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Behandlungstechnik in der Selbstpsychologie Heinz Kohuts

Title: Behandlungstechnik in der Selbstpsychologie Heinz Kohuts

Academic Paper , 2004 , 45 Pages

Autor:in: Dr. phil. Knuth Müller (Author)

Psychology - Consulting and Therapy
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Die Geschichte der psychoanalytischen Technik ist die Geschichte ihrer Konstrukteure. Hinter den verschiedenen Ideen von Technik verbergen sich – neben den soziohistorischen Einflüssen - all die verschiedenen Persönlichkeiten, die verpassten Gelegenheiten, Hoffnungen und unerfüllten Wünsche derer, die sie konstruieren. Vielleicht ist gerade das der Grund dafür, warum z.B. so häufig Fallbeispiele, die für die Beschreibung spezifischer Behandlungstechniken herangezogen werden, verschleierte Autobiographien darstellen. Die Liste ist lang und findet ihren Anfang schon bei FREUD, der, im Vergleich zu seinen späteren Anhängern, noch relativ offen, wenn auch in verschleierter und verfälschter Manier, eigene biographische Elemente in seine Schriften einbaute. Die Träume in der Traumdeutung sind nur die Spitze des Eisberges. Die Schrift „Ein Kind wird geschlagen. Beitrag zur Kenntnis der Entstehung sexueller Perversionen“ von 1919 beinhaltet z.B. ein Analysefragment aus ANNA FREUDs Behandlung durch ihren Vater. JAMES JACKSON PUTNAM unternahm eine Falldarstellung seiner selbst 1921, was anhand des FREUD-JONES-Briefwechsels nachvollzogen werden kann. Weitere analytische Selbstoffenbarungen sind bei MARIE BONAPARTE (unter dem Pseudonym A. E. NARJANI veröffentlicht), HELENE DEUTSCH, KAREN HORNEY, MELANIE KLEIN, EDUARDO WEISS und andern zu finden. Die Liste derer, die bis heute unentdeckt blieben, ist wahrscheinlich länger als viele sich das vorstellen mögen. Eine der wohl interessantesten Selbstoffenbarungen in verschleierter Form findet sich in dem Fallbericht von HEINZ KOHUT: „The Two Analyses of Mr. Z“ (IJP 60, 1979, S. 3-27), in dem ein angeblicher Patient von KOHUT zweimal analysiert wurde: zum einen aus der Sicht eines noch in der Ich-Psychologie tief verwurzelten Analytikers, nämlich KOHUT, zum anderen von einem durch die Veränderungen eines selbstpsychologischen Blickes beeinflussten Analytikers, zu dem KOHUT später wurde: KOHUT mit KOHUT erfahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitende Bemerkungen

2 Elemente der Behandlungstechnik nach KOHUT

2.1 Rahmenbedingungen für eine psychoanalytische Behandlung

2.1.1 Das selbstpsychologische Setting

2.1.1.1 Physische Merkmale des Settings

2.1.1.1.1 Raumgestaltung

2.1.1.1.2 Stundenfrequenz

2.1.1.1.3 Sitzungsdauer

2.1.1.2 Grundregel

2.1.1.3 Analytische Haltung

2.2 Theoriegeleitete und erfahrungsspezifische Behandlungstechniken

2.2.1 Fragen nach der Analysierbarkeit

2.2.2 Umgang mit Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung

2.2.2.1 Widerstand und Übertragung - Grundlagen

2.2.2.1.1 Widerstand

2.2.2.1.2 Übertragung

2.2.2.2 Formen der Selbstobjektübertragung

2.2.2.2.1 Größenselbstübertragungen

2.2.2.2.1.1 Kreativitätsübertragung:

2.2.2.2.1.2 Spiegelübertragung (im engeren Sinne):

2.2.2.2.1.3 Alter-Ego- bzw. Zwillingsübertragung:

2.2.2.2.1.4 Verschmelzungsübertragung:

2.2.2.2.2 Idealisierende Übertragungsformen

2.2.2.2.2.1 Kreativitätsübertragung

2.2.2.2.2.2 Idealisierende Übertragung

2.2.2.3 Gegenübertragung

2.2.2.3.1 Reaktionen des Analytikers auf Größenselbstübertragungen

2.2.2.3.2 Reaktionen auf Kreativitätsübertragung

2.2.2.3.3 Reaktionen auf Spiegelübertragung

2.2.2.3.4 Reaktionen auf Alter-Ego- bzw. Zwillingsübertragung

2.2.2.3.5 Reaktionen auf Verschmelzungsübertragung

2.2.2.3.6 Reaktionen des Analytikers auf idealisierende Übertragungen

2.2.2.3.6.1 Reaktionen auf Kreativitätsübertragungen

2.2.2.3.6.2 Reaktionen auf idealisierende Übertragungen

2.2.2.4 Ergänzungen und Zusammenfassung

2.2.3 Deutung

2.2.4 Traumdeutung in der Selbstpsychologie

2.2.5 Nachbearbeitung der Sitzungen

2.2.6 Ziele der analytischen Behandlung

2.2.7 Abschluss der analytischen Behandlung

3 Zusammenfassung

4 Kritische Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Behandlungstechnik nach Heinz Kohut innerhalb der Selbstpsychologie, wobei der Fokus auf den spezifischen Rahmenbedingungen, der analytischen Haltung und dem Umgang mit Selbstobjektübertragungen liegt. Ziel ist es, ein Verständnis für die Kohutsche Methodik zu entwickeln, die sich durch Empathie und Introspektion deutlich von klassischen psychoanalytischen Ansätzen abhebt.

  • Rahmenbedingungen und Setting in der Selbstpsychologie
  • Theoriegeleitete Behandlungstechniken
  • Analyse und Bedeutung von Selbstobjektübertragungen
  • Umgang mit Gegenübertragung in der analytischen Praxis
  • Kritische Reflexion des Kohutschen Ansatzes im Kontext der Psychoanalyse

Auszug aus dem Buch

2.1.1.1.1 Raumgestaltung

Das physische Setting in der Selbstpsychologie ist im Wesentlichen nicht von dem einer anderen psychoanalytischen Schulenrichtung zu unterscheiden. Wie in dem sogenannten „klassischen“ psychoanalytischen Rahmen stehen auch hier die Couch und der am Kopfende sitzende, vom Patienten nicht sichtbare Analytiker im Mittelpunkt des Geschehens. Wenn auch keine deutlichen Zeichen äußerer Settingveränderungen in der Selbstpsychologie erkannt werden können, so betont MILCH (2001) dennoch, dass die Einrichtung des Behandlungszimmers immer eine Äußerung der Persönlichkeit des Analytikers darstellt und diese Gegebenheit nicht durch falsch verstandene Abstinenz – in diesem Falle eine übertriebene Neutralität des Raumes ohne persönliche Merkmale – verdeckt werden sollte.

Versuche dieser Art seien, „[…] früher oder später in dem therapeutischen Prozess zum Scheitern verurteilt. Jemand anderen darzustellen als sich selbst widerspricht völlig dem Geist der psychoanalytischen Arbeit und dem Anspruch der Selbstpsychologie, das Selbst und seine Ausdrucksweisen anzuerkennen und zu stärken“ (MILCH 2001, S. 125).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Bemerkungen: Die Einleitung beleuchtet die Geschichte der psychoanalytischen Technik und zeigt auf, dass diese untrennbar mit den Persönlichkeiten und der Lebensmatrix ihrer Konstrukteure verbunden ist.

2 Elemente der Behandlungstechnik nach KOHUT: Dieses Hauptkapitel differenziert zwischen den äußeren Rahmenbedingungen des therapeutischen Settings und den theoriegeleiteten, erfahrungsspezifischen Techniken der Selbstpsychologie.

3 Zusammenfassung: Das Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung von Selbstobjekten und betont, dass die Analyse narzisstischer Bedürfnisse ein empathisches, strukturstärkendes Vorgehen erfordert.

4 Kritische Bemerkungen: Hier werden Einwände gegen Kohuts Theoriegebäude, insbesondere Vorwürfe bezüglich der theoretischen Herleitung und methodischer Inkohärenzen, diskutiert und reflektiert.

Schlüsselwörter

Selbstpsychologie, Heinz Kohut, Psychoanalyse, Behandlungstechnik, Selbstobjektübertragung, Empathie, Introspektion, Gegenübertragung, Narzissmus, Strukturveränderung, Deutung, Spiegelübertragung, Idealisierende Übertragung, Psychoanalytisches Setting, Therapeutische Haltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die spezifischen Behandlungstechniken der Selbstpsychologie nach Heinz Kohut und setzt diese in Bezug zu den Rahmenbedingungen sowie zur allgemeinen psychoanalytischen Praxis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören das Setting, die analytische Haltung, der Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung, die Deutung, Traumdeutung sowie die Ziele und der Abschluss einer analytischen Behandlung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Kohuts Behandlungstechnik detailliert zu beschreiben und aufzuzeigen, wie sie sich in der Praxis, insbesondere bei narzisstischen Störungen, anwenden und verstehen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturarbeit, um Kohuts Konzept der Selbstpsychologie aus seinem Werk und den Diskursen der Psychoanalyse herauszuarbeiten und kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die detaillierte Analyse der spezifischen Übertragungsformen (z.B. Größenselbst- und idealisierende Übertragungen) sowie der damit korrespondierenden Gegenübertragungsphänomene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Selbstpsychologie, Selbstobjektübertragung, Empathie, Narzissmus und das psychoanalytische Setting.

Wie unterscheidet sich die selbstpsychologische Deutung von der klassischen Psychoanalyse?

In der Selbstpsychologie steht nicht die Triebdeutung im Vordergrund, sondern die empathische Ansprache der Bedürfnisse des Selbst in einem spezifischen therapeutischen Raum, um eine Strukturveränderung zu ermöglichen.

Warum spielt die Gegenübertragung bei Kohut eine so große Rolle?

Kohut betont, dass der Analytiker als Selbstobjekt fungiert. Da die Arbeit mit narzisstisch gestörten Patienten besonders herausfordernd ist, ist die Reflexion eigener Gegenübertragungsreaktionen essenziell, um das analytische Verständnis nicht durch eigene blinde Flecken zu gefährden.

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Details

Title
Behandlungstechnik in der Selbstpsychologie Heinz Kohuts
Author
Dr. phil. Knuth Müller (Author)
Publication Year
2004
Pages
45
Catalog Number
V296012
ISBN (eBook)
9783656937036
ISBN (Book)
9783656937074
Language
German
Tags
behandlungstechnik selbstpsychologie heinz kohuts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Knuth Müller (Author), 2004, Behandlungstechnik in der Selbstpsychologie Heinz Kohuts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296012
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