250 Millionen Menschen erkranken jährlich an der Malaria, der Königin der Tropenkrankheiten. 1 Million Menschen versterben jedes Jahr. Diese Zahlen sind schon sehr beängstigend, wenn man bedenkt, wie wertvoll ja schon ein Menschenleben ist. Hauptsächlich erkranken Menschen in tropischen Gebieten an dieser heimtückischen Infektionskrankheit, doch auch Europäer und selbst Österreicher sind von ihr betroffen, wenn sie sich im Urlaub oder in Entwicklungsarbeit infizieren. Wegen den Erkrankungsfällen in Österreich ist es natürlich wichtig, dass sich auch österreichisches diplomiertes Pflegepersonal mit diesem Problem auseinandersetzt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein umfassendes Bild über die Königin der Tropenkrankheiten aufzuzeigen. Sowohl diplomiertes Pflegepersonal als auch interessierte Menschen werden bereichert durch das Lesen dieser Fachbereichsarbeit. Besonders empfehlenswert ist diese Thematik auch für Menschen, die sich für Entwicklungsarbeit in tropischen Gebieten interessieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Definition der Malaria
4. Übertragung und Infektionszyklus
4.1. Zyklus in der Anophelesmücke (sexuelle Phase = Sporogonie)
4.2. Zyklus im Menschen (asexuelle Phase = Schizogonie)
5. Verbreitung und Häufigkeit
5.1. Geografische Verbreitung
5.1.1. Afrika
5.1.2. Asien
5.1.3. Mittel- und Südamerika
5.1.4. Ozeanien
5.1.5. Europa, Nordamerika und Australien
5.2. Häufigkeit der Malaria
5.2.1. Häufigkeit in Österreich:
5.2.2. Häufigkeit in Vorarlberg
6. Formen der Malaria und ihre Klinik
6.1. Malaria tropica
6.2. Malaria tertiana
6.3. Malaria quartana
6.4. Malaria bei besonderen Risikopatienten
6.4.1. Malaria bei Schwangeren
6.4.2. Malaria bei Kindern
7. Malaria und die Menschheitsgeschichte
7.1. Altertum
7.2. Griechische Antike
7.3. Römisches Reich
7.4. Mittelalter
7.5. Frühe Neuzeit
7.6. Das 19. Jahrhundert
7.7. Neuzeit
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein umfassendes Bild der Malaria als "Königin der Tropenkrankheiten" zu vermitteln, ihre historischen Hintergründe aufzuarbeiten sowie für das Pflegepersonal und Interessierte ein tieferes Verständnis für die Übertragung, die verschiedenen Verlaufsformen und die notwendigen präventiven Maßnahmen zu schaffen.
- Epidemiologische Verbreitung der Malaria weltweit und in Österreich.
- Biologischer Infektionszyklus und Erregerarten (Plasmodien).
- Klinische Formen der Erkrankung und spezifische Risiken für Schwangere und Kinder.
- Historische Entwicklung der Behandlungsmethoden von der Antike bis zur modernen Medizin.
- Bedeutung von Prophylaxe und aktiven Hilfsprojekten zur Eindämmung.
Auszug aus dem Buch
7. Malaria und die Menschheitsgeschichte
Stefan Winkle erforscht in seinem Buch „Geisseln der Menschheit“ (2005: S 707ff) die geschichtlichen Hintergründe der Malaria, die Wege, wie früher mit ihr umgegangen wurde und welche Möglichkeiten die Menschen im Laufe der Geschichte fanden, um sie zu vermeiden und zu behandeln.
7.1. Altertum
Schon in der Antike kannte man drei Arten von Wechselfieber: Tertiana, Quartana und Quotidiana (Tropica). Die lateinischen Namen Tertiana (griechisch „tritaios“) und Quartana (griechisch „tetartaios“) kommen von der antiken Zählweise, bei der auch der erste Fiebertag mitgerechnet wurde.
Unter der uralten Plage der Malaria hatten bereits die ersten Kulturvölker in den großen Stromtälern des Nils, Euphrats und Tigris, des Indus und des Ganges viel zu leiden.
Tatsächlich konnte der Pathologe Ruffer bei einigen älteren Mumien, denen die Paraschisten (Mumienmacher) die Eingeweide nicht entfernt hatten, große Milzen finden, die auf Malaria hindeuten.
Unter den Mitteln, welche die Ägypter angewandt haben, um sich vor Mücken zu schützen, hat wohl die Anrufung der Götter und Dämonen und das Tragen von Amuletten die wichtigste Rolle gespielt.
Doch die Ägypter verfügten auch über natürliche Abwehrmaßnahmen, wie zum Beispiel das Mückennetz. Dennoch war die Verbindung zwischen Stechmücke und Wechselfieber unbekannt. Eine entsprechende Stelle aus Herodot lautet:
„Gegen die Menge der Mücken schützen sich die Ägypter auf folgende Weise: Ein jeder Mann hat ein Netz, womit er tagsüber fischt; des Nachts aber zieht er dasselbe um sein Ruhelager und schläft darunter. Wenn aber jemand in seinen Kleidern oder unter einer Leinendecke schläft, so stechen ihn die Mücken durch dieselben, aber durch die Netze versuchen sie es nicht einmal.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die weltweite Relevanz der Malaria und begründet die Wichtigkeit einer Auseinandersetzung mit diesem Thema für diplomiertes Pflegepersonal.
2. Methodik: Dieses Kapitel erläutert die Recherchestrategien und Quellen, die zur Informationsgewinnung genutzt wurden, einschließlich wissenschaftlicher Datenbanken und offizieller Gesundheitsbehörden.
3. Definition der Malaria: Hier wird die Infektionskrankheit medizinisch definiert, die Rolle der Plasmodien und der Anophelesmücke erklärt sowie die sozioökonomische Tragweite der Krankheit verdeutlicht.
4. Übertragung und Infektionszyklus: Das Kapitel beschreibt detailliert den komplexen Kreislauf der Plasmodien, unterteilt in die sexuelle Phase in der Mücke und die asexuelle Phase im menschlichen Wirt.
5. Verbreitung und Häufigkeit: Eine Analyse der globalen geografischen Verteilung der Malaria sowie eine statistische Betrachtung der Fallzahlen in Österreich und spezifisch in Vorarlberg.
6. Formen der Malaria und ihre Klinik: Hier werden die klinischen Unterschiede zwischen Malaria tropica, tertiana und quartana sowie die speziellen Risiken für Schwangere und Kinder erörtert.
7. Malaria und die Menschheitsgeschichte: Eine historische Reise durch die Jahrtausende, die den Umgang der Menschheit mit der "Plage" von der Antike bis in die Neuzeit dokumentiert.
8. Fazit: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse und schließt mit einem Appell an die Leser, durch Unterstützung von Hilfsprojekten wie „Nothing But Nets“ aktiv zur Bekämpfung der Malaria beizutragen.
Schlüsselwörter
Malaria, Tropenkrankheit, Plasmodien, Anophelesmücke, Malaria tropica, Infektionszyklus, Chinin, Moskitonetz, Weltgesundheit, Medizingeschichte, Prophylaxe, Epidemiologie, Wechselfieber, Reisemedizin, Entwicklungshilfe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Infektionskrankheit Malaria mit einem Fokus auf ihre Geschichte, ihre globale Verbreitung und die verschiedenen medizinischen Formen der Erkrankung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Biologie des Erregers, die geografische Ausbreitung, die klinischen Verläufe, die historische Entwicklung der Behandlung sowie präventive Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild über die Malaria zu vermitteln und das Wissen für medizinisches Personal und interessierte Laien über die Behandlung und Vorbeugung zu erweitern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte eine umfangreiche Literatur- und Internetrecherche in Fachbibliotheken und Datenbanken (Medline) sowie offizielle Statistiken von Gesundheitsministerien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologischen Grundlagen des Infektionszyklus, die epidemiologische Analyse der Verbreitung, die medizinische Klinik der Malariaformen und eine ausführliche kulturhistorische Abhandlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Malaria, Plasmodien, Anophelesmücke, Malaria tropica, Chinin, Moskitonetz und Reisemedizin.
Welche Rolle spielt die Anophelesmücke bei der Übertragung?
Sie fungiert als Hauptwirt, in dem die sexuelle Phase der Plasmodien stattfindet, und überträgt die Erreger durch ihren Stich auf den Menschen.
Was unterscheidet die Malaria tropica von anderen Formen?
Die Malaria tropica ist die schwerste und gefährlichste Form, die durch Plasmodium falciparum verursacht wird und unbehandelt ein hohes Mortalitätsrisiko aufweist.
Welche Bedeutung kommt dem Mückennetz historisch zu?
Das Mückennetz wird bereits in antiken Quellen wie bei Herodot beschrieben und dient seit Jahrtausenden als einfache, aber effektive Barriere gegen die Überträgermücken.
Wie kann man persönlich gegen Malaria mitwirken?
Die Arbeit verweist auf die Initiative "Nothing But Nets", durch die man mit Spenden für insektizidbehandelte Moskitonetze direkt in Endemiegebieten Leben retten kann.
- Citar trabajo
- Mirjam Hofmann (Autor), 2009, Die Infektionskrankheit Malaria. Geschichte, Verbreitung und Arten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295116