Schon der bekannte deutsche Philosoph Nietzsche hat erkannt, dass es wichtig ist, die Meinungen anderer anzuhören. Insbesondere soll hierbei den Personen, die von eigenen Einstellungen abweichende Gedanken äußern, Beachtung geschenkt werden.
Den Begriff Argumentieren hört man immer wieder im Alltag. Das Argumentieren ist genau genommen eine spezielle Form der Gesprächsführung. Zu Beginn dieser Arbeit wird genauer auf die Klärung des Begriffs eingegangen, woraufhin ein möglicher, sehr allgemeiner Aufbau von Argumentationen näher erläutert wird. Je nach dem, welches Ziel man erreichen will, geht ein Argumentierender anders vor, deshalb werden diesbezüglich einige Strukturen knapp dargestellt. Anschließend wird der Bezug zur Institution Schule hergestellt. Dabei wird erläutert, warum es von Bedeutung ist, das Argumentieren als Fähigkeit zu erlernen. Des Weiteren werden dafür notwendige Voraussetzungen aufgelistet. Zum Abschluss werden praktische Unterrichtsumsetzungen beschrieben, wobei auf ein unterrichtspraktisches Diskussionsbeispiel gesondert eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Arbeit
2. Allgemeines zur Argumentation
2.1 Was ist Argumentieren?
2.2 Aufbau einer Argumentation
2.2.1 Allgemeiner Aufbau
2.2.2 Spezielle Argumentationsstrukturen
2.2.3 Die Auswahl von Argumenten
3. Argumentieren in der Schule
3.1 Die Bedeutung des Argumentierens
3.2 Erforderliche Fähigkeiten
3.3 Argumentieren lernen
3.3.1 Mündliche Argumentationsübungen
3.3.2 Schriftliche Argumentationsübungen
3.4 Unterrichtsbeispiel: Das Robinson-Spiel
4. Reflexion und eigene Meinung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Argumentieren als eine spezielle Form der Gesprächsführung und beleuchtet dessen Bedeutung sowie die methodische Umsetzung im schulischen Kontext, insbesondere an Grundschulen. Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie Schüler Kompetenzen zur fairen Diskussion und zur strukturierten Begründung von Standpunkten erwerben können.
- Grundlagen der Argumentation und ihre verschiedenen Strukturen
- Die pädagogische Relevanz des Argumentierens in der Schule
- Erforderliche Teilfähigkeiten und rhetorische Grundlagen für Schüler
- Methoden für mündliche und schriftliche Argumentationsübungen
- Praktische Anwendungsbeispiele wie das Robinson-Spiel
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Allgemeiner Aufbau
Da sogar schon Kleinkinder intuitiv Argumente ansatzweise formulieren, wird der allgemeine Aufbau anhand eines solchen Beispiels näher dargestellt:
Ein Vater geht mit seiner kleinen Tochter Julia am Strand spazieren und trägt sie über Kieselsteine. Dabei beschwert sich Julia mit der Aussage: Juja dloß, Juja Steine gehen! (Vgl. LUDWIG/SPINNER, 2000, 17)
Voraussetzung für eine Argumentation ist ein Streitpunkt. Im genannten Beispiel, ob Julia getragen werden oder ob sie selbst über die Steine gehen solle. Außerdem ist es von Bedeutung, dass der Gesprächspartner sich auf eine derartige Gesprächsform einlässt. Der Vater dürfte also kein autoritärer Befehlender sein. Allerdings sollte er auch nicht wortlos nachgeben, sondern die Partner treffen auf einen Widerstand. Eine weitere, dritte grundlegende Voraussetzung für einen fairen Ablauf ist die Gleichberechtigung der Personen unabhängig vom Lebensalter. Das Einzige, was zählt, ist das bessere Argument. (Vgl. ebd.)
Ein eigentliches Argument beginnt mit der Behauptung. Daraufhin folgt die Begründung dieser These, die meist mit deshalb oder weil anschließt. Veranschaulicht wird die Begründung vielmals mit einem Beispiel. Dieser Beleg entspricht meistens einer Alltagserfahrung. Das kann einerseits an einem konkreten Erlebnis festgemacht werden, wie beispielsweise zum Thema ‚Gewalt an Schulen‘ ein miterlebter Streit zwischen bestimmten Schülern auf dem Pausenhof. Andererseits können Beispiele aus Verallgemeinerungen bestehen. In Bezug auf das oben genannte Argument von Julia wird die Behauptung, dass Julia schon selbst über die Steine gehen kann, mit ihrer Größe begründet. Zudem hätte die Kleine zur Verdeutlichung ihre Aussage mit einem Beispiel belegen können, beispielsweise dass sie auch schon alleine Treppen hochgehen kann. (Vgl. ABRAHAM, 2008, 125; LUDWIG/SPINNER, 2000, 16 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Arbeit: Einführung in die Relevanz des Argumentierens als Gesprächsform und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Allgemeines zur Argumentation: Theoretische Grundlegung zum Begriff, Aufbau von Argumentationen und Vorstellung verschiedener Vorgehensweisen wie faktische oder moralische Argumentation.
3. Argumentieren in der Schule: Darstellung der Bedeutung von Argumentationskompetenz in Bildungseinrichtungen, notwendige Teilfähigkeiten für Schüler sowie praktische Übungsformen und das Fallbeispiel des Robinson-Spiels.
4. Reflexion und eigene Meinung: Kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Praxis und Plädoyer für eine stärkere Einbindung von Argumentationsübungen bereits in der Grundschule.
Schlüsselwörter
Argumentation, Diskussion, Gesprächsführung, Schule, Grundschule, Rhetorik, Argumentationsstruktur, Teilfähigkeiten, LehrplanPLUS, Perspektivenübernahme, Mündliche Kommunikation, Schriftliche Erörterung, Robinson-Spiel, Urteilsfähigkeit, Demokratieerziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Argumentieren als spezielle Form der Kommunikation, sowohl in allgemeinen Alltagssituationen als auch explizit im schulischen Bildungskontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Aufbau und die Strukturen von Argumentationen, die erforderlichen Fähigkeiten der Lernenden sowie konkrete didaktische Methoden für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie wichtig es ist, bereits Grundschulkindern Kompetenzen zur fairen Argumentation zu vermitteln, um sie auf demokratische Auseinandersetzungen vorzubereiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der didaktischen Aufarbeitung von Konzepten zur Gesprächsführung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Argumentation, eine Analyse der schulischen Relevanz, die Darstellung notwendiger Fähigkeiten und praktische Übungsbeispiele für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Argumentation, Diskussion, Rhetorik, Gesprächsführung, Grundschule, demokratische Teilhabe und argumentative Kompetenz.
Welche Rolle spielt das Robinson-Spiel in der Argumentationsdidaktik?
Das Robinson-Spiel dient als konkretes, unterrichtspraktisches Beispiel, um in Kleingruppen kontroverse Diskussionen über Rangfolgen zu führen, wodurch Argumentationsfähigkeiten in einer realistischen, aber schützenden Situation vertieft werden.
Warum ist laut der Autorin eine angstfreie Atmosphäre wichtig?
Ohne ein angstfreies Klima trauen sich Schüler nicht, ihre Meinung zu äußern, aus Angst, angegriffen oder nicht ernst genommen zu werden, was eine wesentliche Voraussetzung für gelungene Argumentationen untergräbt.
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- Annika Wiener (Autor), 2014, Argumentation und Diskussion im mündlichen Sprachgebrauch. Aufbau und erforderliche Fähigkeiten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294773