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"Causa scribendi" und die Darstellungsabsicht in der Geschichtsschreibung Adams von Bremen

Die Vita Adalberts von Bremen

Titel: "Causa scribendi" und die Darstellungsabsicht in der Geschichtsschreibung Adams von Bremen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Endrizzi (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Lebensbeschreibung Adalberts von Bremen im dritten Buch der Bremer und Hamburger Kirchengeschichte wurde in der Forschung „stets als eine herausragende literarische Leistung hervorgehoben, die sich von den ersten beiden Büchern deutlich abhebt.“ Dieses Zitat verdeutlicht, dass die Vita Adalberts von Bremen im Kontext der fünfzehn übrigen Bischofsviten, die in den ersten beiden Büchern der Bistumschronik zusammengefasst werden, eine Sonderstellung einnimmt. Es gilt nun zu fragen, weshalb dieses dritte Buch sich von den ersten beiden Büchern unterscheidet und der Geschichtsschreiber Adam von Bremen dem Erzbischof Adalbert schon allein durch die Widmung eines ganzen Buches eine besondere Stellung zukommen ließ. In diesem Zusammenhang gilt es die Intention des Chronisten, also die Darstellungsabsicht Adams von Bremen, zu untersuchen und der Frage nachzugehen, welche Umstände ihn dazu veranlassten, eine derart detaillierte Lebensbeschreibung des Erzbischofs Adalbert zu verfassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adam von Bremen als Geschichtschreiber

2.1 Herkunft und Leben Adams von Bremen

2.2 „Causa scribendi“ in der Geschichtsschreibung Adams von Bremen

3. Die Vita Adalberts von Bremen: Buch III der Bremer und Hamburger Kirchegeschichte

3.1 Der Aufbau des dritten Buches: Die Vita Adlberts von Bremen

3.2 Die Besonderheiten der Vita Adalberts von Bremen

4. Die Darstellungsabsicht in der Vita Adalberts von Bremen

4.1 Geschichtsschreibung aus gegenwärtiger Perspektive

4.2 Geschichtsschreibung als Legitimation

4.3 Historische „exempla“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifische Darstellungsabsicht ("Causa scribendi") von Adam von Bremen in seiner Lebensbeschreibung des Erzbischofs Adalbert (drittes Buch der "Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum"). Das Hauptziel besteht darin, zu entschlüsseln, warum Adam diesem Erzbischof eine so detaillierte und kritische Vita widmete und welche zeitgenössischen politischen Motive ihn zu dieser literarischen Form veranlassten, um den neuen Erzbischof Liemar auf die Interessen des Bistums zu verpflichten.

  • Analyse der "Causa scribendi" als Instrument der bischöflichen Politik
  • Untersuchung der Vita Adalberts als historisches "Exemplum"
  • Die Rolle der gegenwärtigen Perspektive auf die mittelalterliche Geschichtsschreibung
  • Historische Legitimation des nordischen Missionsanspruchs
  • Konstruktive Kritik an weltlicher Ruhmsucht und politischer Vernachlässigung

Auszug aus dem Buch

4.1. Geschichtsschreibung aus gegenwärtiger Perspektive

Die mittelalterliche Geschichtsschreibung sowie das mittelalterliche Geschichtsbewusstsein sind durch eine Verbindung von Vergangenem und Gegenwärtigem geprägt. Zum einen informiert die mittelalterliche Geschichtsschreibung über die Vergangenheit, zum anderen wurde diese Vergangenheit aber aus der jeweiligen Gegenwart heraus betrachtet. Das bedeutet, dass das Vergangene aus der gegenwärtigen Perspektive heraus gedeutet und interpretiert wurde. Somit besteht ein Zusammenhang aus Vergangenem und Gegenwärtigem; der Blick in die Vergangenheit ist von der Gegenwart geprägt und die Geschichtsschreibung verarbeitet lediglich das, was aus der jeweiligen Perspektive für die Gegenwart bedeutend erscheint.34 Das heißt, dass der mittelalterliche Geschichtsschreiber, hier also Adam von Bremen, aus bestimmten, aktuellen Anlässen und Interessen der Gegenwart, Ereignisse der Vergangenheit betrachtet.35

Das dritte Buch der Bremer und Hamburger Kirchengeschichte, in dem sich Adam von Bremen ausschließlich dem Erzbischof Adalbert widmet, gewinnt unter den skizzierten Gesichtspunkten eine besondere Bedeutung. Adam von Bremen begann die Abfassung seiner Bremer und Hamburger Kirchengeschichte nach dem Tod seines Zeitgenossen Adalberts. Dass er die Vita Adalberts auf Grundlage der Moral- und Lasterlehre Isidors von Sevilla gestaltete, um dem Leser die Konsequenzen seines Handelns aufzuzeigen, das von seiner Ruhm- und Ehrsucht dominiert wurde, ist auf aktuelle Probleme seiner Zeit sowie ein aktuelles Interesse zurückzuführen.36 Zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Vita kannte Adam von Bremen bereits den „Ausgang der Geschichte“, namentlich die schlechte Verfassung des Erzbistums nach dem Tod Adalberts von Bremen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Sonderstellung der Vita Adalberts innerhalb der Bremer und Hamburger Kirchengeschichte.

