Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Jugendhilfe und Schule

Wie kann Kooperation im Spannungsfeld von Schule, Elternhaus und Jugendsozialarbeit an Schulen gelingen?

Titel: Jugendhilfe und Schule

Seminararbeit , 2015 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jan Walter (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Junge Menschen wachsen heute – über alle gesellschaftlichen und Bildungsschichten hinweg – in vielfältigen Familienformen und Lebenslagen auf (Ein-Eltern-, Patchwork-, Regenbogenfamilien, Familien mit Migrationshintergrund, Belastungen im Erwerbsleben der Eltern durch Druck in der Arbeitswelt, Erwerbstätigkeit von Müttern, Arbeitslosigkeit etc). Das Schulwesen in Deutschland berücksichtigt diese Diversifizierung von familialen Lebenswelten aber kaum und wäre auch mit ihren herkömmlichen (schulpädagogischen) Möglichkeiten überfordert, mit Elternhäusern eine „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“ einzugehen, die deren unterschiedlichen familialen Belastungen und Ressourcen einbezieht. Kinder und Jugendliche sind aber für ihre schulischen Entwicklung und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit darauf angewiesen, dass Schule und Elternhaus konstruktiv zusammenarbeiten.
Das System Schule – und nicht nur einzelne Schulformen – bedarf daher dringend der Ergänzung durch eine Jugendsozialarbeit, die mit dem sozialwissenschaftlichen Konzept der Lebensweltorientierung insbesondere die Maximen der Ressourcenorientierung, Partizipation und Integration in den Schulalltag einbringt.
Aus der Betrachtung der wesentlichen Merkmale der Systeme von Schule, Familie und Jugendsozialarbeit lassen sich bestimmte Grundprinzipien ableiten, die für die gelingende Zusammenarbeit dieser drei Akteure eine Rolle spielen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesentliche Merkmale der beteiligten Systeme

2.1. Die standardisierende Schule

2.1.1. Problemzuschreibung an das Elternhaus oder Partnerschaft?

2.1.2. Dreigliedriges Schulsystem

2.2. Familie im Wandel

2.2.1. Veränderte Arbeitswelt

2.2.2. Arbeitslosigkeit

2.2.3. Alleinerziehende Mütter

2.2.4. Familien mit Migrationshintergrund

2.3. Die lebensweltorientierte Jugendsozialarbeit

2.3.1. Ressourcenorientierung

2.3.2. Partizipation

2.3.3. Integration

3. Grundprinzipien der Kooperation unter Berücksichtigung des Modells "Schulstation"

3.1. Gemeinsame Zielformulierung und professionelle Begleitung der Kooperation

3.2. Zusammenwirken aller pädagogischen Fachkräfte an Schulen

3.3. Die Perspektive der jungen Menschen wahrnehmen

3.4. Zusammenarbeit mit den Eltern

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie eine gelingende Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und Jugendsozialarbeit im Spannungsfeld gesellschaftlicher Veränderungen und diverser Familienformen gestaltet werden kann, um die schulische Entwicklung junger Menschen effektiv zu fördern.

  • Strukturelle Herausforderungen des selektiven deutschen Schulsystems
  • Wandel familialer Lebensformen und deren Belastungsfaktoren
  • Das Konzept der lebensweltorientierten Jugendsozialarbeit als notwendige Ergänzung
  • Grundprinzipien kooperativer Arbeit am Beispiel des Modells "Schulstation"
  • Bedeutung von Partizipation und Ressourcenorientierung in der Schulpraxis

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Problemzuschreibung an das Elternhaus oder Partnerschaft?

Schule strebt eine Bildungspartnerschaft mit den Eltern an. Im gerade neu konzipierten LehrplanPLUS für die Grundschule in Bayern (2014) wird festgestellt, dass es zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule gehört, die Beziehung zu den Eltern „im Sinne einer gelebten Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“ zu gestalten. Des Weiteren sei die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler durch eine „vertrauensvolle Kooperation“, eine „wertschätzende Haltung gegenüber allen Eltern“ und eine Anerkennung der „Vielfalt von Familien und ihrer Lebensentwürfe“ zu unterstützen. Dies geschehe, indem „in regelmäßigen Gesprächen und verschiedenen Formen des Dialogs […] Informationen ausgetauscht sowie gegenseitige Anregungen und Impulse aufgegriffen [werden]“ (LehrplanPlus für die Grundschule in Bayern 2014, S. 20).

Die hier formulierte Sichtweise auf die Eltern und die Familie kann als Hinweis dafür gesehen werden, dass die Schule sich der Notwendigkeit bewusst ist, den Dialog mit den Eltern zu suchen.

