In der in Gruppenarbeit zusammengestellten Seminararbeit werden wir versuchen, uns dem vorgegebenen Thema „Risikolagen von Migrantenkindern“ mittels der ausgehändigten Literaturliste zu nähern. Doch um die Thesen, die die Autoren der ausgewählten Werke aufstellen, hinterfragen zu können und gegebenenfalls zu unterstützen oder auch zu widerlegen, ziehen wir darüber hinaus auch weitere Sekundärliteratur zur Bearbeitung des Themas hinzu. Ebenfalls sollen aktuelle Materialien berücksichtigt werden.
Einführend werden wir eine allgemeine Definition von Migranten geben und dessen verschiedenst mögliche Rechtslagen in der Bundesrepublik klären. Im Anschluss folgt, um eine historische Einordnung zu ermöglichen, eine Darstellung der Entwicklung von Migrantenzahlen in Westdeutschland von 1960 bis zur Gegenwart. Erst danach soll spezieller auf die Phase eingegangen werden, in der die Aussiedlerfamilien erst kürzlich nach Deutschland eingereist sind. Vor der abschließenden Schlussfolgerung, die auch Lösungsansätze umreist, werden wir die konkreten Risikolagen von Migrantenkindern und dessen Familien benennen und hinterleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2.1 Migration und rechtlicher Status deutscher und ausländischer Migranten
2.2 Die unterschiedlichen Aufenthaltstitel von Migranten
3 Quantitative Entwicklungen in Westdeutschland
4 Phase I der Aussiedlerfamilien
4.1 Neuausstattungsbedarf der Haushalte
4.2 Berufliche Eingliederungsprobleme und niedriges Haushaltseinkommen
4.3 Ausreisebedingte Schulden
4.4 Konsum- & Sparverhalten der Aussiedler
5 Risikolagen von Migrantenkindern
5.1 Soziallage
5.2 Bildungs- und Berufschancen der zweiten Generation
5.3 Vorurteile und soziale Kontakte
5.4 Kriminalität
6 Sozialpolitische Schlussfolgerungen
6.1 Aufhebung der arbeitsrechtlichen Diskriminierung von Migranten
6.2 Maßnahmen zur Förderung der allgemeinen und beruflichen Qualifikation
6.3 Aufhebung der sozialpolitischen Diskriminierung
6.4 Verbesserung allgemeiner sozialpolitischer Leistungen
7 Resümee
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation und das Armutsrisiko von Migrantenkindern in Deutschland. Ziel ist es, die vielfältigen Risikolagen dieser Bevölkerungsgruppe – von rechtlichen Hürden über soziale Benachteiligung bis hin zu Bildungschancen – theoretisch zu hinterleuchten und sozialpolitische Lösungsansätze zu diskutieren.
- Historische Einordnung der Migration in Westdeutschland seit 1960
- Analyse des rechtlichen Sonderstatus und ausländerrechtlicher Aufenthaltstitel
- Untersuchung spezifischer Belastungsfaktoren in der ersten Phase nach der Übersiedlung
- Bewertung von Bildungs- und Berufschancen sowie sozialer Integration
- Diskussion sozialpolitischer Handlungsfelder zur Armutsprävention
Auszug aus dem Buch
4.1 Neuausstattungsbedarf der Haushalte
Dadurch, dass aus den Herkunftsländern höchstens ein begrenzter Teil des Hausrates nach Deutschland mitgebracht wird, bedeutet die Aussiedlung einen tiefen Lebenseinschnitt. Es muss eine weitgehende Neuausstattung der Haushalte sowie eine Neueinrichtung der Wohnungen stattfinden. Dies bedeutet in einem relativ kurzem Zeitraum ein hoher Kostenanfall (Kühlschrank, audiovisuelle Medien, aber auch Bügeleisen, Geschirr). Hinzu kommt nach dem Auszug aus den Übergangswohnheimen Ausgaben für Möbel bzw. zur Einrichtung der Wohnung (vgl. S. 90).
Zumindest teilweise können die anfallenden Kosten durch beispielsweise den Ratenkauf, solidarische Unterstützung aus dem Verwandtenkreis und karitativer Organisationen oder Billiglösungen aufgefangen werden. Dennoch muss berücksichtigt werden, dass die gesamten Ausgaben nicht sukzessiv, sondern nahezu schlagartig anfallen.
So kommt es nicht selten zu Kompromisslösungen, in den Prioritäten zu Ungunsten der Kinder gesetzt werden. Persönliche Bedürfnisse der Kinder wie ein eigenes Zimmer werden mangels Möglichkeiten oftmals vernachlässigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, methodisches Vorgehen der Seminararbeit und Zielsetzung der Untersuchung.
2.1 Migration und rechtlicher Status deutscher und ausländischer Migranten: Überblick über die historische Entwicklung der Zuwanderung und die rechtlichen Rahmenbedingungen für unterschiedliche Migrantengruppen.
2.2 Die unterschiedlichen Aufenthaltstitel von Migranten: Systematisierung der verschiedenen ausländerrechtlichen Aufenthaltsgenehmigungen und deren Auswirkungen auf die soziale Teilhabe.
