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Intertextualität in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" am Beispiel des Hohelieds

Title: Intertextualität in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" am Beispiel des Hohelieds

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 19 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Lisa Husson (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ ist das, was man einen Welterfolg nennt. Das 1980 erschienene „Il nome della rosa“ wurde in die Sprachen der Welt übersetzt und millionenfach verkauft. Natürlich wurde das in der Tradition des historischen Kriminalromans daher kommende Werk kommerziell erfolgreich verfilmt, ein Hörbuch existiert und neuerdings auch ein Brettspiel. Gibt man den Titel bei Google ein, so verzeichnet die Suchmachine in der digitalen Welt 814 Millionen Treffer.
Wie viele dieser Treffer zu einem vertieften Verständnis des äußerst vielschichtigen Romans führen, darüber gibt Google keine Auskunft. Es verstärkt sich eher der Eindruck, den vermutlich jeder hat, der sich die verschiedenen Bedeutungsschichten des Romans erschließen möchte: Durch die Fülle des Textes, unterschiedliche Erzählebenen, zahlreiche Anspielungen und Zitate oder die Mischung historischer und fiktionaler Figuren zum Beispiel ergeben sich solch vielfältige Deutungsmöglichkeiten, dass man sich schnell fühlt, als säße man vor einem riesigen Puzzle, das aus Tausenden von Teilen besteht und dessen fertiges Gesamtbild man noch nicht einmal erahnen kann.
Das Bild vom „Puzzle“ würde sicherlich auch Eco gefallen. Der Schriftsteller selbst sagt, dass nichts in seinem Werk von ihm sei, der ganze Roman bestehe aus einem Puzzle von Zitaten, von denen nicht einmal er selbst noch sagen könne, woher sie genau stammten und wo genau das eine aufhöre und das andere anfange. Natürlich kokettiert der Schriftsteller, Philosoph und Semiotiker hier mit seiner Rolle und seiner angeblichen Unwissenheit. Gleichzeitig aber spricht Eco das Phänomen der Intertextualität an und lädt ein, das Puzzle in Augenschein zu nehmen. Und sofort gerät der interessierte Leser - und im Übrigen auch die Verfasserin dieser Arbeit - in eine Position, die der des jungen Adsons nicht unähnlich ist. Eine neue Welt öffnet sich mit ihren neuen Fragen: Ist es möglich, die einzelnen Anspielungen, Zitate und Anlehnungen aufzuweisen? Tragen diese Erkenntnisse dann zum vertieften Verständnis des Romans bei? Wird man beispielsweise durch eine Untersuchung des Hohelieds des Alten Testaments den Roman besser oder neu verstehen können?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intertextualität

2.1 Von den Anfängen der Intertextualität bis heute (nach Pfister)

2.2 Neuere Strömungen der Intertextualität

2.3 Intertextualität in Umberto Ecos „Der Name der Rose“

3. Text und Prätext

3.1 Der Text: Der Name der Rose, „Dritter Tag, nach Komplet“

3.2 Der Prätext: Das Hohelied

4. Interpretation: Intertextualität im Kapitel „3.Tag, nach Komplet“ die Liebesszene am Beispiel des Hohelieds

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Intertextualität in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“. Dabei wird insbesondere analysiert, wie Eco das „Hohelied“ aus dem Alten Testament als Prätext verwendet, um die Liebesszene im Kapitel „Dritter Tag, nach Komplet“ zu gestalten und welche literarische Funktion diese Bezugnahme für das Verständnis des Romans erfüllt.

  • Grundlagen und Definitionen der Intertextualität (Pfister, Bachtin, Kristeva)
  • Die postmoderne Erzählweise und das „Puzzle der Zitate“ bei Umberto Eco
  • Analyse der Liebesszene zwischen Adson und dem Mädchen
  • Untersuchung der strukturellen und inhaltlichen Parallelen zum biblischen Hohelied

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Text: Der Name der Rose, „Dritter Tag, nach Komplet“

Es ist der dritte Tag des Besuches von William von Baskerville und dem jungen Adson. Inzwischen hat es schon mehrere Morde gegeben und William feilt noch an einer Lösung um sich im Labyrinth zurechtzufinden, ohne sich zu sehr zu verirren.

Adson hörte beiläufig in einem Gespräch den Namen des Fra Dolcino und bittet zu Beginn des Kapitels „Dritter Tag, nach Komplet“ Ubertin von Casale, einen Mystiker und Freund von William, um nähere Informationen. Ubertin erzählt ihm von diesem und von seinem ketzerischen, aufregenden und sündigen Leben und gelangt schließlich zur frommen Liebe zur Jungfrau Maria. Doch durch all seine Erzählungen fühlt sich Adson bereits erhitzt und aufgeregt und als Ubertin Adson fragt, was er angesichts des lieblichen Bildes der Jungfrau empfinde, so „errötete [Adson] heftig und fühlte ein inneres Feuer in [ihm] aufsteigen“.

