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Nachhaltiger Tourismus in Kanada - Wunsch oder Wirklichkeit?

Ein neues Paradigma veranschaulicht am Beispiel der staatlichen Nationalparkpolitik

Title: Nachhaltiger Tourismus in Kanada -  Wunsch oder Wirklichkeit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Michaelsen (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Im Jahr 2002 erwirtschaftete Kanada 5,25% seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) durch Tourismus1. Somit stellt Tourismus einen vergleichsweise bedeutende Wirtschaftsfaktor für Kanadas dar, vergleichbar mit z.B. dem Gesundheitswesen oder der Bauindustrie. Nimmt man die Export-Basis-Theorie als ökonomische Ausgangssituation, ist davon auszugehen, dass die Basisindustrie Incoming Tourismus eine besonders hohen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung der kanadischen Volkswirtschaft besitzt.
Die Tourismusbranche sieht sich aber weitreichenden Veränderungen gegenüber. Neben den klassischen Problemen der Branche sieht sich die Industrie der wachsenden Terrorangst konfrontiert. Zusätzlich ist eine Veränderung der Reisetrends beobachtbar. Neue Segmentierungskriterien verändern die Aufgabenfelder der Unternehmen, während die soziologische, ideologische und gesellschaftspolitische Kritik am sog. Harten Tourismus (Massentourismus) das Reiseverhalten weltweit beeinflussen. Die einzigartige ökologische Vielfalt Kanadas stellen in diesem Zusammenhang ein Potential dar, auf diese Entwicklungen zu reagieren. Moderne Formen des Tourismus, so z.B. Ökotourismus oder Nachhaltiger Tourismus sollen in der vorliegenden Arbeit definiert, analysiert und ökonomisch bewertet werden. Durch welche operationalisierbaren Kriterien ist Ökotourismus erkenn- bzw. bewertbar?
Welche Chancen und Umsetzungsstrategien ergeben sich für Kanada und im besonderen für das kanadische Nationalparksystem? Hierzu soll auch im Detail auf die Historie und Entwicklung des kanadischen Nationalparksystems eingegangen werden. Im letzten Teil der Arbeit soll anhand einiger Fallstudien die tatsächliche Umsetzung dieser neuen Tourismusformen analysiert werden. Hat sich der Tourismus nachhaltig verändert, oder wird Ökotourismus als Sigel ohne Internalisierung ökologischen Kriterien im Sinne eines Etikettenschwindel verwendet?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definitionen und Abgrenzung der Begrifflichkeiten

2.1. Sanfter Tourismus

2.2. Ökotourismus (Ecotourism)

2.3. Nachhaltiger Tourismus (Sustainable Tourism)

2.4. Kanadische Großschutzgebiete

3. Kanadisches Verständnis von Großschutzgebieten (GSG)

3.1. Historische Entwicklung

3.2. Paradigmenwechsel in der Nationalparkpolitik

3.3. Touristische Bedeutung kanadischer GSG

3.4. Nachhaltigkeitskonzept der Parks Canada Agency

3.5. Zonenkonzept am Beispiel des Nationalpark Banff

4. Fallstudien

4.1. Banff and Lake Louise Tourism Bureau (www.banfflakelouise.com)

4.2. The Great Canadian Ecoventures (www.thelon.com)

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der ökonomischen Bedeutung des Tourismus in Kanada und den ökologischen Anforderungen an einen nachhaltigen Tourismus, insbesondere vor dem Hintergrund der staatlichen Nationalparkpolitik. Dabei wird analysiert, ob nachhaltige Tourismuskonzepte in der Praxis tatsächlich Anwendung finden oder lediglich als Etikett fungieren.

  • Definition und Abgrenzung moderner Tourismusformen
  • Historische und konzeptionelle Entwicklung des kanadischen Nationalparksystems
  • Analyse der staatlichen Nachhaltigkeitsziele und des Zonenkonzepts
  • Gegenüberstellung theoretischer Nachhaltigkeitsansätze mit praktischen Fallstudien
  • Kritische Würdigung der touristischen Destinationsvermarktung in Kanada

Auszug aus dem Buch

3.1 Historische Entwicklung

Vorangestellt sei, dass für die nachfolgende Ausführungen die Unterscheidung der Begriffe National Park, Provincial Park und National Park Reserve unter dem Begriff Großschutzgebiet zusammengefasst werden. Für die Analyse im Sinne einer Nachhaltigkeitsuntersuchung ist eine genauere Differenzierung nicht zweckdienlich und notwendig.

Heute sind etwa 2% (4%) der kanadische Landfläche durch 38 Großschutzgebiete (und Provinzparks) geschützt. Zusammen sind dies etwa 222.700 km² was etwa 60% des bundesdeutschen Staatsgebiet (357.000 km²) entspricht. Ziel des 3.National Park System Plan ist es, alle 39 als ökologisch einzigartige und typische Regionen des kanadischen Hoheitsgebiet mit einem Nationalpark zu schützen und zu konservieren.

Der Anfang des kanadischen Parksystems liegt im November 1885, als zwei Arbeiter der Canadian Pacific Railway in der Nähe der Bahnstation Banff heiße Quellen entdeckten. Aus egoistisch-ökonomischen Gründen stellten Sie den Antrag, das Land von der kanadischen Regierung zu erwerben. Der Zeitschrift GEO Saison 1995 zu folge sollen Sie „Gott ist mein Zeuge, so etwas schönes habe ich noch nie gesehen“ ausgesprochen haben, als Sie den Lake Louise das erste Mal sahen. Kurz zuvor (1872) war in den Vereinigten Staaten der Yosemite National Park gegründet worden, was die kanadische Regierung beeinflusste ein rund 26 km² großes Areal um die Bahnstation Banff als den Rocky Mountain Park (später Banff National Park) als ersten kanadischen Nationalpark auszuweisen. Zunächst wurde das Gebiet hierdurch Eigentum der Regierung, unverkäuflich und nicht mehr verfügbar für den privaten (Bau-)Markt. Schnell sollten die natürlichen Ressourcen touristisch inwertgesetzt werden, Straßen, Brücken und Hotels gebaut werden, um Banff zum „greatest and most successful health resort on the contintent“ zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die ökonomische Relevanz des Tourismus für Kanada und führt in die Notwendigkeit moderner, nachhaltiger Tourismusformen ein.

2. Definitionen und Abgrenzung der Begrifflichkeiten: Hier werden zentrale Konzepte wie sanfter Tourismus, Ökotourismus und nachhaltiger Tourismus definiert und voneinander abgegrenzt.

3. Kanadisches Verständnis von Großschutzgebieten (GSG): Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung, den Paradigmenwechsel in der Nationalparkpolitik sowie das Zonenkonzept der Parks Canada Agency.

4. Fallstudien: Anhand des Banff and Lake Louise Tourism Bureau und der Great Canadian Ecoventures wird die praktische Umsetzung touristischer Nachhaltigkeitsstrategien geprüft.

5. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen legislativen Nachhaltigkeitszielen und der praktischen Umsetzung im kanadischen Tourismus zusammen.

Schlüsselwörter

Kanada, Tourismus, Nachhaltiger Tourismus, Ökotourismus, Nationalpark, Großschutzgebiete, Parks Canada, National Park Act, Destinationsmanagement, Naturschutz, Banff, Zonenkonzept, Tourismuswirtschaft, Umweltverträglichkeit, Naturressourcen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der nachhaltige Tourismus in Kanadas Nationalparks ein erstrebenswertes und umgesetztes Ziel oder lediglich ein idealistischer Wunsch ohne praktische Relevanz ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der kanadischen Nationalparkpolitik, der Definition von Nachhaltigkeitskonzepten im Tourismus und der praktischen Analyse durch Fallbeispiele.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die offizielle kanadische Nationalparkpolitik ökologische Kriterien tatsächlich in ihre Tourismusstrategien internalisiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine Literaturanalyse und eine fallbasierte Untersuchung unter Einbeziehung ökonomischer und ökologischer Kriterien der Destinationsentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Historie des Nationalparksystems, den Paradigmenwechsel hin zur Erhaltung, das Zonenkonzept sowie zwei gegensätzliche touristische Fallstudien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kanada, Nachhaltiger Tourismus, Ökotourismus, Nationalparks, Parks Canada Agency und Großschutzgebiete.

Wie unterscheidet sich die Zielsetzung der Parks Canada Agency von der Praxis des Banff Tourism Bureau?

Während die staatliche Behörde den Schutz und die Bewahrung des Naturerbes betont, priorisiert das Tourism Bureau die Vermarktung der Destination, was teilweise im Widerspruch zu nachhaltigen Zielen steht.

Welche Rolle spielt das Zonenkonzept für die Nachhaltigkeit in Nationalparks?

Das Zonenkonzept reguliert die menschliche Nutzung durch die Unterteilung in Schutzgebiete (Special Preservation) bis hin zu Erholungszonen (Outdoor Recreation) und dient der räumlichen Minimierung ökologischer Eingriffe.

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Details

Title
Nachhaltiger Tourismus in Kanada - Wunsch oder Wirklichkeit?
Subtitle
Ein neues Paradigma veranschaulicht am Beispiel der staatlichen Nationalparkpolitik
College
University of Trier  (Wirtschaft und Sozialgeographie)
Course
Oberseminar Kanada
Grade
1,0
Author
Florian Michaelsen (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V29644
ISBN (eBook)
9783638311090
ISBN (Book)
9783638650373
Language
German
Tags
Nachhaltiger Tourismus Kanada Wunsch Wirklichkeit Oberseminar Kanada
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Michaelsen (Author), 2004, Nachhaltiger Tourismus in Kanada - Wunsch oder Wirklichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29644
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