Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - General

Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB und die Behandlung nach US-GAAP

Title: Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB und die Behandlung nach US-GAAP

Diploma Thesis , 2002 , 61 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Guth (Author)

Business economics - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einführung

Mit dem am 24. April 1998 in Kraft getretenen Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG) ist § 292a Handelsgesetzbuch (HGB) in das deutsche Bilanzrecht eingeführt
worden. Er gibt börsennotierten deutschen Unternehmen die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen, einen Konzernabschluss nach international anerkannten Rechnungslegungsnormen zu erstellen. Diese Regelung hat bezüglich der Aufstellung eines Konzernjahresabschlusses nach deutschen Vorschriften eine befreiende Wirkung und gilt gemäß Artikel 5 KapAEG letztmals für das Geschäftsjahr, das längstens bis zum 31.
Dezember 1994 dauert. Mit dieser Regelung soll zum einen die ”Inländerdiskriminierung” des § 292 HGB aufgehoben werden und zum anderen sollen deutsche Konzerne, die auf dem internationalen Kapitalmarkt agieren, von einem doppelten Arbeitsaufwand entlastet
werden.(1) Vor allem Konzerne, die eine Börsennotierung an der New Yorker Börse (New York Stock Exchange) anstreben, um einen Zugang zum amerikanischen Kapitalmarkt zu erhalten, profitieren von der Gesetzesnovelle. Die dortige Börsenaufsicht Securities and
Exchange Commission (SEC) verlangt sowohl für das einzelne Quartal als auch für das gesamte Geschäftsjahr einen geprüften Abschluss entweder nach den dortigen Rechnungslegungsvorschriften United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) oder den International Accounting Standards (IAS). Abgesehen davon sind
bei vielen Aktiengesellschaften, unabhängig von der Frage des Börsenplatzes, die Investoren und Finanzanalysten durch die Globalisierung der Kapitalmärkte international.
Um deren Informationserwartungen gerecht zu werden und eine Vergleichbarkeit von Konzernen zu ermöglichen, erwägen viele deutsche Aktiengesellschaften eine Bilanzierung nach IAS/US-GAAP bzw. haben diesen Schritt, wie z.B. der damalige Daimler-Benz-Konzern, die Deutsche Telekom oder die Allianz Group, bereits vollzogen.(2)
Der Konzernabschluss in Deutschland ist - unabhängig von der Anwendung von IAS / USGAAP - weder Steuer- noch Ausschüt-tungsbemessungsgrundlage, ihm kommt ausschließlich Informations-funktion zu.
[...]
_____
1 Vgl. Mujkanovic, R. (1999), S.999.
2 Vgl. KPMG (1999), S. XXIII.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung

1.2 Problemstellung und Abgrenzung

1.3 Vorgehensweise

2 Grundlegende Bemerkungen zu Produkten im deutschen Lebensversicherungsmarkt sowie aktuelle politische und wirtschaftliche Einflüsse

3 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB

3.1 Grundlagen der Rechnungslegung nach HGB

3.2 Rechnungsgrundlagen der Lebensversicherung

3.3 Definition und Erfordernis von versicherungstechnischen Rückstellungen

3.4 Beitragsübertrag

3.4.1 Rechtliche Fixierung und Definition des Beitragsübertrags

3.4.2 Besondere Behandlung von Kosten bzw. Zuschlägen

3.5 Deckungsrückstellung

3.5.1 Rechtliche Fixierung und Definition der Deckungsrückstellung

3.5.2 Entstehung und Verlauf der Deckungsrückstellung

3.5.3 Das Zillmerverfahren bei der Deckungsrückstellung

3.6 Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

3.6.1 Rechtliche Fixierung und Definition der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

3.6.2 Schadenrückstellung

3.6.3 Spätschadenrückstellung - IBNR

3.7 Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (RfB)

3.7.1 Entstehung und Verteilung der Überschüsse als Basis für die RfB

3.7.2 Rechtliche Fixierung und Definition der RfB

3.8 Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

3.9 Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird

4 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach US-GAAP

4.1 Grundlagen der Rechnungslegung nach US-GAAP

4.1.1 Zweck der Rechnungslegung nach US-GAAP

4.1.2 Grundsätze von US-GAAP

4.1.3 Materiality-Konzept

4.1.4 Income Concepts

4.2 Versicherungsspezifische Regelungen und Rechnungsgrundlagen für Erstversicherungsunternehmen nach US-GAAP

4.2.1 Übersicht und Abgrenzung der drei relevanten ”Financial Accounting Standards”

