„Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus!“
Wer kennt sie nicht diese Sprüche. Ja sogar Übersetzungshilfen um das gegenteilige Geschlecht besser verstehen zu können wurden schon geschrieben. Aber wie viel ist wirklich an typisch männlichen oder weiblichen Verhalten?
Dieser Frage geht diese Arbeit "Biologie als Schicksal" nach und beleuchtet dabei das Thema der geschlechterspezifischen Sozialisation unter den Gesichtspunkten der kulturvergleichenden (Margaret Mead, Eckert und Löffler), der psychologischen und biologischen Forschung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG:
2. ERGEBNISSE DER KULTURVERGLEICHENDEN FORSCHUNG
2.1. MARGARET MEAD
2.2 ECKERT UND LÖFFLER
3. ERGEBNISSE DER PSYCHOLOGISCHEN FORSCHUNG
3.1. INTELLEKTUELLE FÄHIGKEITEN
3.2. EMOTIONALE DISPOSITIONEN
4. ERGEBNISSE DER BIOLOGISCHE FORSCHUNG
5. FAZIT
6. ANHANG: LITERATURVERZEICHNIS:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob geschlechtsspezifische Persönlichkeitsmerkmale genetisch determiniert sind oder durch soziale Prozesse geformt werden. Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Haltbarkeit der These vom "genetisch angelegten Geschlechtstypus" anhand interdisziplinärer Ansätze zu prüfen.
- Kulturanthropologische Erkenntnisse über Geschlechterrollen
- Psychologische Untersuchung von Leistungs- und Verhaltensunterschieden
- Biologische Grundlagen der Geschlechtsunterschiede
- Sozialisationstheoretische Einordnung von Rollenbildern
- Analyse von Machtstrukturen und geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung
Auszug aus dem Buch
2.1. Margaret Mead
Eine der bekanntesten Forschern auf diesem Gebiet war Margaret Mead (1901- 1978). Sie prägte die psychologische bzw. ethnologische Anthropologie und trug sehr viel zur Forschung über die Geschlechterrollen bei. In den 20er und 30er Jahren erforschte Mead damals noch unbekannte Völker in der Südsee. Besonders interessant sind dabei die Berichte über die Tschambuli vom See, die nicht – so wie die meisten Stämme - patriarchalisch organisiert waren.
Die Tschambuli sind ein kleiner Stamm mit etwa 500 Leuten, die auf 3 Dörfer verteilt leben. Während die Frauen die häuslichen Arbeiten in den Wohnhäusern, auch „Häuser der Frauen“ genannt, verrichten, verbringen die Männer sehr viel Zeit in den Kult- oder Männerhäusern.
Es ist zwar so, dass die Frauen typische Arbeiten wie kochen und flechten übernehmen, viele Tätigkeiten unterscheiden sich aber stark von „unserem“ Frauenbild. So ist man für die Nahrung „von der Fischerei der Frauen abhängig. Männer fischen niemals. [...] Das wichtigste Gewerbe, die Herstellung der Moskitosäcke - für zwei von ihnen kann schon ein gewöhnliches Kanu eingehandelt werden – betreiben ebenfalls nur die Frauen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des genetisch angelegten Geschlechtstypus ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vorbestimmtheit durch Biologie versus Sozialisation.
2. ERGEBNISSE DER KULTURVERGLEICHENDEN FORSCHUNG: Dieses Kapitel analysiert durch kulturvergleichende Studien, wie stark Geschlechterrollen gesellschaftlich variieren und ob sie universell biologisch vorgeprägt sind.
2.1. MARGARET MEAD: Anhand der Feldforschung bei den Tschambuli und den Manus werden Rollenmodelle aufgezeigt, die den westlichen Vorstellungen von Geschlechtsspezifik widersprechen.
2.2 ECKERT UND LÖFFLER: Die Autoren beleuchten die ökonomischen und ökologischen Notwendigkeiten der Arbeitsaufteilung, etwa am Beispiel der Buschleute, und hinterfragen die biologische Determinierung.
3. ERGEBNISSE DER PSYCHOLOGISCHEN FORSCHUNG: Hier werden empirische Testverfahren herangezogen, um Intelligenz, Lernverhalten und andere psychische Merkmale auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin zu prüfen.
3.1. INTELLEKTUELLE FÄHIGKEITEN: Dieses Kapitel untersucht, ob in kognitiven Bereichen wie Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis oder mathematischen Fähigkeiten geschlechtsspezifische Überlegenheiten nachweisbar sind.
3.2. EMOTIONALE DISPOSITIONEN: Es wird analysiert, ob stereotype Annahmen über Ängstlichkeit oder Aggressivität bei Männern und Frauen wissenschaftlich belegbar oder durch das Rollenbild bedingt sind.
4. ERGEBNISSE DER BIOLOGISCHE FORSCHUNG: Dieser Teil prüft die biologischen Faktoren wie Hormone und Genetik auf ihre tatsächliche Relevanz für Verhaltensunterschiede zwischen den Geschlechtern.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist die These eines biologisch determinierten Geschlechtstypus weitgehend zurück, während es die Bedeutung der Sozialisation betont.
6. ANHANG: LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Webseiten auf, die der Arbeit zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Geschlechtsspezifische Sozialisation, Geschlechterrollen, Kulturanthropologie, Psychologie, Biologie, Geschlechtsunterschiede, Aggressivität, Intelligenz, Rollenbilder, Kulturdeterminismus, Arbeitsteilung, Machtstrukturen, Testosteron, Sozialisationsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht kritisch die Annahme, dass menschliche Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale biologisch durch das Geschlecht determiniert sind, und stellt diese dem Einfluss von Kultur und Sozialisation gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Kulturanthropologie, die empirische Psychologie und die biologische Forschung hinsichtlich ihrer Erkenntnisse über Geschlechterrollen und Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der These des "genetisch angelegten Geschlechtstypus", um festzustellen, ob geschlechtsspezifisches Verhalten ein Resultat von Biologie oder gesellschaftlicher Konstruktion ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen (Kulturanthropologie, Psychologie, Biologie) zusammenführt, um die genannten Theorien zu vergleichen und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Analysebereiche: die kulturvergleichende Perspektive auf Rollenbilder, die psychologische Auswertung von Leistungsdaten und die Untersuchung biologischer Faktoren wie Hormone.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialisation, Geschlechterrollen, Kulturdeterminismus, Aggressivität, Intelligenz und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.
Warum ist die Forschung von Margaret Mead hier so wichtig?
Meads Forschung an Völkern wie den Tschambuli zeigt auf, dass Geschlechterrollen in anderen Kulturen völlig anders verteilt sein können als in der westlichen Welt, was die Theorie der biologischen Vorbestimmtheit schwächt.
Welcher Geschlechtsunterschied lässt sich wissenschaftlich am ehesten belegen?
Laut der vorliegenden Arbeit ist die höhere Aggressivitätsdisposition bei Männern das einzige wissenschaftlich hinreichend gesicherte Merkmal, wobei jedoch auch hier die soziale Ausprägung stark variieren kann.
- Citation du texte
- Julia Koller (Auteur), 2001, Biologie als Schicksal? Über die Grenzen der geschlechtsspezifischen Sozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2952