Bilanzanalyse der XING AG


Hausarbeit, 2014
43 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unternehmenshintergrund der XING AG

2. Analyse der Ertragslage
2.1 Jahresergebnisbereinigung
2.2 Umsatzaufteilung nach Produkten und Regionen

3. Analyse der Finanz- und Vermögenslage

4. Prognose

I. Literaturverzeichnis

II. Internetlinks

III. Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Umsatzerlösentwicklung der XING AG von 2011 bis 2013

Abbildung 2: Bereinigungsrechnung des ausgewiesenen Jahresergebnisses

Abbildung 3: Entwicklung der Umsatzerlöse nach Produktsparten

Abbildung 4: Eigenkapitalbereinigung

Abbildung 5: Umsatzwachstum und Gewinnwachstum je Aktie: Prognose für 2014

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Unternehmenshintergrund der XING AG

Das 2003 von Lars Hinrichs in Hamburg gegründete Unternehmen ist mit Börsengang im Jahr 2006 zur XING AG gestaltet worden. XING AG betreibt eine der führenden Websites für Professional Networking im deutschsprachigen Raum. Heute nutzen mehr als 14 Mio. Mitglieder die Internet-Plattform weltweit für Geschäft, Job und Karriere, davon 7 Mio. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die internationale, mehrsprachige, internetbasierte Plattform ist zu eine „Beziehungsmaschine“ geworden, die ihren Mitgliedern diverse Möglichkeiten bittet, wie z.B. neue geschäftliche Kontakte zu knüpfen, bestehende Kontakte aufrechtzuerhalten sowie Meinungen und Informationen auszutauschen. Des Weiteren können bei XING nicht nur einzelne Nutzer ein eigenes Profil von sich anlegen sondern auch Unternehmen. Dort können sie ihr Fachpersonal/Talente selber suchen, Stellenangebote einstellen, Veranstaltungen organisieren und sich an verschiedenen Diskussionen in Fachgruppen beteiligen. (vgl. Internetseite: http://www.gruenderszene.de/datenbank/unternehmen/xing [Abgerufen 01.08.2014 ])

Das Unternehmen XING besteht aus drei Geschäftssegmenten Network/Premium, E-Recruiting und Events. Der Geschäftsbereich „Network/Premium“ unterteilt sich in zwei Teilbereiche. Der Bereich „ Network “ umfasst alle Basisfunktionen der XING-Plattform und liefert damit die Grundlage für alle anderen Geschäftsbereiche. Und der Teilbereich „Premium“ verfügt über zwei wesentliche Geschäftsmodelle: „Premium-Mitgliedschaft“ und „Advertising & Partnerships“. Die Premium-Mitgliedschaft ist in zwei Laufzeitvarianten verfügbar (3 Monate für 9,95 € im Monat und 12 Monate für 7,95 € im Monat). Beim Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft sind dem Nutzer alle mögliche Funktionen und Vorteile freigeschaltet, die das Unternehmen anbietet, wie z.B. exklusiven Zugang zu Angeboten von Kooperationspartnern (z.B. Sixt® , REWE) oder Anhänge von bis zu 100 MB je Datei an alle Kontakte versenden. In dem Geschäftsmodell „Advertising & Partnerships“ werden im Wesentlichen Werbeflächen auf www.xing.com vermarktet. Werbetreibende haben über ein Vermarktungsunternehmen Zugang zu den klassischen Werbeformen auf Basis des TKP-Modells (Tausenderkontaktpreis). So stehen Werbetreibenden Formate wie bspw. Superbanner, Logout-Page-Ad, Activity-Stream Headline, Wallpaper sowie Newsletter zur Verfügung. Der Geschäftsbereich „E-Recruiting“ umfasst die Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen „Active & Passive Recruiting“ sowie „Employer-Branding“. Im Teilbereich „Passive Recruiting“ können Personalsuchende unterschiedliche Formen von Stellenanzeigen auf der XING-Plattform veröffentlichen.

Demgegenüber können die Unternehmen und Personalvermittler im Teilbereich „Active Recruiting“ regelmäßig nach passenden Kandidaten für die Besetzung vakanter Positionen suchen und diese kontaktieren. Zum Teilbereich „Employer-Branding“ gehören die Employer-Branding-Profile. Arbeitgeber können mittels eines Unternehmensprofils ihre Arbeitgebermarke positiv hervorheben und interessierten Kandidaten mehr Angaben über das Arbeitsumfeld sowie weitere wichtige Informationen über sich als Arbeitgeber zur Verfügung stellen. Im Geschäftsbereich „Events“ generiert die XING AG bisher Umsatzerlöse mit der Abwicklung von Events. Die Eventveranstalter können die Technologie der XING-EVENTS nutzen, diese bietet ihnen alle für das Eventmanagement erforderlichen Prozesse, wie Registrierung, Ticketausstellung und Abrechnung. Ferner generiert die XING AG weitere Umsätze mit dem AdCreator für Events. Damit können Eventveranstalter ein eingestelltes Event auf XING mittels eines Online-Tools die für sie relevanten Zielgruppen auswählen und ihr Event entsprechend vermarkten. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

Um bei den Nutzern den Wert und Relevanz der Mitgliedschaft weiterhin zu steigern, hat XING bereits einige wichtige Investitionen getätigt. Im Jahr 2010 übernahm XING die in München ansässige amiando AG, Europas führenden Anbieter von Online-Eventmanagement und –Ticketing.[1] Eine weitere Akquisition erfolgte im Jahr 2013, das Unternehmen kununu GmbH (Marktführer für Arbeitgeberbewertungen).[2] Auch im Teilbereich „Aktives Recruiting“ hat XING sein eigenes Tool XING-Talentmanager (XTM) speziell für die Personalabteilungen und Personalberatungen entwickelt, so können Unternehmen geeigneten Kandidaten einfach und schnell über XING finden und ansprechen.[3] Mit Hilfe dieser Investitionen ermöglicht XING seinen Mitgliedern Online-Veranstaltungen direkt über XING zu benutzen, sprich Event-Tickets anbieten und verkaufen. Mit der Übernahme von kununu GmbH möchte XING seinen Mitgliedern durch radikale Transparenz einen wertvollen Service bieten und gleichzeitig seine Position als Marktführer im Wachstumsmarkt Social-Recruiting weiter ausbauen. Laut XING konnte die Deutsche Telekom AG dank Einsatz des XTMs die Kosten für die Besetzung offener Stellen um 80% reduzieren und gleichzeitig die Besetzungszeiten um mehr als 70% verkürzen.[4]

Aktuell befindet sich das Unternehmen in der wirtschaftlichen Aufschwungsphase und steigert kontinuierlich sein Umsatz von Jahr zu Jahr. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2013 können 571 Mitarbeiter und ein Umsatz von 84,8 Mio. € festgehalten werden sowie ein positives operatives Cashflow i.H.v. 23,8 Mio. €. Auch die XING-Aktie hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2013 positiv entwickelt. So ist die XING-Aktie mit einem Kurs von 74,40 € am 31.12.2013 aus dem Handel gegangen und ist mit 78% deutlich höher ausgefallen als im Jahr 2012 (41,87 €). (vgl. XING-Geschäftsberichte 2013)

2. Analyse der Ertragslage

Betrachtet man die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns, so stellt man fest, dass der Personal- und Marketingaufwand sowie die sonstige betriebliche Aufwendungen den größten Posten darstellen. Der Personalaufwand machte im Jahr 2013 42,2% der Gesamtleistung aus. Zum Ende des Berichtsjahres (2013) ist die Zahl der Angestellten gestiegen von 513 (Stand:2012) auf 571, dieses entspricht einem Zuwachs von 58 Mitarbeitern zum Vorjahr. Entsprechend erhöhte sich der Personalaufwand von 31,1 Mio. € in 2012 auf 35,8 Mio. € im Berichtszeitraum. Wenn man die Veränderung des Personalaufwands innerhalb der letzten drei Jahre (2011-2013) genau beobachtet, ist dieser um 52,1% angestiegen. Der Anstieg kann unteranderem durch den Kauf von der amiando AG (München/Deutschland) im Jahr 2010 und dem Kauf der kununu GmbH (Wien/Österreich) im Jahr 2013 erklärt werden. Im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung, dem damit verbundenen anhaltenden Zuwachs von neuen Kundenstämmen und der Zunahme von Entwicklung der Plattform und der Software hat sich auch die Anzahl der Mitarbeiter deutlich erhöht. Um das Umsatzwachstum weiterhin generieren zu können, war der Anstieg des Personalaufwandes somit notwendig. Ein weiterer Grund für den Anstieg können aber auch die im Zeitverlauf gestiegenen Kosten für Lohn- und Gehaltssteigerungen sein. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

Der Marketingaufwand betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 7,3% der Gesamtleistung. XING hat im GJ 2013 insgesamt 6,1 Mio. € ins Marketing investiert. Das sind rund eine Mio. € mehr als noch im Vorjahr (2012: 5,1 Mio. €). Da das Unternehmen nach wie vor versucht neue Mietglieder zu gewinnen und die Markenbekanntheit von XING weiter zu verstärken, in dem z.B. Marketingaktionen wie TV-Kampagne durchgeführt werden, kann man dies somit als ein Indiz für die hohen Marketingausgaben ansehen. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

Eine weitere Aufwandsposition, die den gestiegenen Umsätzen gegenüber steht, sind die um 18,3% ebenfalls gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Diese Erhöhung ist größtenteils durch gestiegene Verwaltungs-, Raum-, und Reisekosten sowie IT- und sonstige Dienstleistungen zu erklären. Eine detaillierte tabellarische Übersicht aller Einzelposten im Bereich „ sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfolgt im Anhang un ter Punkt: GuV laut XING AG auf Seite i . (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

In der nachfolgenden Abbildung soll die Umsatzentwicklung der XING AG der GJ 2011 bis 2013 grafisch veranschaulicht werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Umsatzerlösentwicklung der XING AG von 2011 bis 2013; in Tsd. €

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten aus den XING-Geschäftsberichten 2011, 2012 und 2013

Wie aus der Abb. 1 zu entnehmen ist, hat sich der Umsatz der XING AG in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Der Umsatz des Konzerns belief sich im GJ 2013 auf 84,8 Mio. €. Dies stellt einen absoluten Zuwachs zum Vorjahr von 11,6 Mio. € und ein prozentualen Zuwachs von 15,7% dar. Diese Umsatzsteigerung lässt sich auf den bereits erwähnten Kauf in Österreich/Wien zurückführen, in dem der Umsatz von kununu GmbH mitberücksichtigt wurde. Aber auch auf mögliche weitere Investitionen in neue Produkte und IT-Technologien. Ebenfalls anzumerken ist, dass der operative Cashflow innerhalb eines Jahres von 18,7 Mio. € im GJ 2012 auf 23,8 Mio. € in 2013 anstieg. Dies entspricht einer relativen Wachstumsrate von 27,3% bzw. einem absoluten Zuwachs von 5,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Aus dem buchhalterischen Gewinn lässt sich die Umsatzrentabilität errechnen, welche bei 10,7% lag. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

Das ausgewiesene Ergebnis aus der Gewinn- und Verlustrechnung spiegelt nicht zwingend den reellen betriebswirtschaftlichen Gewinn der XING AG wieder. Um eine bereinigte wahrheitsgetreue Darstellung des Konzerns zu liefern, wird daher das Jahresergebnis um einzelne Positionen bereinigt.

2.1 Jahresergebnisbereinigung

Der Jahresabschluss von XING-Konzern wurde auf IAS/IFRS Basis erstellt, daher sind keine rein steuerlichen Verzerrungen anzutreffen. Ferner ergibt eine Überprüfung des Anhanges, dass auch keine quantifiziert ausgewiesenen handelsrechtlichen Wahlrechteinflüssen zu berücksichtigen sind (siehe Anhang „Jahresergebnisbereinigung der XING AG“, S. vi).

Ausgehend vom buchhalterischen Gewinn werden im ersten Schritt die Anpassungsbeträge aus Währungsumrechnung korrigiert. Beim Anblick des „Other Coprehensive Income“ (OCI) können Schwankungen beobachtet werden. Diese Schwankungen sind auf verbuchten Währungsumrechnungsdifferenzen ausländischer Tochterunternehmen der XING AG zurückzuführen. Für Analysezwecken wird dieses als ergebnisbeeinflussender Faktor angesehen und in das Jahresergebnis mit einbezogen. (vgl. Anhang „Jahresergebnisbereinigung der XING AG“, S. vi)

Eine weitere Position, die bereinigt werden muss, sind die Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (GoF). Laut Geschäftsbericht lag der Wert hierfür im Jahr 2013 bei 7,7 Mio. €. Um ein wahrheitsgetreues Resultat zu erzielen, wurden die Firmen- und Geschäftswerte auf zehn Jahre abgeschrieben und im Jahresergebnis um 774 Tsd. € korrigiert. Des Weiteren weist XING Pensionsrückstellungen vor, jedoch werden diese nur für wenige Mitglieder des Vorstandes erhoben. Aus diesem Grund wurde den Pensionsrückstellungen in der bereinigten Jahresabschlussanalyse nicht weiter Beachtung geschenkt, da sie mathematisch einen sehr geringen und nicht relevanten Wert darstellen. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2013)

Durch die Bereinigung von einzelnen Posten führt die Jahresbereinigung zu einem neuen Ergebnis, welches im Folgenden dargestellt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bereinigungsrechnung des ausgewiesenen Jahresergebnisses

Quelle: Eigene Berechnung anhand der Daten aus den XING-Geschäftsberichten 2011, 2012 und 2013

Auffallend ist, dass die bereinigten Jahresergebnisse deutlich von den ausgewiesenen Ergebnissen abweichen. Das ausgewiesene Jahresergebnis zeigt in GJ 2011 ein negatives Resultat, erst ab 2012 wird ein stetiger Anstieg berichtet. Demgegenüber weist die Jahresergebnisbereinigung, dass in Jahren 2012 und 2013 ein deutlich schlechteres Jahresergebnis ausgewiesen wird als es tatsächlich ist und für das GJ 2011 wird hingegen ein deutlich besseres Jahresergebnis publiziert. Denn gemäß ausgewiesenem Jahresergebnis steigt der Gewinn von -4,6 Mio. € auf 7,7 Mio. €, das bereinigte Ergebnis belegt dagegen im Jahr 2011 einen hohen Verlust von über -17 Mio. €, der im Jahr 2012 einen kräftigen turn-around auf 23,3 Mio. € (statt der ausgewiesenen 7,7 Mio. €) steigt. Der zentrale Grund für den weit schlechteren bereinigten Ergebnis im Jahr 2011 liegt vor allem in sonstigen erfolgsneutralen gebuchten Aufwendungen, in dem eine hohe Ausschüttung i.H.v. 19,9 Mio. € aus der Kapitalrücklage getätigt wurde. Des Weiteren wurde für das GJ 2013 ein bereinigtes Ergebnis ermittelt, welches um etwa 194% größer ist als vom XING-Konzern ausgewiesen. Auf Basis des bereinigten Jahresergebnisses wird für 2013 eine Umsatzrentabilität von 31,7% errechnet (unbereinigt 10,7%). (vgl. XING-Geschäftsberichte 2012 und 2013 u.a. auch Abbildung 2)

2.2 Umsatzaufteilung nach Produkten und Regionen

Da das Unternehmen in drei verschiedenen operativen Sparten unterteilt ist, soll an dieser Stelle eine Analyse der Umsätze nach Segmenten bzw. Sparten erfolgen.

Maßgeblich am Umsatz der XING AG beteiligt sind die Sparten Network/Premium, E-Recruting sowie Events. Ein kleinerer Teil der Umsätze wird von übrigen Segmenten generiert. Wie in der Abb. 3 zu erkennen ist, werden die Umsätze überwiegend im deutschsprachigen Raum erwirtschaftet. Die Sparte Network/Premium stellt mit 64% des Gesamtumsatzes zweifelsfrei das umsatzstärkste Segment des Unternehmens dar. Somit konnte sie im GJ 2013 den Vorjahresumsatz um 6% auf 54,7 Mio. € erhöhen. Diese Umsatzsteigerung resultiert einerseits aus dem
Anstieg der zahlenden Premium-Mitglieder, sowie einer Preisänderung der monatlichen Gebühren für die kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft. Als weiterer Treiber für den soliden Umsatzzuwachs dienen die Erlöse aus der Vermarktung von Werbeflächen auf der XING-Plattform. Hier konnte das UN dank einer Ausweitung der buchbaren Fläche auch in diesem Teilbereich einen Umsatzanstieg erzielen. (vgl. XING-Geschäftsbericht 2013)

Im Segment „E-Recruiting“ ist das stärkste absolute sowie relative Umsatzwachstum aller Geschäftsbereiche zu beobachten. Im GJ 2013 sind die Segmentumsätze von 16,7 Mio. € auf 23,7 Mio. € gestiegen, was einer prozentualen Umsatzsteigerung von 42% entspricht. Eine Erklärung für das hohe Umsatzwachstum ist die große Nachfrage nach kostenpflichtigen Employer-Branding-Profilen, XING-Talentmanager und Online-Stellenanzeigen. Infolgedessen konnte die XING AG mit Hilfe diese drei wesentlichen Entwicklungen die Segmentumsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr um insgesamt 7,0 Mio.€ ansteigen lassen. Ebenfalls ein sehr dynamisches Wachstum konnte im Bereich „Events“ festgestellt werden. So stieg der Segmentumsatz von 26% auf 4,9 Mio. € (2012: 3,9 Mio. €). Der Grund für das positive Segmentwachstum ist die steigende Zahl der Corporate Customers (B2B-Kunden), die ihre Tickets auf XING-Plattform veräußern. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2012 und 2013)

Die folgende Abbildung auf Seite 8 soll an dieser Stelle die Entwicklung der Umsatzerlöse nach den verschiedenen Produktsparten verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der Umsatzerlöse nach Produktsparten (in Tsd. €)

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten aus den XING-Geschäftsberichten 2011, 2012 und 2013

3. Analyse der Finanz- und Vermögenslage

Die XING AG wies zum Bilanzstichtag ein Vermögen von 112,3 Mio. € aus, dies entspricht einem Zuwachs von 21,8% gegenüber dem Vorjahr. Das Vermögen der AG besteht zu 27,5% aus dem Anlagevermögen und zu 72,5% aus dem Umlaufvermögen. XING finanzierte sich im GJ 2013 zu 54,0% aus Eigenkapital und zu 46,0% aus Fremdkapital. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2013)

Das Anlagevermögen (AV) der XING AG setzt sich aus den immateriellen Vermögenswerten (zu etwa 76%), den Sachanlagen (zu etwa 20%) sowie den Finanzanlagen (zu etwa 4%) zusammen. Das AV des XING-Konzerns verzeichnete im GJ 2013 das höchste Wachstum in der Dreijahresperiode von 33,8%. So stieg das AV von 23,1 Mio. € auf 30,9 Mio. €. Diese Veränderung lässt sich vor allem auf dem Erwerb der kununu GmbH zurückführen. Ferner lässt sich eine Anlagenintensität von 27,5% ermitteln. Anteilsmäßig waren von 2011 bis 2012 nur geringfügige Schwankungen zu beobachten und die Anlageintensität lag stets zwischen 24% und 25%. Überdies konnte das UN im Jahr 2013 eine Eigenkapitaldeckung von 196,3% ausweisen, das bedeutet, dass das AV zu 196,3% von dem Eigenkapital gedeckt ist. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

Das Umlaufvermögen (UV) setzte sich im GJ 2013 aus den Forderungen aus Dienstleistungen, Ertragssteuerforderungen, sonstige Vermögenswerte sowie den liquiden Mitteln zusammen. Hierbei machen die Forderungen aus Dienstleistungen mit 8,6 Mio. € im Jahr 2013 sowie die liquiden Mitteln mit 68,9 Mio. € den Großteil des UVs aus. Die Ertragssteuerforderungen und sonstige Vermögenswerte gingen 2013 mit einem Wert von 3,8 Mio. € in das UV ein. Insgesamt belief sich die UV im abgelaufenen GJ auf 81,4 Mio. €. Dies entspricht einer Umlaufintensität von 72,5% bezogen auf das Gesamtvermögen. Darüber hinaus ist das UV im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 15,1% gestiegen. Auffällig hierbei ist der starke Zuwachs der liquiden Mittel. Diese sind von 58,8 Mio. € (Stand: 2012) auf 68,9 Mio. € im Jahr 2013 gestiegen. Obwohl die liquiden Mittel gestiegen sind, ist die Liquide-Mittel-Intensität von 85% unverändert geblieben (Vergleich: 2012 und 2013). Der Anstieg der liquiden Mittel ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Umsatzerlöse und zusätzlichen Kundenvorauszahlungen zurückzuführen. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2012 und 2013)

Im GJ 2013 weist das UN ein Eigenkapital (EK) von 60,3 Mio. € aus. Das EK der AG ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2011 betrug das EK noch 42,3 Mio. € und stieg bis zum Jahr 2013 auf 60,3 Mio. € an. Dieser Anstieg des EKs ist hauptsächlich durch die hohen Gewinne des Konzerns zu erklären, welche sich positiv auf das Eigenkapital auswirken. Die EK-Quote lag im Jahr 2012 bei 56,1% und ist am Bilanzstichtag auf 54,0% gesunken. Der leichte Rückgang der Quote ist durch zwei gegenläufige Effekte zu erklären. Denn durch das positive Jahresergebnis und durch Optionsausübungen des Vorstands und der Mitarbeiter, erhöht sich die EK-Quote. Gegenläufig wirken die infolge des Erwerbs der kununu GmbH auf 112,3 Mio. € gestiegene Bilanzsumme und die Auszahlung der regulären Dividende. Somit kann man davon ausgehen, dass die EK-Quote sich in den letzten Jahren stetig positiv entwickelt hat und dass die XING AG auch weiterhin sehr gut für zukünftiges Wachstum positioniert ist. Außerdem finanziert sich das UN ausschließlich aus Eigenmitteln, sodass keine Bankverbindlichkeiten oder sonstige Darlehensverbindlichkeiten bestehen. (vgl. XING-Geschäftsberichte 2011, 2012 und 2013)

[...]


[1] Vgl.http://www.boerse.de/empfehlungen/Xing-buy-/7513564[Abgerufen 01.08.2014]

[2] Vgl.http://www.kununu.com/presse/marktfuehrer-buendeln-ihre-kraefte-xing-uebernimmt-arbeitgeber-bewertungsplattform-kununu[Abgerufen 01.08.2014]

[3] Vgl.XING-Geschäftsbericht 2013

[4] Vgl.XING-Geschäftsbericht 2013

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Bilanzanalyse der XING AG
Hochschule
Hochschule Bremen  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Unternehmensanalyse
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
43
Katalognummer
V295336
ISBN (eBook)
9783656935322
Dateigröße
2577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensanalyse, Bilanzanalyse
Arbeit zitieren
Sergej Belsch (Autor), 2014, Bilanzanalyse der XING AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295336

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