3 Quantitative Entwicklungen in Westdeutschland: Statistische Darstellung der Migrationsbewegungen sowie der sozioökonomischen Verteilung von Migranten in der Bundesrepublik.
4 Phase I der Aussiedlerfamilien: Untersuchung der spezifischen materiellen und sozialen Belastungen von Aussiedlerfamilien in der ersten Zeit nach der Ankunft.
4.1 Neuausstattungsbedarf der Haushalte: Erläuterung der finanziellen Belastung durch die notwendige Haushaltsgründung nach der Aussiedlung.
4.2 Berufliche Eingliederungsprobleme und niedriges Haushaltseinkommen: Darstellung der Hürden bei der beruflichen Integration und der daraus resultierenden Einkommensarmut.
4.3 Ausreisebedingte Schulden: Analyse von Kostenfaktoren, die bereits vor oder während der Ausreise zu einer finanziellen Schieflage führen können.
4.4 Konsum- & Sparverhalten der Aussiedler: Diskussion des Spannungsfeldes zwischen normativen Konsumerwartungen und realen finanziellen Zwängen.
5 Risikolagen von Migrantenkindern: Zusammenfassende Betrachtung der Lebenssituation von Migrantenkindern hinsichtlich Sozialstatus und Teilhabe.
5.1 Soziallage: Einordnung der ethnischen Minderheiten in die soziale Schichtung der Bundesrepublik.
5.2 Bildungs- und Berufschancen der zweiten Generation: Analyse der schulischen Erfolge sowie der Schwierigkeiten beim Übergang in den Arbeitsmarkt.
5.3 Vorurteile und soziale Kontakte: Untersuchung der Einstellungen der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten und deren Auswirkungen auf das soziale Miteinander.
5.4 Kriminalität: Kritische Auseinandersetzung mit der medialen und öffentlichen Wahrnehmung der sogenannten Ausländerkriminalität.
6 Sozialpolitische Schlussfolgerungen: Ableitung politischer Handlungsbedarfe zur Verbesserung der Integrationsbedingungen.
6.1 Aufhebung der arbeitsrechtlichen Diskriminierung von Migranten: Forderung nach einem diskriminierungsfreien Zugang zum Arbeitsmarkt für alle dauerhaft lebenden Migranten.
6.2 Maßnahmen zur Förderung der allgemeinen und beruflichen Qualifikation: Plädoyer für gezielte Bildungsförderung von Kindesbeinen an bis zum Hochschulabschluss.
6.3 Aufhebung der sozialpolitischen Diskriminierung: Kritik an bestehenden Leistungsausschlüssen und rechtlichen Benachteiligungen im Sozialsystem.
6.4 Verbesserung allgemeiner sozialpolitischer Leistungen: Vorschläge für eine stärkere soziale Infrastruktur zur Vermeidung von Armutslagen.
7 Resümee: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit und Ausblick auf notwendige politische Reformen.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Berichte.
Schlüsselwörter
Migrantenkinder, Armut, Ausländerrecht, Integration, Aussiedler, Sozialpolitik, Bildungschancen, Arbeitsmarkt, Diskriminierung, Migrationshintergrund, soziale Lage, Aufenthaltsstatus, ethnische Minderheiten, Berufschancen, Armutsrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht das Ausmaß und die verschiedenen Formen von Armut bei Migrantenkindern in Deutschland unter Berücksichtigung rechtlicher, sozialer und ökonomischer Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Migrationsgeschichte, den ausländerrechtlichen Status, die speziellen Belastungslagen von Aussiedlerfamilien sowie die Bildungs- und Berufschancen der zweiten Generation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifischen Risikolagen von Migrantenkindern aufzuzeigen und auf Basis dieser Erkenntnisse sozialpolitische Handlungsansätze zur Verbesserung ihrer Lebenssituation abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der aktuelle Armutsberichte, sozialwissenschaftliche Studien und Sekundärliteratur ausgewertet und kritisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Migrationsverhältnisse, die Analyse spezifischer Phasen der Aussiedlung, die Untersuchung der Risikolagen bei Migrantenkindern und den Entwurf sozialpolitischer Schlussfolgerungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Migrantenkinder, Armut, Integration, ausländerrechtlicher Status, Bildungsbenachteiligung und sozialpolitische Diskriminierung.
Warum ist die Neuausstattung des Haushalts für Aussiedler so belastend?
Da Aussiedler meist nur einen kleinen Teil ihres Hausrates mitbringen können, entstehen kurz nach der Ankunft hohe Einmalkosten für Möbel und Haushaltsgegenstände, die oft zu Verschuldung führen.
Warum ist die Kriminalitätsrate von Migranten laut Arbeit nicht höher als bei Deutschen?
Die Arbeit argumentiert, dass vermeintlich höhere Kriminalitätsraten auf Fehldeutungen der Kriminalstatistik beruhen und Migranten bei vergleichbarer Soziallage seltener kriminell werden als Deutsche.
- Quote paper
- Daniel Schneider (Author), Hedda Pohlschmidt (Author), Wassilios Spyropoulos (Author), 2002, Ausmaß und Formen von Armut in Deutschland. Risikolagen von Migrantenkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29498