beinhaltet das Verlagern von selbst erstellten Leistungen auf externe Dienstleister. Vergleicht man den klassischen make-or-buy Begriff mit Outsourcing, so stellt letzterer nur eine Teilmenge dar. Die make-or-buy Problematik ist eine Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug, Outsourcing wiederrum beschäftigt sich nur mit der Verlagerung bisher intern durchgeführter Dienstleistungen. Der augenscheinlichste Unterschied jedoch ergibt sich aus der zeitlichen Darstellung: make-or-buy Entscheidungen können schon im frühem Stadium der Entwicklung eines Produktes getroffen werden, wobei Überlegungen zur Fremdvergabe stets eine Eigenherstellung/-erbringung voraussetzten.2

Insourcing ist die Eigenherstellung/-erbringung von Leistungen die bisher von externen Partnern/Lieferanten hergestellt wurden. Misslungene Outsourcing Projekte sind oft der Auslöser für das Rückverlagern von Leistungen. Fehler welche bei der Fremdvergabe gemacht wurden, wie z.B. mangelnde Definition der Schnittstellen, unzureichender Kommunikation und Unkenntnis des Umfangs der ausgelagerten Prozesse, sollten bei den zurückgeholten Prozessen nicht gemacht werden.3

Offshoring bzw. Auslandsverlagerung ist ein Begriff für die Verlagerung unternehmerischer Funktionen und Prozesse ins Ausland. Anlass für Offshoring-Entscheidungen sind in der Regel die im Ausland günstigeren Rahmenbedingungen, vor allem die zum Teil erheblichen Einsparungen bei den Arbeitskosten. Der Begriff hat in Mitteleuropa vor allem durch die Problematik von Arbeitsplatzverlagerungen in osteuropäische sowie asiatische Länder eine negative Deutung bekommen. Unter Offshoring wird die geographische Verlagerung unternehmerischer Funktionen verstanden, während man bei Outsourcing von einer organisatorische Verlagerung spricht.4

Nearshoring oder Nahverlagerung ist eine besondere Form des Offshorings und ist aus Sicht der mitteleuropäischen Länder die Verlagerung in Osteuropäische Länder. Im Grunde hat Nearshoring das gleiche Ziel wie Offshoring (niedrigere Ressourcen-Kosten), doch durch die größere kulturelle und räumliche Nähe werden die Nachteile von Offshoring reduziert.

Hauptsächlich wurden teure Arbeitsplätze aus Mitteleuropa nach Osteuropa verlagert. Aufgrund der Osterweiterung der EU spielen die Nicht-Mitgliedstaaten immer mehr eine erhebliche Rolle.5

Onshoring oder Inlandsverlagerung bezeichnet die Vergabe von Dienstleistungen und Prozessen innerhalb des Herkunftslandes, meist in der Nähe der Auftraggeber. Vor allem Großkunden bevorzugen diese räumliche Nähe.

Als Beispiel kann eine Autofabrik in Hambach welche ganze Komponenten von einer anderen Firma (Zulieferer) bezieht, die sich am gleichen Firmengelände befindet. Eine solche Nähe zum Zulieferer ist ein erheblicher strategischer Vorteil.6

3 Make-or-buy in verschiedenen Bereichen

Eigenfertigung und Fremdbezug lassen sehr viele Möglichkeiten zu wie Produkte und Leistungen bereitgestellt werden können. Dies können jegliche Leistungen im betrieblichen Prozess sein.

Die Reihe der etwaigen Güter, die die Möglichkeit zur Wahlentscheidung geben können, ist sehr groß und schwer überschaubar. So kann es sich um Produkte, Teile, Material, Büromaterialien, Maschinen, Werkzeuge, Energien handeln, um nur ein paar wenige zu nennen.7

3.1 Make-or-buy in der Fertigung

In produzierenden Betrieben mit umfassenden mehrstufigen Fertigungsprozessen, in welchen eine hohe Vielzahl von Produkten hergestellt wird, nimmt die make-or-buy Entscheidung eine ausschlaggebende Bedeutung ein. Bei den Objekten der Leistungserzeugung kann es sich um sämtliche für die betriebliche Leistungserstellung benötigten Produktionsfaktoren handeln.8

