Als ein Werk der offiziellen Repräsentationskunst vermitteln die Reliefs des Severusbogens ein politisches Programm, das sich im Sinne mehrerer Stoßrichtungen entschlüsseln lässt. Unterschiedliche Themenkreise und Schwerpunkte der severischen Regierung werden in den Bildern des Monuments verbunden und zu einer umfassenden historischen, politischen und dynastischen Botschaft zusammengeschmolzen. Auf diese Weise feiert der Triumphbogen am Forum Romanum nicht nur die Erfolge des "parthicus maximus" im Orient, sondern auch die severische Dynastie und die Erneuerung römischer Herrschaft an der Schwelle eines neuen "saeculum".
Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema der dynastischen Propaganda am Severusbogen und behandelt das Herrschaftsideal und –bild der damaligen Zeit. Zuletzt soll eine historische und ideologische Einbettung veranschaulicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Severusbogen im Kontext der kaiserlichen Propaganda: Funktion, Repräsentation und Programmatik
1. 1. Dynastische Propaganda am Severusbogen: Felicitas temporum
1. 2. Herrschaftsideal und Herrscherbild am Severusbogen
1. 3. Historische und ideologische Einbettung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert den Triumphbogen des Septimius Severus auf dem Forum Romanum als zentrales Medium kaiserlicher Propaganda. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Monument durch eine gezielte Verknüpfung von dynastischer Legitimation, militärischen Erfolgen und traditionellen Herrschaftsidealen eine neue politische Programmatik an der Schwelle zum 3. Jahrhundert n. Chr. etablierte.
- Dynastische Propaganda und die Sicherung der severischen Thronfolge.
- Die Rolle des Severusbogens im Vergleich zu älteren Monumenten wie dem Augustusbogen.
- Die Bedeutung von militärischen Tugenden wie virtus, concordia und labor.
- Die Transformation historischer Kriegsereignisse in ein ideologisch geprägtes Herrscherbild.
- Das Spannungsverhältnis zwischen historischer Faktizität und symbolischer Überhöhung.
Auszug aus dem Buch
1. 1. Dynastische Propaganda am Severusbogen: Felicitas temporum
Dass der Severusbogen in seiner Reliefauswahl eine ideologische Verbindung zwischen den Parthersiegen, dem Gedeihen des römischen Imperiums und der severischen Dynastie herzustellen sucht, wurde in der Forschung seit Brilliant erkannt. Einen ersten Hinweis auf diese gedankliche Verknüpfung von Parthertriumph und dynastischer Propaganda lässt sich bereits in der Inschrift der Attika greifen, die das Monument nicht nur Septimius Severus, sondern auch seinen Söhne Caracalla und Geta widmet. Bekanntlich wurde Caracalla nach der Eroberung Ktesiphons (198 n. Chr.) in den Rang eines Augustus erhoben, was ein deutliches Zeichen für die Bemühungen des Severus ist, seine Erfolge gegen die Parther in dynastischer Hinsicht zu nutzen. Die Nachfolge der Söhne war auf diese Weise vorbereitet, der Grundstein zu einer severischen Dynastie gelegt und die Partherkriege lieferten die entsprechende Rechtfertigung und Ausgangsbasis. Eine ähnliche Argumentationsstrategie scheint auch das Reliefprogramm des Triumphbogens zu verfolgen, indem militärischer Erfolg und Wohlstand aufs Engste mit den Severern verknüpft werden, sodass im Betrachter nicht nur eine gedankliche Assoziation, sondern eine Art Folgerungsbeziehung entsteht: Die Severer erscheinen als Retter der res publica gegen innere und äußere Feinde, sie sind Garanten für Prosperität und Kontinuität im römischen Reich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Severusbogen im Kontext der kaiserlichen Propaganda: Funktion, Repräsentation und Programmatik: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert, wie der Severusbogen als komplexes Werk der Repräsentationskunst politische Botschaften der severischen Regierung bündelt.
1. 1. Dynastische Propaganda am Severusbogen: Felicitas temporum: Hier wird untersucht, wie der Bogen die militärischen Parthersiege nutzt, um die severische Dynastie als Garanten für ein neues, glückliches Zeitalter zu legitimieren.
1. 2. Herrschaftsideal und Herrscherbild am Severusbogen: Dieser Abschnitt beleuchtet die Einbettung des Monuments in die römische Tradition und analysiert, wie sich der Kaiser durch den Bezug auf Vorgänger wie Augustus und Trajan als idealer Herrscher positioniert.
1. 3. Historische und ideologische Einbettung: Das letzte Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen historischer Tatsachenschilderung und ideologischer Umdeutung, um aufzuzeigen, wie militärische Erfolge in dauerhafte politische Macht transformiert wurden.
Schlüsselwörter
Severusbogen, Septimius Severus, Kaiserliche Propaganda, Dynastische Legitimation, Partherkriege, Herrscherbild, Römische Kunst, Repräsentationskunst, Mos maiorum, Virtus, Concordia, Triumphbogen, Forum Romanum, Bildsprache, Historische Reliefs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Triumphbogen des Septimius Severus als ein zentrales Instrument der kaiserlichen Selbstdarstellung und Machtlegitimation zu Beginn des 3. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die dynastische Propaganda, die Vermittlung kaiserlicher Tugenden und die inhaltliche Bezugnahme auf römische Traditionen und monumentale Vorbilder.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Entschlüsselung des komplexen politischen Programms, das durch die architektonische Gestaltung und das Reliefprogramm des Bogens vermittelt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine kunsthistorisch-archäologische Analyse, indem sie die Bildinhalte mit epigraphischen Quellen und historischen Berichten abgleicht sowie in den Kontext zeitgenössischer Wertvorstellungen einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der dynastischen Rhetorik, die Untersuchung des Herrscherideals im Vergleich zu anderen Kaisern und die Erörterung der Verbindung von historischen Kriegsereignissen mit ideologischen Konzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen den Severusbogen, dynastische Propaganda, kaiserliche Repräsentation, militärische Erfolge und das römische Herrschaftsideal.
Wie wird das Spannungsfeld zwischen historischen Fakten und Propaganda aufgelöst?
Die Arbeit verdeutlicht, dass historische Ereignisse in den Reliefs bewusst reduziert und vereinfacht werden, um sie als "Exempla" für überzeitliche, positive Tugenden des Kaisers dienen zu lassen.
Welche Bedeutung hat das Heer für die dargestellte Programmatik?
Da die Armee zur zentralen Stütze der Macht des Septimius Severus wurde, findet sich in den Reliefs eine starke Fokussierung auf militärische Leistungen, die gezielt an die Soldaten und das römische Publikum kommuniziert wurden.
- Citar trabajo
- Monika Hinterhöller (Autor), 2008, Der Severusbogen im Kontext der Kaiserlichen Propaganda. Funktion, Repräsentation und Programmatik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298273