4.2.2 Rechnungsgrundlagen von SFAS 60

4.2.3 Rechnungsgrundlagen von SFAS 97

4.2.4 Rechnungsgrundlagen von SFAS 120

4.3 Betrachtung der einzelnen versicherungstechnischen Rückstellungen in US-GAAP

4.3.1 Beitragsübertrag (Unearned Premium)

4.3.2 Deckungsrückstellung (Liability for future policy benefits)

4.3.3 Die Behandlung von Deferred Acquisition Costs (DAC)

4.3.4 Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (Liability for unpaid claims)

4.3.5 Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (Liability for policy holders share in accumulated participating earnings)

4.3.6 Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen (Other policy liabilities)

4.3.7 Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, wenn das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird

5 Umbewertungs- und Umgliederungsdifferenzen von versicherungstechnischen Rückstellungen aus der Umstellung von HGB auf US-GAAP

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die Unterschiede in der Bilanzierung lebensversicherungsspezifischer versicherungstechnischer Rückstellungen bei einem deutschen Erstversicherungskonzern unter Anwendung des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP). Ziel ist es, die konzeptionellen Differenzen in Ansatz und Bewertung aufzuzeigen und die Auswirkungen der Umstellung auf die Konzernbilanz zu erläutern.

  • Grundlagen und Rahmenbedingungen des deutschen Lebensversicherungsmarktes
  • Detaillierte Darstellung der versicherungstechnischen Rückstellungen nach HGB
  • Analyse der Rechnungslegung nach US-GAAP unter Einbeziehung der relevanten Financial Accounting Standards (SFAS)
  • Gegenüberstellung und Umbewertungsdifferenzen bei der Umstellung von HGB auf US-GAAP

Auszug aus dem Buch

3.3 Definition und Erfordernis von versicherungstechnischen Rückstellungen

Rückstellungen sind Verpflichtungen und werden deshalb auf der Passivseite der Bilanz unter dem Fremdkapital ausgewiesen. Nach § 249 HGB sind Rückstellung für diejenigen Verpflichtungen zu bilden, die am Bilanzstichtag nur dem Grunde, nicht aber ihrer Höhe und/oder Fälligkeit nach, feststehen. Der Begriff der versicherungstechnischen Rückstellung geht allerdings über den der ”normalen” Rückstellung hinaus, da es sich nach § 341e Abs. 1 HGB um Rückstellungen handelt, die mit dem Versicherungsgeschäft sachlich zusammenhängen und ihm eigentümlich sind. Die Besonderheit von versicherungstechnischen Rückstellungen zeigt sich zum einen darin, dass sie den größten Posten auf der Passivseite in der Versicherungsbilanz darstellen und zum anderen, dass sie gesondert ausgewiesen werden müssen.

Charakteristisch bei (Lebens-)Versicherungsverträgen ist, dass die Beiträge im voraus bezahlt, die Leistungen aber nicht sofort erbracht werden. Da die Beiträge eines Versicherungsjahres bei den meisten Verträgen nicht mit dem Geschäftsjahr (GJ) übereinstimmen, werden die Beiträge der in das nächste Geschäftsjahr hineinreichenden Policen als Beitragsübertrag in Form von passiven Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) abgegrenzt. Den Beiträgen der Versicherungsnehmer steht ein umfangreiches Verpflichtungsvolumen des Versicherungsunternehmens gegenüber. Zur Deckung und dauernden Erfüllbarkeit dieses Verpflichtungsvolumens muss das Versicherungsunternehmen versicherungstechnisches Fremdkapital in Form von Deckungsrückstellungen passivieren. Sind bereits versicherte Schäden eingetreten, aber noch nicht geleistet, muss eine Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle gestellt werden. Des weiteren begründen die Komponenten des versicherungstechnischen Risikos die Notwendigkeit wirtschaftszweigbezogener Verpflichtungsgrößen dem Grunde und der Höhe nach.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Erläuterung der Motivation für internationale Abschlüsse (KapAEG, § 292a HGB) und die Zielsetzung der Arbeit.

