Die Gesellschaft verändert sich stetig, so auch das Konstrukt Familie und ihre Rollenverteilung. Wie der Titel „Das Phänomen „neue Väter“ – Verschwinden der traditionellen Elternrollen?!“ schon sagt, liegt der Fokus dieser Arbeit auf dem Vater und so möchte ich nach kurzen Begriffsklärungen zur Familie und dem Vater selbst mit der Modernisierung dieser Rolle beginnen. Ich werde auf die Veränderungen der familiären Strukturen im 20. Jahrhundert eingehen und vor allem auch erläutern, warum es diese Umgestaltung im Familienleben überhaupt fortlaufend gibt und warum die „neuen Väter“ so medienpräsent sind. Weiterhin werde ich auf die Vater-Kind-Bindung zu sprechen kommen und hier auf die Bedeutung des Vaters in der frühen Kindheit und - für einen kleinen Einblick - auch auf die Forschung zu dieser Thematik eingehen. Welche Hindernisse diesem Wandel noch im Weg stehen, erläutere ich im weiteren Verlauf und gehe hier auf betriebliche, politische und andere Barrieren ein. Um den deutschen Stand zur Thematik Bildung und Erziehung besser einordnen zu können, möchte ich einen kleinen Vergleich mit dem skandinavischen Land Schweden anstellen.
Am Ende meiner Arbeit komme ich zu meiner Abschlussbetrachtung über das Thema, in der ich kurz einige Statistiken anbringen werde und die Fragestellung, ob denn die „neuen Väter“ das traditionelle Rollenbild in einer Familie umwerfen, beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modernisierung der Vaterrolle
2.1 Veränderungen der familiären Strukturen im 20. Jahrhundert
2.2 Geburt des Typus „Neuer Vater“
2.3 Gründe zur Zunahme der Familienorientierung der Männer
3. Vater-Kind-Beziehung
3.1 Bedeutung des Vaters in früher Kindheit
3.2 Geschichte der Vater-Kind-Forschung und deren gegenwärtiger Stand
4. Barrieren für die „neuen Väter“
4.1. betriebliche Hindernisse
4.2. politische und andere Hindernisse
4.3. Vergleich von Deutschland und Schweden
5. Abschlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten „neuen Väter“ und analysiert kritisch, inwieweit traditionelle Elternrollen innerhalb der modernen Gesellschaft tatsächlich verschwinden oder durch neue Konfliktfelder ergänzt werden.
- Wandel familiärer Strukturen und Geschlechterrollen im 20. Jahrhundert
- Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung für die kindliche Entwicklung
- Betriebliche und politische Barrieren für eine aktive Vaterschaft
- Internationaler Vergleich zwischen Deutschland und Schweden
- Statistische Entwicklung der Väterbeteiligung in der Familienarbeit
Auszug aus dem Buch
4.1 betriebliche Hindernisse
Wenn es so einfach für die Männer wäre, ihre Frauen nach der Geburt des gemeinsamen Kindes zur Arbeit zu schicken und dafür ihre Aufgaben zu übernehmen, hätten es sicher schon viel mehr Männer getestet, als es bisher getan haben und tun. Schon allein auf der eigenen Arbeit nach einer Teilzeitstelle zu fragen oder komplett erwerblos zu werden, um sich um das Neugeborene zu kümmern, ist nicht ganz so einfach. „Männer, die das Aufwachsen ihrer Kinder nicht nur randständig miterleben wollen, müssen sich am Arbeitsplatz mit massiven betrieblichen Hindernissen auseinander setzen. Dass Väter überhaupt ein „Vereinbarkeitsproblem” zwischen Kind und Karriere haben könnten, hat sich bisher zu den wenigsten deutschen Personalchefs herumgesprochen […]. In extremen Fällen werden sie gleich mit Kündigung bedroht, wenn sie Überstunden verweigern oder versuchen, eine Babypause zu beantragen; zumindest versuchen Vorgesetze, Antragsteller von ihrem Vorhaben abzubringen.“ (GESTERKAMP 2005, S.4)
In einem Interview berichten Männer, die dennoch diesen Weg eingeschlagen haben über ihre Erfahrungen. Hier sprechen sie darüber, dass es gar nicht so einfach ist, nur noch einen halben Tag arbeiten zu gehen, da sie sich von ihren Kollegen nicht mehr gleich behandelt fühlen und teilweise niedere Arbeiten verrichten müssen, als sie es in der Vollzeitanstellung taten. Auch Anweisungen seien nicht mehr akzeptiert und befolgt worden. (vgl. WERNECK 1998, S 83 / 84) Generell sollte ein wichtiges Ziel einer männerorientierten Personalpolitik die Akzeptanz der anderen Mitarbeiter und vor allem der Arbeitgeber sein. Diese sollen besser über die Möglichkeiten der werdenden Väter informieren. „Die wesentlichen Ansatzpunkte liegen damit in der Sensibilisierung für die Situation und den Bedarf der Männer und in der Legitimierung der Inanspruchnahme familienorientierter Angebote durch Männer in der Belegschaft und insbesondere bei Führungskräften. Männer zögern nicht zuletzt mit der Artikulierung ihrer Wünsche nach familienbewussten Maßnahmen, da sie Unverständnis und negative Reaktionen von Vorgesetzten und Kollegen befürchten. Um diesen kulturellen Wandel im Unternehmen anzustoßen, ist eine intensive und nachhaltige Kommunikation die Voraussetzung.“ (BERUFUNDFAMILIE GGMBH2008, S. 10)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der „neuen Väter“ ein, skizziert den gesellschaftlichen Wandel und stellt die Forschungsfrage zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zum Bestand traditioneller Rollenmuster.