Aber lässt sich dieses Verständnis des partnerschaftlichen Umgangs von Schule mit den Eltern in der Realität beobachten? Das muss kritisch gesehen werden. Ahmed u.a. zeigen auf, dass seitens der Schulleitungen und Lehrkräfte oftmals die Ursachen für die in der Schule auftretenden Problemlagen „primär den Elternhäusern […] und deren ‚ungenügenden‘ Erziehungsleistungen [zugeschrieben werden]“ (Ahmed u.a. 2010, S. 31) und betonen zu Recht, dass diese Sichtweise zu kurz greift und wenig lösungsorientiert ist. Dabei wird nämlich nicht in den Blick genommen, welche Rolle hierbei „die grundlegenden (und problemverursachenden oder –verschärfenden) Strukturmerkmale der Normalisierungsinstanz Schule [Klammer im Orig.]“ (a.a.O., S. 31) spielen. Außerdem führt eine Problemzuschreibung an die Eltern kaum zu einem partnerschaftlichen Verhältnis mit diesen, welches aber für ein gemeinsames Handeln im Sinne der betroffenen Schülerinnen und Schüler erforderlich ist (vgl. a.a.O., S. 31).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert das Spannungsfeld zwischen der Erwartungshaltung der Schule an Eltern und den realen, vielfältigen Lebenslagen von Familien sowie die Notwendigkeit einer Kooperation mit der Jugendsozialarbeit.

2. Wesentliche Merkmale der beteiligten Systeme: Dieses Kapitel beleuchtet die strukturellen Merkmale von Schule, Familie und Jugendsozialarbeit und zeigt auf, warum eine rein schulpädagogische Bearbeitung von Herausforderungen bei zunehmender Diversität nicht mehr ausreicht.

3. Grundprinzipien der Kooperation unter Berücksichtigung des Modells "Schulstation": Anhand des Berliner Schulstations-Modells werden methodische Ansätze und Prinzipien für eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Sozialpädagogen, Eltern und Kindern in der Praxis diskutiert.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Forderung, Jugendsozialarbeit als festen, dritten Kooperationspartner an allen Schulformen zu etablieren, um soziale Ungleichheiten abzumildern und Schule als Lebensort ganzheitlich zu gestalten.

Schlüsselwörter

Jugendsozialarbeit, Schule, Kooperation, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, Lebensweltorientierung, Familienformen, Ressourcenorientierung, Partizipation, Integration, Chancengerechtigkeit, Schulstation, Schulerfolg, Sozialpädagogik, Familiendynamik, Schulentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und Jugendsozialarbeit im Kontext aktueller gesellschaftlicher Veränderungen und der damit verbundenen Herausforderungen für das Bildungssystem.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Strukturmerkmale der Schule, die Veränderungen von Familienbildern und Lebenslagen sowie die Möglichkeiten einer lebensweltorientierten Jugendsozialarbeit an Schulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Prinzipien für eine gelingende Kooperation zu erarbeiten, die über herkömmliche schulpädagogische Ansätze hinausgehen, um Kinder ganzheitlich zu fördern und soziale Benachteiligungen abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur und Berichten, wie dem Kinder- und Jugendbericht, analysiert wird und das Modell der "Schulstation" als Praxisbeispiel heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Systembetrachtung (Schule vs. Familie) sowie die Ableitung von Grundprinzipien der Kooperation, wie Ressourcenorientierung, Partizipation und Integration, illustriert am Beispiel der "Schulstation".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Lebensweltorientierung, Kooperation, Jugendsozialarbeit, Chancengerechtigkeit, Partizipation und Schulentwicklung.

Warum ist das Modell der "Schulstation" für die Argumentation wichtig?

Das Modell der Berliner "Schulstation" dient als konkretes Praxisbeispiel, um zu veranschaulichen, wie eine sozialpädagogische Integration in den Schulalltag gelingen und als niedrigschwelliges Präventionsangebot fungieren kann.

Welche Rolle spielen "Eltern" in der untersuchten Kooperation?

Eltern werden als gleichberechtigte Partner betrachtet, deren spezifische Ausgangs- und Lebenslagen in den Blick genommen werden müssen, um eine echte Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jugendhilfe und Schule
Untertitel
Wie kann Kooperation im Spannungsfeld von Schule, Elternhaus und Jugendsozialarbeit an Schulen gelingen?
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut  (Soziale Arbeit)
Note
1,0
Autor
Jan Walter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
31
Katalognummer
V294777
ISBN (eBook)
9783668091955
ISBN (Buch)
9783668091962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jugendhilfe schule kooperation spannungsfeld elternhaus jugendsozialarbeit schulen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Walter (Autor:in), 2015, Jugendhilfe und Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294777
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum