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Rassismuserfahrungenen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ihre Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung und die Soziale Arbeit mit Jugendlichen

Titre: Rassismuserfahrungenen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ihre Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung und die Soziale Arbeit mit Jugendlichen

Thèse de Bachelor , 2013 , 88 Pages

Autor:in: Sandra Bauer (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie wirken sich Rassismuserfahrungen auf die Identitätsentwicklung von
geanderten Jugendlichen aus und welche Bedeutung kann dabei der Sozialen Arbeit beigemessen werden?

Dieser Forschungsfrage wird sich durch folgende Fragen angenähert:

- Ist Rassismus in Deutschland existent? Wie ist dessen Beschaffenheit, Wirkungsweise und Charakteristik?
- Wodurch kennzeichnen sich Rassismuserfahrungen und welche Wirkungen gehen von diesen aus?
- Wie bildet sich Identität innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft?
- Welche Rolle spielt dabei die Soziale Arbeit und mit welchen Handlungskonzepten kann sie reagieren?

Bezogen auf die rassismuskritische Perspektive und der bestehenden Divergenzen zwischen der gesellschaftlichen Meinung und dem Wissen über Rassismus einerseits und
der rassistischen gesellschaftlichen Realität andererseits, erachte ich es als unvermeidlich und elementar, vorab Rassismus zu eruieren, um ein Wissen darüber herzustellen, dass dieser elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist. Denn um auf Rassismuserfahrungen eingehen zu können, ist es unbedingt notwendig, sich der Komplexität von Rassismus und seinen Folgen zu nähern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Jugendliche

2.2 Geanderte Jugendliche

2.3 Migrationsandere

3. Theoretische Auseinandersetzung mit Rassismus

3.1 Der Rasse-Begriff und seine Bedeutung

3.2 Rassismus

3.2.1 Rassismus als Ideologie und Diskurs

3.2.2 Der Kulturelle Rassismus

3.2.3 Rassismus und Macht

3.2.4 Alltagsrassismus

3.2.4.1 Struktureller Alltagsrassismus

3.2.4.2 Institutioneller Alltagsrassismus

3.2.4.3 Alltagsrassismus von Einzelpersonen und Gruppen

3.2.4.4 Alltagsrassismus in veröffentlichten Diskursen

3.3 Rassismus als Vorgang

3.3.1 Konstruktion einer rassifizierten Differenz

3.3.2 Ausgrenzungspraxen

3.4 Zwischenfazit: Rassismus

4. Rassismuserfahrungen

4.1 Rassismuserfahrungen – eine Definition

4.2 Dimensionen von Rassismuserfahrungen

4.3 Wirkungen von Rassismuserfahrungen auf geanderte Deutsche

4.4 Rassismuserfahrungen und Subjektivierung

4.5. Vier Vorgänge einer rassistischen Situation

4.6 Zwischenfazit: Rassismuserfahrungen

5. Zugehörigkeit und Natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit

6. Identitätsarbeit

6.1. Identitätsarbeit als Prozess

6.1.1 Retro- und prospektive Identitätsarbeit

6.1.2 Identität als Konfliktaushandlung

6.1.3 Identität als Ressourcenarbeit

6.1.4 Identität als Narrationsarbeit

6.2 Konstruktionen der Identitätsarbeit

6.2.1 Teilidentitäten

6.2.2 Identitätsgefühl

6.2.3 Biographische Kernnarrationen

6.2.4 Handlungsfähigkeit

6.3 Syntheseleistungen der Identitätsarbeit

6.3.1 Identität und Kohärenz

6.3.2 Identität und Anerkennung

6.3.3 Authentizität

6.4 Zwischenfazit: Identitätsarbeit

7. Soziale Arbeit

7.1 Der Umgang der Akteur_innen der Sozialen Arbeit mit Rassismuserfahrungen

7.1.1 Tendenzen des Umgangs von Nichtmigrationsanderen

7.1.2 Umgang mit Rassismuserfahrungen im System der Sozialen Arbeit

7.1.3 Grundsätze zum Umgang mit Rassismuserfahrungen

7.2 Prekäres Wissen der Migrationsanderen über Rassismus

7.3 Empowerment

7.4 Powersharing

7.5 Rassismuskritik als Querschnittsaufgabe der Sozialen Arbeit

8. Zusammenführung der Ergebnisse

9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf die Identitätsentwicklung von sogenannten „geanderten Jugendlichen“ in Deutschland und analysiert, welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Bewältigung dieser Erfahrungen leisten kann.

  • Strukturelle und theoretische Einordnung von Rassismus in Deutschland
  • Analyse von Rassismuserfahrungen als prekäre Lebensrealität
  • Anwendung des Konzepts der „alltäglichen Identitätsarbeit“
  • Empowerment und Powersharing als Handlungsansätze der Sozialen Arbeit
  • Rassismuskritik als notwendige Querschnittsaufgabe professionellen Handelns

Auszug aus dem Buch

Entfremdung

„Bis zu diesem Zeitpunkt ,habe ich immer gedacht, dass ich dazugehöre.‘“ (ebd., S. 173)

Nach Terkessidis beginnt der Initialisierungsprozess mit dem Vorgang der Entfremdung, womit er sich auf jene Situationen bezieht, die geanderten Deutschen, welche sich bis dahin als zugehörig gefühlt haben, zum ersten Mal ihr Anderssein verdeutlichen. Da auffällige Merkmale jedoch „immer aufs Neue bestimmte Akte aus(lösen), die von den Betroffenen als ,Entfremdung‘ erlebt werden“ (ebd., S. 179), ist die Entfremdung als prozessualer Vorgang zu verstehen. Der Eindruck des eigenen Anderssein, nimmt hierbei durch jede einzelne Erfahrung der Entfremdung zu.

Terkessidis macht darauf aufmerksam, dass sich geanderte Deutsche nicht automatisch und permanent als anders wahrnehmen, sondern dies erst durch den Vorgang der Entfremdung initiiert wird. Entfremdungsvorgänge haben je nachdem, ob sich geanderte Deutsche vorher als zugehörig oder nicht wahrnehmen, divergente Bedeutungen (vgl. ebd., S. 173-179). Da geanderte Deutsche durch den Vorgang der Entfremdung aus der Gesellschaft, der „sie sich bis dahin selbstverständlich zugehörig gefühlt hatten (ausgegliedert werden) (...) ist die 'Entfremdung' ein fundamentaler Vorgang“ (durch den) „(...) die betreffende Person als 'anders' markiert“ (ebd., S. 179) wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Rassismuserfahrungen von in Deutschland geborenen Jugendlichen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.

2. Begriffsbestimmung: Definition zentraler Termini wie „Jugendliche“, „geanderte Jugendliche“ und „Migrationsandere“, um die Zielgruppe theoretisch abzugrenzen.

3. Theoretische Auseinandersetzung mit Rassismus: Eruierung von Rassismus als gesellschaftliches Strukturprinzip anhand ideologischer, kultureller und machttheoretischer Perspektiven.

4. Rassismuserfahrungen: Theoretische Aufarbeitung von Rassismuserfahrungen, ihrer Dimensionen und ihrer Wirkung auf Subjektivierungsprozesse anhand von Idealtypen.

5. Zugehörigkeit und Natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit: Untersuchung der prekären Zugehörigkeitsverhältnisse und der Konstruktion von Differenzlinien in der Einwanderungsgesellschaft.

6. Identitätsarbeit: Darstellung des Konzepts der „alltäglichen Identitätsarbeit“ als prozessuale Leistung des Subjekts unter den Bedingungen der Spätmoderne.

7. Soziale Arbeit: Analyse der Rolle der Sozialen Arbeit beim Umgang mit Rassismus, inklusive Handlungskonzepten wie Empowerment, Powersharing und Rassismuskritik.

8. Zusammenführung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse zur Forschungsfrage, wie Rassismuserfahrungen die Identitätsentwicklung negativ beeinflussen.

9. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit und Forderung nach rassismuskritischer Verankerung in Ausbildung und Forschung.

Schlüsselwörter

Rassismus, Identitätsarbeit, geanderte Jugendliche, Rassismuserfahrungen, Identitätsentwicklung, Soziale Arbeit, Empowerment, Powersharing, Rassismuskritik, Migrationsandere, Zugehörigkeit, Subjektivierung, Alltagsrassismus, Diskriminierung, Machtverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung von jungen Menschen, die in Deutschland geboren wurden, aber aufgrund ihrer Herkunft oder Erscheinung Rassismuserfahrungen ausgesetzt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretische Durchdringung von Rassismus als Strukturphänomen, die Analyse von Rassismuserfahrungen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in einer Einwanderungsgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen von Rassismuserfahrungen auf die Identitätsbildung zu erarbeiten und Handlungsstrategien für die Soziale Arbeit abzuleiten, um Betroffene besser zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Literaturrecherche und der Integration aktueller rassismuskritischer Konzepte und migrationspädagogischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Rassismus, die Analyse von Rassismuserfahrungen als prozessuale Belastung, das Konzept der Identitätsarbeit und die Ableitung rassismuskritischer Handlungskonzepte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind „geanderte Jugendliche“, „Rassismuserfahrungen“, „Alltagsrassismus“, „Empowerment“ und „rassismuskritische Pädagogik“.

Warum wird der Begriff „geanderte Jugendliche“ verwendet?

Dieser Begriff wird gewählt, weil er explizit auf die Herstellung von Differenz durch rassistische Strukturen verweist und nicht lediglich auf den Migrationshintergrund reduziert.

Wie sollte die Soziale Arbeit konkret auf Rassismuserfahrungen reagieren?

Die Arbeit fordert eine unbedingte Anerkennung von Rassismuserfahrungen, die Abkehr von der Umkehr der Täter-Opfer-Perspektive sowie die Implementierung von Empowerment und Powersharing als feste Bestandteile professionellen Handelns.

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Résumé des informations

Titre
Rassismuserfahrungenen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ihre Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung und die Soziale Arbeit mit Jugendlichen
Université
University of Applied Sciences Esslingen  (Fakultät für Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege)
Auteur
Sandra Bauer (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
88
N° de catalogue
V295349
ISBN (ebook)
9783656934332
ISBN (Livre)
9783656934349
Langue
allemand
mots-clé
rassismuserfahrungenen jugendlichen migrationshintergrund ihre auswirkungen identitätsentwicklung soziale arbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sandra Bauer (Auteur), 2013, Rassismuserfahrungenen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ihre Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung und die Soziale Arbeit mit Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295349
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Extrait de  88  pages
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