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Greed and Grievance. Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas

Titre: Greed and Grievance. Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jan Alexander Linxweiler (Auteur)

Politique - Sujet: Paix et Conflits, Sécurité
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Der Krieg scheint den Menschen seit jeher zu faszinieren. Beinahe kaleidoskopisch in den verschiedenen Betrachtungen werden Konflikte philosophisch, moralisch, künstlerisch aber auch wissenschaftlich aufgearbeitet. Innerhalb der zeitgenössischen Konfliktforschung scheint sich der Fokus dabei immer weiter auf die so genannten „Neuen Kriege“ zu verlagern. So wird eine vermeintliche Verschiebung von staatlichen auf innerstaatliche Konflikte beobachtet. Im Zentrum der Ausarbeitung soll jedoch die eher liberale Perspektive der „Greed and Grievances”-Betrachtung stehen, welche um die konstruktivistisch geprägte Perspektive von ethnischen Identitätskonflikten ergänzt wird.

Die vorliegende Ausarbeitung wird nun das moderne Erklärungsparadigma der „Greed and Grievance“ kritisch diskutieren. Dabei sollen sowohl die makrotheoretischen Grundlagen aufgezeigt als auch die Erklärungsansätze anhand des Bürgerkrieges in Ruanda exemplarisch dargestellt werden.

Hierzu werden im ersten Teil die wichtigsten Rahmenbedingungen moderner Konflikte kurz beschrieben. Eine tiefer greifende Analyse im Sinne eines ganzheitlichen theoretischen Rahmens soll in diesem Zusammenhang hinter einer Beschreibung der Einbettung der Konflikte zurückstehen. Im Fokus stehen Globalisierung und Staatlichkeit. Im zweiten Teil erfolgt dann eine theoretische Einführung in die Begrifflichkeit der „Ethnizität“ unter beispielhafter Heranführung an den Bürgerkrieg in Ruanda. Der dritte und Hauptteil beschäftigt sich mit den Inhalten von „Greed“ und „Grievance“. Es sollen beide Erklärungsansätze getrennt untersucht und kritisch hinterfragt werden. Nach einer allgemeinen theoretischen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ansatz wird ein Bezug zur Ethnizität hergestellt. Danach soll dann eine kurze Verdeutlichung am Beispiel Ruandas erfolgen. Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema, nur vereinzelt soll auf die Ergebnisse von empirischen Fallanalysen und statistischen Erhebungen im Bezug auf Ruanda verwiesen werden. Das Fazit stellt sodann eine Bestandsaufnahme dar, welche darauf verweisen wird, dass die Bereiche „Greed and Grievance“ qua natura nicht unabhängig von einander sind, sondern vielmehr eine Kombination dieser Ansätze ein Lösungsansatz ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

B. Greed and Grievance – Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas

I. Einleitung

II. Die Rahmenbedingungen innerstaatlicher Konflikte

1. Die Globalisierung

1.1. Die Ökonomie des Weltmarktes

1.2 Soziokulturelle Fragmentierung und Polarisierung

2. Die Rolle des Staates

2.1 Das Ende des Kolonialismus und Staatszerfall

2.2 Die Privatisierung der Gewalt

III. Ethnizität und Ethnische Konflikte

1. Theoretische Ansätze zur Entstehung einer ethnischen Identität

1.1 Das Primordialistisches Konzept von Ethnizität

1.2 Das Konstruktivistisches Konzept von Ethnizität

1.3 Ethnisierungsprozesse

2. Ethnisierung sozialer Gruppen am Beispiel Ruandas

IV. Die „Greed and Grievance“-Debatte

1. Der Erklärungsansatz „Grievance“

1.1 Theoretische Perspektiven auf innerstaatliche Konflikte und das Kriegsverständnis

1.2 Ethnizität als Kriegsursache

1.2.1. Der Primordialistische Ansatz

1.2.2. Der Instrumentalistische Ansatz

1.2.3. Ethnizität als Prisma

1.3 Politische Instrumentalisierung von Ethnizität am Beispiel Ruandas

2. Der Erklärungsansatz „Greed“

2.1 Theoretische Perspektiven auf innerstaatliche Konflikte und das Kriegsverständnis

2.1.1 Elwerts Theorie der Gewaltmärkte

2.1.2 Colliers und Hoefflers Theorie der Möglichkeiten

2.2 Ökonomische Instrumentalisierung von Ethnizität am Beispiel Ruandas

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch das Erklärungsparadigma von „Greed and Grievance“ (Habgier und Groll) bei der Entstehung moderner innerstaatlicher Konflikte. Dabei wird untersucht, inwiefern ökonomische Motive oder ethnische Identitätskonflikte die treibenden Faktoren darstellen, wobei der Genozid in Ruanda als exemplarisches Fallbeispiel dient.

  • Analyse der globalen und staatlichen Rahmenbedingungen für moderne Konflikte
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Primordialismus und Konstruktivismus hinsichtlich Ethnizität
  • Gegenüberstellung und Kritik der Ansätze „Greed“ (ökonomische Interessen) und „Grievance“ (soziale/politische Ungerechtigkeiten)
  • Untersuchung der Rolle von Ethnisierungsprozessen am Beispiel Ruandas
  • Diskussion über eine komplementäre Nutzung beider Erklärungsmodelle

Auszug aus dem Buch

1.2.3. Ethnizität als Prisma

Letztlich erscheint der Diskurs um die Qualität der Ethnizität als Konfliktursache ein wenig als Vexierfrage. Eine eindeutige Klärung scheint objektiv nicht möglich zu sein. Jedoch lassen sich Rahmenbedingungen identifizieren, welche mit Phänomenen ethnisch konnotierter Konflikte einhergehen. Der Anspruch einer Weltkultur oder eines Weltethos, welcher der Globalisierung inhärent innewohnt, lässt traditionelle Identität als Rückzugspunkt gegenüber dem westlichen Kulturimperialismus erscheinen. Dies kann sodann in innerstaatlichen Konflikten dazu führen, dass Rebellengruppen sich in frühen Organisationsphasen auf diese traditionelle Identität stützen. So gewinnen sie laut Schlichte (Traditionelle) Legitimität.

