Im Fokus des Basel III Capital Framework steht die Kräftigung der Eigenkapital- und Liquiditätsbasis der Kreditinstitute, um zum einen die Widerstandsfähigkeit der Banken und zum anderen die des gesamten Finanzsystems zu stärken. Strengere qualitative sowie quantitative Anforderungen an das Eigenkapital und die neuen Liquiditätsstandards sollen die Kreditinstitute dazu bewegen künftige Krisensituationen selbstständig und ohne staatliche Hilfen zu überwinden.
Basel III wird nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission als eine EU- Verordnung umgesetzt. Damit werden die neuen Baseler Regulierungsvorschriften umgehend deutsches Aufsichtsrecht. Die verschärften Anforderungen werden dabei stufenweise voraussichtlich ab 01.01.2013 eingeführt. Dadurch sollen negative Auswirkungen hinsichtlich der Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute sowie der Kreditversorgung vermieden werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Weg von Basel II zu Basel III
2.1 Basel II
2.1.1 Säule 1 – Mindestkapitalanforderungen
2.1.2 Säule 2 – Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
2.1.3 Säule 3 – Marktdisziplin
2.2 Die Schwachstellen von Basel II
3 Die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften nach Basel III und die Auswirkungen auf deutsche Kreditinstitute
3.1 Das bankaufsichtliche Eigenkapital nach Basel III
3.1.1 Zusammensetzung des bankaufsichtlichen Eigenkapitals
3.1.1.1 Qualitative Anforderungen an das Kernkapital
3.1.1.2 Qualitative Anforderungen an das Ergänzungskapital
3.1.2 Eigenkapital Quantität und Übergangsregelung
3.2 Die neuen Baseler Liquiditätsanforderungen
3.2.1 Liquidity Covered Ratio
3.2.2 Net Stable Funding Ratio
3.3 Weitere regulatorische Änderungen durch Basel III
3.3.1 Leverage Ratio
3.3.2 Kapitalerhaltungspuffer und antizyklischer Puffer
3.3.2.1 Kapitalerhaltungspuffer
3.3.2.2 Antizyklischer Puffer
3.3.3 Abzugsposten
3.3.4 Offenlegung der Eigenkapitalbestandteile
3.3.5 zusätzlicher Kapitalpuffer für systemrelevante Institute
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der staatlichen Regulierungsmaßnahmen von Basel III auf deutsche Kreditinstitute. Dabei wird der Übergang von Basel II zu Basel III analysiert, um zu bewerten, wie die neuen strengeren Anforderungen an Eigenkapital und Liquidität die Stabilität des Bankensystems beeinflussen und welche Herausforderungen dies für die Geschäftsmodelle der Banken mit sich bringt.
- Vergleich der Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften zwischen Basel II und Basel III
- Analyse der neuen qualitativen und quantitativen Eigenkapitalanforderungen
- Untersuchung der Liquiditätsstandards LCR (Liquidity Covered Ratio) und NSFR (Net Stable Funding Ratio)
- Bewertung der Auswirkungen auf die Kreditvergabe und Refinanzierung deutscher Banken
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Liquidity Covered Ratio
Die kurzfristig ausgerichtete und im Art. 400ff. CRR geregelte Liquidity Covered Ratio (LCR) wird voraussichtlich nach einer intensiven Beobachtungsphase zum 01. Januar 2015 in Kraft treten und durch ein strenges Meldewesen überwacht. Die LCR verfügt über eine ähnliche Konstruktion wie die bereits existierende Liquiditätsverordnung (LiqV), sie ist jedoch schärfer gefasst.
Die Kennzahl soll die Existenz eines Kreditinstituts während eines 30 Tage Stressszenarios sichern, d.h. die Institute müssen einen entsprechenden Bestand an hochliquiden Aktiva halten, so dass sie auch in einer Stressphase von 30 Tagen ihren Nettozahlungsverpflichtungen nachkommen können. Zu den zwei Komponenten der LCR gehören der aus hochliquiden Aktiva bestehende und bereits im Vorfeld zu bildende Liquiditätspuffer sowie der erwartete kumulierte Nettoabfluss von Zahlungsmitteln unter Stress (simulierter Bank-Run). Der gesamte Zahlungsmittelabfluss ist die Differenz aus den erwarteten Abflüssen und dem Minimum der eingehenden Zahlungen, wobei der simulierte Zahlungsmittelzufluss auf 75% der Zahlungsmittelabflüsse begrenzt wird. Wird der Liquiditätspuffer ins Verhältnis zum Nettozahlungsabgang gesetzt, muss gemäß nach Basel III die LCR einen Wert von größer oder gleich 100% annehmen. Demnach muss das Kreditinstitut seine gesamten Nettoabflüsse durch hochliquide Aktiva mindestens decken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, die zur Entwicklung von Basel III führte, und skizziert die Zielsetzung der Arbeit sowie deren Aufbau.
2 Der Weg von Basel II zu Basel III: Dieses Kapitel beschreibt das Basel II-Regelwerk, dessen Drei-Säulen-Struktur sowie die Identifizierung wesentlicher Schwachstellen im Vorfeld der Finanzkrise.
3 Die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften nach Basel III und die Auswirkungen auf deutsche Kreditinstitute: Das Hauptkapitel erläutert die neuen regulatorischen Anforderungen, inklusive Eigenkapital, Liquiditätsstandards (LCR, NSFR) sowie Leverage Ratio und Puffer, und analysiert deren Konsequenzen für den deutschen Bankensektor.
4 Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Auswirkungen von Basel III kritisch hinsichtlich der Stabilität und der Herausforderungen für die Banken.
Schlüsselwörter
Basel III, Basel II, Bankenregulierung, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsstandards, Liquidity Covered Ratio, Net Stable Funding Ratio, Leverage Ratio, Kapitalerhaltungspuffer, Risikomanagement, Finanzstabilität, Kreditinstitute, Bankenaufsicht, Eigenkapitalquote, Refinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die regulatorischen Neuerungen durch Basel III und vergleicht diese mit den Vorgaben von Basel II im Kontext der Auswirkungen auf deutsche Kreditinstitute.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Verschärfung der Eigenkapitaldefinition, die Einführung neuer Liquiditätskennzahlen wie LCR und NSFR sowie die Implementierung zusätzlicher Kapitalpuffer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie sich die staatlichen Regulierungsmaßnahmen von Basel III auf die Stabilität und die Geschäftstätigkeit deutscher Banken auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Analysearbeit, die bestehende Regelwerke und Auswirkungsstudien des Baseler Ausschusses kritisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Eigenkapital, den Liquiditätsanforderungen sowie weiteren Änderungen wie der Leverage Ratio und verschiedenen Kapitalpuffern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Basel III, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsstandards (LCR/NSFR), Bankenregulierung und Finanzstabilität.
Warum wird die Leverage Ratio eingeführt?
Die Leverage Ratio wird als risikounabhängige, volumenbasierte Kennzahl eingeführt, um übermäßige Verschuldung zu begrenzen und eine Mindestkapitalunterlegung auch in konjunkturell guten Zeiten zu gewährleisten.
Welche Auswirkungen hat Basel III speziell auf Sparkassen und Genossenschaftsbanken?
Durch die strengeren Anforderungen fallen bestimmte Kapitalposten wie der Haftsummenzuschlag weg, was Institute dazu zwingt, ihre Kapitalstruktur anzupassen, etwa durch die Umwandlung stiller Reserven in offene Rücklagen.
Wie bewertet die Autorin die kritischen Aspekte der neuen Regulierung?
Die Autorin äußert Skepsis, da die Banken Fehlanreize erhalten könnten, beispielsweise durch den verstärkten Erwerb von Staatsanleihen oder die Einschränkung der Kreditvergabe an den Mittelstand, um regulatorische Kennzahlen zu erfüllen.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Romy Böhmer (Autor:in), 2012, Die Erneuerungen von Basel III im Vergleich zu Basel II in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294688