Zum Exilroman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers


Hausarbeit, 2010
11 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kurze Biographie von 1900 bis 1941

Manuskriptgeschichte

Veröffentlichungen im Aufbau-Verlag

Erzählanalyse

Erinnerungsfiguren im Roman

Zusammenfassung

Quellen

Einleitung

Netty Reiling, also Anna Seghers, ist eine der bekanntesten deutschen Exilschriftstellerinnen, die nicht nur wegen ihrer jüdischen Herkunft, sondern auch ihrer politischen Einstellung, von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt wurde. Innerhalb meiner Hausarbeit werde ich ihren Lebensweg kurz skizzieren, wobei ich mich auf ihren Weg ins mexikanische Exil beschränken möchte.

Um zu zeigen wie außergewöhnlich nicht nur der Roman an sich ist, werde ich versuchen die Manuskriptgeschichte nachzuvollziehen. Auch die Veröffentlichungsgeschichte des Romans Das siebte Kreuz, innerhalb des Aufbauverlages, versuche ich zu skizzieren, wobei ich aufgrund der Masse an Auflagen, nicht jede einzelne Ausgabe auflisten werde.

Um die Komplexität des Werkes darstellen zu können, versuche ich eine Kurze Erzählanalyse und werde mich mit den Symbolen und Erinnerungsfiguren auseinandersetzen.1

Kurze Biographie von 1900 bis 1941:

Anna Seghers wurde am 19. November 1900 in Mainz als Netty Reiling geboren. 1928 trat sie, in Berlin, in die KPD ein und 1929 war sie Mitglied des BPRS2. In Charkow nahm sie 1930 am 2. Internationalen Kongress für politische und revolutionäre Literatur teil. 1933 wird sie von den Nazis verhaftet und wieder freigelassen. Sie flieht über die Schweiz nach Frankreich und tritt somit ihr Exil an. Sie ist Mitherausgeberin der Neuen Deutschen Blätter und nimmt 1935 und 1937 am Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur teil. 1938/39 arbeitet sie an dem Roman Das siebte Kreuz und schließt die Arbeiten ab.1941 wandert sie dann über die USA in Mexiko ein. »Hier trifft sie auch auf ähnlich gesinnte Exilanten. Und sie arbeitet auch im lateinamerikanischen Exil für den antifaschistischen Widerstand […].« (Leis, Mario, Seite 42) Hier schreibt sie für die Zeitschrift Freies Deutschland, dies tut sie in der Hoffnung »[…] mit ihren Artikeln deutsche Emigranten nicht nur in Mexiko, sondern auch in anderen Ländern zu erreichen.« (Leis, Mario, Seite 42) Bis 1946 ist sie die Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs.

Jedoch musste Anna Seghers nicht nur sich und ihre Familie in Sicherheit bringen, auch das Manuskript ihres Romans musste sie retten, um es zur Veröffentlichung zu bringen und so einem Publikum zugänglich zu machen.

Manuskriptgeschichte

Oder: Wie erhalte ich einen Roman am Leben?

Anna Seghers erwähnt die Arbeit an ihrem Roman Das siebte Kreuz, am 23. September 1938, in einem Brief an Iwan I. Anissimow3.

Ich werde einen kleinen Roman beenden, etwa 200 bis 300 Seiten, nach einer Begebenheit, die sich vor kurzem in Deutschland zutrug. Eine Fabel also, die Gelegenheit gibt, durch die Schicksale eines einzelnen Mannes sehr viele Schichten des faschistischen Deutschlands kennenzulernen. Dieses Buch darf und wird nicht allzu lang dauern. (Seghers, Anna,(2000), Seite 445-446)

In der Moskauer Exilzeitschrift Internationale Literatur wurden, im Juni und August 1939, die beiden ersten Kapitel aus Das siebte Kreuz, veröffentlicht. Im Oktober desselben Jahres schickte die Autorin eine Abschrift des Romans »[…] an Fritz H. Landshoff, den Zuständigen für die deutsche Exilliteratur beim Querido Verlag, Amsterdam, der im November 1939 zu einer USA-Reise aufbrach.« (Seghers, Anna,(2000), Seite 446). Kurz vor dem Jahreswechsel schickte sie ein weiteres Manuskript an F. C. Weiskopf in die USA. Dieser gab es an Seghers Agenten Maxim Lieber weiter. Ein drittes Manuskript erhielt Wieland Herzfeld Anfang 1940 per post, dieser war ebenfalls in den USA. Wegen der politischen Geschehnisse in Europa, konnte Anna Seghers nicht mehr von einer Veröffentlichung ihres Romans Das siebte Kreuz in Europa ausgehen. Dies war ein Grund für die Versendung4 weiterer Manuskripte. Ein Empfänger war der in Hollywood lebende Berthold Viertel. Im April schickte sie über Weiskopf ein Manuskript an Johannes R. Becher.

Als dann am 14. Juni die Nazis Paris besetzten, musste Anna Seghers flüchten, sie hinterließ drei Manuskripte. Eines besaß Fernand Delmas, ein Deutschlehrer am Lycèe Condorcet in Paris. »Er brachte es über Nantes nach Levésinet, versteckte es dort und übersetzte den Roman während des Krieges ins Französische.« (Seghers, Anna,(2000), Seite 450) Das Zweite war im Besitz von Maria Frei und wurde bei einem Bombenangriff zerstört, bei dem auch Frei selbst starb. Das dritte Manuskript hatte Seghers selbst in ihrer Wohnung hinterlassen, als sie mit ihrer Familie wieder nach Paris zurückgekehrt war, schickte sie eine Freundin ihr dieses Manuskript zu holen. Jedoch verbrannte die Freundin es aus Angst, da sie einen Gestapozugriff annahm. Ein weiteres Manuskript war verschollen.5 So musste die Autorin ohne auch nur ein Exemplar des Manuskriptes zu besitzen, ins mexikanische Exil reisen. »[…] Die Furcht der Autorin, der Roman, der ihr so am Herzen lag, könne verloren sein, war [demnach] begründet.« (Seghers, Anna, (2000), Seite 451)

Als sie auf ihrem Weg nach Mexiko, auf Ellis Island festgehalten wurde, bekam sie Besuch von ihrem Agenten Maxim Lieber. Er legte ihr einen unterschriebenen Vertrag mit Little, Brown and Company vor. Das siebte Kreuz wurde ins Amerikanische übersetzt und im Oktober 1942 bei Little, Brown and Company veröffentlicht.

[...]


1 Königs Erläuterungen und Materialien Band 408

2 Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller

3 Direktor des Gorki-Institut für Weltliteratur

4 »[…] Ende März oder Anfang April 1940 […]« (Seghers, Anna, (2000), Seite 450)

5 »Möglicherweise lag ein Manuskript in der Redaktion der Emigrantenzeitung Pariser Tageszeitung, die bis zum Einmarsch der deutschen Truppen arbeitete: Jenes einzige erhaltene Typoskript des »Siebten Kreuzes« befindet sich bei den von der Gestapo beschlagnahmten Unterlagen der Redaktion, die im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde aufbewahrt werden.« (Seghers, Anna,(2000), Seite 450)

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Zum Exilroman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik/ Jüdische Studien)
Veranstaltung
Erinnerungsfiguren in der Exil- und Holocaust-Literatur
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V294709
ISBN (eBook)
9783656924524
ISBN (Buch)
9783656924531
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exil- und Holocaust-Literatur, Exilliteratur, Das siebte Kreuz, Anna Seghers, Exilroman, Erinnerungsfiguren
Arbeit zitieren
Anja Schweppe (Autor), 2010, Zum Exilroman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294709

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