Mit einer Charta hat die Europäische Union den Schutz der europäischen Regional- und Minderheitensprachen beschlossen. Mit Ratifizierung durch die Bundesregierung wurde diese Charta zum Bundesgesetz. Lesen in einem Überblick, was dies für die Verwendung des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein bedeutet. Die Arbeit ist in NIEDERDEUTSCH verfasst!
Inhaltsverzeichnis
II Vörwoort
III Inleiden
IV Korte Geschicht vun’t Nedderdüütsch
IV.1 De Anfang
IV.2 Hansetiet
IV.3 Na de Hanse
V De „European Charter for Regional or Minority Languages“
V.1 Geschicht un Sinn vun de Charta
V.2 Charta un Nedderdüütsch in Sleswig-Holsteen
V.3 Woans de Charta ümsett warrt un woans de Regeren dat süht
VI Tosamenfaaten un wo dat wieder geiht
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Werdegang des Niederdeutschen sowie den Einfluss der „Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ auf den aktuellen Status und die Schutzmaßnahmen für Plattdeutsch in Schleswig-Holstein.
- Historische Entwicklung der plattdeutschen Sprache vom frühen Mittelalter bis zur Hansezeit und darüber hinaus.
- Analyse des Stellenwerts der Europäischen Sprachencharta als Instrument zum Schutz gefährdeter Minderheitensprachen.
- Untersuchung der konkreten Umsetzung der Charta durch die schleswig-holsteinische Landesregierung.
- Kritische Reflexion über die Wirksamkeit politischer Maßnahmen und die Eigenverantwortung der Sprechergemeinschaft für den Spracherhalt.
Auszug aus dem Buch
Hansetiet
Föffti Jahr later (1272) hebbt wi denn de eerste plattdüütsche Oorkunn un aan’t Enn vun’t 13. Jahrhunnert is Nedderdüütsch in de Kanzleen in’t heele Noorddüütschland verbredt.
Anfang vun’t 14. Jahrhunnert wörr de Hanse jümmers stärker. De Gemeenschap, de sik sülbens „ghemene Koeplude uten Roomsche Rike van Alemania“ nööm, wörrn ünner de Leiden vun Lübeck een echte Hannelsmacht. Düsse Stee in de Hanse maak dat nödig, dat in Lübeck de Spraaken so’n beten tosamen köömt. Wieder bruuk de Lüüd een mööglichst eenheitliche Spraak för de Geschäfte un de Gerichte. Düsse Spraak weer dat Nedderdüütsch, un mit de Jahren bill sik denn ok een Norm ut, de Lübecker Norm vun 1400. Düsse gemene Spraak maak de Hanse un Lübeck noch stärker un hölp, dat sik dat Nedderdüütsch wieder utbreden kunn, un twars in’n heelen Noordeuropääsch’n Room. So wörr dat Plattdüütsch de gemene so nöömt Verkehrsspraak.
Man’n dörf nich vergeten, dat dat blots för opschreven Texte gull. De Minschen warrt wahrschienlich ok wieder ehr Spraaken schnackt heeben, ok wenn düsse Schriftspraak sekers ehr Spoor in de schnackt Spraaken leet. Aver blots een lütten Deel vun de Minschen ut düsse Tiet kenn överhaupt de Schriftspraak, un twars de ut de baben Schicht.
Zusammenfassung der Kapitel
Vörwoort: Der Autor erläutert seine Motivation, die Arbeit auf Plattdeutsch zu verfassen, und definiert seinen Anspruch eines „Neo-Plattdeutsch“.
Inleiden: Dieses Kapitel skizziert den Aufstieg des Plattdeutschen zur nordeuropäischen Verkehrssprache und den anschließenden Niedergang nach der Hansezeit.
Korte Geschicht vun’t Nedderdüütsch: Ein chronologischer Überblick über die sprachliche Entwicklung, von den Ingwäonen über die Ostkolonisation bis zur Stummen Phase.
De „European Charter for Regional or Minority Languages“: Darstellung der Entstehungsgeschichte und der grundlegenden Zielsetzung der Sprachencharta zum Schutz von Minderheiten.
Charta un Nedderdüütsch in Sleswig-Holsteen: Untersuchung des rechtlichen Status des Niederdeutschen als eigenständige Sprache in Schleswig-Holstein und die Auswahl der konkreten Charta-Artikel.
Woans de Charta ümsett warrt un woans de Regeren dat süht: Analyse der praktischen Anwendung der Charta in den Bereichen Bildung, Justiz, Verwaltung und Medien.
Tosamenfaaten un wo dat wieder geiht: Der Autor reflektiert kritisch über die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung und plädiert für eine lebendige, eigenständige Weiterentwicklung der Sprache.
Schlüsselwörter
Plattdeutsch, Niederdeutsch, Europäische Sprachencharta, Regional- und Minderheitensprachen, Sprachpolitik, Hansezeit, Sprachgeschichte, Schleswig-Holstein, Sprachschutz, Diglossie, Minderheitenrechte, Sprachwissenschaft, Schulsprache, Kulturerhalt, Sprachpflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Status und der Erhaltung der niederdeutschen Sprache im Kontext politischer Schutzmaßnahmen durch die Europäische Sprachencharta in Schleswig-Holstein.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Plattdeutschen, der rechtlichen Verankerung durch die Sprachencharta und der kritischen Bewertung der praktischen Umsetzung durch die Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen der Europäischen Sprachencharta für das Plattdeutsche zu untersuchen und zu hinterfragen, ob die politischen Maßnahmen für einen tatsächlichen Spracherhalt ausreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen und sprachpolitischen Analyse unter Einbeziehung von Rechtsgrundlagen, historischen Quellen und einer kritischen Auseinandersetzung mit Regierungsberichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Sprachentwicklung und eine detaillierte Analyse der Artikel der Sprachencharta sowie deren Anwendung in den Bereichen Bildung, Justiz und Öffentlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Plattdeutsch, Europäische Sprachencharta, Minderheitensprachen, Sprachpolitik und Spracherhalt.
Warum schreibt der Autor die Arbeit auf Plattdeutsch?
Der Autor möchte den Spracherhalt aktiv praktizieren und zeigen, dass Plattdeutsch als moderne Sprache auch für wissenschaftliche Zwecke („Neo-Plattdeutsch“) geeignet ist.
Wie bewertet der Autor das Engagement der Regierung?
Der Autor steht den Regierungsbemühungen kritisch gegenüber und bemängelt, dass viele Maßnahmen eher symbolischer Natur sind und an den tatsächlichen Bedürfnissen einer gefährdeten Sprache vorbeigehen.
Welche Rolle spielt die Hansezeit für das Plattdeutsche?
Die Hansezeit war die Blütephase des Niederdeutschen, in der es als einheitliche Verkehrs- und Handelssprache den nordeuropäischen Raum dominierte.
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- Ralv Wohlgethan (Author), 2003, De 'European Charter for Regional or Minority Languages' un wat dat för't Plattdüütsch in Sleswig-Holsteen bedüüd, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29510