„Die Personalentwicklung hat das Ziel, die beruflichen Fähigkeiten der Mitarbeiter zu erhalten und zu verbessern, damit diese die gegenwärtigen und künftigen Aufgaben besser erfüllen zu können.“ (Wöhe, 2010, S. 143)
Coaching als Instrument der Personalentwicklung gehört mittlerweile zu den üblichen Standardmethoden in den meisten Unternehmen. Von Rosenstiel weist auch auf die zunehmende Bedeutung von Coaching hin. (von Rosenstiel, 2011, S. 251) Auch im privaten Bereich wird Coaching mittlerweile von vielen Menschen zur Bewältigung von Lebenskrisen oder zur Verbesserung der Lebensqualität außerhalb der Heilkunde in Anspruch genommen.
Die Begriffe Coach, Coaching und Coachee sind in Deutschland nicht gesetzlich definiert. Jeder Mensch in Deutschland der möchte kann sich Coach nennen und Coaching anbieten. Deshalb gibt es mittlerweile Bestrebungen hier eine gesetzliche Regelung einzuführen, ähnlich dem Lebens- und Sozialberatungsgesetz in Österreich oder wie im Bereich der Mediation oder Psychotherapie.
Je nach herangezogenen Quellen gibt es mittlerweile mehr als 8.000 Menschen in Deutschland, die mehr oder weniger professionell Coaching anbieten. Mehr als 40 Coachingverbände, mit Mitgliederzahlen zwischen 40 und rund 500 Coaches als Mitglieder, tummeln sich im Verbändemarkt der Coachzunft. Ebenfalls unterschiedlich geregelt ist von den diversen Verbänden welche Mindestausbildung für eine Zertifizierung als Coach gefordert ist. Diese reicht von 60 bis 150 Stunden (150 Stunden z. B. DFC) bis zu mehr als 400 Stunden (z. B. DGSv e. V., SG e. V., DGSF e. V. und DVNLP e. V.). In manchen Verbänden wird noch zwischen Coach, Master Coach und Lehrcoach (z. B. DVNLP e. V.) oder Coach und Senior Coach unterschieden (z. B. DCV e. V.).
Zu den beliebtesten im Coaching eingesetzten Methoden gehören auf Platz 1 der systemische Ansatz (wobei die wenigsten Ausbildungen in diesem Bereich von der SG oder DGSF anerkannt sind) und auf Platz 2 das Neuro-Linguistische Programmieren. Dies rechtfertigt, daß überprüft wird, ob sich NLP im Coaching mit Erfolg einsetzen läßt. Diese Master Thesis liefert darauf eine Antwort.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Definition von Erfolg
2. Die Struktur der Magie
2.1 Was ist Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP)
2.2 Die Entdeckung von NLP
2.3 Wovon handelt NLP?
2.4 Kritik an der Neuro-Linguistischen Programmierung (NLP)
3. Die Entwickler des NLP
3.1 Richard Bandler
3.1.1 Richard Bandler begegnet der Gestalttherapie
3.1.2 Die ersten Gruppen in den Jahren 1972 und 1973
3.1.3 Richard Bandlers Zusammenarbeit mit John Grinder
3.2 John Grinder
4. Priori Incantatio
4.1 Gregory Bateson
4.1.1 Das Werk Batesons
4.1.2 Der Neuansatz der Kommunikationstheorie
4.2 Dr. med. Fritz Perls und die Gestalttherapie
4.3 Virginia Satir und die Family Conjoint Therapy
4.4 Milton H. Erickson, MD und die Hypnotherapie
5. Was ist Coaching und was nicht?
5.1 Definitionen von Coaching
5.2 Was ist Coaching nicht, oder wie unterscheidet sich Coaching von anderen Formen der Beratung?
5.3 Wo liegen sinnvolle Einsatzbereiche im Coaching?
5.4 Welche Grenzen hat Coaching?
5.5 Veränderung in Therapie und Business
5.6 Return on Coaching
6. Die Fragebogen-Methode
6.1 Probleme mit dem Frageborgen
6.2 Der Fragebogen – Ein subjektives oder objektives Verfahren?
6.3 Ein Plädoyer für den Fragebogen
6.4 Die Konstruktion des Fragebogens
6.5 Offene oder geschlossene Fragen
6.6 Art und Anzahl der Antwortmöglichkeiten
6.7 Formulierung der Instruktion
6.8 Pretest
7. Stand der Coaching-Forschung
8. Durchführung der Studie
9. Darstellung der Ergebnisse
9.1 Angaben zu den Personen
9.2 Ergebnisse zu I. Fragen zur Struktur
9.3 Ergebnisse zu II. Fragen zum Prozeß
9.4 Ergebnisse zu III. Erfolg
9.5 Ergebnisse zu IV. Sonstiges
10. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob NLP als Coachingmethodik erfolgreich eingesetzt werden kann und ob sich ein entsprechender Nutzen, Zeitaufwand und Kostenfaktor belegen lassen. Ziel ist es, durch eine empirische Studie zu klären, inwieweit NLP im Coaching-Kontext validiert werden kann.
- Analyse der Grundlagen des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP).
- Untersuchung der historischen Entwickler und Einflüsse auf NLP.
- Definition und Abgrenzung von Coaching im professionellen Kontext.
- Empirische Evaluation der Wirksamkeit von NLP durch eine Fragebogenstudie.
- Betrachtung von Qualitätsstandards und zukünftigen Anforderungen an Coach-Ausbildungen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Richard Bandler begegnet der Gestalttherapie
Am Anfang seines Studiums belegte Bandler Kurse in Philosophie, Mathematik und den Computerwissenschaften. Sein Interesse für die Verhaltenswissenschaften gewann jedoch zunehmend Oberhand. Besonderes Interesse hatte er an Rolfing, der Familientherapie und vor allem an der Arbeit von Fritz Perls.
Fritz Perls, der Begründer der Gestalttherapie befand sich damals nach eigener Einschätzung auf dem Höhepunkt seines Schaffens, sowohl hinsichtlich seiner Lehrtätigkeit, als auch seiner schriftstellerischen Arbeit. Im Dezember 1969 hatte er mit Robert Spitzer einen Vertrag über mehrere Bücher abgeschlossen. Gegenstand dieser Bücher sollte psychotherapeutische Praxis und Philosophie der Gestalttherapie sein. Zusammen mit seiner Frau Lore Perls und dem Sozialphilosophen Paul Goodman hatte Fritz Perls die Grundlagen der Gestalttherapie erarbeitet. Perls sollte die Bücher so abfassen, daß der gebildete Laie die Grundlagen und das Wesen seines Ansatzes verstehen sollte. Zusätzlich zu den Manuskripten sollten Transkriptionen von Filmen, die Perls bei der Arbeit zeigen, in die Bücher mit aufgenommen werden. Perls war der Ansicht, daß diese Transkriptionen eine gute Basis für das Verständnis über den eigentlichen Prozeß der Therapie abgeben würden. Perls war davon überzeugt, daß diese Live-Transkriptionen das Wesentliche der Gestaltarbeit mehr enthüllen würden, als das Lesen theoretischer Texte. (Walker, 1996, S. 24) Leider starb Perls im März 1970 und so wurde das Projekt in Frage gestellt. (Perls; Baumgardner, 1990, S. 7)
Spitzer stand nun vor der Frage, was er mit dem umfangreichen von Perls hinterlassenen Material anfangen sollte. Zunächst bat er einige Schüler von Perls um Unterstützung bei der Herausgabe des Werkes. Diese lehnten jedoch ab. Deshalb bat er Mitte des Jahres 1972 Richard Bandler darum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Marktsituation von Coaching in Deutschland, die fehlende gesetzliche Definition und die Forschungsrelevanz von NLP im Coaching.
2. Die Struktur der Magie: Führt in die Grundlagen und Entstehungsgeschichte des NLP ein und thematisiert kritische Stimmen zur Wissenschaftlichkeit.
3. Die Entwickler des NLP: Porträtiert die Begründer Richard Bandler und John Grinder sowie den Ursprung ihrer Zusammenarbeit in der Gestalttherapie.
4. Priori Incantatio: Erläutert die wissenschaftlichen und therapeutischen Einflüsse durch Persönlichkeiten wie Gregory Bateson, Fritz Perls, Virginia Satir und Milton H. Erickson.
5. Was ist Coaching und was nicht?: Definiert Coaching als Interaktionsprozess, unterscheidet es von Therapie und analysiert das Konzept des "Return on Coaching".
6. Die Fragebogen-Methode: Erläutert die wissenschaftliche Methodik der Datenerhebung für die eigene Studie und die Regeln der Fragebogenkonstruktion.
7. Stand der Coaching-Forschung: Fasst den aktuellen Forschungsstand zu Wirksamkeit und Erfolgsmessung im Coaching zusammen.
8. Durchführung der Studie: Beschreibt die Selektionskriterien für die untersuchten Coaches und die Rekrutierung der Probanden.
9. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die statistische Auswertung der Umfrageergebnisse unterteilt in Struktur, Prozess und Erfolg.
10. Zusammenfassung: Zieht ein Fazit über die Effektivität von NLP im Coaching und gibt Empfehlungen zur Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
Neuro-Linguistisches Programmieren, NLP, Coaching, Coachingforschung, Gestalttherapie, Familientherapie, Hypnotherapie, Milton H. Erickson, Virginia Satir, Richard Bandler, John Grinder, Evaluation, Fragebogen, Erfolg, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den erfolgreichen Einsatz von Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) im Bereich des beruflichen und privaten Coachings.
Was sind die zentralen Themenfelder der Masterthesis?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte und Theorie des NLP, die Einflüsse bedeutender Therapeuten wie Satir und Erickson, sowie die empirische Evaluation von Coaching-Prozessen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu belegen oder zu widerlegen, ob Coaching mit NLP erfolgreich ist und welche Faktoren (wie Zeitaufwand und Kosten) diesen Erfolg beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Der Autor führt eine empirische Umfrage mittels standardisierter Fragebögen durch, um die Erfahrungen von Klienten bei qualifizierten NLP-Coaches zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung des NLP, die Definition von Coaching, eine detaillierte Methodik der Fragebogenkonstruktion und die statistische Auswertung der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie NLP, Coaching, Evaluation, Wirksamkeitsnachweis, Kommunikation und systemische Beratung aus.
Welche Rolle spielte die Stiftung Warentest für die Studie?
Die Empfehlungen der Stiftung Warentest zur Dauer und Qualität von Coach-Ausbildungen dienten als Auswahlkriterium für die in die Studie einbezogenen professionellen Coaches.
Wie bewerten die Klienten den Erfolg des Coachings in der Studie?
Die Studienteilnehmer schätzten ihre persönliche Zielerreichung auf einer Skala von 0-100 im Mittel mit 90 Punkten ein, was für eine hohe Erfolgswahrnehmung spricht.
Was schlussfolgert der Autor über die Bedeutung der Beziehungsgestaltung?
Der Autor schließt aus der Studie, dass die Qualität der Beratungsbeziehung (Vertrauen, Offenheit, Sympathie) für den Coaching-Erfolg entscheidender ist als die rein methodische Anwendung von Techniken.
- Quote paper
- Alexander Gleisberg-Almstetter (Author), 2015, Neuro-Linguistisches Programmieren im Coaching, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296344