Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Beziehungen und Familie

Der Wandel der Rollenverteilung im Haushalt und die Veränderung der männlichen Ernährungsgewohnheiten

Titel: Der Wandel der Rollenverteilung im Haushalt und die Veränderung der männlichen Ernährungsgewohnheiten

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Constanze Heusinger (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Mensch ist, was er isst.“, so beschreibt Ludwig Feuerbach in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine rein materialistische Betrachtungsweise aller Lebensprozesse. Zitiert man ihn heute, dann selten um Feuerbach darin zuzustimmen, dass der Mensch nur aus dem bestehe, was er über die Nahrung zu sich nimmt. Vielmehr wird er gebraucht, um zu zeigen, dass Nahrung in viele Dimensionen menschlichen Lebens hineinwirkt: körperliche, psychische, soziale, wirtschaftliche und politische.

Dabei zeigt schon ein Blick in den Alltag, dass Frauen und Männer sich in ihren Essgewohnheiten unterscheiden. Frauen erklären mehr Obst, Gemüse, Salate und Milchprodukte zu sich zu nehmen, auf ihr Gewicht zu achten und besser über die Zusammensetzung von Lebensmitteln Bescheid zu wissen. Männer hingegen essen mehr Fleisch und Wurstwaren, lehnen eher Vollkornprodukte ab und achten weniger auf ihr körperliches Wohlbefinden (Barlösius, 2011). Einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung von Wissensdifferenzen zum Thema Ernährung trägt die geschlechtstypische Aufgabenverteilung im Alltag bei (Muff, 2009). Die Zubereitung von Mahlzeiten und die Versorgung der Familie mit Nahrungsmitteln liegt traditionellerweise in Frauenhand, was eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema der Ernährung seitens der Frauen begünstigt (Lupton, 1996).

In der nachfolgenden Seminararbeit soll erörtert werden, ob das veränderte Rollenbild bzw. die veränderte Rollenerwartung des Mannes in der heutigen Gesellschaft auch einen Effekt auf die männlichen Ernährungsgewohnheiten hat. Zunächst wird erläutert, wie Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft konstruiert werden und inwieweit diese Ansätze zur Erklärung von geschlechtsspezifischen Ernährungverhalten dienen. Im zweiten Teil wird der Wandel der Rollenverteilung im Haushalt betrachtet und die Frage geklärt, ob dies auch Auswirkungen auf das Ernährungsverhalten des Mannes hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Ansätze zur Klärung geschlechtsspezifischen Ernährungsverhaltens

1.1. Die Konstruktion von Geschlecht als Ansatz zur Klärung geschlechtsspezifischen Ernährungsverhaltens

1.2. Die Wirkung des Schlankheitsideals als Ansatz zur Klärung geschlechtsspezifischen Ernährungsverhaltens

1.3. Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als Ansatz zur Klärung geschlechtsspezifischer Ernährungsverhaltens.

2. Wandel der Rollenverteilung im Haushalt

2.1. Veränderte Aufgabenverteilung im Haushalt

3. Das männliche Ernährungsverhalten

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht, inwiefern veränderte Rollenerwartungen an den Mann in der modernen Gesellschaft einen Einfluss auf dessen Ernährungsgewohnheiten ausüben. Dabei wird analysiert, wie Geschlechterrollen konstruiert werden und ob der Wandel der Aufgabenverteilung im Haushalt tatsächlich zu einer Veränderung im Essverhalten des Mannes führt.

  • Konstruktion von Geschlecht und Gender-Symbolismus in der Ernährung
  • Wirkung von Schlankheitsidealen auf Geschlechteridentitäten
  • Traditionelle versus moderne geschlechtsspezifische Arbeitsteilung
  • Vergleich historischer und aktueller Ernährungsdaten von Männern
  • Zusammenhang zwischen Rollenbildern und Gesundheitsbewusstsein

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Konstruktion von Geschlecht als Ansatz zur Klärung geschlechtsspezifischen Ernährungsverhaltens

Bei Untersuchungen von spezifischen Essgewohnheiten rückt neben dem Alter oder der Herkunft immer ein Einflussfaktor in den Fokus: das Geschlecht. Dabei ist die Kategorie Geschlecht besonders interessant, weil bei unterschiedlichen Ernährungsweisen von Frauen und Männern, anders als zum Beispiel bei schichtspezifischen Ernährungsweisen, schnell auf biologische Differenzen zwischen den Geschlechtern hingewiesen wird. Viele Untersuchungen gehen davon aus, dass das Geschlecht nicht vorsozial gegeben ist, sondern dass die Unterscheidung zwischen Mann und Frau durch Alltagspraktiken erst konstituiert wird. Die Ethnomethodologie bezeichnet diesen Vorgang als doing gender (Schritt, 2011), also als einen Interaktionsprozess, in dem Männlichkeit und Weiblichkeit durch Alltagshandlungen hergestellt werden.

