Die Mediationsstile im Zypernkonflikt

Eine Untersuchung der Relevanz von Kontext, Mandat und Mediator als Kontextvariablen von Mediationsstilen


Masterarbeit, 2014
128 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1. Thematische Hinführung
2. Fragestellung und Relevanz des Themas

II. Mediation und Zypern
1. Der Konflikt auf Zypern - Phasen und Akteure im Überblick
2. Die Theorie der Mediation
3. Theoretische und Methodische Grundlagen - das Analyseraster

III. F allanalysen
1. Oscar Camilión - Mediation auf Zypern 1987-
1. Die Kontextvariablen
2. Der Mediationsstil Camilións
3. Resümee Camilión
2. Alvaro de Soto - Mediation auf Zypern 1999-
1. Die Kontextvariablen
2. Der Mediationsstil de Sotos
3. Resümee de Soto
3. Alexander Downer - Mediation auf Zypern seit
1. Die Kontextvariablen
2. Der Mediationsstil Downers
3. Resümee Downer

IV. Die Mediationsstile und der Einfluss der Kontextvariablen im

V. Appendix
1. Daten und Fakten
2. Der Zypernkonflikt - eine Chronik
3. Wertetabellen der Mediationsstile
4. Grafikverzeichnis
5. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Thematische Hinführung

„Cyprus has the reputation as a mediator’s graveyard and it is easy to see why.”[1]

„I know of no problem more frustrating or more bedeviled by mean-spiritedness and lack of mutual confidence, nor of a problem where all concerned would so easily gain from a reasonable set­tlement.”[2]

Mediation, als eine der in Art. 33 der UN-Charta genannten Möglichkeiten friedli­cher Konfliktlösung, hat insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten stark an Relevanz gewonnen[3] und kann daher als die weitverbeiteste Form der Intervention von Drittpar- teien in zwischen- und innerstaatlichen Konflikten bezeichnet werden.[4] “Over the last two decades more wars have ended through mediation than in the previous two centu­ries.”[5] Entsprechend ist man seitdem sowohl in der Wissenschaft als auch der Praxis verstärkt der Frage nachgegangen, wie Mediatoren möglichst erfolgreich zur Konflikt­lösung oder zum Krisenmanagement beitragen können.[6] Obwohl dem Verständnis der Funktions- und Wirkungsweise von Mediation sowie möglichen Einflussfaktoren somit eine große und steigende Bedeutung beigemessen wurde bzw. wird, weist das For­schungsfeld der Konfliktlösung nach wie vor große Wissenslücken auf, die es zu schlie­ßen gilt.[7] Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund von Daten, wie denen des Uppsala Conflict Data Program. Demnach zeigt sich zwar im Vergleich zum Beginn der 1990er Jahre ein Rückgang aktiver Konflikte (siehe Grafik 1, Appendix S. XXX), jedoch auch ein erneuter leichter Anstieg in den letzten 10 Jahren.[8]

Mediatoren intervenieren in einem Konflikt oder einer Krise, um diesen bzw. diese zu lösen oder in irgendeiner Art und Weise zu beeinflussen, sodass zumindest die Wahrscheinlichkeit einer ausgehandelten Vereinbarung steigt oder eine präventive Transformation der Krise gefördert wird.[9] Dabei kann die Anwesenheit eines Mediators den Konfliktparteien z.B. ermöglichen von ihren festgefahrenen Positionen zurückzutre­ten, Zugeständnisse zu machen oder auch ihr Gesicht zu wahren. Machtvolle Mediato­ren können die Konfliktparteien außerdem unter Rückgriff auf positive oder negative Sanktionen zu erstgenannten Schritten drängen, anstatt diese nur zu befördern.[10]

Die Voraussetzungen und Quellen des Einflusses eines Mediators auf die Konflikt­parteien selbst oder ihren Konfliktaustrag sind dabei vielfältig. Verschiedene Arten von Ressourcen, die dem Mediator zur Verfügung stehen, um entweder positive Anreize zu schaffen oder Fehlverhalten zu sanktionieren, aber auch sein Status, sein Verhältnis zu den Konfliktparteien, seine Kenntnisse und Fähigkeiten sind nur einige der möglichen Grundlagen. Darüber hinaus kann die jeweilige Bedeutung dieser unterschiedlichen Faktoren variieren, denn fehlt es - wie häufig im Fall von UN-Mediatoren - an verfüg­baren Ressourcen, gewinnen z.B. Status oder auch Kenntnisse und Fähigkeiten an Be­deutung. Weiterhin gibt es aber auch Faktoren, die sich nicht direkt auf den Einfluss des Mediators auswirken, sondern auf das Ausmaß, in dem er Einfluss ausüben kann bzw. seinen Handlungsspielraum. Damit sind v.a. das Mandat des Mediators sowie der Kon­flikt und seine Charakteristika gemeint.

Eines der wohl auffälligsten Charakteristika des Zypernkonflikts ist seine Dauer von mittlerweile ca. 50 Jahren,[11] was ihn zum ältesten Konflikt Europas seit Ende des Zwei­ten Weltkrieges macht.[12] Wie so oft in solchen Fällen von „protracted“ oder „intractable conflicts“[13] sind es die Vereinten Nationen, die mit dem Konfliktmanagement und der Konfliktlösung beauftragt werden bzw. sich dieser Aufgabe annehmen.[14] Seit 1964 ist mit UNFICYP die drittlängste UN Peacekeeping-Mission nach UNTSO (Israel- Palästina) und UNMOGIP (Indien-Pakistan) permanent auf Zypern stationiert.[15] Nahezu zeitgleich mit der Stationierung von UNFICYP begannen zwischen März und Mai 1964 auch die Peacemaking-Bemühungen der UN. Seit der Amtszeit von U Thant stand der Zypernkonflikt somit kontinuierlich auf der Peacemaking-Agenda aller UN- Generalsekretäre,[16] wenn auch die Vermittlungsbemühungen zeitweise suspendiert wer­den mussten.

Wie die eingangs angeführten Zitate bereits anzeigen, stellte der Zypernkonflikt bis­her eine scheinbar unüberwindbare Hürde für die verschiedensten (nicht nur UN-) Me­diatoren im Zeitverlauf dar: „Many of those who have struggled with the Cyprus prob- lem over the years and broken their teeth on it have concluded that it is insoluble.[17] ” Auch wenn der Zypernkonflikt „...never anywhere near made it into the first league of world problems demanding a solution.”,[18] bildet er damit dennoch eine geeignete Grundlage für die angestrebte Untersuchung dieser Arbeit.

I.2 Fragestellung und Relevanz des Themas

Svensson und Wallensteen stellen in ihrer Studie „The Go-Between. Jan Eliasson and the Styles of Mediation“ (2010) die Behauptung auf, dass der Mediationsstil eines Mediators hauptsächlich von dessen Mandat bestimmt wird: „ Mediation is formed by the initial mandate. [...] In this book we have demonstrated that it affects the styles of international mediators in managing and resolving armed conflicts and humanitarian crises.”[19] Diese Bestätigung ihrer Behauptung basiert auf der Untersuchung der Media­tionsstile eines Mediators (Jan Eliasson) in verschiedenen Kontexten (d.h. Konflikten), in denen er außerdem mit unterschiedlichen Mandaten ausgestattet war. Um dieses Vor­gehen und die sich davon ableitende Konzeption dieser Arbeit besser veranschaulichen zu können, ist es an dieser Stelle sinnvoll, bereits einige allgemeine Punkte aus den the­oretischen und konzeptionellen Kapiteln II.2 und II.3 vorwegzunehmen.

Die Grafiken 2 und 3 (Appendix S. XXXf) zeigen zwei unterschiedliche Darstellun­gen des Kontingenzmodells der Mediation. Beiden ist damit gemeinsam, dass sie gra­fisch die Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen den unterschiedlichen in der Wissen­schaft als relevant identifizierten zentralen Kontextvariablen, dem Prozess und dem Ergebnis der Mediation darstellen. Im Kern haben demnach v.a. die Charakteristika des Konflikts („nature of dispute“), der Konfliktparteien („nature ofparties“) und des Me­diators („nature of mediator“) einen Einfluss auf den Mediationsprozess (d.h. den Ver­lauf der Mediation und die Mediationsstile) und damit ebenfalls auf das Ergebnis der Mediation, auch wenn die Kontextvariablen in Grafik 3 stärker ausdifferenziert wurden.

Der Ansatz von Svensson/Wallensteen war es, den Einflussfaktor Mandat aus der Kontextvariable Mediator herauszulösen,[20] um dessen Einfluss auf den Mediationsstil näher untersuchen zu können. Durch die bereits angedeutete Fallauswahl (gleicher Me­diator in unterschiedlichen Konflikten mit unterschiedlichen Mandaten) variierten bei ihnen somit die Kontextvariablen Konflikt, Konfliktparteien und Mandat, wobei die Variable Mediator gleichzeitig konstant gehalten wurde. Die Analyse auf Basis dieser Konzeption führte letztlich zu der Schlussfolgerung: “...the mandate is of crucial importance for what a mediator can do. It determines what strategies and tools a medi­ator may use. It sets the outer parameters of mediation, but still leaves some leeway for the mediator.”[21]

Genau an diesem letztgenannten Punkt setzt die vorliegende Arbeit an, denn Svens­son/Wallensteen stellen trotz variierender Mandate eine gewisse Konsistenz in den Me­diationsstilen Jan Eliassons fest und vermuten somit, dass auch die Person des Media­tors einen Einfluss auf den Mediationsstil haben kann, schließlich sind Mandate meist allgemein gehalten und lassen dem Mediator daher einigen Spielraum hinsichtlich der Entscheidung über das eigene Vorgehen.[22] Die Variable Mediator soll hier deshalb im Mittelpunkt des Interesses stehen. Da in der Literatur jedoch, wie bereits am Kontin­genzmodell der Mediation angedeutet, neben Mediator und Mandat v.a. der Konflikt und sein (z.B. regionaler) Kontext sowie die Konfliktparteien als bedeutende Einfluss­faktoren auf Mediation identifiziert wurden, sollen auch diese Faktoren, zusammenge­fasst als Variable Kontext, berücksichtigt werden.[23] Die übergeordnete Forschungsfrage dieser Arbeit lautet entsprechend:

Welchen Einfluss haben der Kontext, das Mandat und der Mediator als Kontext­variablen auf den Mediationsstil?

Die Beantwortung der Forschungsfrage soll Aufschluss darüber geben, welche Rele­vanz diesen Kontextvariablen als Einflussfaktoren auf den Mediationsstil zukommt. Die Arbeit reiht sich somit in die Debatte um mögliche Einflussfaktoren auf Mediation ein.

Die vorliegende Untersuchung ist so konzipiert, dass das Konzept von Svens­son/Wallensteen umgekehrt wird, d.h. es werden die Mediationsstile mehrerer unter­schiedlicher Mediatoren im gleichen Konflikt untersucht. Für dieses Vorhaben wurde bewusst der Zypernkonflikt gewählt, da er aufgrund seiner Dauer eine hohe Anzahl möglicher Fallbeispiele enthält. Außerdem bietet er über fast den gesamten Zeitverlauf hinweg einen im Vergleich zu anderen langwierigen Konflikten kontrollierbaren Kon­text ohne gravierende Veränderungen, wie bspw. einen Wiederausbruch bewaffneter Kämpfe. Gleichzeitig ermöglicht der Zypernkonflikt eine Fallauswahl, bei der die Kon­textvariable Mediator variiert, während die Varianz des Kontextes begrenzt ist und das Mandat relativ ähnlich bleibt.

Die Relevanz dieser Untersuchung ergibt sich bereits daraus, dass der Fokus in der Wissenschaft bisher meist auf dem Einfluss verschiedener Faktoren auf die Effektivität und das Ergebnis der Mediation [24]bzw. dem Einfluss unterschiedlichem Mediationsver­haltens auf das Ergebnis lag. Welche Faktoren jedoch das Mediationsverhalten beein­flussen blieb meist unbeachtet.[25] Dabei trägt eine solche Untersuchung zum besseren Verständnis der Dynamiken und Ursachen von Mediationsverhalten bei.[26] Außerdem ist die Analyse von Mediationsstilen ein relativ junger, von Svensson/Wallensteen entwi­ckelter Ansatz, der über die bisherige Untersuchung von Mediationsstrategien hinaus­geht (siehe hierzu Kapitel II.2) und das Mediationsverhalten somit umfassender erfasst: „Mediation theory needs more input on how mediators actually mediate... “.[27] Die an­gestrebte Analyse bietet außerdem die Möglichkeit das Konzept der Analyse von Me­diationsstilen auf ein weiteres Fallbeispiel anzuwenden und die zentrale Behauptung von Svensson/Wallensteen weitergehend zu überprüfen.

Das folgende Hauptkapitel wird zunächst die Grundlagen für den daran anschlie­ßenden analytischen Teil der Arbeit legen. Dazu erfolgt zuerst eine überblicksartige Darstellung des Zypernkonflikts und seiner Akteure bevor in Kapitel II.2 der For­schungsstand der Mediationstheorie aufgearbeitet wird. Für die Analyse der Fallbeispie- le werden in Kapitel II.3 schließlich die theoretischen und methodischen Grundlagen dargelegt sowie ein Analyseraster entwickelt. Aufbauend auf dem zweiten Hauptkapitel erfolgen dann die Auswahl der Fallbeispiele sowie deren Analyse, wobei jedes Fallbei­spiel mit einem kurzen Zwischenergebnis enden wird. Den Abschluss der Arbeit bildet dann das vierte Hauptkapitel, in dem die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt.

II. Mediation und Zypern

II.1 Der Konflikt auf Zypern - Phasen und Akteure im Überblick

Der Konflikt auf Zypern kann zur besseren Veranschaulichung in sechs Phasen ein­geteilt werden. Dabei orientiert sich die Unterteilung an zentralen Ereignissen oder Wendepunkten im Konfliktverlauf, wodurch sich die Phasen deutlich in ihrem Umfang unterscheiden werden. Die beiden Hauptakteure, die griechisch- und die türkisch­zyprische Volksgruppe, weisen im Zeit- bzw. Konfliktverlauf keine extremen Verände­rungen, wie z.B. innere Umstürze oder radikale Kurswechsel auf. Aus diesem Grund und weil für die Untersuchung relevante Veränderungen in den Fallstudien behandelt werden, soll an dieser Stelle eine kurze, einleitende Darstellung beider Akteure genü­gen. Weitere Charakterisierungen werden sich darüber hinaus auch aus den Erläuterun­gen des Konfliktverlaufs ergeben.

Die griechischen Zyprer

Die griechischen Zyprer bilden mit einem Anteil von ca. 82% an der Gesamtbevöl­kerung Zyperns die eindeutige Bevölkerungsmehrheit und das wollen sie auch seit jeher in den Verhandlungen bzw. einer möglichen Vereinbarung berücksichtigt wissen, z.B. in Form einer starken Zentralregierung unter ihrer Führung.[28] Nachdem ihnen jedoch infolge der Invasion durch türkische Truppen und den bereits zuvor erfolgten Abzug griechischer Truppen ihre militärische Unterlegenheit bewusst wurde und sie große Ver­luste an Land und Besitztümern hinnehmen mussten, lag ihr Fokus in den Verhandlun­gen ab 1974 schließlich auf territorialen Anpassungen zu ihren Gunsten sowie den sog. drei Freiheiten (Bewegung, Eigentum, Siedlung),[29] die griechische Zyprer u.a. zur Rückkehr zu ihren Besitztümern oder zur Wiederansiedlung im Norden berechtigen würden. Der Einfluss des Mutterlandes Griechenland ist relativ gering, da Griechenland in der Geschichte mehrfach eigene Interessen über die der griechischen Zyprer stellte.

Für den Verhandlungsprozess gilt also: „Cyprus decides, Greece supports.“[30] Wichtige Veränderungen haben sich im Konfliktverlauf v.a. durch die Wahl neuer Präsidenten (siehe Präsidenten der Republik Zypern, Appendix S. IX), mit je unterschiedlichen Hal­tungen zum Verhandlungsprozess ergeben, wobei seit Bildung des Nationalrates 1975 auch die Parteiführer aller im Parlament vertretenen Parteien (siehe Politische Parteien auf Zypern, Appendix S. X) stets ein Mitspracherecht haben.

Die Positionen der türkischen Zyprer sind v.a. geprägt durch ihre Erfahrungen als isolierte Minderheit zwischen 1963 und dem Einmarsch türkischer Truppen 1974. Ihr Hauptziel ist daher die Verbesserung und Legitimierung der Bedingungen nach 1974, d.h. ein möglichst hoher Grad an Autonomie und Selbstbestimmung sowie politische Gleichheit auf allen Ebenen.[31] Der Einmarsch der türkischen Truppen führte zu einer Situation ihrer militärischen Überlegenheit, machte sie jedoch durch die Teilung Zy­perns nicht nur militärisch, sondern auch finanziell von der Türkei abhängig.[32] Obwohl der türkisch-zyprische Führer[33] eine starke Position inne hat, werden Entscheidungen bezüglich des Zypernkonflikts oft in Ankara getroffen, wobei den türkischen Militärs eine wichtige Rolle zukommt.[34] Dem Mutterland kommt hier also eine weitaus größere Bedeutung zu, auch wenn sich Rauf Denktaç, der die türkischen Zyprer von 1975 bis 2005 führte (siehe Führer der türkischen Zyprer, Appendix S. IX), immer wieder gegen die türkische Führung durchsetzen konnte.[35]

Betrachtet man die Forderungen und artikulierten Interessen beider Konfliktparteien im gesamten Konfliktverlauf, zeigt sich insbesondere seit 1974 ein breites, aber kon­stantes Spektrum an Konfliktthemen bzw. Streitfragen: territoriale Anpassungen, Eigen­tums- bzw. Besitzrechte, Regierungssystem und konstitutionelle Ordnung, Sicherheit,[36] Souveränität, Status bzw. Anerkennung (insb. des nördlichen Teils) und türkische Sied- 1er[37] im Norden. Mit zunehmender Dauer des Konflikts trat zusätzlich das Thema Kon- tinuität hinzu.[38]

Da der Umfang dieser Arbeit nur eine überblicksartige Darstellung des Konflikt- und Verhandlungsverlaufs ermöglicht, ist eine detailliertere Chronik des Zypernkon­flikts im Appendix (ab S. XI) enthalten, um einen weitergehenden Einblick in den Zy­pernkonflikt zu ermöglichen.

Die Vorgeschichte bis zur Unabhängigkeitserklärung 1960

Seit 1200 v. Chr. beherrschten die Griechen Zypern, bis die Insel 1571 durch die Osmanen erobert wurde.[39] Auch wenn die türkischen Zyprer somit einen Teil der Ge­schichte Zyperns für sich beanspruchen, ist Zypern aus Sicht der griechischen Zyprer seit jeher ethnisch und kulturell griechisch.[40] 1878 bekam Großbritannien per Pachtver­trag die de facto Hoheit über Zypern und annektierte es schließlich 1914. Nachdem die Türkische Republik 1923 mit dem Vertrag von Lausanne endgültig ihre Souveränität über Zypern an Großbritannien abtrat, wurde die Insel 1925 formell zur britischen Ko­lonie.[41] Obwohl die gegen die britische Kolonialherrschaft gerichteten Kämpfe der grie- chischen Zyprer bereits in den 1920er Jahren begannen,[42] liegt der Ursprung des Zy­pernkonflikts v.a. in den letzten Jahren der Kolonialherrschaft.

Mit Gründung der EOKA (Ethniki Organosis Kyprion Agoniston) begann 1955 der Guerilla-Krieg der griechischen Zyprer gegen die Kolonialherren und für Enosis, den Anschluss Zyperns an Griechenland.[43] Für viele türkische Zyprer liegt hierin eine der Ursachen des jahrzehntelangen Konflikts und zugleich markiert es für sie dessen Be- ginn.[44] Um die Souveränität über Zypern zu erhalten, schlug sich Großbritannien auf die Seite der türkischen Zyprer, die 1957 mit der TMT (Turk Mukavemet Teskilati) eine bewaffnete Gegenbewegung zur EOKA gebildet hatten, deren vorrangiges Ziel Taksim, also die Teilung Zyperns war. Großbritannien spielte somit im Stile einer divide-et- impera-Politik beide Volksgruppen gegeneinander aus.[45] Nachdem die nun zwischen den Volksgruppen stattfindenden Kämpfe 1958 durch einen Waffenstillstand beendet werden konnten, entschied sich Großbritannien schließlich, Zypern seinem Schicksal zu überlassen und lediglich zwei große Militärbasen (Akrotiri und Dhekelia, siehe Grafik 4, Appendix S. XXXI) unter seiner Hoheit zu erhalten.[46] Mit diesem Ziel wurden im Februar 1959 unter Beteiligung Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei zwei Konferenzen in Zürich und London anberaumt,[47] auf denen beiden Volksgruppen eine power-sharing Verfassung aufgezwungen wurde, die sowohl Enosis als auch Taksim ausschloss und damit keine der beiden Seiten zufriedenstellte.[48] Zusätzlich zur Verfas­sung wurden drei ergänzende Verträge geschlossen: (1) das Treaty of Establishment, das Zypern seine Souveränität überträgt (ausgenommen die britischen Militärbasen), (2) das Treaty of Guarantee, demzufolge Großbritannien, Griechenland und die Türkei die Unabhängigkeit, territoriale Integrität, Sicherheit und konstitutionelle Struktur Zyperns schützen und notfalls per militärischer Intervention wiederherstellen und (3) das Treaty of Alliance, mit dem sich Zypern, Griechenland und die Türkei zur Errichtung eines gemeinsamen Hauptquartiers verpflichten sowie die Stationierung griechischer und tür­kischer Truppen auf Zypern festlegen. Auf dieser Grundlage erklärte die Republik Zy­pern schließlich am 16. August 1960 ihre Unabhängigkeit.[49]

Das unabhängige Zypern 1960 bis zur Teilung im Juli 1974

Da beide Volksgruppen mit der Verfassung von 1960 unzufrieden waren, arbeiteten ihre Vertreter in den staatlichen Organen vorwiegend gegeneinander als miteinander, was das Entstehen einer funktionierenden Demokratie unmöglich machte.[50] Nachdem Erzbischof Makarios III, der erste Präsident der Republik Zypern, am 30. November 1963 mit seinem 13-Punkte Vorschlag zur Änderung der Verfassung versuchte, die aus Sicht der griechischen Zyprer zu starke Repräsentanz und zu weitgehenden Rechte der türkischen Zyprer gemäß der Verfassung von 1960 zu beschneiden, brach das konstitu­tionelle Gefüge schließlich zusammen.[51] Die türkischen Zyprer zogen sich aus den staatlichen Organen zurück[52] und ab dem 21. Dezember 1963 kam es zu heftigen ge- waltsamen Zusammenstößen, die sich schnell über die gesamte Insel ausbreiteten[53] und die fortschreitende Segregation zwischen den Volksgruppen forcierten.[54] Da die Londo­ner Konferenz von Januar bis Februar 1964 kein Ende der Gewalt bewirken konnte, reagierte der UN-Sicherheitsrat in Resolution 186 (04. März 1964) mit der Entsendung der UNFICYP Peacekeeping-Mission und einem Mandat für Generalsekretär U Thant zur Ernennung eines Mediators.[55] Die erste Phase des UN-Peacemaking endete jedoch bereits im März 1965 mit dem Galo Plaza-Report, der den türkischen Zyprern in einer Lösung lediglich Minderheitenrechte zugestand.[56] Die Folgen waren eine heftige Ab­lehnung des Lösungsvorschlages von türkischer Seite, das Ende der Mediationsinitiative und eine generelle und bis heute gültige Ablehnung der Entsendung weiterer Mediato­ren.[57] Das UN-Peacemaking wird seither von Sondergesandten der Generalsekretäre im Rahmen ihrer good offices geführt, die ihren Mandaten zufolge nicht explizit als Media­toren eingesetzt werden. Die Bemühungen konnten jedoch im Grunde erst ab Juni 1968 mit vier weitgehend ergebnislosen Phasen von Gesprächen, bis zur erneuten Unterbre­chung im Juli 1974, fortgesetzt werden.[58] UNFICYP konnte die Kämpfe zwischen den Volksgruppen nicht beenden, die sich ab November 1967 weiter verschärften,[59] als die neue Militärregierung in Athen versuchte, einen Anschluss Zyperns an Griechenland (Enosis) durch Absetzung von Makarios III. zu forcieren.[60] In Reaktion auf den Putsch gegen Makarios III. am 15. Juli 1974 folgte am 20. Juli schließlich der Einmarsch türki­scher Truppen, deren Vormarsch nach zwei Offensiven und zwei Runden von Gesprä­chen in Genf (25.-30. Juli und 09.-13. August[61] ) am 16. August 1974 an der heutigen Green Line (siehe Pufferzone in Grafik 4, Appendix S. XXXI) endete.[62]

Das geteilte Zypern 1974 bis zur Ausrufung der TRNZ im November 1983

Die ersten substanziellen Verhandlungen unter den veränderten Bedingungen eines geteilten Zypern begannen im Januar 1975. Im Februar sorgte die Proklamierung des Türkischen Teilstaates von Zypern[63] für eine Unterbrechung der Verhandlungen, die dann vom 28. April 1975 bis 21. Februar 1976 in fünf Runden der sog. Wiener Gesprä­che zu großen Teilen ergebnislos fortgesetzt wurden und in Form einer Einigung über einen Bevölkerungsaustausch sogar zur ethnischen Teilung Zyperns beitrugen.[64] Der erste wirkliche Durchbruch in den Verhandlungen folgte am 12. Februar 1977 mit den vier Punkte umfassenden Makarios-Denkta§ Richtlinien (auch 1. High-Level Agreement genannt), die die bis heute gültigen, zentralen Parameter einer umfassenden Lösung festlegten (siehe Chronik, Appendix ab S. XI). Nachdem die darauf folgende sechste Runde der Wiener Gespräche vom 31. März - 07. April 1977 in einer Pattsituation en­dete[65] und auch 1978 keine Verhandlungen zustande kamen, startete UN­Generalsekretär Kurt Waldheim im Mai 1979 einen erneuten, noch entschiedeneren Versuch eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu erreichen, an dessen Ende das 2. High-Level Agreement vom 18./19. Mai 1979, mit weiteren Richtlinien (siehe Chronik, Appendix ab S. XI) für spätere Verhandlungen stand.[66] Auf diesen Durchbruch folgte jedoch die nächste langanhaltende Blockadesituation, die erst im August 1980 mit dem Beginn einer neuen Reihe von Verhandlungen durchbrochen werden konnte. Resultie­rend aus diesen Verhandlungen bis Januar 1981 entwickelt das UN-Team den Interim Agreement-Vorschlag, der den Konfliktparteien am 22. Oktober 1981 vorgelegt wurde, aber, wie auch die zweite Phase von Gesprächen zwischen November 1981 und Mai 1983, keinen Durchbruch erzielte.[67] Die UN-Generalversammlung reagierte darauf in Resolution 37/253 (13. Mai 1983), in der sie ihr Bedauern über den fehlenden Fort­schritt zum Ausdruck brachte und die Forderungen der griechischen Zyprer nach einer Demilitarisierung Zyperns unterstützte. Diese Resolution und die Verweigerungshal­tung des zyprischen Präsidenten Kyprianou gegenüber neuen substanziellen Vorschlä­gen der UN im Oktober 1983, boten Denktaç letztlich zwei Gründe für die seit längerem angestrebte Unabhängigkeitserklärung der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) vom 15. November 1983.[68] Während dieser Staat bis heute lediglich von der Türkei anerkannt ist, verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Schritt unmittelbar in Res. 541 (18. November 1983) und erklärt die Unabhängigkeitserklärung für ungültig.[69] 1984 bis zum Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen im März 1998

Die Unabhängigkeitserklärung führte zu einem erneuten Abbruch der Gespräche, die Generalsekretär Pérez de Cuéllar im März 1984 mit einen 5-Punkte Vorschlag über, u.a., vertrauensbildende Maßnahmen (im Folgenden auch Confidence-Building Measures, kurz: CBMs genannt) wiederbeleben wollte. Bis August 1984 entstanden daraus die sog. Working Points, auf deren Basis ab September drei Runden indirekter Gespräche (proximity talks) stattfanden, die schließlich im Januar 1985 in einem Gipfel­treffen beider Führer und dem Scheitern des vom UN-Team auf Basis der vorhergehen­den Verhandlungen entwickelten Draft Agreement Proposal mündeten.[70] Auf eine wei­tere und ebenfalls abgelehnte Fassung dieses Vorschlags vom April 1985, folgte am 29. März 1986 das Draft Framework Agreement, mit dem de Cuéllar diesmal stärker den türkischen Zyprern entgegenkam.[71] Die Folge war ein erneutes Scheitern, diesmal durch Ablehnung der griechischen Zyprer und eine Phase der Stagnation bis 1988, während der das UN-Team vergeblich versuchte, die griechischen Zyprer doch noch vom Draft Framwork Agreement zu überzeugen.[72] Erst die Einigung beider Führer im August 1988 zum Neustart der Verhandlungen auf Basis der beiden High-Level Agreements von 1977 und 1979 führte zu neuen Gesprächen ab Mai 1989.[73] Diese nutzte de Cuéllar, um mit seinem Set of Ideas vom Juli 1989 neue Vorschläge bzw. Ideen als Basis für ein umfas­sendes Abkommen zu unterbreiten.[74] Obwohl die Verhandlungen Ende August erneut in einer Blockade endeten, lud de Cuéllar beide Führer im Februar 1990 zu direkten Ge­sprächen auf Basis seines Set of Ideas nach New York ein.[75] Schon nach einer Woche scheiterte auch diese Initiative, doch bis zum Ende der Amtszeit de Cuéllars (Dezember 1991) blieb es das Ziel der UN, auf Basis des Set of Ideas zunächst die Gliederung eines Abkommensentwurfs und schließlich diesen selbst auszuarbeiten. Lediglich einige Ver­besserungen der Gliederung wurden tatsächlich erreicht.[76] De Cuéllars Nachfolger als UN-Generalsekretär, Boutros Boutros-Ghali, führte den Ansatz seines Vorgängers fort und legte den Parteien schon am 05. April 1992 seine (bekanntere) Fassung des Set of Ideas vor, das dann die Grundlage einer ganzen Reihe von Gesprächen bis 11. Novem­ber 1992 bildete, nach deren Ende Boutros-Ghali eine Vertrauenskrise zwischen beiden Seiten diagnostizierte.[77] Während das Set of Ideas weiterhin auf dem Verhandlungstisch blieb, schlug der Generalsekretär acht CBMs vor,[78] um das Vertrauen zwischen beiden Volksgruppen wiederherzustellen. Obwohl beide Konfliktparteien im Januar und Febru­ar 1994 im Prinzip ihre Akzeptanz der CBMs signalisierten, scheiterten die Verhand­lungen im April an der Aushandlung der Implementierungsmaßnahmen und ein ähnli - cher Fehlschlag im Mai/Juni führte letztlich zum Scheitern des gesamten Ansatzes.[79] Trotz der Bemühungen der UN, den Verhandlungsprozess wiederzubeleben, gab es bis Juli 1997 keine neuen Gespräche, während gleichzeitig das Thema EU-Beitritt spürbar an Relevanz gewann.[80] Nachdem im Juli und August 1997 auch die ersten beiden Run­den direkter Gespräche seit drei Jahren in einer Pattsituation endeten[81] und die EU am 12. Dezember die Aufnahme der Beitrittsgespräche mit Zypern verkündete, deklarierten die türkischen Zyprer die Verhandlungen als beendet.[82] Der EU-Beitrittsprozess Zy­perns hatte nun, oder spätestens mit Beginn der Beitrittsgespräche am 31. März 1998, einen Einfluss auf den Verhandlungsprozess.

Vom Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen 1998 bis zum EU-Beitritt 2004

Da der EU-Beitrittsprozess nicht, wie von Denktaç gefordert, gestoppt wurde und die Türkische Republik Nordzypern parallel weiterhin keine internationale Anerken­nung erhielt,[83] konnte Kofi Annan erst am 13. November 1999 verkünden, dass sich Clerides und Denktaç auf den Beginn von Verhandlungen im proximity-Format geeinigt haben.[84] Zwischen dem 02. Dezember 1999 und 10. November 2000 fanden daraufhin fünf Runden proximity talks in New York bzw. Genf statt, um den Grundstein für wei- tergehende Verhandlungen zu legen.[85] Infolge der Ablehnung einer sechsten Runde der proximity talks durch Denktaç, fanden dann jedoch zwischen November 2000 und De- zember 2001 keine Verhandlungen statt.[86] Nach einem Treffen beider Führer im De­zember 2001 wurden die Verhandlungen schließlich am 06. (Vorbereitungstreffen) bzw. 16. Januar 2002 in direktem Format fortgesetzt.[87] Es folgten insgesamt sechs Runden direkter Gespräche bis Ende September 2002,[88] auf deren Grundlage das UN-Team die erste Fassung des Annan-Plans entwickelte und am 11. November beiden Konfliktpar­teien vorlegte. Da beide Parteien den Vorschlag letztlich als Basis weiterer Verhandlun­gen akzeptierten, wurde am 10. Dezember auf dem EU-Gipfel in Kopenhagen die, ent­sprechend der artikulierten Interessen beider Seiten überarbeitete Version Annan II vor­gelegt.[89] Die gleichzeitige Entscheidung der europäischen Staats- und Regierungschefs, dass Zypern im Mai 2004 notfalls auch als geteilter Staat der EU beitreten werde, führte jedoch zu einer Blockadehaltung der türkischen Zyprer.[90] Erst im Januar 2003 konnten die Verhandlungen zum Annan-Plan fortgesetzt werden. Um den EU-Beitritt eines wie­dervereinigten Zyperns zu ermöglichen, sollten beide Konfliktparteien am 10. März 2003 in Den Haag, ohne weitere Verhandlungen, über die dritte Fassung des Annan­Plans abstimmen. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des EU-Beitrittsabkommens am 16. April 2003 war Zypern dennoch weithin geteilt, da Denktaç Annan III und alle wei­teren Vorschläge des UN-Teams ablehnte. Die Schlussfolgerung für Annan war, dass weitere Verhandlungen vorerst zwecklos seien. Daraufhin zog er sogar seinen führen­den Mediator Alvaro de Soto ab.[91] Der Einladung Annans zur Fortsetzung der direkten Verhandlungen im Februar 2004 sind Signale neuer Verhandlungsbereitschaft beider Seiten vorausgegangen. Im Rahmen multilateraler Verhandlungen unter Einbeziehung der Mutterländer vom 10.-13. Februar 2004 einigten sich alle Parteien auf einen Drei- Stufen-Prozess von Verhandlungen, der am 24. April 2004 in zwei separaten Referen­den über den Annan-Plan enden sollte.[92] Da die ersten beiden Stufen des Prozesses wei­terhin zu keiner Einigung führten, wurde schließlich die UN mit der Vervollständigung des Plans (nun bereits in der Version Annan IV) beauftragt. Die fünfte und letzte Versi­on des Annan-Plans wurde beiden Volksgruppen dann, wie geplant, am 24. April 2004 in getrennten Referenden vorgelegt, die über sein In-Kraft-Treten entscheiden sollten.[93] Während sich die türkischen Zyprer mehrheitlich für Annan V entschieden, votierten die griechischen Zyprer mit starker Mehrheit gegen den Plan, was schließlich das Scheitern der gesamten UN-Initiative bedeutete.

Der Konflikt seit dem EU-Beitritt 2004

Zwar bemerkte Annan im Februar 2005 auf türkischer Seite eine erneute Bereit­schaft zur Verhandlung des Annan-Plans, doch waren die griechischen Zyprer dazu weiterhin nicht bereit.[94] Erst als Under-Secretary-General for Political Affairs Ibrahim Gambari im Juli 2006 zu Gesprächen mit beiden Seiten sowie den Mutterländern in die Region reiste, konnten erste direkte Treffen beider Konfliktparteien arrangiert werden. Mit dem dabei ausgehandelten Set of Principles vereinbarten beide Seiten Prinzipien für die weiteren Verhandlungen, vertrauensbildende Maßnahmen und den Beginn von Ver­handlungen auf technischer Ebene.[95] Da diese Vereinbarung den Fokus der Jahre 2006 und 2007 bestimmte,[96] wurden bis Frühjahr 2008 keine wirklichen Fortschritte erzielt. Im März 2008 stimmten dann aber beide Führer, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, der Bildung von Arbeitsgruppen und technischen Komitees zu, die die Agenda substanzieller und direkter Verhandlungen bestimmen sollten.[97] Nachdem die Arbeits­gruppen und Komitees erste Ergebnisse lieferten, einigten sich beide Führer im Juli 2008 schließlich auf den Beginn direkter Verhandlungen ab 03. September des Jahres.[98]

Die erste Phase der direkten Verhandlungen dauerte fast ein Jahr und wurde am 06. August 2009 für abgeschlossen erklärt, nachdem alle Kernthemen in erster Lesung be­sprochen waren.[99] Im September 2009 begann dann sogleich die zweite Phase,[100] die, mit zwei zwischenzeitlich intensivierten (d.h. beschleunigten) Verhandlungsrunden so­wie Unterbrechungen, bis November 2010 andauerte, nach Einschätzung Ban Ki-Moons aber nur unzureichende Fortschritte erzielte.[101] Die dritte Verhandlungsphase ab No­vember 2011 währte nur kurz und auch die Versuche der UN, dem Prozess neuen Schwung zu verleihen schlugen fehl,[102] sodass die Verhandlungen zwischen beiden Führern in letzter Konsequenz Ende März 2012 abbrachen.[103] Seinem Pressestatement vom 28. Mai 2013 entsprechend, rechnet der derzeitige UN-Sondergesandte Alexander Downer erst für September oder Oktober 2013 mit einer Fortsetzung der substanziellen Verhandlungen, da der Fokus der neuen Regierung unter Nikos Anastasiades vorerst auf der Finanzkrise liege.[104]

II. 2 Die Theorie der Mediation

Das bereits vorgestellte Kontingenzmodell der Mediation nach Bercovitch/Ana­gnoson/Wille (1991) (siehe Grafik 2, Appendix S. XXX) bietet eine gute Basis für die Darstellung der Theorie der Mediation, indem es die bisher in der Wissenschaft als rele­vant identifizierten Kontext- und Prozessvariablen der Mediation vereinfacht in vier Kategorien zusammenfasst und die weiterhin beobachteten kausalen Beziehungen zwi­schen Kontext, Prozess und Ergebnis der Mediation grafisch veranschaulicht. Der Kon­text wird demnach v.a. durch die Charakteristika des Konflikts, der Konfliktparteien und des Mediators bestimmt,[105] wobei Kleiboer dem noch die Variable internationaler Kontext hinzufügt.[106]

Als die für den Prozess der Mediation - und damit entsprechend des Kontingenzmo­dells auch für den Mediationsstil - bedeutendsten Charakteristika des Konflikts werden meist dessen Intensität, Dauer sowie die Konfliktgegenstände genannt.[107] Dabei gibt es weder einen Konsens darüber, was genau mit der Konfliktintensität gemeint ist (z.B. die Anzahl an Opfern, Stärke negativer Perzeptionen oder auch das Level an Feindseligkei­ten),[108] noch welche Auswirkungen die Konfliktintensität auf den Mediationsprozess und das Ergebnis der Mediation hat. Eine hohe Intensität kann demnach vorteilhaft sein, weil die Kosten eines fortgesetzten Konfliktes diejenigen einer ausgehandelten Lösung überschreiten, aber auch nachteilig, sofern die erlittenen Verluste zu festgefahrenen Po- sitionen und Kompromissunfähigkeit führen.[109] Über die Effekte der Dauer des Kon­flikts und damit auch das Timing von Mediation gibt es ähnlich divergierende Ansich­ten in der Literatur. Einerseits soll Mediation möglichst früh im Konflikt ansetzen, da die Positionen der Konfliktparteien zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu verfestigt sind. Andererseits sei eine späte Intervention am effektivsten, weil die Konfliktparteien dann aufgrund vergangener Verluste realisieren, dass eine Fortsetzung des Konflikts zu noch höheren Kosten führen wird, die sie nicht mehr bereit sind zu tragen.[110] Weiterhin ist die Ansicht verbreitet, dass weder frühes, noch spätes Eingreifen effektiv sei,[111] sondern dass der Fokus vielmehr auf bestimmten Punkten im Konfliktverlauf, wie einem „mutually hurting stalemate“ (d.h. beide Seiten realisieren, dass sie nicht (mehr) in der Lage sind, den Konflikt unilateral zu lösen)[112] oder Umbrüchen innerhalb der Konflikt­parteien[113] liegen sollte. Die Konfliktgegenstände werden in materielle und immaterielle oder auch teilbare und unteilbare Konfliktgegenstände eingeteilt, wobei nicht nur deren substanzielle Natur, sondern auch Anzahl und Komplexität von Bedeutung sind.[114] Welche Konfliktgegenstände bzw. -themen (wie Territorium, Souveränität, Ideologie etc.) schwerer zu lösen und welche überhaupt für Mediation zugänglich sind, ist dabei ebenfalls umstritten.[115]

Hinsichtlich der Charakteristika der Konfliktparteien sind u.a. Faktoren wie Regime­typ, Machtverteilung zwischen den Parteien,[116] Ziele, Motivation (zur Akzeptanz von Mediation), frühere Beziehungen zwischen den Konfliktparteien, Ressourcenvertei- lung,[117] die innere Homogenität und Identifikation,[118] aber auch Beziehungen zu exter­nen Akteuren[119] von Bedeutung. Alle diese Faktoren haben einen Einfluss auf den Me­diationsprozess und/oder die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ergebnisses der Mediationsbemühungen. So wird in der Literatur bspw. diskutiert, ob ein relatives Machtgleichgewicht zwischen den Konfliktparteien die Verhandlungen fördert oder unterminiert[120] oder welche Motive Konfliktparteien haben können, wenn sie Mediation akzeptieren oder ersuchen (z.B. face-saving, Hoffnung auf bestimmtes Ergebnis oder Zeit gewinnen).[121]

Der Einfluss eines Mediators auf den Mediationsprozess und das Ergebnis der Me­diation ergibt sich zusammenfassend v.a. aus seinem Rang bzw. Status aus Sicht der Konfliktparteien (basierend auf seiner Position in einem Staat/einer Organisation, seiner Reputation, Erfahrung etc.)[122] , seinen Ressourcen,[123] möglichen (auch früheren) Ver­bindungen zu einer oder beiden Konfliktparteien[124] sowie persönlichen Eigenschaften des Mediators, wie Wissen/Expertise, Motivation (zur Intervention), Erfahrung, Fähig­keiten, Glaubwürdigkeit, Autorität und Parteilichkeit bzw. Unparteilichkeit.[125] Hinsicht­lich der persönlichen Eigenschaften des Mediators konnte dabei u.a. gezeigt werden, dass mit steigender Erfahrung auch die Effektivität von Mediation steigt.[126] Größere Erkenntnislücken zeigen sich demgegenüber bezüglich des Einflusses der Charakteristi­ka des Mediators (v.a. der persönlichen Eigenschaften) auf den Mediationsprozess.

Als zentrale Prozessvariable zeigt das Kontingenzmodell die Mediationsstrategien, die in der Literatur je nach Grad der Intervention in communication-facilitation, formulation und manipulation-[127] bzw. reflexive, nicht direktive und direktive Strate- gien[128] unterschieden werden. Andere Differenzierungen fokussieren auf Rollen von Mediatoren (wie Katalysator, Übersetzer, Sündenbock etc.)[129] oder auch Taktiken der Mediation (wie enlarging the pie, cost cutting, bridging etc.)[130] . Svensson/Wallensteen schlagen demgegenüber eine umfassendere Klassifizierung nach Mediationsstilen vor, die über die Feststellung des Grads der Intervention hinausgeht (siehe nächstes Kapitel). Neben der Intensität des Konfliktes hat die Auswahl der Mediationsstrategie den größ­ten Einfluss auf das Ergebnis der Mediation,[131] wobei die zahlreichen Ergebnisse, wel­che Strategien unter welchen Bedingungen am effektivsten sind, auch hier divergie­ren.[132] Weit weniger wurden dabei allerdings die Faktoren untersucht, die die Auswahl der Mediationsstrategie beeinflussen. Entsprechend sind hier auch die Ergebnisse eher vage, sodass im Grunde alle genannten Kontextvariablen von Bedeutung sind,[133] auch wenn bei Svensson/Wallensteen letztlich das Mandat als wichtigster Einflussfaktor identifiziert wurde.[134]

II.3 Theoretische und Methodische Grundlagen - das Analyseraster

Der Arbeit liegt eine breite Definition von Mediation nach Bercovitch/Anagnoson/ Wille zugrunde:

„...we define international mediation broadly as a process of conflict management where disputants seek the assistance of, or accept an offer of help from, an individual, group, state or organization to settle their conflict or resolve their differences without re­sorting to physical force or invoking the authority of the law.”[135]

Diese Definition schließt ein breites Spektrum an möglichen Strategien und Verhal­tensweisen von Mediatoren ein.[136] Enge Definitionen fokussieren dagegen auf den Kern von Mediation und ziehen Grenzen zwischen Mediation, good offices, shuttle diplomacy, Schlichtung etc. Diese Unterscheidung ist aber weder nötig, noch hilfreich, da Mediatoren während ihrer Intervention variabel mehrere dieser Funktionen und Vor­gehensweisen erfüllen bzw. anwenden können.[137] Hinsichtlich des Zypernkonflikts würde eine solche Unterscheidung außerdem einige Schwierigkeiten bereiten, da auf Zypern seit 1965 offiziell keine Mediation mehr durchgeführt, sondern lediglich die good offices des UN-Generalsekretärs zur Verfügung gestellt werden, was aber keine entsprechenden Auswirkungen auf das tatsächliche Aufgabenspektrum der Mediatoren hatte.[138]

Die Ausführungen in Kapitel I.2 haben bereits deutlich gemacht, dass die vorliegen­de Arbeit in ihrer Konzeption an die Analyse von Svensson/Wallensteen (2010) an­knüpft. Den Ausgangspunkt bildet dabei ihr Ergebnis, demzufolge das Mandat zwar den größten Einfluss auf den Mediationsstil habe, gleichzeitig jedoch auch ein Einfluss des Mediators nicht ausgeschlossen werden kann.[139] Letzteres begründen sie u.a. damit, dass Mandate meist vage formulierte Handlungsrichtlinien darstellen und dem Mediator somit einigen Handlungsspielraum einräumen.[140] Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel die von Svensson/Wallensteen aufgestellte und vorläufig bestätigte Behauptung qua Gegenprobe zu überprüfen sowie weitergehende Erkenntnisse über die Einflussfak­toren auf Mediationsstile zu gewinnen, liegt der oben genannten Forschungsfrage die zentrale Grundannahme zugrunde, dass der Mediationsstil nicht hauptsächlich vom Mandat oder dem Kontext, sondern vom Mediator selbst beeinflusst wird. Wenn sich also die Variable Mediator signifikant verändert (d.h. z.B. ein anderer Mediator einge­setzt wird), dann verändert sich ebenfalls der Mediationsstil, auch wenn Mandat und/oder Kontext ähnlich bleiben. Der Begriff Mediationsstil bezeichnet dabei gem. Svensson/Wallensteen „.. .the way the mediator chooses to act.“[141]

Gestützt und begründet werden kann diese Gegenbehauptung auf Grundlage von Er­gebnissen und Argumenten anderer Studien, von denen an dieser Stelle jedoch nur eini­ge wichtige angeführt werden können: Zunächst ist davon auszugehen, dass der Media­tionsstil nicht zufällig vom Mediator gewählt wird, sondern eine bewusste Entscheidung darstellt, mit der er auf die Anforderungen des Konflikts reagiert[142] , d.h.: „...different mediators do different things in different situations...”[143]. Damit stellt der Kontext zwar den Rahmen der Entscheidung dar, die tatsächliche Wahl der Vorgehensweise liegt je­doch im Ermessen des Mediators. Je nach verfügbaren Ressourcen, aber auch persönli­chen Qualitäten (z.B. Wissen, Fähigkeiten oder Expertise, erlangt durch Mediationser­fahrung) kann der Mediator durch sein Handeln im Gegenzug sogar den Kontext (z.B. die Positionen und Verhaltensweisen der Konfliktparteien) beeinflussen. [144] Die Media­tionserfahrung eines Mediators bzw. sein track record kann z.B. Auskunft über dessen Fähigkeiten geben, einen vorliegenden Konflikt zu bearbeiten und beeinflusst damit auch die Erwartungen der Konfliktparteien und deren Akzeptanz bestimmter Rollen oder Vorgehensweisen des Mediators.[145] Ähnlich verhält es sich mit dem Mandat, denn auch darauf kann der Mediator u.U. einen Einfluss nehmen - z.B. durch seine Bericht­erstattung an seine Regierung oder Organisation.

Um die zentrale Grundannahme zu überprüfen und letztlich die Forschungsfrage zu beantworten, wird ein strukturierter, fokussierter Vergleich durchgeführt.

„The method is ‘structured’ in that the researcher writes general questions that reflect the research objective and that these questions are asked of each case under study to guide and standardize data collection, thereby making systematic comparison and cumulation of the findings of the cases possible. The method is “focused” in that it deals only with certain aspects of the historical cases examined.”[146]

Es werden also im Folgenden allgemeine Leitfragen zur Feststellung der Ausprä­gungen der unabhängigen Variablen (Kontext, Mandat und Mediator) sowie der abhän­gigen Variable (Mediationsstil) formuliert, deren Beantwortung schließlich die Daten­grundlage für den abschließenden Vergleich und die Klärung der Forschungsfrage bil­den. Die Fragen müssen dabei so allgemein formuliert sein, dass sie auf alle Fallbeispie­le anwendbar sind. Dennoch können dann bei der Durchführung der Analyse die spezi­ellen Eigenheiten der einzelnen Fallbeispiele herausgearbeitet werden.[147] Dazu sollen auch Veränderungen innerhalb der Fallbeispiele deutlich gemacht werden ohne dabei aber die Leitfragen aus dem Fokus zu verlieren. Um eindeutige kausale Schlüsse ziehen zu können, müsste ein absolut kontrollierter Vergleich durchgeführt werden, bei dem sich die Fälle jeweils nur hinsichtlich eines Faktums (hier der Variable Mediator) unter­scheiden.[148] Da solche Fälle aber in der Realität schwer zu finden sind, muss eine Vari­ablenkontrolle erfolgen, denn nur so können dennoch Rückschlüsse über das Ausmaß des Einflusses der unabhängigen Variablen auf die abhängige Variable gezogen werden. Bereits durch die Auswahl des Zypernkonflikts als Grundlage der Untersuchung konnte die Variable Mandat, unabhängig von der konkreten Fallauswahl, in ihrer Varianz rela­tiv stark eingeschränkt werden, da die Mandate der Mediatoren im gesamten Konflikt­verlauf seit den 1960er Jahren keinen großen Veränderungen unterlagen. Die Konflikt­auswahl begrenzt außerdem in gewissem Rahmen die Varianz der Variable Kontext, weiterhin aber auch in geringerem Maße die der Variable Mediator. Eine weitere Vari­ablenkontrolle erfolgt über die konkrete Fallauswahl im nächsten Kapitel.

