Die vorliegende Unterrichtsstunde wurde für eine 5. Klasse entwickelt. In dieser lernen gegenwärtig neun Mädchen und sechs Jungen. Die SuS waren vorher an einer herkömmlichen Schule und sind mit dem Konzept der Musterschule noch nicht lange vertraut. Dafür haben sie sich jedoch schon sehr gut einleben und arrangieren können. Im Unterricht kommen häufig szenische Gestaltungsmittel zum Einsatz, so sind die Klasse und der Raum mit modernen Technologien wie Beamer, Wlan, IPad, Apple TV und MacBook ausgestattet. Die SuS reagieren dabei immer motiviert, wenn die Geräte zum Einsatz kommen.
Der Unterrichtsgegenstand „Lebenswelten DDR und BRD“ ist den SuS seit Beginn dieser Unterrichtseinheit bekannt. So wurde im Verlauf der vorigen Stunden zunächst grundlegendes Wissen um Begriffe wie Ost und West, Mauerbau und Mauerfall, Jugend der DDR und BRD erarbeitet.
Die Aufteilung und Ausstattung des Klassenraums sind als besonders positiv anzuführen. So wirkt das Raumkonzept sehr durchdacht, ordentlich, strukturiert und keinesfalls überladen.
Mit der für diese Stunde vorgesehenen Arbeitsform der Partner- beziehungsweise Gruppenarbeit eignet sich die Aufteilung der Sitzordnung sehr gut, da jeweils drei SuS an einem Tisch sind. Zur zeitlichen Orientierung der Stunde ist zu sagen, dass es kein Klingelzeichen gibt, wenn eine Pause von fünf Minuten ist. Die SuS sind es gewohnt, ihre Arbeitszeit selbst zu kontrollieren oder durch Vorgabe der Lehrkraft.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
2. Sachanalyse
3. Didaktische Überlegung
4. Methodische Überlegung
5. Lernziele
6. Verlaufsplan
7. Reflexion
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist es, den Schülern der 5. Klasse einen Einblick in die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenswelten von DDR und BRD zu vermitteln, wobei der Fokus auf dem Vergleich von Konsumgütern liegt. Die Forschungsfrage leitet sich aus dem Bedürfnis ab, den Schülern ein Verständnis für die Mangelwirtschaft der DDR im Kontrast zur Warenwelt des Westens zu vermitteln, ohne dabei die DDR-Produkte als minderwertig darzustellen.
- Vergleich von Konsumgütern aus DDR und BRD
- Erkenntnis der Mangelwirtschaft in der DDR
- Anwendung haptischen Lernens durch Produktverkostung
- Einsatz visueller Medien zur historischen Kontextualisierung (Intershops)
- Förderung der historischen Reflexionskompetenz
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Der Lebensstandard der DDR war von dauerhaften Alltagsproblemen geprägt. So zählte das Beschaffen von Waren des täglichen Gebrauchs und von Konsumgütern dazu. Besonders knapp waren langlebige Konsumgüter, deren Verteilung streng geregelt war. Lange mussten die Bürger der DDR auf ein Auto warten. Zum Einkaufen ging es in den Konsum oder die HO (Handelsorganisation). Das Wort „Konsum“ kommt aus dem lateinischen cosumo und bedeutet „Verbrauch“. Weiterhin typisch für die DDR war ein Nebeneinander von hochsubventionierten Waren des Grundbedarfs einerseits und überteuerten „Luxusgütern“ andererseits. Eine einfache Grundversorgung war den Bürgern der DDR jedoch gesichert. Normal war es auch, dass vor den Lebensmittelgeschäften Menschenschlangen standen, um Südfrüchte wie Orangen und Kiwis zu bekommen, die es so nur selten gab.
In den sechziger Jahren wurden Intershops errichtet, in denen erst einmal nur Westbürger und Transitreisende gegen Devisen – „harte“ Westmark – spezielle Produkte erwerben konnten. Devisen bezeichnen Zahlungsansprüche – Forderungen – in fremder Währung im Ausland, die durch Ersparnisse bei ausländischer Bank ergeben. Damit gemeint sind: Schecks, Zahlungsanweisungen oder Wechsel (Buchgeld), die im Ausland fällig sind. Ab 1974 durften auch DDR-Bürger, die Westmark oder Forum-Checks besaßen, dort einkaufen. Westgeld bekam man als DDR-Bürger von Westverwandten. Dies führte zur Zweiklassen-Gesellschaft und somit zum Unmut einiger Bürger, die keine gutsituierten Westverwandten hatten. Dadurch hatte der DDR-Bürger leider nur einen begrenzten Einblick in die Warenwelt der BRD. Im Sortiment waren Nahrungsmittel, Alkohol, Tabakwaren, Kleidung, Spielwaren, Schmuck, Kosmetika, technische Geräte, Tonträger und vieles mehr. Die DDR-Wirtschaft blieb aber deutlich hinter der der Bundesrepublik zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der 5. Klasse sowie die räumlichen und medialen Voraussetzungen an der Montessori-Schule für die Unterrichtsstunde.
2. Sachanalyse: Hier wird der historische Hintergrund der Warenversorgung in der DDR, die Rolle der Intershops und die Verfügbarkeit von Konsumgütern im Vergleich zur BRD analysiert.
3. Didaktische Überlegung: Dieses Kapitel erläutert die pädagogische Einbettung des Themas in den Rahmenplan und die Förderung von Selbstständigkeit und historischem Bewusstsein bei den Schülern.
4. Methodische Überlegung: Hier wird der geplante Unterrichtsverlauf begründet, insbesondere die Wahl der Methoden wie haptisches Lernen und die Arbeit mit Anschauungsobjekten.
5. Lernziele: Dieses Kapitel definiert die angestrebten Kompetenzen, unterteilt in Sach-, Methoden-, Deutungs- und Selbstkompetenz.
6. Verlaufsplan: Ein strukturierter Zeitplan gibt Auskunft über die Phasen der Stunde, Sozialformen und die verwendeten Materialien.
7. Reflexion: Hier bewertet die Autorin den tatsächlichen Unterrichtsverlauf, analysiert Erfolge und Schwierigkeiten bei der Umsetzung und zieht ein Fazit für zukünftige Stunden.
8. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die zur Vorbereitung der Unterrichtsstunde herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
DDR, BRD, Konsumgüter, Mangelwirtschaft, Intershops, Zeitgeschichte, Unterrichtsentwurf, Montessori-Schule, Historisches Lernen, Alltagskultur, Westpaket, Geschichtsbewusstsein, Warenversorgung, Deutsche Teilung, Fremdverstehen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Stundenentwurf für den Geschichtsunterricht in einer 5. Klasse dar, der sich mit den Lebenswelten in der DDR und BRD anhand von Konsumgütern befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Warenvergleich zwischen Ost und West, die Mangelwirtschaft der DDR, die Rolle von Intershops sowie die Vermittlung von historischem Bewusstsein.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Hauptziel ist es, den Schülern durch den Vergleich von Alltagsprodukten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider deutscher Staaten sowie die Lebensbedingungen in der DDR näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden verschiedene didaktische Methoden eingesetzt, darunter haptisches Lernen durch Produktverkostung, die Analyse von Anschauungsobjekten (Supermärkte aus Kartons) und die Auswertung von Videomaterial.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Sachanalyse der Warenversorgung, didaktische und methodische Begründungen der Unterrichtsgestaltung sowie einen detaillierten Verlaufsplan inklusive Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DDR, BRD, Konsumgüter, Mangelwirtschaft, Intershops und historisches Bewusstsein.
Warum wurden gerade Nutella und Nudossi für den Einstieg gewählt?
Die Produkte eignen sich hervorragend für haptisches Lernen, da sie den Schülern vertraut sind und durch ihren direkten geschmacklichen Vergleich auf die unterschiedlichen Kulturen von Ost und West hinweisen.
Wie wird in der Stunde mit dem Problem der Mangelware umgegangen?
Das Thema wird durch den Vergleich der beiden "Supermärkte" eingeleitet, bei denen im DDR-Modell bewusst bestimmte Produkte wie Südfrüchte fehlen, um anschließend die Thematik der Mangelwirtschaft im Plenum zu vertiefen.
- Quote paper
- Tanja Bergsieker (Author), 2014, Unterrichtsstunde: Konsumgüter DDR und BRD im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295490