2. Adam von Bremen als Geschichtschreiber: Dieses Kapitel skizziert die Biografie des Chronisten und die allgemeinen Ursachen für die Abfassung seines Werkes.

3. Die Vita Adalberts von Bremen: Buch III der Bremer und Hamburger Kirchegeschichte: Hier wird der inhaltliche und strukturelle Aufbau des dritten Buches detailliert analysiert.

4. Die Darstellungsabsicht in der Vita Adalberts von Bremen: Dieser Kernteil untersucht die methodischen Aspekte, wie die Gegenwartsperspektive, Legitimation und die Funktion als "Exemplum" bei der Gestaltung der Vita.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle des Werkes als politisches Instrument zur Mahnung und Führung des amtierenden Erzbischofs.

Schlüsselwörter

Adam von Bremen, Vita Adalberts, Causa scribendi, Mittelalterliche Geschichtsschreibung, Missionslegation, Erzbistum Hamburg-Bremen, Historisches Exemplum, Legitimation, Liemar, Adalbert von Bremen, Gegenwärtigkeit, Historiografie, Nordmission, Moral- und Lasterlehre, Mittelalterliche Bistumschronik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Absichten des Chronisten Adam von Bremen, insbesondere warum er dem Erzbischof Adalbert eine so detaillierte, teils kritische Lebensbeschreibung in seinem Werk widmete.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Historiografie, die historische Legitimation des Missionsanspruchs im Norden sowie der Einsatz von "Exempla" (Vorbild- oder Abschreckungsgeschichten) zur politischen Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, die "Causa scribendi" – den Anlass und die Absicht des Schreibens – im Kontext der krisengeprägten Zeit nach Adalberts Tod aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die quellenkritische Analyse und vergleicht das dritte Buch mit den strukturellen Vorgaben der anderen Bischofsviten, ergänzt durch moderne theoretische Ansätze zur mittelalterlichen Vorstellungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Adams Arbeitsweise, den spezifischen Aufbau der Vita Adalberts und die Analyse der Darstellungsabsicht durch die Aspekte der Gegenwartsorientierung und Legitimation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Causa scribendi, Vita Adalberts, historische Legitimation, Missionslegation, Nordmission und historisches Exemplum.

Wie bewertet Adam von Bremen den Charakter des Erzbischofs Adalbert?

Adam nutzt die Moral- und Lasterlehre, um Adalberts Handeln zu bewerten. Er kontrastiert dessen gute Taten mit seiner weltlichen Ruhm- und Ehrsucht, um den Verfall des Erzbistums zu verdeutlichen.

Warum wurde die Vita Adalberts als „Exemplum“ instrumentalisiert?

Sie diente als Spiegel für den Nachfolger Liemar, um ihn durch die Abschreckung vor den Fehlern Adalberts und das Vorbild der missionarischen Pflichterfüllung zu eigenem korrekten Handeln zu bewegen.

Inwiefern beeinflussten aktuelle Ereignisse die Chronik?

Adam schrieb unter dem Eindruck der Krise des Erzbistums nach Adalberts Tod und der eigenmächtigen Einsetzung Liemars, weshalb er ein dringendes Bedürfnis sah, dem neuen Erzbischof die Prioritäten für das Bistum aufzuzeigen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Causa scribendi" und die Darstellungsabsicht in der Geschichtsschreibung Adams von Bremen
Untertitel
Die Vita Adalberts von Bremen
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften Fachbereich Geschichte)
Veranstaltung
GSM-2.1 Adam von Bremen als Geschichtsschreiber und Ethnograph
Note
1,0
Autor
Laura Endrizzi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V296088
ISBN (eBook)
9783656945895
ISBN (Buch)
9783656945901
Sprache
Deutsch
Schlagworte
causa darstellungsabsicht geschichtsschreibung adams bremen vita adalberts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Endrizzi (Autor:in), 2012, "Causa scribendi" und die Darstellungsabsicht in der Geschichtsschreibung Adams von Bremen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296088
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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