Auch lassen sich innerstaatliche Konfliktlinien entlang ethnischer Alterität erkennen, welche historisch – insbesondere im ehemaligen Kolonialraum Vorderasiens und Afrikas – durch gewillkürte Grenzziehung zumindest nachvollziehbar erscheint. Beklemmend treffen drückt dies Ignatieff im Bezug auf die höchste Eskalationsstufe, den Genozid, aus:

"Genocide is not just a murderous madness; it is, more deeply, a politics that promises a utopia beyond politics - one people, one land, one truth, the end of difference. Since genocide is a form of political utopia, it remains an enduring temptation in any multiethnic and multicultural society in crisis.“

Zusammenfassung der Kapitel

B. Greed and Grievance – Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas: Einleitung in die Thematik der "Neuen Kriege" und Vorstellung des liberalen Paradigmas von „Greed and Grievance“ unter Berücksichtigung ethnischer Identitätskonflikte.

II. Die Rahmenbedingungen innerstaatlicher Konflikte: Untersuchung der Globalisierungsprozesse sowie der Erosion staatlicher Strukturen und der damit einhergehenden Privatisierung von Gewalt als Nährboden für Konflikte.

III. Ethnizität und Ethnische Konflikte: Theoretische Einführung in das Entstehen ethnischer Identität und Analyse des Ethnisierungsprozesses am Beispiel der historischen Entwicklung in Ruanda.

IV. Die „Greed and Grievance“-Debatte: Detaillierte Auseinandersetzung mit den beiden Erklärungsansätzen, ihrer wissenschaftlichen Herleitung und ihrer Anwendung auf den ruandischen Bürgerkrieg.

IV. Fazit: Kritische Zusammenfassung der Arbeit, die zu dem Ergebnis kommt, dass beide Ansätze einzeln zu kurz greifen und eine komplementäre Betrachtung zielführender ist.

Schlüsselwörter

Greed and Grievance, innerstaatliche Konflikte, Ruanda, Ethnizität, Neue Kriege, Globalisierung, Staatszerfall, Gewaltmärkte, Primordialismus, Konstruktivismus, Ethnisierung, politische Instrumentalisierung, Identitätskonflikte, Collier und Hoeffler, Bürgerkrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum innerstaatliche Konflikte entstehen und welche Erklärungsmodelle – konkret „Greed“ (Habgier) oder „Grievance“ (Groll) – hierfür in der modernen Politikwissenschaft herangezogen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Globalisierung, den Zerfall von Staatlichkeit, die theoretische Definition von Ethnizität sowie die ökonomische und politische Instrumentalisierung sozialer Gruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Diskussion des „Greed and Grievance“-Paradigmas und die Untersuchung, ob dieses Modell zur Erklärung des Bürgerkrieges und Genozids in Ruanda hinreichend ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Diskursansatz, kombiniert mit einer Fallanalyse Ruandas, um die Erklärungskraft der genannten Paradigmen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Trennung der beiden Ansätze „Grievance“ (unter Einbeziehung von Identitätsfragen) und „Greed“ (unter Einbeziehung ökonomischer Theorien wie den Gewaltmärkten) und deren Anwendung auf den Ruanda-Konflikt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Greed and Grievance, Ethnizität, Bürgerkrieg, Staatszerfall, Gewaltmärkte und die Konstruktion ethnischer Identität.

Warum wird der Genozid in Ruanda als Fallbeispiel gewählt?

Ruanda dient als Beispiel für eine gezielte politische Instrumentalisierung von Ethnizität, bei der externe Faktoren (Kolonialismus) und interne Machtinteressen die Eskalation vom „Othering“ hin zum Völkermord trieben.

Wie bewertet der Autor die „Greed“- und „Grievance“-Ansätze?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass beide Ansätze für sich genommen Erklärungsdefizite aufweisen und ein komplementärer Ansatz, der sowohl ökonomische Anreize als auch identitätsstiftende Mechanismen berücksichtigt, wesentlich zielführender ist.

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Résumé des informations

Titre
Greed and Grievance. Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas
Université
University of Hannover  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Der Bürgerkrieg im Spiel von Gewalt und umkämpfter Ordnung
Note
1,0
Auteur
Jan Alexander Linxweiler (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
25
N° de catalogue
V294675
ISBN (ebook)
9783656924463
ISBN (Livre)
9783656924470
Langue
allemand
mots-clé
Friedens- und Konfliktforschung Bürgerkrieg innerstaatliche Konflikte Neue Kriege Ethnizität Ruanda Greed and Grievance
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Alexander Linxweiler (Auteur), 2015, Greed and Grievance. Untersuchung des Erklärungsparadigmas innerstaatlicher Konflikte anhand des Kriteriums der Ethnizität im Fall Ruandas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294675
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Extrait de  25  pages
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