›Der Begriff des Politischen‹ ist das Schlüsselwerk Carl Schmitts, und der vorliegende Text soll helfen, einen klaren Blick auf dieses Buch zu erlangen. Oftmals wird zu wenig beachtet, unter welchen Bedingungen Schmitt die Aussagen, die er trifft, sinnvollerweise treffen kann. Auf grundlegendster Ebene sind diese Bedingungen Schmitts Vorstellungen von Erkenntnis und Wahrheit. Zuvörderst sind deshalb seine erkenntnistheoretischen Grundlagen zu diskutieren und auf zentrale Punkte seiner Argumentation zu beziehen. Meine These lautet, dass Schmitt relativistisch denkt. Die Zusammenhänge dieses Relativismus mit seinem Modell des Politischen werden an mehreren Beispielen erklärt. Im Zuge dessen wird u.a. ein Deutungsangebot für Schmitts Begriff der seinsmäßigen oder existentiellen Negierung unterbreitet, mit der er den Begriff der Feindschaft näher bestimmt, und Leo Strauss’ Schmitt-Rezeption thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Beispiel 1 Der Ausgangspunkt des Politischen
- Beispiel 2
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert Carl Schmitts Schlüsselwerk »Der Begriff des Politischen« (BP) und untersucht seine erkenntnistheoretischen Grundlagen. Die These des Textes lautet, dass Schmitt relativistisch denkt und diese Position Auswirkungen auf sein Modell des Politischen hat.
- Schmitts erkenntnistheoretische Grundlagen und ihre Verbindung zu BP
- Die These des Relativismus in Schmitts Denken
- Die Rolle des Begriffs der seinsmäßigen oder existenziellen Negierung in Schmitts Modell
- Leo Strauss' Rezeption von BP
- Schmitts methodisches Vorgehen und seine Intuitionistische Herangehensweise
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt das Schlüsselwerk Carl Schmitts, »Der Begriff des Politischen« (BP), vor und erläutert die Notwendigkeit, Schmitts erkenntnistheoretische Grundlagen zu untersuchen, um seine Aussagen in BP besser zu verstehen. Die These des Textes, dass Schmitt relativistisch denkt, wird hier vorgestellt.
Beispiel 1 Der Ausgangspunkt des Politischen
Dieses Kapitel analysiert Schmitts Vorgehen bei der Bestimmung des Politischen. Es zeigt, dass Schmitt von einer intuitionistischen Herangehensweise ausgeht und den Begriff des Politischen auf die Unterscheidung von »Freund und Feind« reduziert. Der Text diskutiert die Kritik an dieser Methode und argumentiert, dass Schmitts Vorgehen einen relativistischen Erkenntnisbegriff impliziert.
Beispiel 2
Dieses Kapitel befasst sich mit Schmitts These, dass im extremen Konfliktfall der Feindschaft nur die Konfliktparteien mitspracheberechtigt sind, weil neutrale Dritte die Situation nicht verstehen könnten. Der Text argumentiert, dass Schmitt hier eine grundsätzliche Unmöglichkeit von Objektivität in Situationen der Feindschaft impliziert, was wiederum seinen relativistischen Erkenntnisbegriff unterstreicht.
Schlüsselwörter
Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, Relativismus, Erkenntnis, Wahrheit, Freund und Feind, Feindschaft, Intuitionismus, Objektivität, Kontext, Politik, Praxisformen, Leo Strauss.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Kernaussage von Carl Schmitts „Der Begriff des Politischen“?
Schmitt reduziert das Politische auf die spezifische Unterscheidung zwischen Freund und Feind.
Denkt Carl Schmitt relativistisch?
Die Arbeit vertritt die These, dass Schmitts Modell des Politischen auf einem relativistischen Erkenntnis- und Wahrheitsbegriff basiert.
Was bedeutet „seinsmäßige Negierung“ bei Schmitt?
Damit bestimmt Schmitt den Begriff der Feindschaft näher, als eine existentielle Bedrohung, die das Politische definiert.
Warum lehnt Schmitt Objektivität im Konfliktfall ab?
Schmitt argumentiert, dass im extremen Konflikt nur die Beteiligten die Situation verstehen können, was eine allgemeine Objektivität ausschließt.
Welchen Einfluss hatte Leo Strauss auf die Rezeption von Schmitt?
Die Arbeit thematisiert Strauss' Auseinandersetzung mit Schmitts Werk und dessen Bedeutung für das Verständnis des Politischen.
- Quote paper
- Dr. Jan Leichsenring (Author), 2015, Carl Schmitt, die Wahrheit und das Politische, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295472