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Gabe und Gegengabe. Eine Betrachtung des Schenkens als symbolischer Akt

Título: Gabe und Gegengabe. Eine Betrachtung des Schenkens als symbolischer Akt

Trabajo Escrito , 2014 , 20 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor)

Sociología - Cultura, tecnología, naciones
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Gaben und Geschenke sind im gesamten menschlichen Leben gegenwärtig. Der Alltag ist durchzogen von Anlässen, zu denen geschenkt wird oder man Geschenke erhält. In nahezu allen Nationen und Kulturen existieren derlei Anlässe. Dabei denken die Akteure zumeist weniger darüber nach, ob sie schenken, das erscheint obligatorisch, sondern sie überlegen, was sie schenken sollen. Die Entscheidung darüber knüpft sich an das Verhältnis, welches die jeweiligen Personen verbindet und den Anlass, zu welchem das Geschenk überreicht werden soll.

Durch den offenbar teils verpflichtenden Charakter des Schenkvorgangs, wird die Auswahl des Geschenkes dabei erschwert - ein Problem, welchem verschiedene Anbieter und Internetshops zu begegnen versuchen: „Findige Akteure schaffen mittels moderner Technologie Abhilfe - (zum Beispiel: www.schenken.net 15.07.2011) - indem sie den Verzweifelten ihre Hilfe bei der Geschenkauswahl anbieten. Interessierte können nicht nur Geschenkideen einholen, sondern das passende Geschenk zum jeweiligen Anlass für eine bestimmte Person (Ehemann/-frau, Freund_in, Mutter, Chef et al) auswählen, käuflich erwerben und den Adressaten zusenden lassen.“

In seiner Minima Moralia bezeichnet Theodor Adorno die Erfindung solcher Geschenkartikel als Indiz für den „Verfall des Schenkens“: „Der Verfall des Schenkens spiegelt sich in der peinlichen Erfindung der Geschenkartikel, die bereits darauf angelegt sind, daß man nicht weiß, was man schenken soll, weil man es eigentlich garnicht will.“

Es stellt sich also die Frage, wie ein Ritual wie das Schenken - welches zunächst eher unscheinbar und zwanglos wirkt - eine derartige Zwangssituation schaffen kann, in der sich Menschen dazu verpflichtet fühlen Geschenke zu machen, auch wenn ihnen nicht der Sinn danach steht. Gleichzeitig zeigt sich in dem zuletzt genannten Zitat, dass offenbar eine bestimmte Vorstellung davon herrscht, wie „wahrhaftes“ - also noch nicht dem „Verfall“ anheim gefallenes - Schenken auszusehen hätte.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich daher den Versuch unternehmen, die gesellschaftliche Bedeutung von Geschenken und Gaben zu beleuchten. Vor dem Hintergrund des Seminarthemas werde ich dabei versuchen einen besonderen Fokus auf Geschenke und Gaben als Symbole bzw. das Schenken als symbolischen Akt zu legen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Symbole

2.1 Ein Definitionsversuch

2.2 Gaben als Symbole

3. Die Gabe

3.1 Die Herrschaft des Ceremoniells – Herbert Spencer

3.2 Die Gabe als totale soziale Tatsache

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Bedeutung von Geschenken und Gaben unter dem besonderen Fokus des Schenkens als symbolischer Akt. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen dem gesellschaftlichen Idealbild der uneigennützigen Gabe und der realen, oft zwanghaften Praxis des Schenkens mittels soziologischer Theorien, insbesondere unter Rückgriff auf Ernst Cassirer, Herbert Spencer und Marcel Mauss, zu ergründen.

  • Grundlagen des Symbolbegriffs und dessen Bedeutung für die menschliche Wirklichkeitswahrnehmung.
  • Die historische Entwicklung des Schenkens und seine enge Verknüpfung mit sozialen Hierarchien.
  • Die Gabe als „totale soziale Tatsache“ und ihre Funktion als beziehungsstiftendes Element.
  • Kritische Analyse des Idealbilds der Großzügigkeit im Vergleich zur modernen Warenbeziehung.
  • Untersuchung des obligatorischen Charakters von Gabe und Gegengabe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Herrschaft des Ceremoniells – Herbert Spencer

Herbert Spencer beschreibt in seinem Werk Die Herrschaft des Ceremoniells Beispiele verschiedener Stämme und versucht dabei aufzuzeigen, dass die Darbringung von Geschenken eng mit der Entstehung beziehungsweise dem Vorhandensein von Hierarchien verbunden ist. Sein Ausgangspunkt ist aber zunächst die Feststellung, dass Geschenke eine doppelte Funktion erfüllen. Sie führen einerseits zu einer augenblicklichen Befriedigung des Gegenübers, aufgrund des Wertes der Gabe und stellen gleichzeitig einen nonverbalen Ausdruck des Wunsches dar, dem Gegenüber zu gefallen. Gerade der zweite Punkt ist interessant. Denn offenbar liegt der wahre Wert der Gabe nicht im materiellen Bereich, sondern vielmehr im symbolischen. Herbert Spencer spricht hier von der Herausbildung einer Zeremonie des Geschenkedarbringens. Allerdings führt er an, dass sich Vergleichbares auch bei Tieren entdecken lässt (er skizziert das Beispiel eines Hundes, der beliebige Gegenstände als Zeichen der Versöhnung darbringt). Das Beispiel des Hundes, so Spencer, zeige auf welch niedriger Stufe schon der Prozess der Symbolisierung auftritt. Seine Betrachtungen zielen also darauf ab, „die Entwicklung des blossen Darbringens von Gaben zu einer wirklichen Ceremonie zu verfolgen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Omnipräsenz des Schenkens im menschlichen Alltag und thematisiert das Spannungsfeld zwischen der freiwillig erscheinenden Geste und dem faktischen Zwang zur Erwiderung.

