In dieser Arbeit folgt nach Definition des Zahlungsverkehrs eine Beschreibung nationaler Zahlungsverkehrsformen. Durch die SEPA-Zahlungsinstrumente hat sich im komplexen Bereich bargeldlosen Zahlungsverkehrs eine Auswahl von bargeldlosen Zahlungsinstrumenten ergeben. Anschließend werden Abwicklung und Organisation nationalen Zahlungsverkehrs in Deutschland mit Zahlungsverkehrsnetzen und dem Finanzstandort Deutschland näher betrachtet. Um das Gesamtverständnis für einen einheitlichen Zahlungsverkehrsraum SEPA zu ermöglichen, werden abschließend einzelne Möglichkeiten von Zahlungsverkehrsabwicklungen im Euroraum beschrieben.
Auf volkswirtschaftlicher Ebene versteht man unter Zahlungsverkehr alle Zahlungsvorgänge, d.h. die Gesamtheit aller Zahlungsmittel die übertragen werden. Unter Zahlungsmitteln versteht man Geldersatzmittel (Scheck, Wechsel) oder Geld, welches in Form von Bargeld (Banknoten, Münzen), Buchgeld auf Bankkonten, Zentralbankkonten oder als elektronisches Geld (Kartengeld, Netzgeld) verwendet wird. In der modernen Wirtschaft erfüllt Geld vier Aufgaben. Es ist ein allgemeines Tauschmittel, Waren und Dienstleistungen werden gegen Geld getauscht. Wertmesser und Recheneinheit entsprechen Geld; dieses dient der Bewertung von Tauschgütern und jeder Tausch wird wiederrum mit Geldeinheiten verrechnet. Die Güter können so miteinander verglichen und durch die Bewertung von Geldeinheiten aufsummiert werden. Außerdem dient Geld der Wertaufbewahrung, da es wertbeständig und haltbar ist. Dabei wird Vertrauen in einen stabilen Geldwert vorausgesetzt. Des Weiteren eignet sich Geld zur Wertübertragung, weil es Wertaufbewahrungsmittel ist und als allgemeines Tauschmittel anerkannt wird. Alle Zahlungsvorgänge finden in einem makroökonomischen System statt, welche rechtliche, institutionelle Rahmenbedingungen beinhalten und eine technische Infrastruktur zu Grunde liegt (Zahlungssystem). Die wichtigsten Akteure sind: Geschäftsbanken und Nichtbanken (Inland und Ausland), Clearinghäuser als Abwicklungsagenten eines Interbankzahlungsverkehrssytems und/ oder als wirtschaftliche Privatbetreiber. Die Zentralbank übernimmt die Aufgabe als Betreiber, Aufseher und als Koordinator für Zahlungsabwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Formen und Organisation des Zahlungsverkehrs
2 Definition des Zahlungsverkehrs
3 Formen des nationalen Zahlungsverkehrs
4 Überweisung
5 Lastschrift
6 Kartenzahlung
7 Zahlungsabwicklungen in Deutschland
8 Zahlungsabwicklungen im Euroraum
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen strukturierten Überblick über die Formen und die Organisation des nationalen sowie internationalen Zahlungsverkehrs mit einem besonderen Fokus auf die Entwicklungen im europäischen Zahlungsraum SEPA.
- Volkswirtschaftliche und bankbetriebliche Definitionen des Zahlungsverkehrs
- Unterscheidung der nationalen Zahlungsformen: Bar-, halbbar- und bargeldloser Zahlungsverkehr
- Detaillierte Analyse der Instrumente Überweisung, Lastschrift und Kartenzahlung
- Struktur der deutschen Zahlungsabwicklung durch Gironetze und Bankleitzahlen
- Internationale Zahlungsabwicklungen und die Rolle von Systemen wie TARGET2 und EBA Clearing
Auszug aus dem Buch
4 Überweisung
Ein Kunde beauftragt seine Bank mit Hilfe eines Überweisungsauftrages eine Buchgeldsumme zu Lasten des Zahlungspflichtigen (Überweisender) auf das Konto des Zahlungsempfängers (Begünstigter) zu übertragen. Die Rechtsgrundlage für den Überweisungsverkehr ist im Überweisungsgesetz (§§ 675 – 676h BGB) geregelt (vgl. Becker 2008, S. 158). In Deutschland gelten diese Gesetze seit 2002 für das Zahlungsinstrument Überweisung (vgl. Tolkmitt 2007, S. 118). Das Überweisungsgesetz ist durch Umsetzung der EU- Überweisungsrichtlinie in nationales Recht entstanden. Ziele der EU-Überweisungsrichtlinie sind u. a. die transparente Gestaltung und schnelle Abwicklung von Überweisungen im europäischen Binnenmarkt. Desweiteren sollen Kunden eine verbesserte Rechtsstellung erhalten. Im Überweisungsgesetz sind hingegen die Rechtsbeziehungen in der Überweisungskette zwischen den Beteiligten als eigenständige Geschäftsbesorgungsverträge geregelt (vgl. Becker 2008, S. 158).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Formen und Organisation des Zahlungsverkehrs: Einleitende Beschreibung der nationalen Zahlungsverkehrsformen sowie der Organisation im deutschen Finanzstandort und des SEPA-Raums.
