Diese Arbeit soll einen Einblick in die Entwicklung der Werte in der Mitarbeiterführung im Wandel der Zeit geben, die Gründe des Wertewandels aufzeigen und die Standpunkte von
Mitarbeitern und Führungskräften beschreiben. Einleitend wird der Begriff "Wert" in Verbindung mit der Gesellschaft, der Ökonomie und die sogenannten Grundwerte erklärt. Hiervon ausgehend werden im zweiten Kapitel die Menschenbilder von 1820 bis 1960 analysiert. Marx und Engels hatten sich das Ziel gesetzt, eine klassenlose Gesellschaft durchzusetzen, die keine Hilfe des Staates benötigt und den Kapitalismus beseitigt. Demgegenüber existierte für den Ingenieur Taylor zwei Klassen, die führenden Angestellten und die einfachen Artbeiter. Im dritten Teil der Arbeit werden die Gründe für den Wertewandel, wie Technologisierung, Globalisierung und Individualisierung behandelt. Das vierte Kapitel stellt die Mitarbeiterführung und die Werte im Unternehmen dar. Zu Beginn wird die Rolle der Führungskraft beleuchtet und die Werte dargelegt. Anschließend wird die Rolle des Mitarbeiters im Arbeitsverhältnis angesprochen. Es wird gezeigt, dass sich im Unternehmen eine Bewegung hin zum Mitarbeiter als „Mitdenker“ und „Mitbestimmer“ in Entscheidungen vollziehen muss. Schließlich wird der Wertewandel in ausgewählten Bereichen erörtert. Dabei werden die verschiedenen Führungsstile beleuchtet. In der Schlussbetrachtung wird die erfolgte inhaltliche Darstellung reflektiert und bewertet. Es wird deutlich, dass der Mitarbeiter für das Unternehmen der wichtigste Erfolgsfaktor ist. Daraus wird abgeleitet, dass ein wertefundiertes Handeln, ausgerichtet auf den Mitarbeiter, notwendig für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens ist. Die Studienarbeit beschäftigt sich nicht mit dem Wertewandel in Bereichen wie Schule und Bildung, Politik und Religion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Werte
2.1. Wertebegriff
2.2. Soziologischer Wertebegriff
2.3. Ökonomischer Wertebegriff
2.4. Grundwerte
3. Menschenbilder in der Zeit von 1820 bis 1960
3.1. Marxismus (Karl Marx)
3.2. Bürokratie (Max Weber)
3.3. Taylorismus (Frederick Winslow Taylor)
3.4. Wirtschaftswunder (Ludwig Erhard)
4. Gründe für den Wertewandel
4.1. Technologisierung
4.2. Globalisierung
4.3. Individualisierung
5. Mitarbeiterführung und Werte im Unternehmen
5.1. Führungskräfte
5.1.1. Rolle der Führungskräfte
5.1.2. Werte der Führungskräfte
5.2. Mitarbeiter
5.2.1. Rolle der Mitarbeiter
5.2.2. Werte der Mitarbeiter
5.3. Wertewandel in ausgewählten Bereichen
5.3.1. Führungsstil
5.3.2. Interne Kommunikation
5.3.3. Lohnmodell
5.3.4. Arbeitsmoral
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung von Werten in der Mitarbeiterführung und analysiert, wie sich unterschiedliche Menschenbilder und gesellschaftliche Wandlungsprozesse auf die Arbeitswelt auswirken, um das Verständnis für eine werteorientierte Unternehmensführung zu schärfen.
- Historische Analyse von Menschenbildern (Marxismus bis Wirtschaftswunder)
- Einflussfaktoren des Wertewandels: Technologie, Globalisierung und Individualisierung
- Rollenverständnis und Werte von Führungskräften und Mitarbeitern
- Veränderungen in betrieblichen Kernbereichen wie Führungsstil und Entlohnung
- Bedeutung von Vertrauen und Sinnfindung für den nachhaltigen Unternehmenserfolg
Auszug aus dem Buch
3.3. Taylorismus (Frederick Winslow Taylor)
Das Ziel des Ingenieurs Taylor war es, die nationale Leistungsfähigkeit zu steigern, vorhandene Ressourcen bestens auszunutzen, die sozialen Probleme zu lösen und Wohlstand für alle zu erreichen (Bea und Göbel, 2002, S. 56). Daher versuchte er, von einer rein rationellen und mechanistischen Sichtweise, Betriebsabläufe neu zu strukturieren. Die folgenden Grundprinzipien prägen das sogenannte Scientific Management4.
