Spätestens im Alter zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr
besuchen Kinder in der Regel einen Kindergarten oder eine andere
Kindertagesstätte.
Hier finden die ersten Kontakte zu einer großen Gruppe etwa
gleichaltriger Kinder statt. Was ein Kind also im Kindergarten tut, tut es zwangsläufig mit ihnen, zumindest in deren Gesellschaft. Kinder stehen im Kindergarten und anderen Tageseinrichtungen in
ständiger Interaktion mit gleichaltrigen Kindern. Im Vordergrund
dieser Arbeit steht das Bewegungsverhalten von Kindergartenkindern und das Miteinander während der Bewegung.
Der Kindergarten nimmt einen zeitlich großen Raum im Leben der
Kindergartenkinder ein. Sie verbringen dort pro Tag mehrere
Stunden. Im Kindergartenalter hat Bewegung bei Kindern einen sehr
großen Stellenwert. Sie erkunden über Bewegung nicht nur ihre
Umwelt, sie gilt auch als „Medium frühkindlicher
Erfahrungsgewinnung, das in hohem Maße zur ganzheitlichen
Entwicklungsförderung beitragen kann“ (ZIMMER o. Jahr, S. 14). Sie
ist also elementarerer Bestandteil der kindlichen Entwicklung.
Sehr interessant bleibt also die Beobachtung, welchen Stellenwert
Bewegung im Miteinander der Kinder besitzt und welchen Einfluss
diese auf das Sozialverhalten hat.
Zu diesem Zweck fand eine Evaluation in einem Kindergarten statt,
bei der das Bewegungsverhalten von Kindern in einem Kindergarten
festgehalten wurde. Im Beobachtungszeitraum von einer Woche
wurde das Bewegungsverhalten von Kindern dokumentiert. In dieser
Woche stand eine Erzieherin mit ihrem speziellen Bewegungsangebot im Mittelpunkt. Nach dieser Beobachtungswoche besuchte die beobachtete Erzieherin eine mehrwöchige Fortbildungsmaßnahme an der Sporthochschule Köln.
Diese Zusatzausbildung „Bewegungsförderung im Elementarbereich“
hat das Ziel, „das Prinzip „Bewegung“ zum festen Bestandteil der
pädagogische Arbeit insgesamt zu machen“ (Sporthochschule Köln,
Materialienordner zur Fortbildung). Die Zusatzausbildung umfasst
Unterrichtsteile, in denen theoretische und auch praktische
Grundlagen zur Bewegungsförderung vermittelt werden. Nach
Abschluss dieser Fortbildung werden die Kinder des Kindergartens
eine weitere Woche beobachtet, um zu sehen, in wiefern sich das
Bewegungsverhalten dieser unter den neuen Umständen verändert.
Im Rahmen dieser Examensarbeit soll hier besonderer Wert auf die
Veränderung im Sozialverhalten der Kinder gelegt werden.
Dabei soll der Erfolg der oben erwähnten Fortbildung auf das
Bewegungsverhalten der Kinder bewertet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kindergarten
2.1 Der Bildungsauftrag des Kindergartens
2.2 Kindergartenkonzepte
2.2.1 Der „Funktionsorientierte Ansatz“
2.2.2 Der „Disziplinorientierte Ansatz“
2.2.3 Der „Situationsorientierte Ansatz“
2.2.4 Das „Offene Kindergartenkonzept“
3. Die Bedeutung von Bewegung und Spiel auf die kindliche Entwicklung
3.1 Funktion von Bewegung
3.2 Bedeutung des Spiels
3.3 Formen des kindlichen Spiels
3.4 Bedeutung der Spielformen
4. Sozialverhalten
4.1 Gemeinsames Spiel
4.2 Soziale Anforderungen im Spiel
5. Die Fortbildung „Bewegungsförderung im Elementarbereich“
5.1 Das Fortbildungskonzept
5.2 Die Evaluation der Fortbildung
5.3 Die Kindertagesstätte „Krebsweg“
5.3.1 Das Kindertagesstätten-Konzept
5.3.2 Das Kindertagesstätten-Gebäude
5.3.2 Das Kindertagesstätten-Außengelände
5.3.3 Das Kindertagesstätten-Personal
5.3.4 Die von mir begleitete Erzieherin
5.3.5 Inwiefern ist Bewegung in der Kindertagesstätte verankert?
5.4 Die Beobachtungswochen
5.4.1 Beobachtungswoche vor der Fortbildung
5.4.2 Beobachtungswoche nach der Fortbildung
5.4.3 Änderungen nach der Fortbildung
6. Ergebnisse und Auswertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit evaluiert den Einfluss von Fortbildungsmaßnahmen zur Bewegungsförderung auf das Bewegungs- und Sozialverhalten von Kindern in einer Kindertagesstätte, um die Wirksamkeit pädagogischer Konzepte in der Praxis zu prüfen.
- Bedeutung von Bewegung für die frühkindliche Entwicklung
- Methoden der Bewegungsförderung im Elementarbereich
- Einfluss von Spielformen auf das Sozialverhalten
- Evaluation von Fortbildungsangeboten für Erzieherinnen
- Veränderung von pädagogischen Angeboten im Kindergartenalltag
Auszug aus dem Buch
3.1 Funktion von Bewegung
Bewegung ist für den Menschen eine nicht angeborene Sache. Im Gegensatz zu Tieren, die meist kurz nach der Geburt eine gewisse Unabhängigkeit erfahren, da sie schon wenige Stunden nach der Geburt stehen und laufen können, muss der Mensch diese Entwicklung über einen relativ langen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg machen. Diese Komplexität und Langwierigkeit der motorischen Entwicklung erklärt auch die Notwendigkeit einer Bewegungserziehung.
Laut Kretschmer (KRETSCHMER 1981, 24ff) wird Bewegung innerhalb der kindlichen Entwicklung in mehreren Bereichen wirksam. Sie übernimmt verschiedene Funktionen: Explorative Funktion, Produktive Funktion, Kommunikative Funktion, Komparative Funktion, Expressive / Impressive Funktion, Adaptive Funktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Bewegung im Kindergartenalter ein und erläutert das Ziel der Evaluation einer Fortbildungsmaßnahme für Erzieherinnen.
2. Der Kindergarten: Dieses Kapitel stellt rechtliche Grundlagen und verschiedene pädagogische Konzepte vor, die die Bewegungsförderung beeinflussen.
3. Die Bedeutung von Bewegung und Spiel auf die kindliche Entwicklung: Hier werden die Funktionen von Bewegung sowie die Theorie des kindlichen Spiels in Bezug auf die Entwicklungspsychologie analysiert.
4. Sozialverhalten: Dieses Kapitel erörtert, wie Kinder durch das Zusammenspiel und gemeinsame Spielformen soziale Kompetenzen erwerben.
5. Die Fortbildung „Bewegungsförderung im Elementarbereich“: Das Kernstück beschreibt das Fortbildungskonzept, die Kindertagesstätte sowie die Durchführung und Auswertung der Beobachtungswochen vor und nach der Maßnahme.
6. Ergebnisse und Auswertung: Abschließend werden die durch die Fortbildung angestoßenen Veränderungen in der methodischen Arbeit reflektiert und bewertet.
Schlüsselwörter
Bewegungsförderung, Elementarbereich, Kindertagesstätte, Sozialverhalten, Kindergartenkonzepte, Bewegungsspiele, Spielformen, Evaluation, Fortbildung, motorische Entwicklung, ganzheitliche Förderung, situationsorientierter Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss eine spezifische Fortbildung für Erzieherinnen zur Bewegungsförderung auf das Bewegungs- und Sozialverhalten von Kindergartenkindern in der Praxis hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung von Bewegung und Spiel für die ganzheitliche Entwicklung sowie die Umsetzung verschiedener pädagogischer Ansätze im Kindergartenalltag.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Evaluation, ob und wie sich durch die Fortbildung der Erzieherinnen die Qualität und Quantität der Bewegungsangebote sowie das Sozialverhalten der Kinder verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer Evaluationsstudie, bei der Beobachtungswochen vor und nach der Fortbildung durchgeführt und die methodische Tageseinteilung anhand eines Zeitrasters analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Spiel und Sozialverhalten sowie in den praktischen Teil, der das Fortbildungskonzept und die beobachteten Veränderungen in der Kindertagesstätte „Krebsweg“ beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bewegungsförderung, Elementarbereich, Sozialverhalten, ganzheitliche Entwicklung und situationsorientierter Ansatz.
Warum wurde die Kindertagesstätte „Krebsweg“ als Untersuchungsort gewählt?
Die Einrichtung wurde gewählt, da sie nach dem situationsbezogenen Ansatz arbeitet und die dort tätige Erzieherin am Fortbildungsprogramm der Deutschen Sporthochschule Köln teilnahm.
Welche Rolle spielt das „Offene Kindergartenkonzept“?
Es dient als Rahmenbedingung, da in der untersuchten Einrichtung keine feste Gruppeneinteilung besteht, was den Kindern eine freiere Gestaltung ihrer Bewegungsaktivitäten ermöglicht.
- Quote paper
- Marco Niehaus (Author), 2004, Evaluation von Fortbildungsmaßnahmen zur Bewegungsförderung in Tageseinrichtungen für Kinder unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung von Sozialverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29676