2. Symbole: Dieses Kapitel erarbeitet einen soziologischen Symbolbegriff, wobei insbesondere die theoretischen Ansätze von Ernst Cassirer und Klaus F. Röhl diskutiert werden, um die Grundlage für die Analyse der Gabe als symbolische Form zu legen.

2.1 Ein Definitionsversuch: Hier wird die Problematik der Definition des Symbolbegriffs dargelegt und die Unterscheidung zwischen Zeichen und Symbolen im Kontext der menschlichen Kulturfähigkeit erörtert.

2.2 Gaben als Symbole: Dieser Abschnitt überträgt das zuvor erarbeitete Symbolverständnis auf die Theorie von Marcel Mauss, um die Gabe als beziehungsstiftendes und sozial wirkmächtiges Symbol zu identifizieren.

3. Die Gabe: Das Kapitel widmet sich der historischen und funktionalen Analyse von Gaben und Geschenken als soziologische Phänomene.

3.1 Die Herrschaft des Ceremoniells – Herbert Spencer: Hier wird untersucht, wie Schenkrituale historisch mit der Entstehung von Machtstrukturen und Hierarchien in Gesellschaften korrelieren und sich zu feststehenden Zeremonien entwickeln.

3.2 Die Gabe als totale soziale Tatsache: Basierend auf Marcel Mauss wird die Gabe als komplexes Phänomen beschrieben, das religiöse, moralische und wirtschaftliche Aspekte vereint und die soziale Ordnung maßgeblich durch den Zwang zur Gegengabe bestimmt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bestätigt die Universalität des Schenkens als symbolisches Prinzip und reflektiert kritisch die Diskrepanz zwischen dem Idealbild uneigennütziger Gaben und der sozialen Realität.

Schlüsselwörter

Gabe, Geschenk, Schenken, Symbole, Symbolnetz, Marcel Mauss, Herbert Spencer, Soziologie, soziale Beziehung, Reziprozität, Gegengabe, Zeremoniell, soziale Tatsache, Idealbild, Warenbeziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die soziologische Bedeutung des Schenkens als symbolischen Akt und analysiert, warum Schenken trotz eines freiwilligen Anscheins in fast allen Kulturen mit sozialen Zwängen und Erwartungen verbunden ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themenfelder sind der soziologische Symbolbegriff, die historische Entwicklung von Gaben in hierarchischen Gesellschaften sowie die Analyse der Gabe als beziehungsstiftendes, totales soziales Phänomen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu beleuchten, wie sich das Idealbild einer uneigennützigen Gabe zur täglichen Schenkpraxis verhält und inwieweit Schenken als universelles symbolisches Prinzip zur sozialen Ordnung beiträgt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse soziologischer Theorien und anthropologischer Klassiker, insbesondere die Werke von Marcel Mauss, Herbert Spencer und Ernst Cassirer, um das Phänomen der Gabe theoretisch zu fundieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Symbolbegriffs geklärt, gefolgt von einer historischen und funktionalen Analyse des Gabentauschs unter Rückgriff auf Spencer und Mauss.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reziprozität (Gabe und Gegengabe), Symbolnetz, soziale Tatsache, Zeremoniell und die Spannung zwischen freiwilligem Akt und gesellschaftlichem Zwang geprägt.

Warum unterscheidet Herbert Spencer zwischen Geschenken von „oben nach unten“ und unter Gleichgestellten?

Spencer zeigt damit auf, dass Geschenke in Hierarchien oft zur Machtuntermauerung oder Demonstration von Gnade dienen, während Geschenke unter Gleichgestellten eher eine allgemeine soziale Freundschaftsbekundung oder Versöhnungsgeste darstellen.

Welche Bedeutung hat der „totale soziale“ Charakter der Gabe bei Marcel Mauss?

Die Bezeichnung als totale soziale Tatsache verdeutlicht, dass Gaben nicht nur ökonomische Güter sind, sondern gleichzeitig religiöse, rechtliche, politische und ästhetische Bereiche durchdringen und die gesamte Gesellschaft sowie ihre Strukturen zusammenhalten.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Gabe und Gegengabe. Eine Betrachtung des Schenkens als symbolischer Akt
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Curso
Die symbolischen Dimensionen sozialer Wirklichkeit
Calificación
1,7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
20
No. de catálogo
V294825
ISBN (Ebook)
9783656926634
ISBN (Libro)
9783656926641
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gabe Gebengabe Schenken Geschenk Symbolischer Akt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2014, Gabe und Gegengabe. Eine Betrachtung des Schenkens als symbolischer Akt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294825
Leer eBook
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