Die mangelnde Gleichberechtigung ist auch ein Thema der Linguistik, denn in der Sprache werden Frauen oft unter maskuline Archilexeme subsumiert, ohne
dass es jemanden stört. Geschlechtsunmarkierte Maskulina sind zu vermeiden, da sie die Unsichtbarkeit der Frauen in der Sprache fördern.
Bei dem Pronomen wer besteht dieses Problem.
Die folgende Arbeit stellt potentielle Lösungsvorschläge vor, um eine geschlechtergerechte Sprache zu fördern.
Zuerst wird das Prinzip der inklusiven Opposition erläutert. Daraufhin erfolgt die Genuszuweisung um die Forschungsrelevanz zu bestätigen.
Nachdem das Genus von wer bestimmt wurde, werden Lösungsvorschläge und die damit verbundene Kritik vorgestellt.
Schlussendlich wird ein Bezug zu anderen
Pronomina gesetzt, wo dieses Problem bereits gelöst wurde oder andere Probleme bestehen.
Das Ziel der Arbeit besteht darin, denn momentanen Forschungsstand darzustellen und auf die Relevanz dieser Forschung aufmerksam zu machen
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Das Prinzip der inklusiven Opposition
3.Das Relativ- und Interrogativpronomen wer
3.1 Die Genuszuweisung
3.1.1 Genusneutralität
3.1.2 Genushaltigkeit
3.2 Lösungsvorschläge der feministischen Linguistik
3.2.1 Kreation einer femininen Form
3.2.1.1 Kritik
3.2.2 Neutralisation von wer
3.2.2.1 Kritik
3.2.3 Verwendung von wer als feminine und maskuline Form
3.2.3.1 Kritik
3.2.4 alternative Ausdrucksformen
3.2.4.1 Kritik
4.Vergleich mit anderen Pronomina
4.1 Die Pronomina man, jemand, niemand und jedermann
4.2 Die Pronomina jede/r und keine/r
4.3 Die Pluralform der Demonstrativ-, Personal- und Relativpronomen
5.Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Diskriminierung von Frauen in der Sprache durch maskuline Pronomina, insbesondere am Beispiel des Pronomens "wer". Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zur geschlechtergerechten Sprache darzustellen, potenzielle Lösungsvorschläge zu evaluieren und die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Sprachveränderung aufzuzeigen.
- Analyse des Konzepts der inklusiven Opposition und seiner Auswirkungen auf Frauen.
- Untersuchung der morphologischen Defektivität und Genuszuweisung des Pronomens "wer".
- Kritische Bewertung von Lösungsvorschlägen wie Feminisierung, Neutralisation und Paraphrasierung.
- Vergleichende Betrachtung mit anderen Pronomina wie "man", "jemand" und "jede/r".
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Kritik
Bei der Kreation einer femininen Form treten einige Probleme auf was den täglichen Sprachgebrauch betrifft. Eines der auftretenden Probleme wäre die Verwechslungsgefahr mit dem vielseitig einsetzbaren Partikel wie. Dies könnte zu Missverständnissen zwischen den Sprechern führen. (vgl. Pittner, S.) Außerdem würden einige Kommunikationen fehlschlagen, wenn wer spezifiziert werden würde. Die Funktion von wer als Interrogativpronomen besteht darin, Fragen über ein oder mehrere Personen zu stellen. Aus diesem Grund muss wer unbestimmt sein, da der Fragensteller nicht weiß, ob sich seine Frage auf ein oder mehrere Personen bezieht und welchem Geschlecht diese angehören.
„Wer hat das gesagt?“ – „Vera!“
„Wie hat das gesagt?“ – „Tom!“
Durch die feminine Form wären die Fragen nicht geschlechtergerecht, sondern würden zu Irritationen führen. Um allen gerecht zu werden, müsste man beide Formen mit einbeziehen.
„Wer oder wie hat das gesagt?“
Dies ist allerdings unökonomisch und wird von den meisten Sprechern abgelehnt werden. (vgl. Harnisch, S.)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mangelnde Gleichberechtigung in der Sprache und definiert das Ziel der Arbeit, geschlechtergerechte Sprachalternativen für das Pronomen "wer" aufzuzeigen.
2.Das Prinzip der inklusiven Opposition: Dieses Kapitel erläutert den linguistischen Begriff der inklusiven Opposition und erklärt, wie durch die Verwendung maskuliner Formen als Archilexeme Frauen in der Sprache unsichtbar gemacht werden.
3.Das Relativ- und Interrogativpronomen wer: Es wird die Genuszuweisung des Pronomens "wer" analysiert, wobei diverse linguistische Positionen zwischen Genusneutralität und Genushaltigkeit gegenübergestellt werden.
4.Vergleich mit anderen Pronomina: Dieser Abschnitt zieht Vergleiche zu anderen Pronomina wie "man" oder "jede/r", um aufzuzeigen, wie geschlechterspezifische Formen bereits erfolgreich in den Sprachgebrauch integriert wurden.
5.Fazit: Das Fazit fasst die Lösungsansätze zusammen und betont, dass die Suche nach femininen Formen trotz Kritik an der Ökonomie ein wichtiger Schritt zur Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache ist.
Schlüsselwörter
Feministische Linguistik, inklusive Opposition, Pronomen wer, geschlechtergerechte Sprache, Genuszuweisung, Sprachkritik, Maskulinum, Archilexem, Indefinitpronomen man, Diskriminierung, Frau, geschlechtsneutrale Sprache, Sprachwandel, Sprachökonomie, Grammatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse des Pronomens "wer" und der Frage, wie die damit verbundene männlich dominierte Sprachstruktur Frauen unsichtbar macht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Prinzip der inklusiven Opposition, die Genusbestimmung von Pronomen sowie die Untersuchung von Reformvorschlägen zur geschlechtergerechten Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Forschungsstand zur Diskriminierung durch das Pronomen "wer" darzustellen und Möglichkeiten zu diskutieren, wie eine geschlechtergerechte Ausdrucksweise im Alltag implementiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die auf der Auswertung linguistischer Grammatiken und sprachwissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse des "wer"-Problems, die Vorstellung und Kritik verschiedener Lösungsvorschläge sowie einen Vergleich mit anderen Pronomina.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Feministische Linguistik, inklusive Opposition, geschlechtergerechte Sprache und Sprachwandel.
Warum ist das Pronomen "wer" aus Sicht der Autorin problematisch?
Es wird als maskuline Form klassifiziert, die zur Unsichtbarkeit von Frauen beiträgt, da Frauen unter dem maskulinen Archilexem subsumiert werden.
Warum wird das Indefinitpronomen "man" als mögliches Vorbild genannt?
Weil durch die Schaffung und Verwendung der Form "frau" ein historisch erfolgreiches Beispiel für eine geschlechtergerechte Alternative zu einer zuvor maskulin dominierten Form existiert.
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- Bachelor of Arts Sabine Ginster (Author), 2012, Die inklusive Opposition im Konflikt mit der feministischen Sprachkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295709