Diese Sichtweise auf Geschlecht wurde zuerst von Harold Garfinkel erläutert. In seiner Fallstudie über Agnes, eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle, machte er deutlich, dass Geschlecht eine sozial konstruierte Kategorie ist (Garfinkel, 1967). Er stellte sich die Frage, wie Geschlecht jenseits von den primären Geschlechtsorganen in Alltagssituationen hergestellt wird. Garfinkel konnte anhand seiner Studie zeigen, dass das Geschlecht keineswegs von Geburt an vorhanden und unveränderbar ist, sondern in Interaktionssituationen ständig aufs Neue hergestellt werden muss. So müssen Transsexuelle, um in ihrem angestrebten Geschlecht akzeptiert zu werden, ihre Geschlechtszugehörigkeit durch Alltagshandlungen und Praktiken interaktiv produzieren (ebd.). Paula – Irene Villa fasst Garfinkels Fallstudie zusammen, in dem sie sagt, dass „zentral für den interaktiven Einsatz des Körpers bei der Konstruktion des Geschlechts also Ressourcen [sind], die sichtbar und hörbar die Geschlechtszugehörigkeit darstellen: Stimme, Kosmetik, Kleidung, Gesten, Mimik. Entscheidend ist, dass diese Ressourcen nur mit dem Wissen um ihre soziale Bedeutung Sinn machen und dass dieses Wissen gleichermaßen von Darsteller/innen und Mitwisser/innen geteilt werden muss, damit die Geschlechtdifferenz als Vollzugswirklichkeit gelingt (Villa, 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Ernährung sowie Darlegung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses veränderter männlicher Rollenbilder.

1. Ansätze zur Klärung geschlechtsspezifischen Ernährungsverhaltens: Theoretische Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht, dem Schlankheitsideal und der Arbeitsteilung als Faktoren für unterschiedliche Essweisen.

2. Wandel der Rollenverteilung im Haushalt: Analyse der gesellschaftlichen Veränderungen hinsichtlich der Rollenbilder und der zunehmenden Beteiligung von Männern an der Haushaltsführung.

3. Das männliche Ernährungsverhalten: Untersuchung der Veränderungen in der Nährstoffaufnahme und dem Ernährungsbewusstsein bei Männern durch den Vergleich empirischer Studien.

Schlüsselwörter

Ernährungsverhalten, Geschlechterrolle, Doing Gender, Haushaltsarbeit, Ernährermodell, Schlankheitsideal, Sozialstruktur, Geschlechtsspezifik, Ernährungspraxis, Körperbild, Männlichkeit, Identität, Soziale Konstruktion, Ernährungsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von sich wandelnden Geschlechterrollen und Rollenverteilungen innerhalb des Haushalts auf das Ernährungsverhalten von Männern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Auswirkungen von Schlankheitsidealen, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die empirische Betrachtung männlicher Essgewohnheiten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob das veränderte Rollenbild bzw. die veränderte Rollenerwartung des Mannes in der modernen Gesellschaft einen messbaren Effekt auf die männlichen Ernährungsgewohnheiten hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie einen Vergleich quantitativer Daten aus nationalen Verzehrstudien und weiteren statistischen Erhebungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Ansätze zur Entstehung geschlechtsspezifischer Ernährungsweisen diskutiert, die Entwicklung der Haushaltsrollenteilung analysiert und statistische Ernährungsprofile von Männern ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Ernährungsverhalten, Doing Gender, Geschlechterrolle und Haushaltsarbeit beschreiben.

Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Wandel der Haushaltsrollen und männlichem Essverhalten?

Laut Fazit lässt sich aktuell kein signifikanter Zusammenhang feststellen, da das Ernährungsverhalten in der Geschlechterforschung bislang nur wenig Beachtung findet.

Welche Rolle spielt Fleisch im Kontext der männlichen Ernährung?

Fleisch wird in der Arbeit als symbolisch aufgeladenes Nahrungsmittel beschrieben, das mit Attributen wie Stärke, Status und Männlichkeit assoziiert wird.

Wie hat sich das Interesse der Männer am Kochen laut Arbeit entwickelt?

Die Daten zeigen einen stetigen, wenn auch langsamen Anstieg des Interesses der Männer am Kochen sowie einen Anstieg der Zeit, die Männer mit Kochen verbringen.

Warum wird das Thema Ernährung in der Geschlechterforschung oft vernachlässigt?

Die Autorin merkt an, dass die meisten Studien zum Thema Ernährung einseitig naturwissenschaftlich geprägt sind und soziale Einflüsse wie Rollenverteilungen dabei häufig ausgeblendet werden.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wandel der Rollenverteilung im Haushalt und die Veränderung der männlichen Ernährungsgewohnheiten
Hochschule
Technische Universität München
Note
1,3
Autor
Constanze Heusinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V294949
ISBN (eBook)
9783656927303
ISBN (Buch)
9783656927310
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rollenverteilung Emanzipation Ernährungsverhalten Ernährungsgewohnheiten Mann Frau
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Constanze Heusinger (Autor:in), 2015, Der Wandel der Rollenverteilung im Haushalt und die Veränderung der männlichen Ernährungsgewohnheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294949
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum