Der Historiker Fritz Fischer und seine Thesen zur Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches und zur Frage der Schuld am Ersten Weltkrieg.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
2. Der Historiker Fritz Fischer und seine Thesen zur Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches und zur Frage der Schuld am Ersten Weltkrieg
3. Thesen und Einschätzungen anderer Historiker
3.1. Gerhard Ritter
3.2. Ludwig Dehio
3.3. Egmont Zechlin
3.4. Klaus-Dietrich Erdmann
3.5. Wolfgang J. Mommsen
4. Zusammenfassung
5. Schlußwort
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1. Quellenverzeichnis
6.2. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die durch den Historiker Fritz Fischer in den 1960er Jahren ausgelöste Kontroverse über die deutsche Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg. Ziel ist es, Fischers zentrale Thesen zur bewussten Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches darzustellen und diese den abweichenden Einschätzungen anderer namhafter Historiker gegenüberzustellen, um die wissenschaftliche Dynamik dieser Debatte aufzuzeigen.
- Rolle des Deutschen Kaiserreiches bei der Entstehung des Ersten Weltkrieges
- Analyse der Hauptthesen von Fritz Fischer und des Septemberprogramms
- Gegenüberstellung der Positionen von Historikern wie Ritter, Dehio, Zechlin, Erdmann und Mommsen
- Bedeutung der Kontroverse für das deutsche Geschichtsbild und die historische Forschung
Auszug aus dem Buch
2. Der Historiker Fritz Fischer und seine Thesen zur Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches
Die Hauptthese Fischers ist die, daß die Deutschland einen erheblichen Teil an der historischen Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges trägt und von Beginn des Kriegs eine festgelegte Kriegszielpolitik betrieb.
Fritz Fischer enthüllte 1961 in „Griff nach der Weltmacht“ und in seinen voran veröffentlichten Aufsätzen in wissenschaftlicher Methodik die Kriegszielpolitik des Deutschen Reiches und dessen Verantwortung am Ausbruch des Ersten Weltkrieges.
„Da Deutschland den österreichisch-serbischen Weg gewollt und gedeckt hat und, im Vertrauen auf die deutsche miltärische Überlegenheit, es im Juli 1914 bewußt auf einen Konflikt mit Rußland und Frankreich ankommen ließ, trägt die deutsche Reichsführung den entscheidenden Teil der historischen Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges.“
Im Vorwort wies Fischer jedoch darauf hin, daß er in diesem Buch die Vorkriegsentwicklung Deutschlands nicht erschöpfend darstellen könne, dies beanspruche ein weiteres Buch. Als solches legte F. Fischer 1969 „Krieg der Illusionen“ vor. Er führte hier die Grundlagen des Wilhelminischen Deutschlands, die deutsche Politik 1911 - 1914 und den Kriegsausbruch an und erkannte Interessenlagen und Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik. Auch stellte er fest, daß die Machtstellung der herrschenden Schichten durch eine erfolgreiche imperialistische Außenpolitik gesichert werden sollte, dabei die verschärften sozialen Spannungen durch einen Krieg lösend und das konservative System bewahrend.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Thematik der Kriegsschuldfrage durch ein Zitat und allgemeine Hinführung.
1. Einleitung: Vorstellung der zentralen Thesen Fritz Fischers aus seinen Hauptwerken sowie deren provokante Wirkung auf die Fachwelt.
2. Der Historiker Fritz Fischer und seine Thesen zur Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches: Detaillierte Analyse der Beweisführung Fischers, insbesondere hinsichtlich des Septemberprogramms und der Verantwortung der deutschen Reichsführung.
3. Thesen und Einschätzungen anderer Historiker: Darstellung der verschiedenen kritischen und unterstützenden Positionen führender Historiker wie Ritter, Dehio, Zechlin, Erdmann und Mommsen zur Fischer-Kontroverse.
4. Zusammenfassung: Resümee über die Bedeutung des Paradigmenwechsels in der Geschichtswissenschaft durch die Fischer-Kontroverse und die langfristigen Auswirkungen auf das Verständnis des 20. Jahrhunderts.
5. Schlußwort: Ein abschließendes Zitat, das den Ersten Weltkrieg als folgenschwere politische Spekulation charakterisiert.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten gedruckten und elektronischen Quellen.
Schlüsselwörter
Fischer-Kontroverse, Fritz Fischer, Erster Weltkrieg, Kriegsschuldfrage, Griff nach der Weltmacht, Krieg der Illusionen, Deutsches Kaiserreich, Kriegszielpolitik, Septemberprogramm, Historikerstreit, Imperialismus, Bethmann Hollweg, deutsche Geschichte, Geschichtswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschichtswissenschaftliche Debatte um die deutsche Mitschuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges, bekannt als Fischer-Kontroverse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Kriegszielpolitik des Deutschen Kaiserreiches, den deutschen Imperialismus vor 1914 sowie die gegensätzlichen Interpretationen der Historiker dazu.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Fischers Thesen zur bewussten Herbeiführung des Krieges darzulegen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung innerhalb der Historikerzunft nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Primärquellen und die vergleichende Betrachtung verschiedener wissenschaftlicher Interpretationen und Thesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Thesen von Fritz Fischer detailliert und stellt diese den Positionen anderer Historiker wie Gerhard Ritter, Ludwig Dehio oder Wolfgang J. Mommsen gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Fischer-Kontroverse, Kriegsschuld, Imperialismus und deutsche Geschichtswissenschaft definiert.
Welche Rolle spielt das Septemberprogramm in der Argumentation?
Das Septemberprogramm dient als zentrales Beweisstück für Fischers These, dass das Deutsche Reich bereits vor und zu Beginn des Krieges eine festgelegte und zielgerichtete Kriegszielpolitik verfolgte.
Wie bewerten die Historiker im Text die Thesen Fischers?
Die Bewertung reicht von scharfer Ablehnung durch Kritiker wie Gerhard Ritter bis hin zu einer differenzierten Annäherung oder Teilbestätigung durch Historiker wie Egmont Zechlin oder Karl-Dietrich Erdmann.
- Quote paper
- Dominik Petko (Author), 2003, Zur Diskussion über die Frage der Schuld am Ersten Weltkrieg am Beispiel der Fischer-Kontroverse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29514