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Die Lieblingssprache. Eine empirische Studie zur Sprachpräferenz bei Bilingualen am Beispiel Portugiesisch-Deutsch

Title: Die Lieblingssprache. Eine empirische Studie zur Sprachpräferenz bei Bilingualen am Beispiel Portugiesisch-Deutsch

Bachelor Thesis , 2012 , 64 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kia Herbers (Author)

Speech Science / Linguistics
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Was ist Bilingualismus, wann ist von Bilingualismus die Rede? Wenn für einige das bloße Kommunizieren in zwei Sprachen dem Begriff Zweisprachigkeit gerecht wird, ist er für andere, im engeren Sinne, erst angebracht, wenn beide Sprachen ausgeglichen oder beinahe ausgeglichen in Wort und Schrift beherrscht werden (Wei 2007:14). Das Beherrschen einer Sprache variiert durch die Art der Zweisprachigkeit und kann sich im Laufe des Lebens von einer zur anderen Sprache verlagern.

Das Interesse für eine empirische Untersuchung von Zweisprachigkeit wurde durch meine eigene Zweisprachigkeit ausgelöst. Ich bin als Deutsche in Portugal aufgewachsen, habe eine portugiesische Schule besucht und zu Hause nur Deutsch gesprochen. Ich habe mir schon immer die Frage gestellt, warum ich lieber deutsch spreche und lese, als portugiesisch, die Sprache, die ich besser beherrsche. Dass ich lieber in Deutsch lese, ist mir insofern klar, als dass in Portugal eine signifikante Literaturlücke herrscht, viele der bekanntesten internationalen Autoren sind nicht einmal übersetzt. Das hat meine Lektüregewohnheiten durchaus beeinflusst.

Aber sprechen? Wie kommt das, geht es anderen Bilingualen auch so? Einige Vorüberlegungen zum Thema äußerten sich folgendermaßen: Wenn davon ausgegangen wird, dass ein Zweisprachiger beide Sprachen regelmäßig verwendet, hat sich dann eine subjektive Präferenz für eine dieser Sprachen entwickelt? Da Subjektivität nur schlecht definier- und messbar ist, wird Präferenz anhand der Sprachwahl in unterschiedlichen Bereichen untersucht. Kielhöfer/Jonekeit behaupten: „Allgemein gesehen ist die besser beherrschte Sprache die starke Sprache. Der Zweisprachige bevorzugt sie bei freier Sprachwahl, weil er sie besser kann, und er beherrscht sie wiederum besser, weil er sie häufiger benutzt“ (1995:12). Im Kontrast hierzu behaupten Müller et al., dass „die Verwendung der präferierten Sprache mit anderen Kindern, die auch zweisprachig sind, sowie die Traumsprache nicht notwendigerweise etwas darüber [aussagt], wie gut ein Kind eine Sprache beherrscht“ (2007: 84).

Diesen beiden Thesen möchte ich im Verlauf dieser Arbeit mithilfe unterschiedlicher Variablen nachgehen. Hängt diese Präferenz mit der Familiensprache, bzw. Mutter- oder Vatersprache, oder eher mit der Sprache, die in der Umgebung und dem sozialen Netzwerk gesprochen wird, zusammen? Ist die stärkere Sprache wirklich die bevorzugte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theoretischer Teil

1. Bilingualismus

1.1 Zur Aktualität des Themas

1.2 Historischer Zusammenhang und Forschungsstand

1.3 Definitionen

1.4 Merkmale und Typen

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Verwendete Begriffe

2.2 Präferenz

III. Empirischer Teil

3. Methodik

3.1 Forschungsinstrument

3.2 Forschungsfragen und Hypothesen

3.3 Auswertungsschritte

3.4 Probanden

4. Auswertung

4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und Hypothesenprüfung

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht empirisch das Phänomen der Sprachpräferenz bei bilingualen Personen, um zu klären, ob trotz Beherrschung beider Sprachen eine bewusste oder unbewusste Bevorzugung einer der Sprachen existiert und welche Faktoren – wie Schulerziehung, soziales Umfeld oder emotionale Bindung – diese Wahl beeinflussen.

  • Analyse von Sprachpräferenzen bei bilingualen Individuen in verschiedenen Lebensbereichen.
  • Untersuchung des Einflusses von Schulbildung und Sprachbeherrschung auf die Lese- und Sprechgewohnheiten.
  • Erforschung der Korrelation zwischen emotionalen Faktoren (Traumsprache, Fluchen, Familienbeziehung) und Sprachwahl.
  • Vergleich der Ergebnisse von bilingualen Probanden mit unterschiedlichen Sprachkombinationen und Erwerbsaltern.

Auszug aus dem Buch

1.2. Historischer Zusammenhang und Forschungsstand

Der Standpunkt der Sprachwissenschaft vor den 60er Jahren, wo Zweisprachigkeit eher als Belastung galt, ist nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Lange wurde geglaubt, der Mensch sei durch zwei verschiedene Sprachen und Kulturen überfordert, seine Intelligenz, seine „seelische Ganzheit“ (Weiss, siehe Zitat unten), seine Entwicklung würden dadurch beeinträchtigt. Diese negative Grundeinstellung wird sowohl aus Titeln damaliger Arbeiten ersichtlich, die u.a. „Die Hauptprobleme der Zweisprachigkeit“ (Weiss, 1959) oder „Das Problem der Zwei- und Mehrsprachigkeit und seine Bedeutung für den Unterricht und die Erziehung in deutschen Grenz- und Auslandsschulen“ (W. Henß, 1927) benannt wurden, als auch an unpräzisen Studien, die beispielsweise den soziologischen Hintergrund der Probanden nicht in Betracht zogen und dadurch zu nicht verifizierten Ergebnissen führten. Edwards beschreibt dieses Problem in seinem Buch „Multilingualism“ folgendermaßen:

„Early Studies [1900-20] tended to associate bilingualism with lowered intelligence, and its unsurprising that many of them were conducted, in America, at a time of great concern with the flood of immigrants from Europe. (…) Suffice it to say here that the 'objective' intelligence tests of the time reflected a very culture-bound ideal and, consequently, immigrants … - did not fare well.“ (Edwards 1994:68)

Weiterhin erwähnt Edwards in diesem Zusammenhang, dass Intelligenz in den damaligen Zweisprachigkeitsforschungen an der sprachlichen Kompetenz der englischen Sprache (Zweitsprache) gemessen wurde. Da ein großer Teil der Migranten unter finanzieller Not litt und viele der Kinder nicht einmal die Schule besuchten, erfüllten diese Messungen nicht den wissenschaftlichen Anspruch.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung durch die eigene Zweisprachigkeit der Autorin und hinterfragt, ob eine stärkere Sprache automatisch zur bevorzugten Sprache im Alltag und beim Lesen wird.

1. Bilingualismus: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Forschung, definiert Bilingualismus und beleuchtet die Entwicklung hin zu einer positiven Bewertung von Mehrsprachigkeit.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Muttersprache, Familiensprache, Umgebungssprache sowie der Terminus der „Präferenz“ für den weiteren Verlauf der Arbeit präzise abgegrenzt.

3. Methodik: Die Autorin erläutert den Einsatz eines schriftlichen Fragebogens bei 23 Probanden sowie die aufgestellten Hypothesen zu verschiedenen Einflussfaktoren auf die Sprachwahl.

4. Auswertung: In diesem Kapitel werden die gesammelten Daten detailliert präsentiert, analysiert und auf die zuvor formulierten Hypothesen hin geprüft.

5. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse bestätigen, dass die Umgebungssprache oft die bevorzugte Sprache ist, wobei schulische Prägung und soziale Integration eine maßgebliche Rolle spielen.

Schlüsselwörter

Bilingualismus, Zweisprachigkeit, Sprachpräferenz, Umgebungssprache, Familiensprache, Sprachkompetenz, Empirische Studie, Spracherwerb, Identitätsbildung, Sprachwahl, Mehrsprachigkeit, Sozialisierung, Individuelle Sprachbegabung, Zweitsprache, Schulbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und warum bilinguale Personen eine bevorzugte Sprache („Lieblingssprache“) für bestimmte Aktivitäten wie Lesen, Sprechen oder emotionale Handlungen entwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung deckt die Bereiche des Spracherwerbs, der Sprachkompetenz, der schulischen Ausbildung sowie emotionale Aspekte wie Träumen und Fluchen ab.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Ziel ist es, herauszufinden, ob eine Korrelation zwischen der „stärkeren“ Sprache einer Person und deren tatsächlicher Präferenz in verschiedenen Situationen besteht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine empirische, quantitative Analyse mittels eines Fragebogens durchgeführt, an der 23 bilinguale Probanden teilgenommen haben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition und Historie des Bilingualismus sowie einen empirischen Teil, der die Auswertung der Probandendaten dokumentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bilingualismus, Sprachpräferenz, Umgebungssprache, Familiensprache, Sprachkompetenz und Identitätsbildung.

Welche Rolle spielt die Schulbildung für die Sprachpräferenz?

Die Studie zeigt, dass eine einsprachige Schulbildung einen signifikanten Einfluss darauf hat, welche Sprache später bevorzugt als Lektüresprache gewählt wird.

Wie beeinflusst die Beziehung zu den Eltern die Sprachwahl?

Die Arbeit untersucht, ob eine stärkere emotionale Bindung zu einem Elternteil mit der Präferenz für dessen Sprache einhergeht, wobei hierbei geschlechterspezifische Tendenzen beobachtet wurden.

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Details

Title
Die Lieblingssprache. Eine empirische Studie zur Sprachpräferenz bei Bilingualen am Beispiel Portugiesisch-Deutsch
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Fachbereich 06 - Germersheim - FTSK)
Grade
1,3
Author
Kia Herbers (Author)
Publication Year
2012
Pages
64
Catalog Number
V294976
ISBN (eBook)
9783656931317
ISBN (Book)
9783656931324
Language
German
Tags
Sprachforschung Portugiesisch Deutsch Bilingualismus Sprachpräferenz Sprachwissenschaft Germersheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kia Herbers (Author), 2012, Die Lieblingssprache. Eine empirische Studie zur Sprachpräferenz bei Bilingualen am Beispiel Portugiesisch-Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294976
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