Josef Stefan 1835-1893 wird ein symbiotisch praktisch-experimentell und theoretisch-wissenschaftlich arbeitender, Klassischer Physiker in Wien. Stefan ist ein vielseitiger physikalischer Forscher, wobei seine wichtigste Erkenntnis das vielfältig experimentell bestimmte und bedeutende Strahlungsgesetz ist. Das von Stefan ermittelte Strahlungsgesetz ermöglicht eine sehr genaue Berechnung der Temperatur an der Sonnenoberfläche. Josef Loschmidt 1821-1895 wird von Josef Stefan der Weg an die Universität Wien geebnet. Dieser kann sich am Physikalischen Institut bei Direktor Stefan habilitieren. Loschmidt wird ein Pionier der Atom- und Molekularforschung und entdeckt die Loschmidt-Konstante, die die Bestimmung des Gewichtes von Atomen oder Molekülen ermöglicht. Ludwig Boltzmann 1844-1906 begründet die klassische Art der Wahrscheinlichkeitsrechnung, durch die die Entropie berechnet wird. Friedrich Hasenöhrl 1874-1915 wird ein Meister der Theoretischen Physik und entwickelt sich zu einem beliebten akademischen Lehrer. Durch die Entdeckung der Hohlraumgestaltung im Jahre 1904 erfolgt eine entscheidende Erkenntnis. Der Physiker Hasenöhrl kann als Vordenker eines Zusammenhanges zwischen Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit gesehen werden. Albert Einstein hat diesen Zusammenhang größenmäßig mit der mathematischen Formel: Energie = Masse x Lichtgeschwindigkeit, bestimmt.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1 Einleitung
2 Kärnten und eine gemeinsame versöhnende Erinnerungskultur
2.1 Kärnten, ein einerlei Volk von Brüdern
2.2 Kärntner – national Deutsche und Slowenen
2.3 Kärnten wieder ein einerlei Volk von Brüdern?
2.4 Kärnten und eine gemeinsame Erinnerungs- und Versöhnungskultur
3 Lehrkanzel für Physik wird zum Institut für Experimentalphysik
3.1 Philosophische Fakultät und Lehrkanzel für Physik
3.1.1 Baumgartner und die physikalische Lehre
3.1.2 Ettingshausen und eine zunehmende Physik
3.1.3 Kunzek und physikalische Lehrbücher
3.1.4 Lang und die Wiener Physik in Europa
3.2 Physikalisches Institut und Experimentalphysik
3.2.1 Lang und Experimente in der Wärmelehre
3.2.2 Lecher, ein Begründer der Kristallographie
3.2.3 Schweidler und die magnetische Ablenkung
3.2.4 Lampa und die elektrischen Kurzwellen
4 Doppler und das Erste Physikalische Institut in Erdberg
4.1 Doppler, erster Direktor des Physikalischen Instituts
4.2 Ettingshausen, zweiter Direktor des Physikalischen Instituts
5 STEFAN und das Physikalisches Institut in Erdberg und Türkenstraße
5.1 Experimentelle und mathematische Physik
5.2 Bestimmung der Sonnentemperatur
5.3 Physik in der Elektrotechnik
5.3.1 Theoretische Arbeiten in der Elektrotechnik
5.3.2 Praktische Arbeiten in der Elektrotechnik
5.4 Arbeiten in der Thermodynamik
5.5 Arbeiten in weiteren Forschungsgebieten
5.5.1 Arbeiten in der Mathematik
5.5.2 Arbeiten in der Theorie der Gase
5.5.3 Arbeiten in der Theorie der Flüssigkeiten
5.5.4 Arbeiten in der Mechanik
5.5.5 Arbeiten in der Optik
5.6 Loschmidt und das Physikalisch-Chemische Laboratorium
5.6.1 Loschmidt und die Größe der Luftmoleküle
5.6.2 Exner und die Luftelektrizität
5.6.3 Schweidler und die Lichtelektrischen Effekte
5.6.4 Jäger, ein symbiotischer Physiker
5.6.5 Schmid und das Schubspannungsgesetz
5.6.6 Przibram und die moderne Festkörperphysik
6 Boltzmann – ein Theoretiker der Physik
6.1 Stefan, Direktor des Physikalischen Instituts in der Türkenstraße
6.2 Boltzmann, Gründer des Instituts für Theoretische Physik
6.2.1 Boltzmann – ein Theoretischer Physiker
6.2.2 Hasenöhrl und die Relativitäts- und Quantentheorie
6.2.3 Jäger – ein Experimenteller und Theoretischer Physiker
6.2.4 Thirring – ein friedensbewegter Theoretischer Physiker
6.2.5 Schrödinger, Nobelpreisträger der Physik
6.3 Exner und das Institut für Radiumforschung
6.4 Ehrenhaft und das III. Physikalische Institut
7 STEFAN und die Akademie der Wissenschaften in Wien
7.1 Geschichte der Akademie der Wissenschaften
7.1.1 Platon und die Akademie
7.1.2 Leibnitz und die Akademie der Wissenschaften
7.1.3 Maria Theresia und die Akademie der Wissenschaften
7.2 Funktionär der Akademie der Wissenschaften
7.3 Akademie der Wissenschaften Laibach und Štefan-Insitut
7.4 Stefan und seine ehrenamtlich-wissenschaftlichen Tätigkeiten
7.4.1 Stefan, Begründer der Chemisch-Physikalischen Gesellschaft
7.4.2 Stefan, Gründungspräsident des Elektrotechnischen Vereines
7.4.3 Stefan, Versuchspräsident der Elektrischen Ausstellung
8 STEFAN – ein Wander- und Naturfreund
8.1 Von der Postkutsche zur Eisenbahn
8.2 Wanderung von Judenburg nach Klagenfurt
8.3 Freund der Rosentaler Bergwelt
8.4 Verwandtschaftliche Beziehungen zu Kärnten
8.5 Stefan und ein Erbe für Cousin Simon Jarz in Eberndorf
8.6 Stefan, ein Wohltäter im Südkärntner Eberndorf
8.7 Maria Startinick und die Geburt im Rosental
9 STEFAN, der Sangesfreund, und Thomas Koschat
9.1 Stefan – eine literarische und musische Begabung
9.2 Stefan und seine schicksalsträchtige Friedhofsruhe
9.3 Boltzmann und eine würdige Festrede für den Seelenfreund
9.4 Stefan und die Gedenktafel-Enthüllung am Geburtsort
Zielsetzung & Themen
Das Buch untersucht das wissenschaftliche Wirken und die biographischen Hintergründe von Josef Stefan, einem bedeutenden österreichischen Physiker des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, seine Rolle als Pionier der klassischen Physik an der Universität Wien zu würdigen und gleichzeitig seine persönliche Verbindung zu Kärnten und seine soziale Herkunft in einen breiteren historischen Kontext von Erinnerungskultur und wissenschaftlicher Entwicklung zu stellen.
- Biographische Analyse des Lebensweges von Josef Stefan
- Die Entwicklung der physikalischen Institute an der Universität Wien
- Wissenschaftliche Beiträge von Stefan (u.a. Strahlungsgesetz, Elektrotechnik)
- Kärnten als kultureller und historischer Raum
- Wechselspiel zwischen wissenschaftlichem Aufstieg und sozialer Herkunft
Auszug aus dem Buch
Josef Stefan
Josef Stefan 1835-1893 wird ein symbiotisch praktisch-experimentell und theoretisch-wissenschaftlich arbeitender, Klassischer Physiker in Wien. Stefan ist ein vielseitiger physikalischer Forscher, wobei seine wichtigste Erkenntnis das vielfältig experimentell bestimmte und bedeutende Strahlungsgesetz ist. Das von Stefan ermittelte Strahlungsgesetz ermöglicht eine sehr genaue Berechnung der Temperatur an der Sonnenoberfläche.
Josef Loschmidt 1821-1895 wird von Josef Stefan der Weg an die Universität Wien geebnet. Dieser kann sich am Physikalischen Institut bei Direktor Stefan habilitieren. Loschmidt wird ein Pionier der Atom- und Molekularforschung und entdeckt die Loschmidt-Konstante, die die Bestimmung des Gewichtes von Atomen oder Molekülen ermöglicht.
Ludwig Boltzmann 1844-1906 begründet die klassische Art der Wahrscheinlichkeitsrechnung, durch die die Entropie berechnet wird. Friedrich Hasenöhrl 1874-1915 wird ein Meister der Theoretischen Physik und entwickelt sich zu einem beliebten akademischen Lehrer. Durch die Entdeckung der Hohlraumgestaltung im Jahre 1904 erfolgt eine entscheidende Erkenntnis. Der Physiker Hasenöhrl kann als Vordenker eines Zusammenhanges zwischen Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit gesehen werden. Albert Einstein hat diesen Zusammenhang größenmäßig mit der mathematischen Formel: Energie = Masse x Lichtgeschwindigkeit, bestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung bedeutender Wissenschaftler für die Fakultät für Physik der Universität Wien und erläutert die historische Entwicklung der Institutsstrukturen von 1554 bis zur Neuorganisation 2007.
2 Kärnten und eine gemeinsame versöhnende Erinnerungskultur: Das Kapitel beleuchtet die sprachliche und nationale Entwicklung Kärntens und plädiert für eine versöhnende Erinnerungskultur, die nationale Spannungsfelder überwindet.
3 Lehrkanzel für Physik wird zum Institut für Experimentalphysik: Dieser Abschnitt zeichnet den Wandel der physikalischen Ausbildung von der philosophischen Lehrkanzel hin zur modernen, forschungsorientierten Experimentalphysik an der Universität Wien nach.
4 Doppler und das Erste Physikalische Institut in Erdberg: Das Kapitel thematisiert die Gründung des Ersten Physikalischen Instituts unter der Leitung von Christian Doppler und die frühen strukturellen Herausforderungen.
5 STEFAN und das Physikalisches Institut in Erdberg und Türkenstraße: Hier wird das Wirken von Josef Stefan als Direktor sowie seine wegweisenden Arbeiten in der Thermodynamik und Elektrotechnik detailliert dargestellt.
6 Boltzmann – ein Theoretiker der Physik: Dieser Teil beschreibt den Übergang zur theoretischen Physik unter Ludwig Boltzmann und beleuchtet das Wirken weiterer bedeutender Physiker in Wien.
7 STEFAN und die Akademie der Wissenschaften in Wien: Das Kapitel widmet sich Stefans enger Verbindung zur Akademie der Wissenschaften und seinen vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten.
8 STEFAN – ein Wander- und Naturfreund: Dieser Abschnitt beleuchtet die persönlichen Wanderungen Stefans und seine familiäre Verbundenheit zu Kärnten, die sein Leben prägten.
9 STEFAN, der Sangesfreund, und Thomas Koschat: Das letzte inhaltliche Kapitel untersucht Stefans musische Begabungen und seine freundschaftliche Beziehung zum Musiker Thomas Koschat.
Schlüsselwörter
Josef Stefan, Wiener Physik, Klassische Physik, Strahlungsgesetz, Thermodynamik, Elektrotechnik, Universität Wien, Wissenschaftsgeschichte, Kärnten, Ludwig Boltzmann, Christian Doppler, Loschmidt-Konstante, Erinnerungskultur, Experimentalphysik, Akademie der Wissenschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Biographie des Physikers Josef Stefan und seiner zentralen Rolle bei der Entwicklung der physikalischen Forschung und Lehre an der Universität Wien im 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der physikalischen Institute, der wissenschaftlichen Arbeit von Stefan (insbesondere Strahlungsgesetz und Elektrotechnik) sowie der kulturhistorischen Einbettung in Kärnten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftshistorische Würdigung Josef Stefans als Pionier der Physik und die Aufarbeitung seines privaten und sozialen Hintergrunds in Kärnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine biographische und wissenschaftshistorische Analyse, die auf Quellenstudien, Tagebuchaufzeichnungen und Institutsakten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Stefans Forschung, seine Tätigkeit als Direktor sowie die organisatorische und inhaltliche Entwicklung der Wiener Physik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Josef Stefan, klassische Physik, Thermodynamik, Universität Wien, Elektrotechnik und Kärnten.
Wie war Josef Stefans Verhältnis zur Musik?
Stefan besaß eine literarische und musische Begabung; er pflegte Freundschaften mit Künstlern wie Thomas Koschat und verfasste in jungen Jahren selbst slowenische Gedichte.
Welche Bedeutung hat das Stefan-Boltzmann-Strahlungsgesetz?
Es ist eine grundlegende Erkenntnis der höheren Thermodynamik, bei der Stefan das Gesetz experimentell bestimmte und Boltzmann es theoretisch mathematisch fundierte.
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- Ing. Dipl.-Ing. MMag. Dr.phil. Karl Josef Westritschnig (Author), 2015, Josef Stefan: Kärnten ein einerlei Volk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294852