Adson bemerkt selbst, dass das Gespräch ein „seltsames Feuer in [s]einer Seele entzündet“ hat und beschließt, auf eigene Faust die Bibliothek zu besuchen. Verwirrt, ziellos und unsystematisch schlägt er einige Bücher auf, letztendlich eine Handschrift der Offenbarung des Johannes, in welcher unter anderem verschiedene Frauengestalten abgebildet sind. Adson ist sich bei seiner erneuten Erregung sicher, dass er verdammt sei und stürzt Hals über Kopf aus der Bibliothek und stolpert in die Küche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeptionsgeschichte des Romans ein und thematisiert das Konzept des Romans als „Puzzle von Zitaten“.

2. Intertextualität: Dieses Kapitel gibt einen theoretischen Überblick über verschiedene Ansätze zur Intertextualität, angefangen bei Michail Bachtin bis hin zu Gérard Genette und Manfred Pfister.

2.1 Von den Anfängen der Intertextualität bis heute (nach Pfister): Hier werden die Grundlagen der Dialogizität und die historische Entwicklung des Intertextualitätsbegriffs nach Manfred Pfister erläutert.

2.2 Neuere Strömungen der Intertextualität: Dieses Kapitel betrachtet die semiotische Perspektive auf Intertextualität, insbesondere unter Einbeziehung des triadischen Zeichenmodells.

2.3 Intertextualität in Umberto Ecos „Der Name der Rose“: Die Analyse konzentriert sich auf Ecos bewusste Nutzung von Zitaten und die postmoderne Haltung des Autors.

3. Text und Prätext: Dieses Kapitel stellt die beiden zu untersuchenden Texte – den Roman von Eco und das biblische Hohelied – gegenüber.

3.1 Der Text: Der Name der Rose, „Dritter Tag, nach Komplet“: Zusammenfassung der Handlungssituation innerhalb des Romans, in der die Liebesszene stattfindet.

3.2 Der Prätext: Das Hohelied: Darstellung des biblischen Hohelieds als poetische Sammlung von Liebesliedern und dessen vielfältige Interpretationsmöglichkeiten.

4. Interpretation: Intertextualität im Kapitel „3.Tag, nach Komplet“ die Liebesszene am Beispiel des Hohelieds: In diesem Hauptteil wird die konkrete intertextuelle Verbindung zwischen dem Roman und dem Hohelied anhand qualitativer und quantitativer Kriterien nach Pfister analysiert.

Schlüsselwörter

Intertextualität, Umberto Eco, Der Name der Rose, Hohelied, Bibel, Adson von Melk, Postmoderne, Zitate, Narratologie, Literaturwissenschaft, Semiotik, Dialogizität, Prätext, Literaturtheorie, Liebeslyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des literaturwissenschaftlichen Konzepts der Intertextualität auf Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Intertextualität, die Analyse von Zitaten in der postmodernen Literatur und der Vergleich zwischen dem Roman und dem biblischen Hohelied.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Einbindung des Hohelieds eine zusätzliche Sinnebene in der Liebesszene des Romans geschaffen wird und welche Intensität dieser intertextuelle Bezug aufweist.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden Theorien zur Intertextualität (insbesondere nach Manfred Pfister) sowie semiotische Analysemethoden angewandt, ergänzt durch quantitative Auszählungen von Textparallelen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Ansätze dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Kapitels „Dritter Tag, nach Komplet“, in dem die direkte intertextuelle Bezugnahme auf das Hohelied erfolgt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Intertextualität, Umberto Eco, Hohelied, Dialogizität und Postmoderne charakterisiert.

Wie integriert Eco das Hohelied in die Liebesszene?

Eco integriert das Hohelied, indem Adson, der Ich-Erzähler, während der Liebesszene biblische Zitate rezitiert oder paraphrasiert, um seine für ihn neuen und überwältigenden Gefühle auszudrücken.

Welches Fazit zieht die Verfasserin bezüglich der Intertextualität?

Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass der untersuchte Textausschnitt stark intertextuell geprägt ist, da ein signifikanter Anteil des Wortmaterials direkt auf das Hohelied zurückgeht.

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Details

Title
Intertextualität in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" am Beispiel des Hohelieds
College
University of Freiburg  (Romanisches Seminar)
Grade
1,5
Author
Lisa Husson (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V294876
ISBN (eBook)
9783656926481
ISBN (Book)
9783656926498
Language
German
Tags
Sprachwissenschaft Intertextualität Italienisch Umberto Eco der Name der Rose
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Husson (Author), 2010, Intertextualität in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" am Beispiel des Hohelieds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294876
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