• präzise Anleitungen
• hohe Arbeitsteilung
• Geld als Motivationsfaktor
Eine genaue Anleitung ermöglicht eine effektivere Kontrolle. Durch zahlreiche Statistiken, Dokumentationen und Listen ist der Betrieb stark formalisiert, sodass die ganze Kommunikation schriftlich abläuft (Bea und Göbel, 2002, S. 58). Die hohe Arbeitsteilung im Betrieb ermöglicht eine gute Ausnutzung der Spezialisierung einzelner Mitarbeiter und hilft, einzelne Aufgaben gezielt zuzuweisen.
Arbeiter und Koordinator haben ihre festen Rollen. Als Motivation zur Arbeitsbereitschaft der „niedrigen Bevölkerung“ sieht Taylor nur den Lohn. Die Entlohnung und die Strafe stehen direkt mit der Arbeitsleistung in Verbindung, da sonst die Bequemlichkeit und die Faulheit der Arbeiter überhand nimmt. Die Arbeiter beschreibt Taylor als ungebildet, dickfellig und grobschrötig und daher ist er der Meinung, dass sie ein scharf umgrenzetes Pensum brauchen und belehrt und erzogen werden müssen (Bea und Göbel, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik unterschiedlicher Wertesysteme zwischen Mitarbeitern und Führungskräften ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Wertewandel in der Mitarbeiterführung historisch und inhaltlich aufzuarbeiten.
2. Werte: In diesem Kapitel werden der allgemeine, soziologische und ökonomische Wertebegriff definiert sowie fundamentale Grundwerte für das menschliche Zusammenleben erläutert.
3. Menschenbilder in der Zeit von 1820 bis 1960: Dieses Kapitel analysiert verschiedene historische Menschenbilder, darunter den Marxismus, die Bürokratie nach Weber, den Taylorismus und die Zeit des Wirtschaftswunders, um deren Einfluss auf das damalige Arbeitsleben zu verdeutlichen.
4. Gründe für den Wertewandel: Dieses Kapitel untersucht die zentralen Treiber des gesellschaftlichen Wertewandels, namentlich Technologisierung, Globalisierung und Individualisierung, und deren Auswirkungen auf die heutige Arbeitswelt.
5. Mitarbeiterführung und Werte im Unternehmen: Dieses Kapitel beleuchtet das Zusammenspiel zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, analysiert deren Rollen sowie Werte und diskutiert spezifische Bereiche wie Führungsstile, Kommunikation, Entlohnung und Arbeitsmoral.
6. Fazit: Die Schlussbetrachtung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer werteorientierten Unternehmensführung und Dialogkultur für einen nachhaltigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Mitarbeiterführung, Menschenbild, Unternehmensführung, Führungskraft, Arbeitnehmer, Technologisierung, Globalisierung, Individualisierung, Führungsstil, Unternehmenskultur, Motivation, Vertrauen, Sinnfindung, Nachhaltiger Erfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit dem Wandel von Werten im Kontext der Mitarbeiterführung im Zeitverlauf und wie diese Veränderungen das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Angestellten prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung von Menschenbildern, den Treibern des Wertewandels wie Globalisierung und Digitalisierung sowie deren direkten Auswirkungen auf die betriebliche Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die veränderten Anforderungen an die Mitarbeiterführung zu schaffen und aufzuzeigen, warum wertefundiertes Handeln heute ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und theoretischen Aufarbeitung des Themas, ergänzt durch eine eigene explorative Umfrage unter jungen Arbeitnehmern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Menschenbilder, die Darstellung der Gründe für den Wertewandel und eine detaillierte Untersuchung der Mitarbeiterführung, inklusive Führungsstilen, Lohnmodellen und interner Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Kernbegriffe umfassen Wertewandel, Mitarbeiterführung, Unternehmenskultur, Menschenbilder, Sinnfindung und nachhaltiger Erfolg.
Warum ist der Taylorismus für das Verständnis heutiger Führung problematisch?
Der Taylorismus betrachtete Mitarbeiter als rein ausführende, austauschbare Kräfte, deren Motivation fast ausschließlich über den Lohn gesteuert wurde, was dem heutigen Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Mitbestimmung entgegensteht.
Welche Rolle spielt die Interne Kommunikation für moderne Unternehmen?
Sie gilt als das wichtigste Instrument der Führung, da sie nicht nur Informationen transportiert, sondern auch Einstellungen und Werte vermittelt und ein offenes, transparentes Betriebsklima schafft.
Welche Bedeutung hat das Lohnmodell für die Wertvorstellungen der Mitarbeiter?
Ein modernes Lohnmodell sollte weniger ein reines Kontrollinstrument sein, sondern die Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit widerspiegeln und damit die individuellen Wertvorstellungen der Mitarbeiter berücksichtigen.
- Quote paper
- Cristina Cusin-Busch (Author), 2005, Mitarbeiterführung. Werte und Führung im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295208