2 Grundlegende Bemerkungen zu Produkten im deutschen Lebensversicherungsmarkt sowie aktuelle politische und wirtschaftliche Einflüsse: Überblick über Lebensversicherungsprodukte, Überschussbeteiligung und aktuelle Marktentwicklungen.

3 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB: Darstellung der HGB-Grundlagen und der einzelnen Rückstellungspositionen im deutschen Bilanzrecht.

4 Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach US-GAAP: Analyse der US-GAAP-Grundsätze, der relevanten SFAS und der Behandlung der spezifischen Rückstellungen.

5 Umbewertungs- und Umgliederungsdifferenzen von versicherungstechnischen Rückstellungen aus der Umstellung von HGB auf US-GAAP: Diskussion der Bilanzanpassungen und der Auswirkungen auf die Jahresergebnisse bei der Systemumstellung.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Synopse der Ergebnisse und zukünftige Perspektiven der internationalen Rechnungslegung.

Schlüsselwörter

Lebensversicherung, Rückstellungen, HGB, US-GAAP, Deckungsrückstellung, Beitragsübertrag, Schadenrückstellung, Überschussbeteiligung, SFAS, Konzernabschluss, Bilanzierung, Abschlusskosten, versicherungstechnisches Risiko, RfB, DAC.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Bilanzierung und Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen in der Lebensversicherung bei einem deutschen Erstversicherungskonzern im Kontext des HGB-Einzelabschlusses und des internationalen Konzernabschlusses nach US-GAAP.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen dem Vorsichtsprinzip des HGB und dem Fair-Presentation-Ansatz der US-GAAP, die Bedeutung der verschiedenen Financial Accounting Standards (SFAS) sowie die operative Handhabung der Rückstellungspositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Darstellung und Gegenüberstellung der Methoden zur Ermittlung versicherungstechnischer Rückstellungen sowie die Aufzeigung der Umgliederungs- und Umbewertungsdifferenzen bei der Erstellung eines internationalen Abschlusses.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende deskriptive Untersuchung der Bilanzierungsvorschriften, gestützt durch praktische Beispiele aus Konzernabschlüssen deutscher Versicherungsgesellschaften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der HGB-Methodik und eine darauf aufbauende, umfassende Untersuchung der US-GAAP-Regelwerke, insbesondere die Anwendung der Standards SFAS 60, 97 und 120 auf verschiedene Versicherungsprodukte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Lebensversicherung, Rückstellungen, HGB, US-GAAP, Deckungsrückstellung, Konzernabschluss und versicherungstechnisches Risiko charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen SFAS 60, 97 und 120 so wichtig?

Diese Standards schreiben unterschiedliche bilanzielle Behandlungen basierend auf der Art des Versicherungsprodukts vor (z.B. kurz- vs. langfristig, Vorhandensein von Versicherungsrisiko oder Gewinnbeteiligung), was maßgeblichen Einfluss auf die Bewertung der Passivseite hat.

Welche Rolle spielt die "Rückstellung für Beitragsrückerstattungen" (RfB) bei der Umstellung?

Die RfB ist zentral für die Glättung von Ergebnissen. Bei der Umstellung auf US-GAAP entstehen oft latente RfB, da US-GAAP-Werte von Kapitalanlagen zu Marktwerten die Ansprüche der Versicherungsnehmer auf noch nicht realisierte Gewinne widerspiegeln.

Excerpt out of 61 pages  - scroll top

Details

Title
Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB und die Behandlung nach US-GAAP
College
Deutsche Versicherungsakademie GmbH
Grade
1,7
Author
Christian Guth (Author)
Publication Year
2002
Pages
61
Catalog Number
V2959
ISBN (eBook)
9783638117760
Language
German
Tags
Lebensversicherungsspezifische Rückstellungen Erstversicherungskonzerns Behandlung US-GAAP
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Guth (Author), 2002, Lebensversicherungsspezifische versicherungstechnische Rückstellungen eines deutschen Erstversicherungskonzerns nach HGB und die Behandlung nach US-GAAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2959
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  61  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint