Verhandeln gehört zum Alltag eines jeden Menschen. Der Eine verhandelt gerne, der Andere versucht dies stets zu vermeiden. Dennoch steht vor vielen Entscheidungen und gesetzten Zielen das Verhandeln als Ausgangspunkt. Feilschen auf dem Markt, verhandeln vor Gericht oder beim Autokauf, diplomatisches Ringen und politische Sitzungen - streiten, debattieren, überzeugen und handeln sind alles Wege des Verhandelns.
Auch in Unternehmen bestimmen Verhandlungen über den Geschäftserfolg. Erfolgreiches Verhandeln führt z.B. zu einer höheren Verkaufsmarge. Für jeden Mitarbeiter besonders ereignisreich ist die Gehaltsverhandlung. Ohne eine gute Vorbereitung kann man sich hier leicht um Kopf und Kragen reden.
Eine besondere Form der Verhandlungen in Unternehmen stellen Verhandlungen mit dem Betriebsrat dar. Allerdings haben nicht alle Unternehmen einen Betriebsrat, da Sie zu klein sind oder die Mitarbeiter noch keinen gegründet haben.
In manchen Unternehmen wie z.B. bei AMAZON oder Burger King wird hingegen versucht die Gründung eines Betriebsrates zu verhindern bzw. Betriebsräte zu entlassen. Besonders die amerikanische Unternehmenskultur verträgt sich hier wenig mit der deutschen Gesetzgebung, so dass in diesem Zusammenhang der Begriff „Union-Busting“ geprägt wurde.
In dieser Arbeit wird allerdings nicht der Verhandlungsprozess zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrates in einem speziellen Unternehmen untersucht, sondern eine allgemeine Darstellung über Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrat gegeben, um einerseits zu verdeutlichen, wie zwischen diesen Parteien erfolgreiche Verhandlungen geführt werden können, und andererseits zu erklären, wo Probleme liegen, die diese Verhandlungen zur Eskalation bzw. zum Scheitern bringen können. Dabei sollen gewerkschaftliche (Tarif-) Verhandlungen ausgeblendet werden bzw. nur am Rande mit einbezogen werden, da mehr das Alltagsgeschäft in Unternehmen beleuchtet werden soll.
Für den Einstieg wird zuerst ein Stand über die Entwicklung der Verhandlungsführung gegeben, und welche aktuellen Konzepte bzw. Grundlagen für erfolgreiches Verhandeln von Nöten sind.
In einem zweiten Schritt werden die Verhandlungsgruppen vorgestellt, und nach welchen Maßgaben diese verhandeln können. Weiter sollen die internen Verhandlungen in Unternehmen dargestellt werden, wobei insbesondere ein Fokus auf die Verhandlungsschritte und die Entscheidungsfindung gelegt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Entwicklung der Verhandlungsführung
2.2 Allgemeine Konzepte der Verhandlungsführung
3. Teilnehmerkreis bei internen Verhandlungen in Unternehmen
3.1 Geschäftsführung
3.2 Personalabteilung
3.3 Betriebsrat
4. Interne Verhandlungen in Unternehmen
4.1 Verhandlungsschritte
4.2 Einigung
4.3 Probleme
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Dynamik und die Erfolgsfaktoren bei internen Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung, der Personalabteilung und dem Betriebsrat in Unternehmen, um Strategien für eine konstruktive Zusammenarbeit aufzuzeigen und Eskalationspotenziale zu identifizieren.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Verhandlungsführung
- Rollen und spezifische Interessen der beteiligten Parteien
- Prozessschritte interner Verhandlungen im Unternehmen
- Anwendung des Harvard-Konzepts in der betrieblichen Praxis
- Herausforderungen und Problematiken in der Verhandlungsführung
Auszug aus dem Buch
2.1 Entwicklung der Verhandlungsführung
Verhandeln bedeutet laut dem Duden, „etwas eingehend erörtern, besprechen, sich über etwas, in einer bestimmten Angelegenheit, eingehend beraten, um zu einer Klärung, Einigung zu kommen”.10 Mit der Entwicklung des modernen Menschen nahm das Verhandeln einen immer höheren Stellenwert ein. Neben eine Gewaltlösung trat die alternative der Verhandlungslösung durch Kommunikation ein.
Eine weitere Definition lautet: „Eine Verhandlung ist ein Kommunikationsprozess mit dem Ziel der Einigung über zukünftiges Handeln. Mindestens zwei Parteien beteiligen sich an diesem Prozess, um mit einer Absprache ihre Interessen zu verwirklichen. Da sich die Ziele der Verhandlungspartner widersprechen können, aber die vereinbarten Maßnahmen erst wirksam werden, wenn alle Parteien zustimmen, sind die Beteiligten teilweise aufeinander angewiesen. Durch das Schaffen von Win-win-Situationen kann diese Interdependenz produktiv genutzt werden.“11
Weiter ausgeführt bedeutet dies, dass eine Verhandlung dann vorliegt, wenn sich gleichstarke Parteien in Abhängigkeit gegenüberstehen und einen Interessenkonflikt haben, der durch verhandeln beigelegt werden soll.12 Ohne zuvor definierte Rahmenbedingungen kann nicht verhandelt werden, da diese zu einem guten Verhandlungsergebnis beitragen können. Daher kann die Qualität einer Verhandlung wie in der Ökonomie unter Effizienz- und Effektivitätsgesichtspunkten gemessen werden.
Eine besondere Rolle spielt allerdings das Verhandlungsklima, da stets Emotionen von beiden Verhandlungsseiten im Spiel sind, die von professionellen Verhandlungspartner außen vor gelassen müssen. Ein gutes Verhandlungsergebnis würde so aussehen, dass ein klarer, realisierbarer, fairer und nachhaltiger Kompromiss gefunden wird, der für beide Parteien nützlich ist.13 Um diesem Ziel nahe zu kommen kann eine Verhandlung in mehrere Prozessschritte aufgeteilt werden, wie folgendes Schaubild verdeutlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Verhandelns im Unternehmensalltag ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Spannungsfeld zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrat zu beleuchten.
2. Grundlagen: Hier werden Definitionen der Verhandlungsführung sowie theoretische Konzepte wie das Harvard-Konzept vorgestellt, die als Basis für erfolgreiches Verhandeln dienen.
3. Teilnehmerkreis bei internen Verhandlungen in Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Profile und Rollen von Geschäftsführung, Personalabteilung und Betriebsrat im Kontext betrieblicher Verhandlungen.
4. Interne Verhandlungen in Unternehmen: Es werden die konkreten Phasen des Verhandlungsprozesses, Lösungswege bei Einigungen sowie die typischen Problemfelder innerhalb des betrieblichen Verhandlungsumfelds untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit professioneller Verhandlungskompetenzen und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit für den nachhaltigen Geschäftserfolg zusammen.
Schlüsselwörter
Verhandlungsführung, Geschäftsführung, Betriebsrat, Personalabteilung, Harvard-Konzept, Win-win-Situation, Unternehmensführung, Konfliktmanagement, Interessenkonflikt, Verhandlungsstrategie, Kommunikation, Einigung, Mitbestimmung, Betriebsklima, Verhandlungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Verhandlungsprozessen zwischen den drei zentralen Akteuren in Unternehmen: der Geschäftsführung, der Personalabteilung und dem Betriebsrat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Grundlagen moderner Verhandlungstheorien, die Rollenverteilung in internen Verhandlungen sowie die Identifikation von Herausforderungen, die zu Eskalationen führen können.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie zwischen den drei Parteien erfolgreiche und konstruktive Verhandlungen geführt werden können, um den Geschäftserfolg nachhaltig zu sichern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse unter Verwendung von Betriebsverfassungsrecht, Standardwerken zur Verhandlungsführung und Personalarbeit sowie die Auswertung von Fachartikeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte wie das Harvard-Konzept, die Analyse des Teilnehmerkreises (Geschäftsführung, Personal, Betriebsrat) sowie die praktischen Verhandlungsschritte und typische Problemstellungen im Betriebsalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verhandlungsführung, Mitbestimmung, Interessenkonflikt, Win-win-Situation und Betriebsklima charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Personalabteilung in den Verhandlungen?
Der Personalabteilung kommt eine vermittelnde Pufferrolle zu; sie berät die Geschäftsführung und unterstützt gleichzeitig die Personalentwicklung des Betriebsrats, damit dieser auf Augenhöhe agieren kann.
Warum kann eine Blockadehaltung des Betriebsrats für Unternehmen gefährlich sein?
Eine Blockadehaltung kann zu langwierigen Auseinandersetzungen führen, die den Geschäftserfolg gefährden, Gerichtskosten verursachen und die unternehmerische Handlungsfähigkeit einschränken.
- Citar trabajo
- Andreas Bönner (Autor), 2015, Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Geschäftsführung und Personalleitung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295084