2 Definition des Zahlungsverkehrs: Erläuterung der volkswirtschaftlichen Aufgaben des Geldes sowie der Abwicklungssysteme und Akteure im Zahlungsverkehr.
3 Formen des nationalen Zahlungsverkehrs: Klassifizierung des Zahlungsverkehrs in bar, halbbar und bargeldlos unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten.
4 Überweisung: Detaillierte Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Abläufe und Haftungsfragen bei Überweisungsaufträgen.
5 Lastschrift: Analyse der Inkassovereinbarungen und der Verfahrensweisen bei Einzugsermächtigungen sowie Abbuchungsaufträgen.
6 Kartenzahlung: Untersuchung der verschiedenen Kartenarten wie Debit- und Kreditkarten sowie deren technische und vertragliche Funktionsweise.
7 Zahlungsabwicklungen in Deutschland: Erörterung der technischen Infrastruktur wie Gironetze, Bankleitzahlen und die Rolle der Deutschen Bundesbank.
8 Zahlungsabwicklungen im Euroraum: Betrachtung internationaler Systeme wie TARGET2 und EBA Clearing sowie die Bedeutung von IBAN und BIC für grenzüberschreitende Zahlungen.
Schlüsselwörter
Zahlungsverkehr, Überweisung, Lastschrift, Kartenzahlung, SEPA, TARGET2, Bankleitzahl, Buchgeld, Girovertrag, Clearing, Europäische Zentralbank, EMZ, bargeldloser Zahlungsverkehr, Kontonummer, Finanzmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Formen, rechtlichen Grundlagen und der organisatorischen Abwicklung des modernen Zahlungsverkehrs, insbesondere in Deutschland und Europa.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind der nationale Zahlungsverkehr, die verschiedenen Zahlungsinstrumente (Überweisung, Lastschrift, Karten), die Banken-Infrastruktur sowie die grenzüberschreitende Abwicklung im Euroraum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein umfassendes Verständnis über die Funktionsweise bargeldloser Zahlungsvorgänge und deren Einbettung in den europäischen Zahlungsraum SEPA zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine strukturierte theoretische Analyse, die auf rechtlichen Grundlagen, Fachliteratur und Dokumentationen der Zentralbanken basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifisch die Instrumente Überweisung, Lastschrift und Kartenzahlung sowie die technischen Systeme wie TARGET2 und die Rolle der Gironetze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind SEPA, Zahlungsverkehrsabwicklung, Bankbetriebslehre, TARGET2, Überweisung und Lastschriftverfahren.
Welche Bedeutung kommt der IBAN und dem BIC zu?
Sie dienen der internationalen präzisen Identifikation des Kreditinstituts sowie der eindeutigen Zuordnung des Kontos des Zahlungsempfängers im europäischen Zahlungsraum.
Was unterscheidet das Einzugsermächtigungsverfahren vom Abbuchungsauftrag?
Während beim Einzugsermächtigungsverfahren der Schuldner dem Gläubiger die Einziehung erlaubt, erteilt der Schuldner beim Abbuchungsauftrag der Bank den direkten Auftrag zur Einlösung der Lastschrift.
- Citation du texte
- B.A. Stefan Abe (Auteur), 2011, Formen und Organisation des Zahlungsverkehrs. Wichtige Definitionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294782