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Die Überführung der Alexanderreliquien nach Wildeshausen. Heilige und ihre Reliquien als Symbole der Mission und des Glaubens

Titel: Die Überführung der Alexanderreliquien nach Wildeshausen. Heilige und ihre Reliquien als Symbole der Mission und des Glaubens

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Endrizzi (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verehrung der Heiligen spielte im christlichen Glaubenssystem seit seiner Entstehung bis in die Neuzeit hinein eine wichtige Rolle. Die Gläubigen suchten nach geistlicher Führung und übernatürlicher Unterstützung in ihrem oft durch unverstandene Naturgewalten geprägten Alltagsleben. Diese Unterstützung boten ihnen diejenigen Menschen, welche durch ihr gottgefälliges Leben den Stand der Gnade bereits erreicht hatten und sich aus christlicher Nächstenliebe der noch in Sünde verhafteten Gläubigen annehmen wollten.
Als Beweis für die Heiligkeit einer Person galten verschiedene Kriterien, so zum Beispiel der Märtyrertod überzeugter Christen, welche ihrem Glauben zuliebe ihr Leben ließen.
Einer jener Märtyrer war der junge Alexander, der im 2. Jahrhundert in Rom lebte und sich gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Brüdern weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören und deshalb hingerichtet wurde. Der Verbleib seiner sterblichen Überreste, der Alexanderreliquien, soll später noch genauer erläutert werden.
Einen weiteren Beweis für die Heiligkeit eines Menschen bot das Wirken von Wundern. Oft handelte es sich bei diesen Wundern um die Heilung von Krankheiten oder die Errettung aus großer Gefahr, welche die Gläubigen auf den Einfluss desjenigen Heiligen zurückführten, den sie in ihrer Not angerufen hatten. Ein Heiliger hatte neben der Hilfe bei Krankheit, Not und Gefahr noch weitere Bedeutung. Er bot ein Vorbild für ein überzeugend gelebtes Christentum und war in der Lage, als Vermittler zwischen Gott und Mensch Fürsprache für Sünder einzulegen und ihnen so die Aufnahme in den Himmel zu erleichtern. Diese erwünschte Unterstützung im Leben wie im Tod konnten auch bereits verstorbene Heilige leisten, da diese sich dem Glauben nach in der Nähe Gottes befanden und so die Anliegen der Gläubigen direkt an den Höchsten weitergeben konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Heiligenverehrung und Reliquienkult

Heiligkeit als Verhaltensideal und die Funktion von Heiligenschriften

Die Alexanderreliquien und Wildeshausen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Heiligen und Reliquien im christlichen Mittelalter, insbesondere als Instrumente der Missionierung und Herrschaftssicherung. Im Zentrum steht die Analyse der Translation der Alexanderreliquien durch Graf Waltbert und deren Einfluss auf die Etablierung Wildeshausens als Wallfahrtsort und religiöses Zentrum.

  • Entwicklung und Praxis der Heiligenverehrung und des Reliquienkults im Frühmittelalter.
  • Die Funktion von Reliquien als Vermittler zwischen Gott und den Gläubigen.
  • Die politische und missionarische Bedeutung der Translatio der Alexanderreliquien.
  • Die Etablierung Wildeshausens als bedeutender Wallfahrtsort und Familienkloster.
  • Konkurrenz zwischen regionalen Wallfahrtsorten und die Rolle von Legendenbildungen.

Auszug aus dem Buch

Die Alexanderreliquien und Wildeshausen

Die niedersächsische Kreisstadt Wildeshausen ist eine der ältesten Städte im Oldenburger Land. Die dortige Alexanderkirche wurde im 9. Jahrhundert als Aufbewahrungsstätte für die Reliquien des heiligen Alexander erbaut, nachdem die Gebeine des Heiligen 850 von Graf Waltbert von Rom nach Wildeshausen überführt worden waren. Dadurch entwickelte sich Wildeshausen zu einem bedeutenden Wallfahrtsort, die Stadt begreift sich jedoch mehr als „Wittekindstadt“ und weist damit auf ihre Verbindung zu Widukind hin. Durch die Beziehung der Stadt zu der Widukindfamilie entstanden in Wildeshausen Sagen über den „Sachsenherzog“, so sagte man der Wildeshausener Burgberg nach, der ursprüngliche Sitz Widukinds gewesen zu sein. Auf solchen Überlieferungen fußen auch Bezeichnungen wie „Wittekindstraße“ und „Widukindhalle“, und auch kommerzielle Unternehmen wie die 1857 gegründete Kollogesche Kornbranntweinbrennerei „Alter Korn WitteKind“ und die Bierbrauerei „Schloß Wittekind“ berufen sich auf diese historische Identität der Stadt. Mithilfe von zahlreichen Texten lässt sich durchaus eine Beziehung zwischen Wildeshausen (urkundliche „Wihaldeshusen“ oder auch „Wialteshus“) und Widukind aufzeigen. Es ist zu vermuten, dass er einst auch „Herr dieses Ortes war.“

Einer dieser urkundlichen Texte ist die Translatio des heiligen Alexanders, welche von der Überführung der Reliquien durch Graf Waltbert berichtet. Graf Waltbert war der Enkel des sächsischen Herzogs Widukind, dem Anführer der Sachsen in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Franken und ihren Christianisierungsbestrebungen. Nach Verhandlungen mit den Franken trat Widukind zum Christentum über und ließ sich 785 in Attigny taufen. Nach seiner Taufe taucht Widukind nicht mehr in der Geschichtsschreibung auf, während sich seine Familie dem Christentum öffnete und damit letztendlich eigene Herrschaftsansprüche stützte. Hierbei spielten Graf Waltbert und seine Überführung der Alexanderreliquien eine wichtige Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung der Heiligenverehrung sowie in die Rolle von Reliquien als Vermittler göttlicher Gnade und Instrument der Mission ein.

Heiligenverehrung und Reliquienkult: Hier werden die theologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Reliquienkults, die Bedeutung von Märtyrern und die Entwicklung der Heiligenverehrung erläutert.

Heiligkeit als Verhaltensideal und die Funktion von Heiligenschriften: Das Kapitel behandelt das christliche Heiligkeitsideal, die Bedeutung von Wundertätigkeit sowie die Rolle der Hagiographie und Translationsberichte als literarische Quellen.

Die Alexanderreliquien und Wildeshausen: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Translation der Alexanderreliquien durch Graf Waltbert, die damit verbundene Missionsstrategie und die Etablierung Wildeshausens als religiöses und politisches Zentrum.

Schlüsselwörter

Heiligenverehrung, Reliquienkult, Mittelalter, Translation, Alexanderreliquien, Wildeshausen, Graf Waltbert, Widukind, Missionierung, Wallfahrtsort, Hagiographie, Translatio, Heiligenkult, Frühmittelalter, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung und Funktion von Heiligen und Reliquien im Mittelalter am konkreten Beispiel der Alexanderreliquien in Wildeshausen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die Geschichte der Reliquienverehrung, die Rolle der Hagiographie, die Missionsbemühungen in Sachsen und die politische Bedeutung der Translation für das Adelsgeschlecht Widukinds.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Reliquien als Symbole und Instrumente eingesetzt wurden, um den christlichen Glauben zu festigen, Wallfahrtsorte zu etablieren und Herrschaftsansprüche zu legitimieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente, insbesondere der "Translatio Alexandri", sowie der Auswertung historischer Forschungsliteratur.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil beleuchtet die theologische Einordnung von Heiligkeit, die Praxis der Translationsberichte und die detaillierte Reise von Graf Waltbert von Rom nach Wildeshausen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heiligenverehrung, Reliquienkult, Translation, Missionierung und die spezifische Identität Wildeshausens als Wittekindstadt.

Welche Rolle spielt Graf Waltbert für die Stadt Wildeshausen?

Graf Waltbert war die Schlüsselfigur, die durch die Überführung der Reliquien 850 n. Chr. die Alexanderkirche begründete und Wildeshausen als religiöses Zentrum sowie als Familienkloster etablierte.

Warum kam es zu einer Konkurrenz zwischen Wildeshausen und Bremen?

Die Konkurrenz entstand durch den Wettstreit um den geistlichen Vorrang und die Anziehungskraft auf Pilger, wobei Bremen aufgrund seiner Lage an der Weser und des dort ansässigen Erzbischofs geografische und machtpolitische Vorteile besaß.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Überführung der Alexanderreliquien nach Wildeshausen. Heilige und ihre Reliquien als Symbole der Mission und des Glaubens
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften - Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung)
Veranstaltung
GSM-4.1 Religiosität im Mittelalter
Note
1,0
Autor
Laura Endrizzi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V296303
ISBN (eBook)
9783656945079
ISBN (Buch)
9783656945086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
überführung alexanderreliquien wildeshausen heilige reliquien symbole mission glaubens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Endrizzi (Autor:in), 2013, Die Überführung der Alexanderreliquien nach Wildeshausen. Heilige und ihre Reliquien als Symbole der Mission und des Glaubens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296303
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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