2. Modernisierung der Vaterrolle: Das Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Vaterbildes vom Ernährer hin zum modernen Typus des „neuen Vaters“ unter Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren.
3. Vater-Kind-Beziehung: Hier wird die entwicklungspsychologische Bedeutung des Vaters für das Kind sowie die historische Entwicklung der Vater-Kind-Forschung dargestellt.
4. Barrieren für die „neuen Väter“: Dieses Kapitel analysiert die betrieblichen, politischen sowie gesellschaftlichen Widerstände, denen Männer bei der Inanspruchnahme von Elternzeit gegenüberstehen, und vergleicht dabei Deutschland mit Schweden.
5. Abschlussbetrachtung: Das Fazit beantwortet die Ausgangsfrage und stellt fest, dass traditionelle Rollenmuster zwar nicht gänzlich verschwunden sind, sich die Beteiligung der Väter jedoch stetig erhöht.
Schlüsselwörter
neue Väter, Vaterrolle, Familienbildung, Elternzeit, Erziehungsurlaub, Geschlechterrollen, Vater-Kind-Beziehung, Vereinbarkeit, Familienpolitik, betriebliche Hindernisse, Rollenverständnis, Vaterschaft, Erwerbstätigkeit, Familienorientierung, Elterngeld
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Vaterbildes und den gesellschaftlichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen, die eine aktive Vaterschaft in der heutigen Zeit prägen oder behindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Vaterrolle, der Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung, den Barrieren in der Arbeitswelt und dem Vergleich der deutschen Situation mit skandinavischen Standards.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beantworten, ob die sogenannten „neuen Väter“ das traditionelle Rollenverständnis innerhalb der Familie tatsächlich auflösen oder ob weiterhin eine Dominanz klassischer Rollenverteilungen existiert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Verwendung soziologischer und psychologischer Fachliteratur, aktueller Statistiken und vergleichender Ansätze zwischen verschiedenen Ländern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Modernisierung der Väterrolle, die empirischen Erkenntnisse zur Vater-Kind-Bindung sowie die detaillierte Untersuchung betrieblicher und politischer Hindernisse für Väter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie neue Väter, Vaterrolle, Elternzeit, Vereinbarkeit und Familienorientierung gekennzeichnet.
Warum gibt es laut Autorin trotz des Wandels noch immer Hindernisse für Väter?
Trotz der rechtlichen Möglichkeiten stehen Väter vor betrieblichen Vorurteilen, einer fehlenden Akzeptanz durch Vorgesetzte und Kollegen sowie der tief verankerten gesellschaftlichen Erwartung, dass der Mann primär der Ernährer sein solle.
Welche Erkenntnisse liefert der Vergleich zwischen Deutschland und Schweden?
Der Vergleich zeigt, dass Schweden durch das dort praktizierte Doppel-Verdiener-Modell, eine bessere Lohnersatzquote und ein höheres gesellschaftliches Vertrauen in öffentliche Betreuungseinrichtungen deutlich familienfreundlichere Rahmenbedingungen für Väter bietet als Deutschland.
Wie lautet die Antwort der Autorin auf die Ausgangsfrage?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die traditionellen Elternrollen keineswegs verschwunden sind, da in den ersten Lebensjahren des Kindes die Hauptverantwortung weiterhin überwiegend bei der Mutter liegt, auch wenn sich das Väterbewusstsein zunehmend wandelt.
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- Linda Klein (Autor), 2013, Das Phänomen "Neue Väter", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295501