Die betriebliche Mobilität birgt neben Immobilienportfolios mitunter das größte Potenzial zur unternehmerischen Nachhaltigkeitssteigerung. Diese genießt aufgrund des Klimawandels aber auch aus einer Vielzahl anderer Beweggründe, wie etwa einer stabilen Wirtschaftsentwicklung, eine mittlerweile priorisierte Stellung in Unternehmen. Die Kenntnis um Optimierungspotenziale im betrieblichen Mobilitätsmanagement hingegen ist gegenwärtig als oberflächlich einzustufen.
Das Facility Management, welches seit Anbeginn dem Prinzip der Nachhaltigkeit unterliegt, findet über das Fuhrparkmanagement den Anschluss zum komplexen Thema der Mobilität. Neben den Immobilien erhielt dieses bis dato jedoch nur unterschwellige Beachtung. Infolgedessen bereitet die betriebliche Mobilität nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die unterstützende Managementdisziplin den Zugang zu neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten.
Mit Hilfe einer Ergänzung des konventionellen Fuhrparkmanagements um weitreichende Mobilitätskomponenten kann das Facility Management die Frage der Unternehmen beantworten, wie sich mit dem eigenen Fuhrpark der Nachhaltigkeit schrittweise angenähert werden kann. Die in diesem Zusammenhang aufgegriffenen Anregungen der vorliegenden Arbeit umfassen kurzfristige Möglichkeiten der Nachhaltigkeitssteigerung wie der Emissionskompensation, Parkraumbewirtschaftung, Fahrzeugtechnik oder Verhaltensschulung über mittelfristige Ansätze der Hybridtechnik und disponibler Treibstoffarten bis hin zu langfristigen Szenarien der Elektromobilität mittels Batterie- und Wasserstoffantrieb.
Mit diesen Informationen wird das Facility Management-spezifische Wissen um das Thema Mobilität erweitert und Möglichkeiten zur betrieblich-nachhaltigen Mobilitätsoptimierung aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Prolog
1.1 Ausgangslage & aktueller Forschungsstand
1.2 Problemstellung
1.3 Forschungsfrage & Zielsetzung
1.4 Methodik & Aufbau
2 Beweggründe für eine mobile Revolution
2.1 Der Klimawandel
2.2 „Problemkinder“ Öl und Gas
2.2.1 Peak Oil & Peak Gas
2.2.2 Ölpreisentwicklung
2.2.3 Betriebener Aufwand fossiler Energien
2.3 Die Emissionspolitik
2.4 Globale Raumplanung
2.4.1 Glokalisierung - Zurück in die Zukunft
2.4.2 Kundenorientierung auf dem Weg
2.4.3 Nachhaltige Regelwerke
2.5 Energieinfrastruktur
2.5.1 Große und kleine Projekte
2.5.2 Internet der Energie
2.5.3 Allen voran die Energieeffizienz
3 FM erweitert um den Faktor Mobilität
3.1 Facility Management
3.2 Betriebliches Verkehrsmanagement
3.2.1 Fuhrparkmanagement
3.2.2 Travelmanagement
3.2.3 Mobilitätsmanagement
3.2.4 Integriertes Management
3.3 FM und Mobilität
3.4 Betriebliches Supportmanagement
4 Initiativensammlung aus dem Support Management
4.1 Grundbaustein Organisation
4.2 Zielsetzung als Antrieb und roten Faden
4.3 Manuelle & digitale Bestandsaufnahme
4.4 Monitoring & Reporting
4.5 Qualitätssicherung mit Kennzahlen
4.6 Punktueller vs. Systematisierter Ansatz
4.7 Kommunikation
4.8 Zentraler Ansprechpartner im Unternehmen
4.9 Interne Mobilitätskampagne
4.10 Institutionsübergreifende Kooperationen
5 Kurzfristige Mobilitätsbausteine
5.1 Emissionskompensation
5.2 Car Pool - & Reiserichtlinie
5.3 Parkraumbewirtschaftung
5.4 Betriebliches Carsharing
5.5 Fahrtrainings
5.6 Fahrspartipps
5.7 Fahrgemeinschaftsvermittlung
5.8 Fahrzeugtechnik
5.8.1 Downsizing
5.8.2 Start-Stopp-System
5.8.3 Unterstützende Telematik
5.8.4 Reifenwahl
5.8.5 Leichtlauföle
6 Mittelfristige Mobilitätsbausteine
6.1 Treibstoffwahl
6.1.1 Compressed Natural Gas (CNG)
6.1.2 Liquefied Petroleum Gas (LPG)
6.1.3 Biokraftstoffe
6.2 Hybridtechnik
7 Langfristige Mobilitätsbausteine
7.1 E-Mobilität mit Batterie
7.1.1 Projektbeispiele
7.1.2 Marktreife
7.1.3 Ladeinfrastruktur
7.2 E-Mobilität mit Wasserstoff
7.2.1 Projektbeispiele
7.2.2 Marktreife
7.3 E-Mobilität als Initiativenbaustein
8 Trends
8.1 Best Practises für intermodale Bausteine
8.2 Smart Mobility & Smart FM
8.3 Berufsausbildung
9 Abschließende Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die betriebliche Mobilität zu schaffen und das Facility Management durch einen Initiativenkatalog zu ergänzen, der den Übergang zu einer nachhaltigen Fuhrparkorganisation unterstützt.
- Erweiterung des Facility Managements um den Faktor Mobilität
- Entwicklung und Kategorisierung von Mobilitätsbausteinen (kurz-, mittel- und langfristig)
- Optimierungspotenziale im betrieblichen Fuhrparkmanagement
- Wissenstransfer zu neuen Antriebstechnologien und Energieinfrastrukturen
- Praxisnahe Best-Practice-Beispiele für betriebliche Mobilitätslösungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Klimawandel
Das Leben auf unserem Planeten besteht aus einer Gesamtheit aller Ökosysteme, welche in einem gesetzmäßigen Verhältnis zueinander stehen und durch deren perfektes Zusammenspiel erst die Stabilität unserer Umwelt möglich ist. Der Mensch ist ein Teil dieses Ganzen. Allerdings unterscheidet sich diese Spezies vom Rest der Organismen durch seine Intelligenz, welche er sich auf egoistische Weise zu Nutze macht und in vielerlei Hinsichten gegen die Spielregeln der Umwelt verstößt.
Die Theorie, dass der Klimawandel aus humanem Fehlverhalten resultiert, ist dem Intergouvernemental Panel on Climate Change (IPCC) bereits seit 1995 bewusst. Es gibt auch Kritiker des Klimawandels, wie etwa folgende Literaturbeispiele untermalen: Die Lüge der Klimakatastrophe, Rote Lügen im gründen Gewand, CO2 und Klimaschutz: Fakten, Irrtümer, Politik (ClimateGate).
Der Schlussfolgerung des aktuellsten UN-Klimagerichtes nach, ist jedoch ein Großteil der Erderwärmung das Ergebnis der durch die vom Menschen verursachten Emissionen. Das Ausmaß, Nachspiel und die Ursachen des Klimawandels für die Biokybernetik sind umstritten. Um nur einige zu benennen, sind denkbare Folgen dieser Erwärmung u.a. enorme, globale Migrationsbewegungen, Konfliktbildung zwischen Staaten, eine verstärkte Aggressivität beim Ressourcenkampf, Meeresversauerung, Schmelzen der Polarkappen, anwachsendes Aussterben von Tierarten, Zunahme von Wetterextremen und Naturkatastrophen (wie etwa die Überflutung in Pakistan, der Rekordsommer in Europa im vergangenen Jahr oder die diesjährigen, exorbitanten Tornados im Süden der USA), Verteilung tropischer Krankheitsbilder in Lebensräumen gemäßigten Klimas und somit auch Einschnitte in Gesundheit und Kultur.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Prolog: Einleitung in die Bedeutung von Facility Management und die zunehmende Relevanz der Fuhrparkintegration.
2 Beweggründe für eine mobile Revolution: Analyse der globalen Faktoren wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Raumplanung, die eine Änderung der Mobilität erzwingen.
3 FM erweitert um den Faktor Mobilität: Untersuchung der Erweiterung klassischer Facility-Management-Aufgaben um strategische Mobilitätskomponenten.
4 Initiativensammlung aus dem Support Management: Erläuterung notwendiger organisatorischer Schritte, wie Bestandsaufnahme, Monitoring und interne Kommunikation.
5 Kurzfristige Mobilitätsbausteine: Präsentation schnell umsetzbarer Maßnahmen wie Emissionskompensation, Carsharing und Fahrzeugtechnik-Optimierungen.
6 Mittelfristige Mobilitätsbausteine: Analyse von Treibstoffalternativen und der Hybridtechnik als Brückentechnologien.
7 Langfristige Mobilitätsbausteine: Bewertung von Elektromobilität durch Batterie- und Wasserstoffantrieb als zukünftige Mobilitätslösungen.
8 Trends: Diskussion über intermodale Mobilitätsansätze und die Bedeutung der Berufsausbildung für zukünftige Nachhaltigkeitsmanager.
9 Abschließende Stellungnahme: Fazit zur notwendigen Neudefinition von Mobilität im unternehmerischen Kontext.
Schlüsselwörter
Facility Management, Mobilitätsmanagement, Fuhrparkmanagement, Nachhaltigkeit, Klimawandel, CO2-Emissionen, Elektromobilität, Brennstoffzelle, Carsharing, Emissionskompensation, Support Management, Verkehrslenkung, Energieeffizienz, Mobilitätsbausteine.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der strategischen Erweiterung des Facility Managements um den Bereich der betrieblichen Mobilität, um Nachhaltigkeitspotenziale besser auszuschöpfen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Fuhrparkoptimierung, die Nutzung alternativer Antriebsformen, die Bedeutung der Raumplanung und die Implementierung von Mobilitätskonzepten in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Erstellung eines Initiativenkatalogs, der Unternehmen Wege aufzeigt, wie sie ihr Fuhrparkmanagement effizienter und umweltfreundlicher gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, kombiniert mit Expertenbefragungen und der Auswertung von Best-Practice-Beispielen aus der Wirtschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Beweggründe für den Wandel, definiert das erweiterte Support-Management und stellt konkrete kurz-, mittel- und langfristige Mobilitätsbausteine vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Facility Management, nachhaltige Mobilität, Elektromobilität, CO2-Reduktion und Support-Management geprägt.
Warum ist das Fuhrparkmanagement ein kritischer Faktor für das Facility Management?
Es bietet bisher ungenutzte Reserven zur Nachhaltigkeitssteigerung und Kostensenkung, die in vielen Unternehmen bisher nur unterschwellig beachtet wurden.
Wie unterscheidet sich der systematisierte Ansatz vom punktuellen Ansatz?
Der systematisierte Ansatz bietet eine umfassende Datengrundlage und langfristige Strategie, während der punktuelle Ansatz oft isoliert und weniger effizient ist.
Warum ist der Bereich der Wasserstoff-Mobilität derzeit noch herausfordernd?
Derzeit sind die Infrastruktur (Tankstellennetz) und der Energieaufwand für die Herstellung und Speicherung von Wasserstoff noch mit hohen Hürden verbunden.
- Citar trabajo
- Arlett Daberkow (Autor), 2011, PKW-orientierter Initiativenkatalog für betriebliche Mobilitätsbausteine, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295373