In dieser Arbeit wird der Autor auf den Mythos Bismarck eingehen. Die Frage nach der Machtgier, die ihm immer wieder zugeschrieben wird, bildet hierbei einen elementaren Baustein der Arbeit. Ob Otto von Bismarck als der Gründer des Deutschen Reiches gilt, wird in der folgenden Arbeit detailliert aufgezeigt.
Beginnen wird der Autor mit einer detailreichen Verlaufsbeschreibung seines Lebens, die klären soll, welche Verhältnisse zu dem interessanten Charakter Bismarcks geführt haben. Die Frage nach Macht wird hier eine große Rolle spielen. Es wird eine genauere Definition zu seiner Politik folgen, in der es zu klären gilt, ob Bismarck ein Verfechter der Realpolitik war.
Die Frage, ob er als Reichsgründer gilt, wird ebenfalls geklärt. Wie es zu dem "Mythos" Bismarck kam, wird in Verbindung mit der Frage nach dem Reichsgründer Bismarck beantworten. Die Arbeit endet mit einer kurzen Zusammenfassung und einer persönlichen Stellungnahme.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen - Lebenslauf
2.1 Geburt und Familiäre Verhältnisse
2.2 Die Jugend von Bismarck
2.3 Das Studium in Göttingen und Berlin
2.4 Wechsel in die Verwaltung, danach von Aachen nach Potsdam
2.5 Militärdienst und Zeit als Gutsherr
2.6 Die Pietisten
2.7 Erstes politisches Wirken
2.8 Die 48er Revolution und der Konflikt mit Prinzessin Augusta
2.9 Die Angst vor Revolution und Demokratie
2.10 Königin Augusta als großer Bismarck Gegner
2.11 Retter der Monarchie und Ernennung zum Ministerpräsident Preußens
2.12 Revolution in Polen
2.13 Österreichs und die Reform im deutschen Bund
2.14 Deutsch-Dänischer Krieg
2.15 Der Bruderkrieg und die Gründung des Norddeutschen Bundes
2.16 Der letzte Einigungskrieg
2.17 Der große innenpolitische Kampf beginnt
2.18 Die Krönung des neuen Kaisers und der Sturz des Reichskanzlers
2.19 Status Reichsgründer
2.20 Der wichtigste Mann Deutschlands
2.21 Krankheiten
2.22 Bismarcks Tod
3. Bismarck und die Macht
3.1 Preußen muss Macht bekommen
3.2 Der Weg zur Machtgier
3.3 Der rechthaberische Bismarck
3.4 Otto von Bismarck im Mittelpunkt
3.5 Historisch sozialer Kontext zur Machtgier-Frage
4. Die Bismarcksche Politik
4.1 Staatsegoismus
4.2 Realpolitik
4.3 Leitlinien und doch Opportunist
4.4 Innenpolitik
4.4.1 Bismarck gegen die Katholische Kirche
4.4.2 Bismarck und die Liberalen
4.4.3 Bismarck gegen die Sozialisten
5. Bismarck als Reichsgründer
5.1 Mythos des Reichsgründers Bismarck
5.2 Bismarck als Kriegssymbol
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Mythos Bismarck“ und analysiert kritisch, inwieweit Otto von Bismarck als machtgierig zu bezeichnen ist. Ziel ist es, seine komplexe Persönlichkeit, seine politische Rolle als Realpolitiker und sein Wirken als Reichsgründer im historischen Kontext zu beleuchten sowie die Beweggründe hinter seinem staatspolitischen Handeln zu hinterfragen.
- Biografische Analyse der frühen Lebensjahre und prägenden Einflüsse
- Untersuchung von Machtverständnis und Realpolitik in der preußischen Geschichte
- Kritische Auseinandersetzung mit der Zuschreibung von „Machtgier“
- Analyse innen- und außenpolitischer Strategien sowie der Entstehung des Reichsgründer-Mythos
Auszug aus dem Buch
3.1 Preußen muss Macht bekommen
Bismarck war in einer besonderen Form machtgierig, was sich aus seinem Lebenslauf herauskristallisiert. Er wollte Preußen mit Macht stärken, dies trieb ihn dazu in gewisser Hinsicht machtgierig zu agieren. Seine persönliche Macht stand aber nicht im Zentrum seines Handelns. Es muss erwähnt werden das durch sein rechthaberisch cholerisches Wesen und den Drang im Mittelpunkt zu stehen, seine Machtgier oftmals als zu groß bewertet wird. Es wirkt so, als wäre sein Drang im Mittelpunkt zu stehen Machtgier. Bismarck kannte aber dennoch seine Grenzen, wie er beispielsweise nach dem Krieg gegen Österreich, als er den König warnte in Wien einzumarschieren, zeigt.