3.2 Make-or-buy in der Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung ist eine der fundamentalistischen Säulen unternehmerischen Handelns. Diverse Untersuchungen beweisen in diesem Zusammenhang, dass Unternehmen, die gänzlich ohne eigene Forschung und Entwicklung erfolgreich wirtschaften, eher die Ausnahme sind. Aus diesem Grund gehen bedingt durch fehlendes eigenes Know-how und steigenden Kostendruck immer vermehrt Unternehmen dazu über, ihre Forschung und Entwicklung -Aktivitäten an andere Unternehmen wie z.B. Forschungseinrichtungen zu vergeben.9

3.3 Make-or-buy bei Dienstleistungen

Besonders Leistungen welche nicht in das Kerntätigkeitsfeld des Unternehmens fallen werden zunehmend zugekauft. Hierzu zählen bei produzierenden Unternehmen meist Reinigungs-, Transport-, IT, Wartungs- und Cateringdienstleistungen. Das Unternehmen erhofft sich so stärker auf die Tätigkeiten konzentrieren zu können in dem sie spezialisiert sind.10 11

4 Beeinflussungsfaktoren der make-or-buy Entscheidung

4.1 Argumente für make gegen buy

Mögliche Kosteneinsparungen: In den Preisen der Zulieferer werden bereits Vertriebs-, Verpackungs- und Frachtkosten sowie der Gewinnzuschlag des Zulieferers einkalkuliert.

Auslastung vorhandener Kapazitäten: Durch Eigenfertigung lassen sich in konjunkturschwachen Zeiten die Belegung freier Kapazitäten, welche unter Umständen nur kurzfristig sind, erreichen.

Geheimhaltung von Know-how und Betriebsgeheimnissen: Bei einer Fremdvergabe an andere Firmen besteht immer die Gefahr das weiter gegebenes Know-how nach außen dringt, auch die Möglichkeit das Konkurrenten an dieses Know-how gelangen ist nicht ausgeschlossen.

Größere Freiheitsgrade bei der Terminplanung: Bei der Leistungserstellung im Haus können selbst Prioritäten gesetzt werden und so auf schwankende Erfordernisse reagiert werden. Die Termineinhaltung lässt sich besser kontrollieren.

Vorteile im Qualitätswesen: Die Kontrolle des Fertigungsprozesses und Überprüfung der Qualität bieten bei der Eigenfertigung günstigere Voraussetzungen.

Vermeidung der Abhängigkeit von Lieferanten: Durch die Vergabe von Prozessen entsteht eine gewisse Abhängigkeit gegenüber dem Zulieferer.

In einer gewissen Art und Weise wird man von Preiserhöhungsforderungen und vom Preisdiktat marktmächtiger Lieferanten abhängig.

Schnellere Reaktionsmöglichkeit: Aufgrund der kürzeren Organisationswege und der direkten Weisungsbefugnis ist es möglich schneller auf Änderungen zu reagieren.

Vermeidung von Transaktionskosten: Wird zur Bedarfsbefriedigung der Beschaffungsmarkt in Anspruch genommen, können Transaktionskosten entstehen Möglichkeit der Diversifikation: Zwischenprodukte können auch an externe Kunden vertrieben werden. Es muss nicht immer zur Deckung des eigenen Bedarfs gefertigt werden.

Nutzungsmöglichkeit für überschüssige Finanzmittel: Eine Ausweitung der Fertigungstiefe stellt oft eine Sinnvolle und auch rentable Kapitalanlage dar. In manchen Betrieben sind diese mit positiven Synergieeffekten verbunden.12

4.2 Argumente für buy gegen make

Verminderung des Fixkostenrisikos: Durch vermehrten Zukauf von Leistungen können die Fixkosten in variable Kosten umgewandelt werden. Dadurch senkt man auch das Konkursrisiko.

Preisgünstige Versorgung: Sollte der Zulieferer mehrere Kunden haben welche er mit seinem Produkt beliefert, kann der Abnehmer unter Umständen von den Economies of large Scale und von eventuellen Lernprozessen beim Lieferanten Vorteile erzielen. Bei kleinen Mengen sowie Standardleistungen ist es im Normalfall preiswerter auf Fremdbezug umzusteigen.

Zugriff auf externes Spezialwissen: Durch Zusammenarbeit mit dem Zulieferer kann der Abnehmer das vorhandene Wissen in gewissen Prozessen in die eigene Produktentwicklung einfließen lassen. Es können auf diese Weise kostspielige Neuentwicklungen eingespart werden.

Vermeidung von Betriebsblindheit und Schlendrian: Aufgrund des Wissens das man bei der Eigenfertigung immer einen sicheren Abnehmer hat wird man in manchen Prozessen nachlässig, den man kann im Grunde keine Aufträge verlieren. Dies kann zu einer niedrigeren Qualität führen. Der leistungssteigernde Konkurrenzdruck bei der Eigenfertigung fehlt.

Erhöhung der Kostentransparenz: Die anfallenden fixen Kosten bei der Eigenfertigung sind schwer durchschaubar und begründbar. Bei einer Fremdfertigung sind die Kosten immer als variabel klar abgegrenzt.

Elastizitätsgesichtspunkte: Besonders hinsichtlich der qualitativen Elastizität (= Fähigkeit zur Umstellung auf eine andere Leistung) ist der Fremdbezug in den meisten Fällen der Eigenfertigung im Vorteil. Bei der Eigenfertigung ist man im Normalfall für eine längere Dauer an die qualitative Leistungsfähigkeit der errichteten Kapazität gebunden, während bei Fremdbezug in vielen Fällen ein Wechsel zu einem anderen Lieferanten möglich ist.

Erhöhung des Qualitätsniveaus: Betriebliche Teilaufgaben welche auf spezialisierte andere Unternehmen übertragen werden sind in vielen Fällen qualitativ besser. Derartige Betriebe verfügen meist über spezialisierte und moderne Anlagen, in der Regel besitzen diese gut ausgebildete Fachkräfte und betreiben häufig auch eine intensive Forschung und Entwicklung auf ihrem Spezialgebiet.

[...]


1 Vgl. http://www.outsourcingcenter.eu/make-or-buy.html [Stand 19.3.2011]

2 Vgl. Lachnit. (1998 ). Zukunftsfähiges Controlling : Konzeptionen, Umsetzungen, Praxiserfahrungen S.233

3 Vgl. http://www.b-e-s-t.at/Best2/Insourcing.htm [Stand 17.3.2011]

4 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Offshoring [Stand 17.3.2011]

5 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nearshoring [Stand 17.3.2011]

6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Onshoring [Stand 17.3.2011]

7 Vgl. Berlien, O. (1993). Controlling von Make-or-Buy: Konzepte und Möglichkeiten der strategischen Unternehmensführung. S.63

8 Vgl. Mikus, B. (2001). Make-or-Buy-Entscheidungen: Führungsprozesse, Risikomanagement und Modellanalysen. S.33

9 Vgl. Brem , A. (2007). Make-or-Buy-Entscheidungen im strategischen Technologiemanagement: Kriterien, Modelle und Entscheidungsfindung. Abstract

10 Vgl. http://www.ebz-beratungszentrum.de/logistikseiten/artikel/makeorbuy.html [Stand 12.2.2011]

11 Vgl. Arnolds, H., Heege, F., Röh, C., & Tussing, W. (2009). Materialwirtschaft und Einkauf: Grundlagen- Spezialthemen - Übungen. S.261 f.

12 Vgl. Arnolds, H., Heege, F., Röh, C., & Tussing, W. (2009). Materialwirtschaft und Einkauf: Grundlagen- Spezialthemen - Übungen. S.263 f.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Make or Buy. Chancen und Risiken für Unternehmen
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)  (Wirtschaftswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V294578
ISBN (eBook)
9783656923329
ISBN (Buch)
9783656923336
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Make or buy, Outsourcing, Opportunitätskosten, break even, Risikien, Chancen, Investition, Desinvistion, Forschung, Entwicklung, Fertigung, Dienstleistung
Arbeit zitieren
Stefan Stebegg (Autor), 2011, Make or Buy. Chancen und Risiken für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294578

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Make or Buy. Chancen und Risiken für Unternehmen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden