Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des ethischen Investments, wobei dieser Begriff als Synonym für sozial-ökologische Geldanlage in Form von Aktien oder Fonds verstanden wird. Als erstes werden dazu Grundlagen vermittelt, etwa, die Idee des ethischen Investments und welche Ziele sie verfolgt. In einem zweiten Teil werden, für diese Arbeit als Basis dienende praxisrelevante Grundlagen, beispielsweise Screeningansätze zum Portfoliomanagement, besprochen, um dann führende „ethische Indizes“ vorstellen zu können. Den vierten Hauptpunkt bildet hierauf eine kurze skizzenhafte Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG, das ich auf Anfrage von den Investorrelations- bzw. Sustainable Development Abteilungen erhalten habe. Dabei sollen die Dokumente hinsichtlich Transparenz, Übersichtlichkeit, Ökologie und Soziales näher untersucht werden. Diese Analyse kann natürlich nicht annähernd so ausführlich sein, wie dies eigentlich als Grundlage für aktives ethisches Investment notwendig ist. Es wird lediglich der Versuch unternommen, das Verständnis für die Arbeitsweise im Bereich ethisches Investment zu fördern. Abschließend wird kurz auf die Frage nach der Glaubhaftigkeit der Informationen eingegangen, um damit auf die Verantwortung des Investors hinweisen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Gibt es Moral an der Börse, die Idee einer zukunftsfähigen Marktwirtschaft
2. Einführung in die Grundlagen, Marktdaten und Trends
2.1 Grundidee des Ethischen Investments
2.2 Die Idee der Nachhaltigkeit
2.3 Stimmung in Deutschland
2.4 Marktentwicklung in Deutschland im internationalen Vergleich
3. Praxisrelevante Grundlagen zum ethischen Investment
3.1 Das magische Viereck der Kapitalanlage
3.2 Rolle der Anleger und Finanzintermediäre
3.3 Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden
3.4 Screeningansätze im ethischen Investment
3.5 Grenzen des ethischen Investments
4. Die führenden Indizes
4.1 Dow Jones Sustainability Group Indexes
4.2 FTSE4Good Global Index
4.3 Naturaktienindex
5. Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG
5.1 Transparenz und proaktives Verhalten
5.2 Übersichtlichkeit der Informationen für den Investor
5.3 Thema Mitarbeiter als Beispiel eines „Sozialkriteriums“
5.4 Thema Naturschutz als Beispiel eines „Ökologiekriteriums“
5.5 Spezielle eigene Ethik-Tools der Unternehmen
5.6 Aufnahme in anerkannte Indizes und Organisationen
5.7 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Frage nach der Glaubwürdigkeit der Informationen und die Verantwortung des Investors
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen ethischer Kapitalanlagen. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Verfahrensweisen der sozial-ökologischen Bewertung zu fördern und die Informationspolitik der Chemiekonzerne BASF AG und Bayer AG diesbezüglich kritisch zu analysieren.
- Grundlagen, Marktdaten und Entwicklungstrends ethischer Investments
- Praxisrelevante Instrumente wie der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden
- Vergleichende Analyse der Nachhaltigkeitsberichterstattung von BASF AG und Bayer AG
- Auseinandersetzung mit ethischen Indizes und unternehmenseigenen Ethik-Tools
- Kritische Reflexion der Glaubwürdigkeit und der Verantwortung des Investors
Auszug aus dem Buch
5.1 Transparenz und proaktives Verhalten
Transparenz in den Bereichen Ökologie, Soziales und Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang ein äußerst wichtiger Faktor, denn er belegt die Bereitschaft eines Unternehmens, mit seiner Umwelt in aktiven Diskurs zu treten, er zeigt das Bestreben sich der öffentlichen Meinung zu stellen und ist im positiven Fall ein Bekenntnis zu kulturellen, sozialen und ökologischen Aspekten in der Unternehmenspolitik53. In diesem Sinne zeigt das proaktive Verhalten der Unternehmen, wie ernst sie ethische Fragen nehmen. Denn es ist augenscheinlich und sinnvoll, dass ein Unternehmen, das sich besonders stark für seine Mitarbeiter einsetzt dies auch publiziert, um dadurch ein positives Image und einen komparativen Konkurrenzvorteil zu erzielen54.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gibt es Moral an der Börse, die Idee einer zukunftsfähigen Marktwirtschaft: Diskutiert den theoretischen Widerspruch zwischen eigennützigem Börsenhandel und ethischer Verantwortung sowie das Potential nachhaltiger Marktwirtschaften.
2. Einführung in die Grundlagen, Marktdaten und Trends: Erläutert den Begriff des ethischen Investments, die Nachhaltigkeitsidee und den aktuellen Marktstatus in Deutschland im internationalen Kontext.
3. Praxisrelevante Grundlagen zum ethischen Investment: Beleuchtet die methodischen Rahmenbedingungen, wie Screeningansätze und Kriterienkataloge, sowie die Akteure im ethischen Investment.
4. Die führenden Indizes: Stellt bedeutende Nachhaltigkeitsindizes wie den DJSI und den FTSE4Good vor und analysiert deren Einfluss auf das Anlageuniversum.
5. Analyse des Informationsmaterials der BASF AG und der Bayer AG: Untersucht anhand von Dokumenten die Transparenz und Nachhaltigkeitsleistung beider Chemiekonzerne in den Bereichen Soziales, Ökologie und Berichtswesen.
6. Frage nach der Glaubwürdigkeit der Informationen und die Verantwortung des Investors: Reflektiert die Anforderungen an eine glaubwürdige Berichterstattung und appelliert an die Eigenverantwortung des Investors.
Schlüsselwörter
Ethisches Investment, Nachhaltigkeit, Sozial-ökologische Geldanlage, BASF AG, Bayer AG, Nachhaltigkeitsindizes, Screeningansätze, Unternehmensverantwortung, Transparenz, Stakeholder-Ansatz, Corporate Social Responsibility, Investor Relations, Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden, Ökoeffizienzanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik ethischer Investments und untersucht, wie sozial-ökologische Kriterien in der Praxis bei der Kapitalanlage Anwendung finden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Grundlagen ethischer Geldanlagen, die Bedeutung führender Nachhaltigkeitsindizes und eine praxisnahe Analyse der Nachhaltigkeitsberichterstattung global agierender Chemieunternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Verständnis für die sozial-ökologische Bewertung von Unternehmen zu schärfen und zu prüfen, inwieweit BASF AG und Bayer AG durch ihre Dokumente eine Grundlage für aktives ethisches Investment bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Dokumentenanalyse, bei der Geschäftsberichte und Nachhaltigkeitsinformationen der untersuchten Unternehmen hinsichtlich ihrer Transparenz und Informationsgehalte evaluiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Vorstellung der führenden ethischen Indizes und die konkrete Analyse des Informationsmaterials von BASF AG und Bayer AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ethisches Investment, Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Unternehmensverantwortung und Transparenz.
Wie bewertet der Autor die Informationspolitik der BASF AG im Vergleich zur Bayer AG?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Konzept der BASF AG im analysierten Zeitraum durchdachter und umfassender wirkt, wodurch sie eine bessere Entscheidungshilfe für Investoren bietet.
Welche Rolle spielen die "Ethik-Tools" der untersuchten Unternehmen?
Sie dienen der Operationalisierung sozialer und ökologischer Faktoren, wie beispielsweise die Ökoeffizienzanalyse bei BASF oder der Bayer-Öko-Check, um eine qualitätsbasierende Portfolio-Steuerung zu ermöglichen.
- Quote paper
- Timur Karabiber (Author), 2003, Ethisches Investment an der Börse - eine Dokumentenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29612