Ein wirklich herrschsüchtiger Mann hätte meiner Meinung nach sogar auf territorialen Zuwachs gedrängt, um seine Machtgier zu befriedigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Mythos Bismarck und die geplante Vorgehensweise der Analyse hinsichtlich Machtgier, Realpolitik und Reichsgründung.
2. Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen - Lebenslauf: Detaillierte Darstellung der biografischen Stationen vom Geburtsort Schönhausen über das Studium bis hin zu den entscheidenden politischen Ereignissen und dem Tod.
3. Bismarck und die Macht: Untersuchung der persönlichen Machtgier-Frage unter Berücksichtigung von Bismarcks Charakter, seinem Kindheitsumfeld und dem historisch-sozialen Kontext seiner Zeit.
4. Die Bismarcksche Politik: Erörterung der politischen Grundsätze wie Staatsegoismus und Realpolitik sowie die Analyse der innenpolitischen Konflikte mit Kirche, Liberalen und Sozialisten.
5. Bismarck als Reichsgründer: Auseinandersetzung mit der Konstruktion des Reichsgründer-Mythos, der politischen Instrumentalisierung durch spätere Regime und einer finalen Einordnung durch Experten.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende persönliche Stellungnahme zu Bismarck als Realpolitiker und seiner Bedeutung in der deutschen Geschichte.
Schlüsselwörter
Otto von Bismarck, Realpolitik, Reichsgründer, Machtgier, Preußen, Innenpolitik, Kulturkampf, Sozialistengesetze, Deutscher Bund, Mythos, Einigungskriege, Staatsegoismus, 1871, Monarchie, Geschichtsschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Person Otto von Bismarck, hinterfragt kritisch den ihm zugeschriebenen Mythos und prüft, ob sein Handeln tatsächlich von Machtgier geleitet war oder primär staatspolitischen Zielen diente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umspannen Bismarcks Lebensweg, seine außenpolitische Ausrichtung als Realpolitiker, seine innenpolitischen Machtkämpfe sowie die Entstehung und Nutzung des Mythos als Reichsgründer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, ein differenziertes Bild von Bismarck zu zeichnen, indem die vermeintliche Machtgier durch eine Analyse seiner Kindheit, seines Patriotismus und seiner realpolitischen Entscheidungen in einen neuen Kontext gesetzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-biografische Aufarbeitung, die auf einer detaillierten Analyse des Lebenslaufs und der politischen Wirkungsgeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der detaillierte Lebenslauf, die Ursachen für Bismarcks Charakterzüge, sein Verständnis von Staatsegoismus sowie seine innenpolitischen Auseinandersetzungen, etwa mit der Katholischen Kirche und den Sozialisten, analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Realpolitik, Reichsgründer, Staatsegoismus, Machtbewusstsein, Preußen und der historische Kontext des 19. Jahrhunderts.
Wie bewertet die Arbeit das Verhältnis von Bismarck zur Macht?
Die Arbeit vertritt die Ansicht, dass Bismarck zwar machtbewusst, aber nicht im klassischen Sinne machtgierig war; sein Handeln war vor allem darauf ausgerichtet, die Macht des preußischen Staates zu sichern.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Reichsgründer"-Rolle?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Mythos um den Reichsgründer Bismarck historisch gewachsen und zum Teil selbst geschürt ist, Bismarck jedoch zweifellos einen der größten Beiträge zur deutschen Einigung geleistet hat.
- Quote paper
- Sebastian Görz (Author), 2014, „Mythos“ Bismarck. Realpolitiker, Reichsgründer oder Machtgieriger?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294692