Die globale Herausforderung der Arbeitswelt und die Veränderung der Rahmenbedingungen zu Beginn des neuen Jahrhunderts stellen Unternehmen, insbesondere die industriellen Unternehmen vor neue Aufgaben. Die Differenzierung über das Produkt reicht in vielen Fällen nicht mehr aus, um dem verschärften Konkurrenzkampf standzuhalten. Die immer komplexer werdenden Firmennetzwerke erfordern neue, zeitgemäß anpassungsfähige Geschäftsprozesse, um wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu erreichen.
Es ist zu beobachten, dass sich das Handlungsumfeld von vielen Unternehmen heute grundsätzlich gewandelt hat. Es ist dynamischer, unvorhersehbarer und turbulenter geworden. Der infolge der Internationalisierung der Märkte enorm gestiegene Wettbewerbsdruck zwischen den Unternehmen, ein immer erfolgreicheres E-Business und eine neue Informationsdichte für die Kunden via Internet über Produkte, deren Preise, Verfügbarkeit sowie Lieferzeiten zwingen die Unternehmen, die Geschäftsprozesse besser aufeinander abzustimmen. Im globalen Wettbewerb bilden die Entwicklung lösungsorientierter Dienstleistungen für den Kunden und ein ganzheitliches Kostenmanagement die langfristigen Erfolgsgaranten. Entsprechend müssen die globalen, unternehmensübergreifenden Konzepte und die internen fertigungs- und Logistikprozesse kundenauftragsorientiert und kostenminimal ablaufen, so dass mit geringsten Mitteln der Kundennutzen maximiert werden kann. Um genau dieses Ziel zu erreichen, müssen die Geschäftsprozesse neu definiert, die Fabriken umgestaltet und die eigene Supply Chain (SC), die logistische Wertschöpfungskette aktiv gestaltet werden. Die gesamte Wertschöpfungskette mitsamt den darin stattfindenden Produktions- und Logistikprozesse zu betrachten, wird im Supply Chain Management (SCM) verbreitet, das in der Unternehmungspraxis auch in der Bundesrepublik Deutschland in letzter Zeit einen immer größeren Stellenwert einnimmt.
Es wird im Rahmen dieser Arbeit versucht, eine systematische Einführung in die wesentlichen Grundlagen des Supply Chain Management zu geben. Dabei soll die Notwendigkeit des SCM und dessen Einordnung in die betriebswirtschaftlichen Prozesse geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung des Supply Chain Management
3 Begriff und Bedeutung des Supply Chain Management sowie Abgrenzung zur Logistik
4 Aufgaben, Ziele und Maßnahmen des Supply Chain Management
5 Problemfelder bei der Realisierung
6 Ein praktisches Beispiel für diffuse Probleme der Supply Chain
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine systematische Einführung in die Grundlagen des Supply Chain Managements, klärt dessen Notwendigkeit in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld und ordnet das Konzept in die betriebswirtschaftlichen Prozesse ein.
- Historische Entwicklung und Wurzeln des SCM
- Begriffsbestimmung und Abgrenzung zur klassischen Logistik
- Zentrale Aufgaben, Ziele und Erfolgsfaktoren für Unternehmen
- Herausforderungen und Problemfelder bei der praktischen Realisierung
- Lösungsansätze bei Störungen in der Supply Chain
Auszug aus dem Buch
4 Aufgaben, Ziele und Maßnahmen des Supply Chain Management
Die Aufgabe des Supply Chain Management besteht in erster Linie darin, entlang der Wertschöpfungskette partnerschaftliche Wettbewerbsvorteile für alle Beteiligten zu realisieren. Die Wettbewerbsvorteile können dabei im Wesentlichen auf Kostenreduktion entlang der Wertschöpfungskette und/oder Verbesserungen des (End-) Kundenservice beruhen. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben muss das SCM differente Punkte beachten. Darunter fallen vor allem Quantitäten, Qualitäten, Preise, Liefer- und Lagerorte sowie (Liefer-)Termine.
Als nächstes ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass das SCM-Konzept daneben noch weitere zwei Hauptaufgaben hat: Die Kooperations- und Koordinationsaufgaben. Die Kooperationsaufgaben beinhalten die Auswahl der SC-Partner, den Aufbau und die Gestaltung einer Netzwerkstruktur, die Regelung der Beziehungen zwischen den SC-Partnern und die Regelung der Machtverhältnisse innerhalb der Supply Chain. Dagegen umfassen die Koordinationsaufgaben vor allem die Gestaltung und Planung unternehmensübergreifender Prozesse, die Informationsversorgung (z.B. Bereitstellung der Informations- und Kommunikationstechnologie, Gestaltung der Informationsprozesse, Steuerung der Informationsflüsse) und Steuerung der Supply Chain (z.B. Instrumente der hierarchischen Koordination, Instrumente der heterarchischen Koordination).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die veränderten globalen Rahmenbedingungen, die Unternehmen zu einer Neugestaltung ihrer Geschäftsprozesse und zur Einführung des Supply Chain Managements zwingen.
