Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie die Balanced Scorecard im Krankenhaus umgesetzt werden kann und welche Erfolge sich durch die Einführung der Balanced Scorecard einstellen. Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Balanced Scorecard dargestellt. Darauf folgt die Ausgangssituation in den Krankenhäusern. Des Weiteren werden im Rahmen dieser Arbeit die Vorgehensweise der Balanced Scorecard anhand von Beispielen erklärt und erfolgreiche Praxisbeispiele zur Umsetzung der Balanced Scorecard im Krankenhaus dargestellt. Zum Schluss geht es um die Vor- und Nachteile der Balanced Scorecard und um mögliche Hindernisse bei der Einführung dieses Managementinstruments.
Durch die veränderten Rahmenbedingungen für Krankenhäuser steigt der Kostendruck für die Einrichtungen stark an. Weiterhin steigt der Konkurrenzdruck. Bestehende Strukturen müssen verändert werden, um die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen. Um die wirtschaftlichen Engpässe zu verringern und sich eigenständig im Wettbewerb zu behaupten, benötigen die Krankenhäuser Strategien und strategische Instrumente, die schon seit vielen Jahren in der Industrie im Einsatz sind.
Viele Kliniken funktionieren nach der Devise „Try and Error“. Das bedeutet, dass mit begrenztem Wissen so lange Lösungsmöglichkeiten ausprobiert werden, bis die passende Lösung gefunden wird. Fehlschläge werden dabei in Kauf genommen. Die zur Verfügung stehenden Managementmethoden kommen nicht auf allen Ebenen zum Einsatz oder sie werden nicht transparent genug gemacht. Visionen und Strategien werden nicht den Anforderungen entsprechend entwickelt, und die Mitarbeiter werden nicht für diese Ideen sensibilisiert und motiviert. Die Mitarbeiter müssen Veränderungsprozesse willkommen heißen und sich nicht wegen ihres Misstrauens, das aus ihrer Unwissenheit heraus entsteht, davor sträuben.
Die Entwicklung einer Strategie und die Umsetzung dieser mittels der Balanced Scorecard, einem wirkungsvollen Managementinstrument, ist eine Möglichkeit, um die Herausforderungen zu bewältigen. Die Balanced Scorecard wird auch vereinfacht als ausgewogenes Kennzahlensystem bezeichnet. In der Industrie wird sie seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Es liegt nahe, dass sich ein ähnlicher Erfolg durch die Implementierung der Balanced Scorecard in Krankenhäusern einstellt. Einige Krankenhäuser haben das Instrument bereits verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau und Problemstellung
2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.1 Definition des Kennzahlenbegriffs und die Gruppierung
2.1.1 Definition
2.1.2 Kennzahlengruppen
2.2 Adressaten und Aufgabe von Kennzahlen
2.2.1 Adressaten
2.2.2 Aufgabe von Kennzahlen
2.2.3 Grenzen der Kennzahlenanwendung
2.2.4 Auswahl der Kennzahlen
2.2.5 Schlussbetrachtung
2.3 Kennzahlensysteme
2.3.1 Erscheinungsformen
2.3.2 Arten von Kennzahlensystemen
2.3.3 Schlussbetrachtung
3 Balanced Scorecard
3.1 Entstehungsgeschichte der Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton
3.2 Definition der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument im Krankenhaus
3.3 Konzept der Balanced Scorecard
3.3.1 Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard:
3.3.2 Die verschiedenen Ansätze der Balanced Scorecard
3.4 Ausgangssituation in Krankenhäusern
3.5 Vorgehensweise bei der Balanced Scorecard mit Hilfe von Beispielen
3.5.1 Sieben Schritte zur Entwicklung der Balanced Scorecard
3.5.2 Die Balanced Scorecard als Grundlage für eine umfassende strategische Berichterstattung
3.5.3 Umsetzung der BSC im Unternehmen
3.5.4 Das Rollout
3.6 Erfolgreiche Beispiele zur Umsetzung der Balanced Scorecard im Krankenhaus
3.6.1 Praxisbeispiel 1
3.6.2 Praxisbeispiel 2
3.6.3 Praxisbeispiel 3
3.6.4 Praxisbeispiel 4
3.6.5 Praxisbeispiel 5
3.6.6 Zusammenfassung
3.7 Stärken und Schwächen der BSC
3.7.1 Stärken
3.7.2 Schwächen
3.8 Chancen, Risiken und häufige Fehler bei der Umsetzung
3.8.1 Chancen
3.8.2 Risiken
3.8.3 Häufige Fehler
3.9 Hindernisse im Krankenhaussektor
3.9.1 Hindernisse, die eine erfolgreiche Umsetzung der Balanced Scorecard behindern
3.9.2 Hindernisse, die durch den Einsatz der Balanced Scorecard überwunden werden können
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Managementinstrument Balanced Scorecard effektiv in Krankenhäusern implementiert werden kann, um angesichts wachsenden Kostendrucks und komplexer Anforderungen eine strategische Steuerung zu ermöglichen. Ziel ist es, den Nutzen und die Vorgehensweise bei der Einführung darzustellen und aufzuzeigen, wie Krankenhäuser durch eine ausgewogene Steuerung zukunftsfähig bleiben.
- Grundlagen von Kennzahlen und Kennzahlensystemen
- Konzept und Perspektiven der Balanced Scorecard
- Schrittweise Implementierung der Balanced Scorecard im Krankenhaus
- Praxisbeispiele zur Anwendung in verschiedenen Kliniken
- Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bei der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard:
1. Finanzwirtschaftliche Perspektive: Durch finanzielle Kennzahlen ist erkennbar, ob die Strategieumsetzung des Unternehmens zum Erfolg geführt hat oder nicht. Finanzielle Kennzahlen sind Rentabilität, Umsatz, Gewinn und Eigenkapitalrendite. Die Ziele können in ein Shareholder-Value-Konzept einfließen. Somit wird die Wertentwicklung des Unternehmens betrachtet statt ausschließlich der Gewinn. Mögliche Zielformulierungen für die finanzwirtschaftliche Perspektive sind:
Steigerung der Rentabilität um 5 % innerhalb von 1 Jahr
ROI-Ziel: 10 % innerhalb von 1 Jahr
2. Kundenperspektive: Es wird ausgewertet, wie das Unternehmen aus der Kundenperspektive gesehen wird. Die Kunden- und Marktsegmente des Unternehmens werden dabei betrachtet und nach quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Größen unterschieden:
quantifizierbar: Marktanteile, Kundenbindung, Kundenzufriedenheit
nicht quantifizierbar: Kundenbeziehungen, Image
Das Ziel bei dieser Perspektive ist es, die Strategie auf den Kunden und den Absatzmarkt für die Dienstleistung des Unternehmens zu beziehen. Bei einer Steigerung des Marktanteils als mögliche Zielformulierung muss sich der Unternehmer mit den Charakteristika der Käufergruppe auseinandersetzen, die erschlossen werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufbau und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert den steigenden Kostendruck und die zunehmende Komplexität in Krankenhäusern, die den Bedarf für strategische Managementinstrumente wie die Balanced Scorecard verdeutlichen.
2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme: Es werden die begrifflichen Grundlagen sowie die Funktionen von Kennzahlen als Informations- und Steuerungsinstrumente in der Organisation dargelegt.
3 Balanced Scorecard: Das Kernkapitel beschreibt das Konzept, die verschiedenen Modelle und die spezifische Vorgehensweise zur Einführung einer Balanced Scorecard in Krankenhäusern inklusive Praxisbeispielen sowie einer Analyse von Erfolgsfaktoren und Hindernissen.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Balanced Scorecard als Managementinstrument, das trotz hoher Anforderungen an die Implementierung einen wertvollen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern leisten kann.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Krankenhausmanagement, Kennzahlensysteme, Strategieimplementierung, Gesundheitswirtschaft, Performance Measurement, Strategische Steuerung, Erfolgsfaktoren, Prozessorientierung, Ressourcenallokation, Qualitätsmanagement, Unternehmensziele, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Change Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Steuerung in Krankenhäusern eingesetzt werden kann, um auf veränderte Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kennzahlen und Kennzahlensystemen, die methodische Erarbeitung der Balanced Scorecard, deren praktische Umsetzung im Klinikalltag sowie die kritische Reflexion von Chancen und Hindernissen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Krankenhäuser die Balanced Scorecard erfolgreich umsetzen können und welche Erfolge sich durch dieses Instrument für die strategische Ausrichtung und das Controlling realisieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -analyse, die durch die Darstellung von Praxisbeispielen aus verschiedenen nationalen und internationalen Krankenhäusern ergänzt und untermauert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Kennzahleneinsatzes, das Konzept der Balanced Scorecard mit ihren vier Perspektiven, verschiedene Umsetzungsmodelle (wie z. B. nach Kaplan/Norton oder Friedag/Schmidt) und eine detaillierte Analyse der spezifischen Bedingungen im Krankenhaussektor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Gesundheitswirtschaft, strategische Steuerung, Prozessmanagement und Performance Measurement geprägt.
Was besagt das ZAK-Prinzip?
Das ZAK-Prinzip (Ziel, Aktion, Kennzahl) nach Friedag und Schmidt beschreibt eine Methode zur inhaltlichen Ausgestaltung der Scorecard, bei der für jede strategische Aktion zuerst das Ziel definiert und anschließend eine messbare Kennzahl zur Erfolgskontrolle festgelegt wird.
Warum sind Krankenhäuser bei der Implementierung von Strategien besonders gefordert?
Krankenhäuser weisen eine hohe Arbeitsteiligkeit, dezentrale Planungsprozesse und eine Trennung zwischen medizinischen, pflegerischen und administrativen Funktionen auf, was die strategische Ausrichtung und Koordination deutlich komplexer gestaltet als in herkömmlichen Industrieunternehmen.
Welche Rolle spielt die Berichts-Scorecard?
Die Berichts-Scorecard dient als zentrales Informationsinstrument, das sowohl die strategischen Potenziale als auch deren Nutzung im operativen Alltag dokumentiert und somit die Verbindung zwischen strategischem Management und dem laufenden Tagesgeschäft sicherstellt.
- Citation du texte
- Anika Heinrich (Auteur), 2014, Balanced Scorecard im Krankenhaus. Ein effektives Managementführungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295259