Zielsetzung
Die heutige Wirtschaft ist geprägt durch rapide Änderungen der Märkte und des Wettbewerbsumfeldes von Unternehmen. Zeit ist der kritische Erfolgsfaktor in dem Rennen um die globale Vermarktung neuer Produkte und Dienstleistungen, die speziell auf Kundenanforderungen zugeschnitten sind, um kurzfristige Gewinnchancen auszunutzen. Zugleich werden Informations- und Kommunikationssysteme bei generell sinkenden Anschaffungskosten immer leistungsfähiger und ermöglichen eine globale Kollaboration auf einem sehr hohen Effizienzniveau, welches vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre.
Vor diesem Hintergrund sehen sich Theorie und Praxis gezwungen, neue Organisationsstrukturen und –formen zu entwickeln und einzusetzen, die mit dem dynamischen Wachstum und den schnellen Änderungen des Marktes stand halten können. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung zu virtuellen Organisationen zu geben, sowie anhand eines Praxisbeispiels die Einsatzpotenziale für Informations- und Kommunikationssysteme für die Unterstützung von Unternehmensprozessen, insbesondere im Hinblick auf bestehende gesetzliche, technische und menschliche Rahmenbedingungen, zu diskutieren.
Vorgehen
Aus einer Betrachtung sich verändernder Wettbewerbsbedingungen entspringt die Motivation, nach adäquaten Organisationsformen zu suchen, welche die an sie gestellten Anforderungen optimal erfüllen. Dafür werden die klassischen Organisationsformen untersucht, die innerhalb von Unternehmen und zwischen Unternehmen existieren. Anschließend erfolgt eine Definition der virtuellen Organisation, ihre Abgrenzung zu den anderen Organisationsformen sowie eine Erläuterung ihrer spezifischen Stärken und Schwächen.
In Kapitel 3 werden zwei Merkmale von virtuellen Organisationen dargestellt: die Zusammenarbeit der Mitarbeiter, die auf unterschiedlich intensiven Stufen stattfinden kann, sowie Informations- und Kommunikationstechnologien, deren Einsatz ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Kollaboration in einem globalen virtuellen Unternehmen ist.
Im Rahmen von Groupware werden dabei besonders Konferenzsysteme vorgestellt, da sie eine direkte Kommunikation der Unternehmensmitarbeiter untereinander und mit Kunden ermöglichen.
Die hiernach vorgestellten Prozesse der Bayer HealthCare AG geben einen Einblick in Vorgänge und Rahmenbedingungen, die bei der praktischen Umsetzung einer virtuellen Organisation beachtet und unterstützt werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehen
2 Virtuelle Organisationen
2.1 Veränderte Wettbewerbsbedingungen
2.2 Formen der Kooperation
2.2.1 Interne Organisation
2.2.2 Externe Organisation
2.3 Terminologien virtueller Organisationen
2.4 Abgrenzung zu anderen Organisationsformen
2.5 Anforderungen
2.6 Stärken und Schwächen
3 Teams und Technik
3.1 Teamarbeit
3.1.1 Interaktion
3.1.2 Kommunikation
3.1.3 Koordination
3.1.4 Kollaboration
3.2 Technologien und Anwendungen
3.2.1 Groupware
3.2.2 E-Mail
3.2.3 Bulletin Boards
3.2.4 Konferenzsysteme
3.2.5 Workflow Management
3.2.6 Weitere Systeme
3.3 Virtualität und IT-Einsatz
4 Prozesse in einer virtuellen Organisation
4.1 Struktur des Unternehmens
4.2 Prozessbeschreibungen
4.2.1 Dokumenten-Erstellungsprozess
4.2.2 Project Approval Process
4.2.3 Konsignationsentnahme-Prozess
5 Einsatzszenarien
5.1 Dokumenten-Erstellungsprozess
5.2 Project Approval Process
5.3 Konsignationsentnahme-Prozess
6 Fazit
6.1 Organisatorische Aspekte
6.2 Technische Aspekte
6.3 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Forschung zu virtuellen Organisationen und analysiert anhand von Praxisbeispielen bei Bayer HealthCare die Einsatzpotenziale von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung von Unternehmensprozessen unter Berücksichtigung rechtlicher, technischer und menschlicher Rahmenbedingungen.
- Grundlagen und Definitionen virtueller Organisationen
- Ebenen der Zusammenarbeit in Teams (Interaktion, Kommunikation, Koordination, Kollaboration)
- Technologische Unterstützung durch Groupware, Workflow Management und Konferenzsysteme
- Analyse praktischer Geschäftsprozesse wie Dokumenten-Erstellung und Konsignationsentnahme
- Effizienzbetrachtung des IT-Einsatzes in global verteilten Unternehmensnetzwerken
Auszug aus dem Buch
2.1 Veränderte Wettbewerbsbedingungen
Veränderte Wettbewerbsbedingungen erfordern von Unternehmen neue, flexiblere Formen der Organisation, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Traditionelle Unternehmensformen mögen diesem Anspruch an Dynamik und Geschwindigkeit meist nicht zu folgen. Für die Veränderungen sind folgende Gründe zu nennen:
• Innovationsdynamik bei Produkten und Prozessen.
• Steigende Komplexität der Produkte und Dienstleistungen.
• Dynamische Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien: Neue Märkte und Branchen entstehen.
• Schnelllebigkeit der Markt- und Kundenanforderungen: Veränderungsgeschwindigkeit von Technik, Gesellschaft, Gesetzgebung und Politik.
• Zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft (Markt- und Wettbewerbsbeziehungen): Neue Absatz- und Beschaffungsmärkte bzw. Handelsräume (EWR, NAFTA etc.) ohne bzw. mit gesenkten Handelshemmnissen entstehen.
• Markteintritt neuer Industrieländer, z.B. aus Asien, die in der Lage sind, bei niedrigeren Produktionskosten gute Qualität zu liefern.
• Zunehmende Handels- und Käufermacht: Kunden sind nicht mehr bereit, organisatorisch bedingte Koordinationsprobleme, die sich beispielsweise in Form von längeren Lieferfristen bemerkbar machen, mitzutragen.
• Zunahme des Wissens und seiner Verteiltheit.
Für schnell agierende Unternehmen bieten sich hohe Potenziale an ökonomischen Vorteilen, diese werden auf dem Markt aber hart umkämpft. Entscheidend ist die Reaktions- bzw. Anpassungszeit eines Unternehmens an veränderte Bedingungen. In diesem Zusammenhang werden virtuelle Organisationen als „Strukturkonzept der Zukunft“ diskutiert, die über Unternehmensgrenzen hinweg in räumlicher, zeitlicher und auch rechtlicher Hinsicht ausgedehnt sind, um flexibel und dynamisch ihre Aufgaben zu bewältigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung virtueller Organisationen durch den Wandel von Märkten und stellt das Ziel vor, Einsatzpotenziale der Informationstechnik in Praxisprozessen zu evaluieren.
2 Virtuelle Organisationen: Dieses Kapitel definiert virtuelle Organisationen, grenzt sie von anderen Kooperationsformen wie Joint Ventures oder Kartellen ab und diskutiert die hohen Anforderungen an Vertrauen und Flexibilität.
3 Teams und Technik: Es werden die Ebenen der Zusammenarbeit im Team (Interaktion bis Kollaboration) und die zugehörigen technologischen Werkzeuge wie Groupware und Konferenzsysteme analysiert.
4 Prozesse in einer virtuellen Organisation: Anhand der Bayer AG wird die Struktur einer virtuellen Abteilung (Organisation & Information) dargestellt und drei spezifische Geschäftsprozesse (Dokumente, Projekte, Konsignationslager) detailliert beschrieben.
5 Einsatzszenarien: Das Kapitel bietet eine empirische Analyse der technologischen Unterstützung der zuvor vorgestellten Prozesse und bewertet die Akzeptanz und Effizienz verschiedener Kommunikationsmedien.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung, dass virtuelle Elemente zwar vorteilhaft sind, der Mensch jedoch die zentrale Herausforderung bei der Virtualisierung bleibt.
Schlüsselwörter
Virtuelle Organisation, Informationstechnologie, Unternehmensprozesse, Kollaboration, Groupware, Workflow Management, Bayer HealthCare, digitale Transformation, Kommunikation, Prozessoptimierung, Unternehmensnetzwerk, Effizienzsteigerung, Konsignationslager, Projektmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der virtuellen Organisation im Kontext moderner Informationstechnologien und beleuchtet, wie globale Kollaboration durch IT-Systeme effizient unterstützt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen virtueller Organisationen, die verschiedenen Ebenen der Teamarbeit, der Einsatz von Groupware und Workflow-Systemen sowie die praktische Anwendung in spezifischen Geschäftsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Stand der Forschung zu virtuellen Organisationen darzulegen und anhand konkreter Praxisbeispiele bei Bayer HealthCare zu diskutieren, wie IT-Systeme Unternehmensprozesse unterstützen können, unter Beachtung technischer, rechtlicher und menschlicher Bedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit verbindet eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Untersuchung, die auf Beobachtungen, Tests und Befragungen von Mitarbeitern basiert, um den Einsatz verschiedener Kommunikationsmedien in der Praxis zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Organisationstypen und technischen Unterstützungssystemen sowie eine detaillierte Analyse der Prozesse Dokumenten-Erstellung, Projektgenehmigung und Konsignationsentnahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Virtuelle Organisation, Kollaboration, Groupware, Prozessoptimierung, IT-gestützte Zusammenarbeit und Effizienzsteigerung charakterisiert.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Videokonferenz-Technologien in globalen Unternehmen?
Der Autor stellt fest, dass PC-basierte Videokonferenzen oft an komplexer Konfiguration und technischen Unzulänglichkeiten scheitern, während hochpreisige dedizierte Anlagen eine deutlich bessere und für den Geschäftserfolg akzeptable Übertragungsqualität bieten.
Welche Rolle spielt der Mensch bei der Virtualisierung von Organisationen?
Der Autor identifiziert den Menschen mit seiner begrenzten Anpassungsfähigkeit und seinem Bedürfnis nach persönlicher Vertrauensbildung als das größte Hindernis für eine vollständige Virtualisierung von Organisationen.
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- Fabian Aiteanu (Author), 2004, Virtuelle Organisationen. Globale Kollaboration durch moderne Informationstechnologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29459