Netty Reiling, also Anna Seghers, ist eine der bekanntesten deutschen Exilschriftstellerinnen, die nicht nur wegen ihrer jüdischen Herkunft, sondern auch ihrer politischen Einstellung, von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt wurde. Innerhalb meiner Hausarbeit werde ich ihren Lebensweg kurz skizzieren, wobei ich mich auf ihren Weg ins mexikanische Exil beschränken möchte.
Um zu zeigen wie außergewöhnlich nicht nur der Roman an sich ist, werde ich versuchen die Manuskriptgeschichte nachzuvollziehen. Auch die Veröffentlichungsgeschichte des Romans Das siebte Kreuz, innerhalb des Aufbauverlages, versuche ich zu skizzieren, wobei ich aufgrund der Masse an Auflagen, nicht jede einzelne Ausgabe auflisten werde.
Um die Komplexität des Werkes darstellen zu können, versuche ich eine Kurze Erzählanalyse und werde mich mit den Symbolen und Erinnerungsfiguren auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kurze Biographie von 1900 bis 1941
Manuskriptgeschichte
Veröffentlichungen im Aufbau-Verlag
Erzählanalyse
Erinnerungsfiguren im Roman
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit widmet sich dem Exilroman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers mit dem Ziel, die Entstehungsgeschichte des Werkes, seine editorische Laufbahn im Aufbau-Verlag sowie die erzählerischen und symbolischen Strukturen zu analysieren, um die Bedeutung des Textes als Erinnerungsfigur festzuhalten.
- Biografischer Kontext von Anna Seghers bis 1941
- Dokumentation der komplexen Manuskriptgeschichte während des Exils
- Untersuchung der Publikationsgeschichte und Auflagenentwicklung im Aufbau-Verlag
- Erzähltheoretische Analyse von Zeitgestaltung und Fokalisierung
- Symbolik und Bedeutung der Erinnerungsfiguren im Roman
Auszug aus dem Buch
Manuskriptgeschichte
Anna Seghers erwähnt die Arbeit an ihrem Roman Das siebte Kreuz, am 23. September 1938, in einem Brief an Iwan I. Anissimow.
Ich werde einen kleinen Roman beenden, etwa 200 bis 300 Seiten, nach einer Begebenheit, die sich vor kurzem in Deutschland zutrug. Eine Fabel also, die Gelegenheit gibt, durch die Schicksale eines einzelnen Mannes sehr viele Schichten des faschistischen Deutschlands kennenzulernen. Dieses Buch darf und wird nicht allzu lang dauern. (Seghers, Anna,(2000), Seite 445-446)
In der Moskauer Exilzeitschrift Internationale Literatur wurden, im Juni und August 1939, die beiden ersten Kapitel aus Das siebte Kreuz, veröffentlicht. Im Oktober desselben Jahres schickte die Autorin eine Abschrift des Romans »[…] an Fritz H. Landshoff, den Zuständigen für die deutsche Exilliteratur beim Querido Verlag, Amsterdam, der im November 1939 zu einer USA-Reise aufbrach.« (Seghers, Anna,(2000), Seite 446). Kurz vor dem Jahreswechsel schickte sie ein weiteres Manuskript an F. C. Weiskopf in die USA. Dieser gab es an Seghers Agenten Maxim Lieber weiter. Ein drittes Manuskript erhielt Wieland Herzfeld Anfang 1940 per post, dieser war ebenfalls in den USA.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert den Lebensweg von Anna Seghers bis zum mexikanischen Exil und führt in die Absicht ein, Manuskript- und Veröffentlichungsgeschichte sowie erzählerische Strukturen des Romans zu untersuchen.
Kurze Biographie von 1900 bis 1941: Dieses Kapitel zeichnet die Lebensstationen von Anna Seghers nach, von ihrer Geburt in Mainz über ihre politische Aktivität in der KPD und dem BPRS bis hin zu ihrer Flucht ins Exil über Frankreich nach Mexiko.
Manuskriptgeschichte: Der Abschnitt beleuchtet die schwierige Überlieferungssituation und die zahlreichen Versuche der Autorin, ihr Manuskript während der Flucht vor den Nationalsozialisten durch Vervielfältigung und Versand ins Ausland zu sichern.
Veröffentlichungen im Aufbau-Verlag: Hier wird die editorische Geschichte des Romans anhand verschiedener Auflagen zwischen 1947 und 2000 nachgezeichnet, wobei der Fokus auf Kommentaren, Lektorat und der ökonomischen Einbindung des Verlags liegt.
Erzählanalyse: Dieses Kapitel untersucht die zeitliche Struktur, den Einsatz von Prolepsen und Analepsen sowie den Wechsel zwischen interner und externer Fokalisierung zur Darstellung der Fluchterfahrung.
Erinnerungsfiguren im Roman: Es wird die Symbolik der Zahlen und des Kreuzes analysiert und aufgezeigt, wie diese innerhalb der Fiktion als Erinnerungsfiguren an die Opfer des Nationalsozialismus fungieren.
Zusammenfassung: Das Fazit stellt heraus, dass der Roman selbst eine Erinnerungsfigur darstellt, welche die Ohnmacht des Exils überwindet und die Hoffnung auf Widerstand gegen das Unrecht thematisiert.
Schlüsselwörter
Anna Seghers, Das siebte Kreuz, Exilliteratur, Manuskriptgeschichte, Aufbau-Verlag, Erzählanalyse, Erinnerungsfiguren, Nationalsozialismus, Flucht, Mexiko-Exil, Zeitstruktur, Fokalisierung, Symbolik, Antifaschismus, Widerstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit Anna Seghers' Exilroman "Das siebte Kreuz" und beleuchtet dessen Entstehung, die editorische Geschichte im Aufbau-Verlag sowie die erzählerischen und symbolischen Besonderheiten des Textes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Biografie der Autorin, die Sicherung und Verbreitung des Manuskripts unter Exilbedingungen, die Verlagsgeschichte in der DDR sowie eine literaturwissenschaftliche Analyse der Erzählweise und Symbolik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Komplexität des Romans durch die Verknüpfung von Entstehungsgeschichte, Editionsgeschichte und einer detaillierten Analyse der erzählerischen Mittel greifbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Die Arbeit nutzt eine biografiegeschichtliche Annäherung, eine quellenorientierte Verlagsanalyse sowie eine erzähltheoretische Untersuchung (Erzählanalyse).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Fluchtbiografie der Autorin, der dramatischen Rettung des Manuskripts, der Publikationsgeschichte im Aufbau-Verlag und einer detaillierten Analyse der erzählerischen Struktur sowie der Symbolik im Roman.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Exilliteratur, Anna Seghers, Manuskriptgeschichte, Erzählanalyse und Erinnerungsfiguren beschreiben.
Welche Rolle spielt die Manuskriptgeschichte in dieser Arbeit?
Sie spielt eine zentrale Rolle, da sie zeigt, unter welchen existenziellen Bedrohungen durch die Nationalsozialisten der Roman entstand und wie durch die Vervielfältigung und Flucht der Manuskripte das Werk überhaupt erst der Nachwelt erhalten blieb.
Was ist die Bedeutung der "sieben Kreuze" im Roman?
Die Kreuze dienen als Erinnerungsfiguren an die sieben geflohenen Häftlinge; sie symbolisieren die Ohnmacht der Verfolgten und das Leid derjenigen, die dem Regime zu entkommen versuchen.
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- Anja Schweppe (Author), 2010, Zum Exilroman "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294709