Da es sich hierbei um ein most similar case design handelt, decken die Leitfragen nur jene Aspekte der unabhängigen Variablen ab, deren Varianz nicht bereits durch die Variablenkontrolle ausgeschlossen wurde, denn nur diese kommen letztlich als Ursa­chen einer eventuellen Veränderung der abhängigen Variable in Frage. [149] Das vollstän­dige Analyseraster, mit den konkreten Leitfragen, zugehörigen Kategorisierungen und Operationalisierungen befindet sich auf den Seiten 25 und 26. Bevor dieses nun näher erläutert wird, ist außerdem zu beachten, dass die angegebenen Kategorisierungen bzw. Skalen der unabhängigen Variablen häufig Kontinua zwischen zwei Punkten darstellen. Da für die angestrebte Untersuchung nicht die absoluten Werte der einzelnen Ausprä­gungen der unabhängigen Variablen, sondern deren mögliche Veränderungen von Inte­resse sind, wird die jeweils erste Einordnung jeder Ausprägung im ersten Fallbeispiel als Referenzpunkt für alle weiteren Einordnungen (auch die der folgenden Fallbeispiele) festgelegt.

Die Ausprägungen der unabhängigen Variablen werden gleichermaßen durch je fünf Leitfragen erhoben. Beim Kontext werden dadurch die Aspekte (1) regionaler Kontext, (2) Konfliktintensität, (3) persönliches Verhältnis zwischen den Führern, (4) Kompro­miss- und Verhandlungsbereitschaft der Konfliktparteien und (5) deren innere Kohäsion ermittelt. Frage 3 mag dabei unüblich erscheinen, doch waren sich die Führer häufig bereits vor ihrem Zusammentreffen am Verhandlungstisch bekannt. Es werden davon ähnliche Effekte (z.B. auf die Atmosphäre der Verhandlungen) erwartet, wie sie in der Literatur von den früheren Beziehungen zwischen den Konfliktparteien erwartet wer­den. Nach letzteren wird jedoch bewusst nicht gefragt, da sich beide Seiten in allen Fallbeispielen bereits mehrere Jahrzehnte im Konfliktzustand befinden und z.B. Erinne­rungen an die Zeiten des harmonischen Zusammenlebens kaum noch eine Bedeutung haben. Weiterhin werden keine signifikanten Effekte von der Dauer des Konflikts und den Konfliktgegenständen erwartet[150] und somit auch keine diesbezüglichen Fragen gestellt.

Auch für das Mandat wurden fünf Leitfragen formuliert, obwohl von dieser Variab­len keine signifikanten Änderungen erwartet werden. Dennoch sollen damit auch klei­nere Varianzen ermittelt werden, da diese ebenfalls einen Einfluss auf die abhängige Variable haben könnten. Die Leitfragen orientieren sich dabei an Svens­son/Wallensteen, denen zufolge v.a. zwei Aspekte des Mandats einen Einfluss auf den Mediationsstil haben: der Ursprung und die operationellen Implikationen.[151] Die ersten beiden Fragen beschäftigen sich entsprechend mit dem Ursprung des Mandats, die Fra­gen 3 - 5 mit den operationellen Implikationen, wobei Frage 5 eine Erweiterung der Konzeption von Svensson/Wallensteen darstellt, indem hierbei über das Mandat hinaus nach den Handlungsspielräumen des Mediators gefragt wird, die ihm die Konfliktpar­teien zugestehen. Dabei sollen diejenigen Vorgaben im Fokus stehen, die dem Mediator die engsten Handlungsgrenzen vorgeben.

Die Leitfragen zur Variable Mediatoren fokussieren auf die persönlichen Qualitäten und Eigenschaften, aber auch andere Charakteristika des Mediators. Stellvertretend für die persönlichen Qualitäten des Mediators wird hier die Mediationserfahrung einbezo­gen, da diese in der Literatur häufig als Quelle oder Indikator für die Fähigkeiten und Expertise, aber auch die Autorität, Glaubwürdigkeit sowie den Status und Einfluss des Mediators betrachtet wird.[152] Das gilt umso mehr im Falle von UN-Mediatoren, denn diese verfügen meist nicht über militärische oder andere Ressourcen: „Skill and experti­se, honed by experience, are the only ‘swords’ used by the mediator in a conflict.”[153] Die Autorität und der Einfluss des Mediators ergeben sich aber auch aus dessen Unter­stützerbasis (Fragen 2 - 4). Darüber hinaus wird mit Frage 5 das (Macht-)Verhältnis zwischen Mediator und Konfliktparteien erhoben. Da die von den Konfliktparteien ge­währten Handlungsspielräume des Mediators dem Mandat zugerechnet wurden, diese aber gleichzeitig ein Indikator für dessen Status (aus Sicht der Konfliktparteien) und Einfluss sind, besteht hier die Gefahr von Überschneidungen. Der Einfluss des Media­tors und gleichzeitig auch sein Status aus Sicht der Konfliktparteien werden daher an­hand seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten, seine Handlungsspielräume zu erweitern und die Konfliktparteien im Sinne seiner Mission zu beeinflussen oder zu lenken, ge­messen, während bei der Variable Mandat lediglich die ursprünglichen bzw. anfänglich gewährten Handlungsspielräume berücksichtigt werden. Da die Auswahl des Zypern­konflikts bereits bedingt, dass es sich in allen Fallbeispielen um von der UN entsandte Mediatoren handelt, wird auf explizite Fragen bezüglich verfügbarer Ressourcen, Un­parteilichkeit oder Rang verzichtet.[154] Auch den Nationalitäten der Mediatoren wird keine Bedeutung zugeschrieben, da Mediatoren aus Staaten, die als möglicherweise parteilich perzipiert wurden, von vorherein abgelehnt wurden.[155] Weiterhin gab es in keinem Fall frühere Beziehungen zwischen Mediator und Konfliktpartei(en).

Für die Analyse des Mediationsstils kann auf das von Svensson/Wallensteen entwi­ckelte Analyseraster zurückgegriffen werden. Die Elemente des Mediationsstils sowie die Kategorisierungen sind somit vorgegeben. Ihre Kategorisierungen stellen jedoch ebenfalls Kontinua dar, weshalb eigene Abstufungen (Wertbereiche von -3 bis 3 bzw. -5 bis 5) eingefügt wurden, um die jeweilige Ausprägung genauer sichtbar zu machen. Welchen Wert bzw. welche Ausprägung das jeweilige Element des Mediationsstils an­nimmt, ergibt sich schließlich aus der Summe der Antwortwerte. Wie in der Übersicht des Analyserasters (S. 26) angegeben, stellt der Wert 0 in einigen Fällen die mittlere der drei möglichen Antwortkategorien dar. Andere Leitfragen werden darüber hinaus mit 0 bewertet, wenn diese z.B. aufgrund fehlender Informationen nicht bewertet werden können. Mit dem Analyseraster nach Svensson/Wallensteen wird das Vorgehen des Mediators unter vier Gesichtspunkten betrachtet: (1) den Grenzen des Engagements (scope), also dem Umfang, in dem weitere externe Akteure einbezogen werden, (2) der Methode (method), die im Grunde der üblichen Analyse der Mediationsstrategie ent­spricht, (3) dem Modus (mode), in dem die Verhandlungen geführt werden (d.h. offen oder verdeckt) und (4) dem Fokus (focus), der sowohl das vom Mediator angestrebte Ziel, als auch die Art und Weise, wie dieses erreicht werden soll, umfasst.

Leitfragen und Kategorisierungen zur Bestimmung der unabhängigen Variablen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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[1] Martin, Harriet, Kings of Peace. Pawns of War. The Untold Story of Peace-making, London: Continuum 2006, S. 30.

[2] Urquhart, Brian, A Life in Peace and War, London: Weidenfeld & Nicolson 1987, S. 198.

[3] Vgl. Beardsley, Kyle C. u.a., Mediation Style and Crisis Outcomes, in: The Journal of Conflict Resolu­tion 50, Nr. 1 (Februar 2006), S. 58.

[4] Bercovitch, Jacob/Langley, Jeffrey, The Nature of the Dispute and the Effectiveness of International Mediation, in: The Journal of Conflict Resolution 37, Nr. 4 (1993), S. 670.

[5] Svensson, Isak/Wallensteen, Peter, The Go-Between. Jan Eliasson and the Styles of Mediation, Wash­ington, D.C.: United Institute of Peace Press 2010, S. ix.

[6] Vgl. Beardsley u.a., Mediation Style and Crisis Outcomes, S. 58.

[7] Vgl. Bercovitch, Jacob/Kremenyuk, Victor/Zartman, I. William, Conclusion: Emerging Problems in Theory and Pratice, in: Dies. (Hrsg.), The Sage Handbook of Conflict Resolution, London: Sage Publica­tions 2009, S. 669.

[8] Vgl. Uppsala Conflict Data Program, Active Conflicts and Dyads 1946-2011, <http://www.pcr.uu.se/digitalAssets/124/124259_conflicts_dyads_2011.pdf>, 07.07.2013.

[9] Vgl. Bercovitch, Jacob, Mediation and Conflict Resolution, in: Bercovitch, Jacob/Kremenyuk, Vic­tor/Zartman, I. William (Hrsg.), The Sage Handbook of Conflict Resolution, London: Sage Publications 2009, S. 343. Vgl. Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. 2.

[10] Vgl. Bercovitch, Jacob/Houston, Allison, Influence of Mediator Characteristics and Behavior on the Success of Mediation in International Relations, in: The International Journal of Conflict Management 4, Nr. 4 (Oktober 1993), S. 301.

[11] Je nach Festlegung des Startpunktes kann man auch von 58 Jahren sprechen.

[12] Richter, Heinz A., Historische Hintergründe des Zypernkonflikts, in APuZ 12 (2009), S. 3.

[13] Fisher, Ronald J., Cyprus: The Failure of Mediation and the Escalation of an Identity-Based Conflict to an Adversarial Impasse, in: Journal of Peace Research 38, Nr. 3 (2001), S. 307.

[14] Vgl. Touval, Saadia, Why the U.N. Fails, in: Foreign Affairs 73, Nr. 5 (September/Oktober 1994), S. 51.

[15] United Nations Department of Public Information, United Nations Peace Operations. Year in Review 2009, S. 54. Richter, Historische Hintergründe, S. 3.

[16] Vgl. UN Doc. S/2004/302 vom 16. April 2004, S. 4.

[17] Hannay, David, Cyprus. The Search for a Solution, London: I.B. Taurus 2005, S. 236.

[18] Ebd., S. 10.

[19] Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. 105.

[20] Das Mandat wird gewöhnlich als Bestandteil der Kontextvariable Mediator betrachtet.

[21] Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. 106.

[22] Vgl. ebd., S. 36 u. 127.

[23] Siehe hierzu u.a.: Bercovitch, Jacob, Mediation in the Most Resistant Cases, in: Crocker, Chester A./Hampson, Fen Osler/Aall, Pamela (Hrsg.), Grasping the Nettle. Analyzing Cases of Intractable Con­flict, 2. Aufl., Washington, D.C.: United States Institute of Peace Press 2007, S. 107. Richmond, Oliver P., Mediating in Cyprus. The Cypriot Communities and the United Nations, London: Frank Cass Publishers 1998, S. 10. Bercovitch/Langley, The Nature of the Dispute, S. 688. Bercovitch, Jacob/Houston, Allison, Why Do They Do It Like This? An Analysis of the Factors Influ­encing Mediation Behavior in International Conflicts, in: The Journal of Conflict Resolution 44, Nr. 2 (2000), S. 170.

[24] Vgl. Bercovitch/Houston, Why Do They Do It Like This, S. 171.

[25] Vgl. ebd., S. 170 u. 174.

[26] Vgl. ebd., S. 198.

[27] Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. xi.

[28] Vgl. Faustmann, Hubert, Die Verhandlungen zur Wiedervereinigung Zyperns: 1974 - 2008, in: APuZ 12 (2009), S. 9.

[29] Migdalovitz, Carol, Cyprus: Status of U.N. Negotiations, CRS Issue Brief for Congress vom 19. Mai 2005, S. 2.

[30] Hannay, Cyprus, S. 12.

[31] Vgl. Michael, Michális S., The Cyprus Peace Talks: A Critical Appraisal, in: Journal of Peace Research 44, Nr. 5 (2007), S. 592. Vgl. Faustmann, Die Verhandlungen, S. 9.

[32] Vgl. Mirbagheri, Farid, Cyprus and International Peacemaking, London: C. Hurst & Company 1998, S. 48.

[33] Es wird hier bewusst nicht von Präsident gesprochen, da der nördliche Teil Zyperns, außer der Aner­kennung durch die Türkei, nie eine internationale Anerkennung als Staat erhielt.

[34] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 12.

[35] Vgl. ebd.

[36] Das Thema Sicherheit bezieht sich v.a. auf das Treaty of Alliance und die Stationierung von Truppen der Mutterländer auf Zypern.

[37] Hierbei geht es v.a. um die Frage, ob die türkischen Siedler die zyprische Staatsbürgerschaft bekom­men und auf Zypern bleiben dürfen, was die Bevölkerungsverteilung verändern würde.

[38] Dabei geht es um die Frage, wie der Übergang vom geteilten zum wiedervereinigten Zypern erfolgt und wie dabei mit Verträgen verfahren wird, die beide Teile während der Trennung abgeschlossen haben. Vgl. Hannay, Cyprus, S. 29, 34f, 37 u. 40ff.

[39] Vgl. Ladisch, Virginie, Toward the Reunification of Cyprus: Defining and Integrating Reconciliation into the Peace Process, in: Journal of Public and International Affairs 17 (2006), S. 111.

[40] Security Council Report, Update Report No. 4, 28. August 2006, S. 3.

[41] Vgl. Security Council Report, Chronology of Events, <http://www.securitycouncilreport.org/chronology/cyprus.php?page=9>, 28.05.2013.

[42] Tocci, Nathalie/Koviridze, Tamara, Cyprus, in: Coppieters, Bruno et al. (Hrsg.), Europeanization and Conflict Resolution. Case Studies from the European Periphery, Gent: Academia Press 2004, S. 65.

[43] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 310.

[44] Vgl. Ladisch, Toward the Reunification, S. 118.

[45] Richter, Historische Hintergründe, S. 4.

[46] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 2.

[47] Bölükba^i, Suha, The Cyprus Dispute and the United Nations: Peaceful Non-Settlement between 1954 and 1996, in: International Journal of Middle East Studies 30, Nr. 3 (1998), S. 414.

[48] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 313.

[49] Vgl. Security Council Report, Update Report No. 4, S. 4.

[50] Vgl. Michael, Eleftherios A., Peacemaking in Cyprus: 1955 - 2012, Dissertation, George Mason Uni­versity 2012, S. 72.

[51] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 310 u. 313.

[52] Vgl. Tocci/Koviridze, Cyprus, S. 68.

[53] Vgl. Ker-Lindsay, James, EU Accession and UN Peacemaking in Cyprus, Hampshire: Palgrave Mac­millan 2005, S. 10.

[54] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 310.

[55] Vgl. UN Doc. S/5575 vom 04. März 1964, S. 1f.

[56] Vgl. UN Doc. S/6253 vom 26. März 1965.

[57] Vgl. Palley, Claire, An International Relations Debacle. The UN Secretary-General’s Mission of Good Offices in Cyprus 1999-2004, Oxford u.a.: Hart Publishing 2005, S. 29. Vgl. Richmond, Oliver P., UN Mediation in Cyprus, 1964-65: Setting a Precedent for Peacemaking?, in: Ders./Ker-Lindsay, James (Hrsg.), The Work of the UN in Cyprus. Promoting Peace and Develop­ment, New York: Palgrave 2001, S. 114.

[58] Vgl. Mirbagheri, Cyprus and International Peacemaking, S. 55ff.

[59] Vgl. ebd., S. 62.

[60] Vgl. Security Council Report, Update Report No. 4, S. 5. Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. xv.

[61] Vgl. Bölükba^i, The Cyprus Dispute, S. 420.

[62] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 311.

[63] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 311.

[64] Vgl. Mirbagheri, Cyprus and International Peacemaking, S. 90f u. 95.

[65] Vgl. ebd., S. 92.

[66] Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 154.

[67] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S.315.

[68] Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 163. Palley, An International Relations Debacle, S. 12.

[69] Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 165.

[70] Vgl. Newman, Edward, The Most Impossible Job in the World: the Secretary-General and Cyprus, in: Richmond, Oliver P./Ker-Lindsay, James (Hrsg.), The Work of the UN in Cyprus. Promoting Peace and Development, New York: Palgrave 2001, S. 139. Vgl. Souter, David, The Cyprus Conundrum: The Challenge of the Intercommunal Talks, in: Third World Quarterly 11, Nr. 2 (1989), S. 79.

[71] Vgl. Bölükba^i, The Cyprus Dispute, S. 423.

[72] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 316. Siehe außerdem: UN Doc. S/18880 vom 29. Mai 1987, S. 14 u. 16. UN Doc. S/19304 vom 30. November 1987, S. 13.

[73] Vgl. UN Doc. S/21010 vom 07. Dezember 1989, S. 9.

[74] Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 195.

[75] UN Doc. S/21183 vom 08. März 1990, S. 2f.

[76] Siehe hierzu: UN Doc. S/21393 vom 12. Juli 1990, S. 3. UN Doc. S/23121 vom 08. Oktober 1991, S. 1f.

[77] Siehe u.a.: UN Doc. S/24472 vom 21. August 1992, S. 2. UN Doc. S/24830 vom 19. November 1992, S. 3 u. 14.

[78] Siehe: UN Doc. S/24830 vom 19. November 1992, S. 14f. A u.a.: Wiedereröffnung des Internationalen Flughafens von Nicosia mit gemeinsamer Nutzung durch die Volksgruppen, Öffnung der durch die Tür­ken besetzten Region Varosha für griechisch-zypriotische Wiederbesiedlung, Reduktion türkischer Trup­pen, Reduktion der Reisebeschränkungen, um Kontakte zwischen den Volksgruppen zu fördern

[79] Vgl. Newman, The Most Impossible Job, S. 142. Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 205.

[80] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 48.

[81] Vgl. ebd., S. 77-80.

[82] Vgl. Migdalovitz, Cyprus: Status of U.N. Negotiations, S. 5.

[83] Vgl. Fisher, Cyprus: The Failure of Mediation, S. 317.

[84] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 95 u. 110.

[85] Vgl. UN Doc. S/2003/398 vom 01. April 2003, S. 3.

[86] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 144.

[87] Vgl. Clerides, Glafkos, Negotiating for Cyprus 1993-2003 (= Studien zur Archäologie und Geschichte Griechenlands und Zyperns, Bd. 43), Ruhpolding: Verlag Franz Philipp Rutzen 2008, S. 116f u. 125.

[88] Vgl. Ker-Lindsay, EU Accession, S. 32f.

[89] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 185f u. 188.

[90] Vgl. ebd., S. 195f.

[91] Vgl. ebd., S. 197, 214ff u. 218f.

[92] Vgl. Michael, Peacemaking in Cyprus, S. 86.

[93] Vgl. ebd., S. 87. Vgl. Clerides, Negotiating for Cyprus, S. 152.

[94] Vgl. Migdalovitz, Cyprus, S. 10f.

[95] Vgl. UN Doc. S/2006/572 vom 25. Juli 2006, S. 1f.

[96] Vgl. Security Council Report, Special Research Report No. 3: Cyprus: New Hope after 45 Years on the Security Council Agenda, 04. September 2008, S. 1.

[97] Vgl. UN Doc. S/2008/353 vom 02. Juni 2008, S. 1.

[98] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Joint Statement by Cypriot Leaders on Start of Full Fledged Talks, 25. Juli 2008.

[99] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Transcript of Remarks by Special Adviser of the Secretary- General Alexander Downer following the meeting of Cyprus leaders, 06. August 2009.

[100] Vgl. UN Doc. S/2009/610 vom 30. November 2009, S. 3.

[101] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Secretary-General’s press encounter after meeting with Cypriot leaders, 18. November 2010.

[102] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Secretary-General's statement following meeting with the Greek Cypriot and Turkish Cypriot Leaders, 25. Januar 2012.