2 Historische Entwicklung des Supply Chain Management: Dieses Kapitel erläutert, dass SCM aus der unternehmerischen Praxis entstand und sich über die Jahre von einer logistikorientierten Lagerbestandsreduzierung zu einem ganzheitlichen Managementkonzept entwickelte.
3 Begriff und Bedeutung des Supply Chain Management sowie Abgrenzung zur Logistik: Hier wird der SCM-Begriff definiert und von der traditionellen Logistik abgegrenzt, wobei der Fokus auf der netzwerkübergreifenden Koordination aller Material-, Informations- und Geldströme liegt.
4 Aufgaben, Ziele und Maßnahmen des Supply Chain Management: Das Kapitel behandelt die Kooperations- und Koordinationsaufgaben des SCM sowie spezifische Ziele wie Informationsflussverbesserung, Lagerkostensenkung und Kundenzufriedenheit.
5 Problemfelder bei der Realisierung: Es werden die kritischen Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von SCM analysiert, insbesondere die Herausforderungen bei Organisation, Koordination und der notwendigen Veränderungsbereitschaft in Unternehmen.
6 Ein praktisches Beispiel für diffuse Probleme der Supply Chain: Dieser Abschnitt beschreibt ein methodisches Vorgehen zur Identifikation und Analyse von Störungen innerhalb einer Lieferkette mittels Interviews und Datenabgleichen.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung über die wachsende Bedeutung des SCM als unverzichtbare Methode zur Bewältigung der zunehmenden Markkomplexität.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Logistik, Wertschöpfungskette, Geschäftsprozesse, Koordination, Kooperation, Wettbewerbsvorteile, Informationsfluss, Kundenzufriedenheit, Synergieeffekte, Prozessoptimierung, Unternehmensnetzwerk, Materialfluss, Lieferkette, Kostenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Konzepten des Supply Chain Management (SCM) und deren Anwendung in der modernen Unternehmenspraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition des SCM, die historische Einordnung, die Abgrenzung zur Logistik sowie die Analyse von Aufgaben, Zielen und typischen Problemfeldern bei der Realisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine systematische Einführung in das SCM zu geben und zu verdeutlichen, warum ein ganzheitliches Management der Wertschöpfungskette für heutige Unternehmen notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Aufsatz, der auf einer Literaturanalyse basiert, um theoretische Konzepte und Praxisanforderungen zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des SCM, die Beschreibung der Kooperations- und Koordinationsaufgaben sowie die Identifikation von praktischen Problemstellungen in Lieferketten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Supply Chain Management, Wertschöpfungskette, Prozessoptimierung, Koordination, Kooperation und Effizienzsteigerung sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie unterscheidet sich SCM laut dieser Arbeit von der Logistik?
Während sich die Logistik primär auf die Flüsse innerhalb eines einzelnen Unternehmens konzentriert, betrachtet das SCM das gesamte Netzwerk vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher unter Einbeziehung von Material-, Informations- und Geldströmen.
Was sind die größten Hindernisse bei der SCM-Realisierung?
Die größten Hemmnisse sind unter anderem Widerstände der Mitarbeiter, unklare Zielvorgaben, mangelnde Bereitschaft zum Informationsaustausch und ungeeignete Organisationsstrukturen.
Wie sollte man bei Störungen in der Supply Chain methodisch vorgehen?
Der Autor empfiehlt eine systematische Ursachenforschung mittels Interviews mit allen Beteiligten sowie den Abgleich von Informations- und Materialflüssen, um dann gezielte Prozessoptimierungen vorzunehmen.
Welche Rolle spielen Synergieeffekte im SCM?
Synergieeffekte gelten als entscheidender Nutzen, der durch die vertrauensvolle, zielorientierte Zusammenarbeit und Vernetzung der einzelnen Unternehmen innerhalb einer Lieferkette entsteht.
- Citation du texte
- Ibrahim Bekmezci (Auteur), 2015, Supply Chain Management. Aufgaben, Ziele, Maßnahmen und Problemfelder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295310