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Empirische Bildungsforschung. Aufstieg im Bildungswesen

Der Weg eines jungen Mannes aus schwierigen familiären Verhältnissen und einem sozial benachteiligten Stadtteil

Title: Empirische Bildungsforschung. Aufstieg im Bildungswesen

Term Paper , 2013 , 49 Pages

Autor:in: Rebecca Winkler (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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In Deutschland verlassen jährlich mehr als 50.000 junge Erwachsene die Schule ohne einen Hauptschulabschluss und mehr als 1,5 Mio. Menschen zwischen 25 und 34 Jahren gelingt es nicht, einen Ausbildungsabschluss zu erwerben. Das Problem lässt sich in vielen Fällen auf eine fehlende Chancengleichheit zurückführen. Ob jemand in der Schule erfolgreich ist, hängt oft vom jeweiligen familiären Hintergrund ab. Bedeutet Armut demzufolge ein erhöhtes Bildungsrisiko für Kinder und Jugendliche?

Man spricht von primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft, welche die Bildungschancen beeinflussen. Kinder aus höheren sozialen Schichten werden durch gezielte Förderung, Erziehung und Ausstattung besser auf die Ansprüche der Schule vorbereitet als Arbeiterkinder und können somit bessere Schulleistungen verbuchen. Zum anderen werden die Bildungsentscheidungen häufig abhängig von den ökonomischen Ressourcen der Familien gefällt, weshalb Kinder aus Arbeiter- oder Erwerbslosenfamilien seltener eine weiterführende Schule besuchen. (vgl. Becker, Lauterbach 2010, S. 16) Selbst die wenigen Jugendlichen, die trotz ihrer sozialen Benachteiligung eine Hochschulberechtigung erlangen, nehmen seltener ein Studium auf. Auch ein Zusammenhang zwischen Studienabbruch und sozialer Herkunft lässt sich in vielen Fällen erkennen.

Dennoch gibt es einige Jugendliche die diese ungleichen Chancen überwinden und denen ein Aufstieg von “unten nach oben“ in der Sozialstruktur gelingt. Mit einem jungen Mann, der diesen Fortschritt geschafft hat, wurde für diese Hausarbeit ein narratives Interview geführt und ausgewertet. Dazu wurden zunächst drei Hypothesen sowie die Forschungsfrage gebildet, an der sich das Interview orientiert. Um aufzuzeigen warum Bildungsaufsteiger einen erschwerten Weg vor sich haben, wurde für den theoretischen Rahmen die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu gewählt, die anschaulich vermitteln soll, wie die soziale Herkunft den Menschen beeinflusst. Das narrative Interview wurde mit einem jungen Mann geführt, der aus einem familiär benachteiligten Haushalt stammt und in einem sozial schwachen Stadtteil Berlins aufgewachsen ist. Die Auswertung wurde nach dem Verfahren von Schütze durchgeführt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil

2.1 Darstellung des Theorierahmens der Arbeit

2.2 Forschungsstand

2.3 Forschungsdesign und Methodenwahl

2.3.1 Forschungsfrage

2.3.2 Hypothesen

3 Empirischer Teil

3.1 Das narrative Interview

3.2 Feldzugang

3.3 Narrative Auswertung nach Schütze

4 Datenauswertung

4.1 Formale Textanalyse

4.2 Strukturelle inhaltliche Beschreibung

4.3 Analytische Abstraktion

4.4 Wissensanalyse

5 Interpretation der Ergebnisse

5.1 Modifizierung der Hypothesen

5.2 Beantwortung der Forschungsfrage

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines narrativen Interviews die individuellen Voraussetzungen und Hürden eines Bildungsaufsteigers aus einem sozial benachteiligten, bildungsfernen Umfeld. Ziel ist es, die biographischen Mechanismen zu verstehen, die trotz widriger Startbedingungen einen akademischen Aufstieg ermöglichen.

  • Kapitaltheoretische Fundierung nach Pierre Bourdieu
  • Methodik des narrativen Interviews in der Biographieforschung
  • Analyse von Bildungsaufstiegen aus bildungsfernen Haushalten
  • Rolle von Eigeninitiative und externen Unterstützungssystemen
  • Einfluss sozialer Milieus auf schulische Laufbahnen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das narrative Interview

Das narrative Interview wurde Ende der 70er Jahre von dem Soziologen Fritz Schütze entwickelt. (vgl. Küster 2009, S. 18) Es ist eine besondere Form des offenen Interviews, bei dem der Befragte darum gebeten wird, seine Erlebnisse als Geschichte zu erzählen. Hintergrund dafür sind meist sozialwissenschaftliche, lebensgeschichtliche oder alltägliche Geschehnisse, die der Erzähler erlebt hat. Diese Geschichte soll in einer Stegreiferzählung1 wiedergegeben werden und eignet sich hervorragen für die Biographieforschung. Durch die vergangenen Vorstellungen wird der Erzähler noch einmal in die damalige Handels- und Leidenssituation versetzt. (vgl. Glinka 2009 S. 9) Die Forschungsfrage qualitativer Sozialforschungen wird offen gehalten, um den Gesprächsverlauf nicht einzuschränken und ggf. unbekannte Zusammenhänge entdecken zu können. Die Einstiegsfrage, auch Erzählstimulus genannt, sollte genau bedacht sein, da damit die Erzählung in Gang gesetzt wird, ohne im Vorfeld den Informanten zu beeinflussen. (vgl. Küster 2009, S. 44)

Der Ablauf des Interviews lässt sich in drei Phasen unterteilen. In der Aushandlungsphase wird die Rollenverteilung festgelegt und der Forscher räumt dem Erzähler die völlige Redefreiheit ein, bis er seine Geschichte beendet hat. Zudem wird die Gesprächsthematik festgelegt. Nachdem der Forscher den Erzählstimulus eingeleitet hat, beginnt die Hauptphase des Interviews. Sobald der Erzähler mit seiner Geschichte startet, sind keine weiteren Interventionen des Forschers notwendig. Der Forscher hört aktiv zu und macht sich ggf. Notizen, die er im Nachfrageteil bearbeiten möchte. Nachdem der Erzähler seine Geschichte mit einer Koda beendet, kann thematisch nachgefragt werden. Dabei sollte man beachten, das Erzählpotential weiter zu fordern. Im idealen Fall sollten Fragen mit narrativer Generierungskraft gestellt werden. Nach Beendigung des Interviews wird die Aufnahme sehr genau transkribiert. (vgl. Glinka 2009, S. 145)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz von Chancengleichheit in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, wie Bildungsaufsteiger trotz widriger Umstände ihren Weg meistern.

2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel verankert die Arbeit in der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zu Bildungsaufstiegen in prekären sozialen Verhältnissen.

3 Empirischer Teil: Hier werden die methodischen Grundlagen des narrativen Interviews erläutert sowie der Feldzugang beschrieben und das Auswertungsverfahren nach Fritz Schütze eingeführt.

4 Datenauswertung: Die erhobenen Daten werden mittels formaler Textanalyse, struktureller inhaltlicher Beschreibung, analytischer Abstraktion und Wissensanalyse systematisch ausgewertet.

5 Interpretation der Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse dienen dazu, die eingangs formulierten Hypothesen zu modifizieren und die zentrale Forschungsfrage der Arbeit fundiert zu beantworten.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Habitus sowie die Herausforderungen der Interviewerin bei der Durchführung der qualitativen Studie.

Schlüsselwörter

Bildungsaufstieg, Kapitaltheorie, Pierre Bourdieu, narratives Interview, Fritz Schütze, Bildungsbenachteiligung, soziale Herkunft, Biographieforschung, Habitus, Bildungsferne, Qualifikation, Eigeninitiative, Sozialisation, Bildungsentscheidung, qualitative Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die biographischen Hintergründe und den Werdegang eines jungen Mannes, dem trotz sozialer Benachteiligung und eines bildungsfernen familiären Hintergrunds der Aufstieg in das akademische Bildungssystem gelungen ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen sozialer Herkunft auf Bildungschancen, die Bedeutung des familiären Kapitals, die Rolle von Eigenmotivation und die Wirksamkeit von Unterstützungsstrukturen im Bildungswesen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch eine qualitative Einzelfallanalyse zu zeigen, welche Faktoren einen Bildungsaufstieg unter erschwerten Bedingungen begünstigen oder behindern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode des narrativen Interviews nach Fritz Schütze angewandt, um die Lebensgeschichte des Befragten in ihrer subjektiven Wahrnehmung und strukturellen Prozesshaftigkeit zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung durch Bourdieus Kapitaltheorie, die methodische Einbettung sowie die detaillierte Auswertung und Interpretation des geführten Interviews.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bildungsaufstieg, Kapitaltheorie, narratives Interview, Bildungsbenachteiligung und Biographieforschung.

Warum war der Wechsel des sozialen Umfelds für den Befragten so bedeutend?

Der Befragte schildert, dass sich in seinem ursprünglichen Stadtteil und durch seine dortigen Freundschaften ein negatives Lernklima verfestigte; erst die Abgrenzung von diesen Gruppen ermöglichte eine Neuausrichtung.

Welche Rolle spielte der Vater in der Biografie des Befragten?

Der Vater fungierte trotz seiner eigenen begrenzten Mittel als eine entscheidende, stärkende Respektsperson, deren Unterstützung und Begeisterung für das Vorhaben des Sohnes eine zentrale Triebfeder für dessen Bildungsabschluss darstellten.

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Details

Title
Empirische Bildungsforschung. Aufstieg im Bildungswesen
Subtitle
Der Weg eines jungen Mannes aus schwierigen familiären Verhältnissen und einem sozial benachteiligten Stadtteil
College
University of Hagen
Author
Rebecca Winkler (Author)
Publication Year
2013
Pages
49
Catalog Number
V294984
ISBN (eBook)
9783656927877
ISBN (Book)
9783656927884
Language
German
Tags
empirische bildungsforschung aufstieg bildungswesen mannes verhältnissen stadtteil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Winkler (Author), 2013, Empirische Bildungsforschung. Aufstieg im Bildungswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294984
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