[103] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Transcript of Remarks by Special Advisor of the Secre­tary-General Alexander Downer following the meeting of Cyprus Leaders vom 29. März 2012.

[104] Vgl. United Nations Good Offices Mission, Press engagement with SASG Alexander Downer after his meeting with Greek Cypriot Leader Nicos Anastasiades, 28. Mai 2013.

[105] Bercovitch, Jacob/Anagnoson, J. Theodore/Wille, Donnette L., Some Conceptual Issues and Empirical Trends in the Study of Successful Mediation in International Relations, in: Journal of Peace Research 28, Nr. 1 (Februar 1991), S. 7.

[106] Kleiboer, Marieke, Understanding Success and Failure of International Mediation, in: The Journal of Conflict Resolution 40, Nr. 2 (Juni 1996), S. 361.

[107] Siehe u.a.: Bercovitch, Mediation and Conflict Resolution, S. 348f. Wall, James A./Stark, John B./Standifer, Rhetta L., Mediation: A Current Review and Theory Devel­opment, in: The Journal of Conflict Resolution 45, Nr. 3 (Juni 2001), S. 383. Kleiboer, Understanding Success, S. 363.

[108] Bercovitch/Houston, Why Do They Do It Like This, S. 177.

[109] Bercovitch, Jacob/Houston, Allison, The Study of International Mediation: Theoretical Issues and Empirical Evidence, in: Bercovitch, Jacob (Hrsg.), Resolving International Conflicts. The Theory and Practice of Mediation, Boulder: Lynne Rienner Publishers 1996, S. 23f. Bercovitch, Jacob, International Mediation and Dispute Settlement: Evaluating the Conditions for successful Mediation, in: Negotiation Journal 7, Nr. 1 (1991), S. 23. Assefa, Hizkias, Mediation of Civil Wars: Approaches and Strategies - The Sudan Conflict, Boulder, CO: Westview 1987, S. 194f.

[110] Bercovitch/Langley, The Nature of the Dispute, S. 676.

[111] Skjelsbaek, Kjell/Fermann, Gunnar, The UN Secretary-General and the Mediation of International Disputes, in: Bercovitch, Jacob (Hrsg.), Resolving International Conflicts. The Theory and Practice of Mediation, Boulder: Lynne Rienner Publishers 1996, S. 76.

[112] Touval, Saadia/Zartman, I. William, International Mediation in the Post-Cold War Era, in: Crocker, Chester A./Hampson, Fen Osler/Aall, Pamela (Hrsg.),Turbulent Peace. The Challenges of Managing International Conflict, Washington, D.C.: United States Institute of Peace Press 2001, S. 434.

[113] Kleiboer, Understanding Success, S. 363.

[114] Bercovitch, Mediation in the Most Resistant Cases, S. 108f. Bercovitch/Langley, The Nature of the Dispute, S. 676.

[115] Siehe hierzu u.a.: Kleiboer, Understanding Success, S. 364. Northedge, F./Donelan, M., International Disputes: The political Aspects, London: Europa 1971. Ott, M., Mediation as a Method of Conflict Resolution: Two Cases, in: International Organization 26 (1972), S. 616. Bercovitch, Jacob, Social Conflicts and Third Parties, Boulder: Westview 1984.

[116] Vgl. Bercovitch/Anagnoson/Wille, Some Conceptual Issues, S. 10f.

[117] Bercovitch, Mediation and Conflict Resolution, S. 349f.

[118] Kleiboer, Understanding Success, S. 364.

[119] Vgl. Bercovitch, Mediation in the Most Resistant Cases, S. 109f.

[120] Vgl. Touval, Saadia, The Peace Brokers: Mediators in the Arab-Israeli Conflict, 1948-1979, Princeton, NJ: Princeton University Press 1982, S. 9. Vgl. Zartman, I. William, Conflict Resolution and Negotiation, in: Bercovitch, Jacob/Kremenyuk, Victor/Zartman, I. William (Hrsg.), The Sage Handbook of Conflict Resolution, London: Sage Publica­tions 2009, S. 326.

[121] Touval/Zartman, International Mediation in the Post-Cold War Era, S. 432f.

[122] Vgl. u.a.: Bercovitch/Houston, Influence of Mediator Characteristics, S. 302. Carnevale, Peter J., Mediating from Strength, in: Bercovitch, Jacob (Hrsg.), Studies in International Mediation. Essays in Honor of Jeffrey Z. Rubin, New York: Palgrave Macmillan 2002, S. 28f.

[123] Siehe: Bercovitch, Conclusion, S. 260.

[124] Vgl. ebd. Vgl. Bercovitch/Houston , Why Do They Do It Like This, S. 179ff.

[125] Vgl. Bercovitch/Houston, Influence of Mediator Characteristics, S. 301. Vgl. Fretter, Judith, International Organizations and Conflict Management: the United Nations and the Mediation of International Conflicts, in: Bercovitch, Jacob (Hrsg.), Studies in International Mediation. Essays in Honor of Jeffrey Z. Rubin, New York: Palgrave Macmillan 2002, S. 110 u. 114.

[126] Siehe hierzu u.a.: Carnevale, P./Pegnetter, R., The Selection of Mediation Tactics in Public Sector Disputes: A Contingency Analysis, in: Journal of Social Issues 41 (1985), S. 65-81. Pearson, J./Thoennes, N./Vanderkooi, L., The Decision to Mediate: Profiles of Individuals who Accept and Reject the Opportunity to Mediate contested child custody and visitation issues, in: Journal of Di­vorce 6 (1982), S. 17-34.

[127] Vgl. Touval/Zartman, International Mediation, S. 435f. Vgl. Beardsley, Kyle C. u.a., Mediation Style and Crisis Outcomes, in: The Journal of Conflict Reso­lution 50, Nr. 1 (Februar 2006), S. 63f.

[128] Vgl. Kressel, Kenneth, Labor Mediation: An Exploratory Survey. New York: Association of Labor Mediation Agencies 1972.

[129] Vgl. Bercovitch, Jacob, Introduction: Putting Mediation Behavior in Context, in: Ders. (Hrsg.), Studies in International Mediation. Essays in Honor of Jeffrey Z. Rubin, New York: Palgrave Macmillan 2002, S. 15.

[130] Vgl. Pruitt, Dean G., Mediator Behavior and Success in Mediation, in: Bercovitch, Jacob (Hrsg.), Studies in International Mediation. Essays in Honor of Jeffrey Z. Rubin, New York: Palgrave Macmillan 2002, S. 42.

[131] Vgl. Bercovitch/Anagnoson/Wille, Some Conceptual Issues, S. 17.

[132] Siehe u.a.: Hopmann, P. Terrence, Bargaining and Problem Solving. Two Perspectives on Internation­al Negotiation, in: Crocker, Chester A./Hampson, Fen Osler/Aall Pamela (Hrsg.), Turbulent Peace. The Challenges of Managing International Conflict, Washington, D.C.: United States Institute of Peace Press 2001, S. 462ff Beardsley, Mediation Style, S. 68f u. 77-81.

[133] Vgl. Bercovitch, Mediation in the Most Resistant Cases, S. 107.

[134] Vgl. Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. 105.

[135] Bercovitch/Anagnoson/Wille, Some Conceptual Issues, S. 8.

[136] Vgl. Bercovitch, Mediation in the Most Resistant Cases, S. 107.

[137] Vgl. Bercovitch/Langley, The Nature of the Dispute, S. 671.

[138] Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. xxivf.

[139] Vgl. ebd., S. 36 u. 127.

[140] Vgl. ebd., S. 106.

[141] Svensson/Wallensteen, The Go-Between, S. 15.

[142] Vgl. Bercovitch, Mediation in the Most Resistant Cases, S. 115. Vgl. Bercovitch/Houston, Why Do They Do It Like This, S. 174.

[143] Bercovitch/Langley, The Nature of the Dispute, S. 672.

[144] Vgl. Bercovitch, Jacob, Conclusion: Some Thoughts on the Process and Potential of Mediation, in: Ders. (Hrsg.), Studies in International Mediation. Essays in Honor of Jeffrey Z. Rubin, New York: Pal­grave Macmillan 2002, S. 260f. Vgl. Bercovitch, Mediation and Conflict Resolution, S. 343.

[145] Vgl. Bercovitch/Houston, Why Do They Do It Like This, S. 184. Vgl. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 48.

[146] George, Alexander L./Bennett, Andrew, Case Studies and Theory Development in the Social Sciences, Cambridge: MIT Press 2004, S. 67.

[147] Vgl. George/Bennett, Case Studies, S. 86.

[148] Vgl. George/Bennett, Case Studies, S. 151.

[149] Vgl. ebd., S. 81.

[150] In der Literatur wird angenommen, dass bei zu spätem Eingreifen die Positionen der Konfliktparteien verhärtet sein könnten. Davon kann man jedoch nach Jahrzehnten des Konflikts ohnehin ausgehen. Die zentralen Konfliktgegenstände sind, wie bereits erwähnt, über den Zeitverlauf relativ konstant.

[151] Vgl. Svensson/Wallenstee, The Go-Between, S. 11f u. 15.

[152] Siehe u.a.: Bercovitch/Houston, Why Do They Do It Like This, S. 184. Fretter, International Organizations, S. 110 u. 114. Richmond, Mediating in Cyprus, S. 20f u. 48.

[153] Fretter, International Organizations, S. 102.

[154] UN-Mediatoren haben, wie bereits erwähnt, keine eigenen Ressourcen zur Verfügung, mit denen sie Druck ausüben oder Anreize bieten könnten. Zudem haben alle im Rahmen der good offices des General­sekretärs entsandten Mediatoren den Rang eines Special Representative (SRSG), Special Envoy (SESG) oder Special Adviser of the Secretary-General (SASG)

[155] Vgl. Hannay, Cyprus, S. 64.

Ende der Leseprobe aus 128 Seiten

Details

Titel
Die Mediationsstile im Zypernkonflikt
Untertitel
Eine Untersuchung der Relevanz von Kontext, Mandat und Mediator als Kontextvariablen von Mediationsstilen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
128
Katalognummer
V295532
ISBN (eBook)
9783656933571
ISBN (Buch)
9783656933588
Dateigröße
2404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mediationsstile, zypernkonflikt, eine, untersuchung, relevanz, kontext, mandat, mediator, kontextvariablen, mediationsstilen
Arbeit zitieren
Martin Seifert (Autor), 2014, Die Mediationsstile im Zypernkonflikt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295532

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