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Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen durch Verbandsgerichte im Fußball

Título: Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen durch Verbandsgerichte im Fußball

Trabajo de Seminario , 2014 , 31 Páginas , Calificación: 14 Punkte

Autor:in: Jakob Förtsch (Autor)

Derecho - Otros sistemas jurídicos, derecho comparado
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Schiedsrichterentscheidungen, egal, ob richtig oder falsch, sind seit jeher Zündstoff brennender Diskussionen in der Sportgemeinschaft. Während es in der Anfangszeit möglicherweise ausschließlich um den Gedanken der Fairness ging, rückt in der neueren Zeit vor allem auch ein gewisser wirtschaftlicher Gedanke in den Vordergrund. Allein der Gesamterlös der 1. Fußballbundesliga hat sich zwischen den Spielzeiten 2003/2004 und 2012/13 mit einem Anstieg auf ca. 2,17 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Dabei wurde mit einem operativen Gewinn von 383,5 Mio. Euro eine neue Bestmarke erreicht. Entscheidungen der Unparteiischen können in Zeiten steigender wirtschaftlicher Bedeutung des Leistungssports somit auch weitreichende finanzielle Folgen für die Beteiligten mit sich bringen, denn natürlich sind mit einem bestimmten Tabellenrang teilweise Einnahmen in Millionenhöhe
verbunden. Professionelle Fußballvereine generieren Einnahmen z.B. durch zahlungskräftige Sponsoren. Diese sind natürlich eher bereit einen höheren Betrag zu zahlen,
wenn der Verein durch Meisterschaften oder internationale Auftritte auf sich aufmerksam macht. In einer schlechten Verhandlungsposition befinden sich dagegen Vereine, welche beispielsweise Abstiegsplätze besetzen. Aufgrund der möglichen finanziellen Folgen ist es daher plausibel, derart wichtige Entscheidungen der Schiedsrichter im Nachhinein kontrollieren zu wollen und möglicherweise rückgängig
zu machen. Die Möglichkeit der Feststellungen von Fehlentscheidungen ist dabei – zumindest in Profiligen – durch die nahezu perfektionierte Kameratechnik der Fernsehsender grundsätzlich gegeben.

Die folgende Arbeit soll daher darstellen, inwieweit die Möglichkeit einer Überprüfung von Schiedsrichterentscheidungen durch Verbandsgerichte gegeben ist. Dazu werden zunächst
einige Grundlagen zur Verbandsgerichtsbarkeit erläutert. Darauf folgend werden die Unterschiede von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen des Schiedsrichters dargestellt. Dabei wird insbesondere auf die unterschiedliche Überprüfbarkeit vor Verbandsgerichteneingegangen.

Anschließend wird die Differenzierung durch einige bekannt gewordene Fälle vertieft. Zuletzt werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und ein abschließender
Ausblick soll die Arbeit vervollständigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Vereins- und Verbandsgerichtsbarkeit

1. Grundlagen

a) Verein

1) Idealverein und wirtschaftlicher Verein

2) Sportverein

b) Verband

1) Definition

2) Organisationsstruktur (Ein-Verbands- oder Ein-Platz-Prinzip)

2. Vereins- und Verbandsgerichtsbarkeit

a) Grundlagen

1) Vereins- oder Verbandsautonomie

2) Verbandsgerichtsbarkeit im Allgemeinen

3) Unterschied zu (echten) Schiedsgerichten

4) Überprüfbarkeit durch ordentliche Gerichte

b) Ausgestaltung der Verbandsgerichtsbarkeit des DFB

1) Sportgericht

(1) Zusammensetzung (§ 39 DFB-Satzung)

(2) Zuständigkeit (§ 42 DFB-Satzung)

(3) Verfahren

2) Bundesgericht

(1) Zusammensetzung (§ 40 DFB-Satzung)

(2) Zuständigkeit (§ 43 DFB-Satzung)

(3) Verfahren

3) Kontrollausschuss (§ 50 Satzung des DFB)

(1) Zusammensetzung

(2) Zuständigkeit (§ 50 DFB-Satzung)

4) Schiedsgerichte

III. Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen

1. Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters (Fußballregel Nr.5)

a) Definition

b) Arten der Tatsachenentscheidung

1) Differenzierung bezüglich der Spielwirkung

(1) Tatsachenentscheidungen mit Wirkung auf das Spiel und das Spielergebnis

(2) Tatsachenentscheidungen mit Wirkung über das Spiel hinaus

2) Positive und negative Tatsachenentscheidungen

(1) Positive Tatsachenentscheidungen

(2) Negative Tatsachenentscheidungen

c) Unterscheidung nach der Auffassung von Vieweg

1) Tatsachenentscheidungen im eigentlichen Sinne

2) Tatsachenentscheidungen nach Abstimmung bzw. technischer Entscheidungsunterstützung

3) Tatsachenentscheidung mit der Möglichkeit abschließender verbandsinterner Überprüfung und ggf. Korrektur während des Wettkampfes

4) Tatsachenentscheidungen, die erst nach Ende des Wettkampfes erfolgen (können)

2. Regelverstoß des Schiedsrichters

3. Ergebnis und Rechtsfolge der Unterscheidung

a) Tatsachenentscheidungen

1) Ausnahme bei offensichtlich fehlerhaften Tatsachenentscheidungen

2) Ausnahme bei bewussten Spielmanipulationen durch den Schiedsrichter

b) Regelverstöße

4. Unterschied: FIFA – DFB

5. Bekannte Fälle innerhalb der DFB-Sportgerichtsbarkeit

a) Das „Phantom-Tor“ von Neunkirchen – „Kobel“

1) Sachverhalt

2) Urteil

b) Das „Phantom-Tor“ von München – „Helmer“

1) Sachverhalt

2) Urteil

c) Das „Phantom-Tor“ von Sinsheim – „Kießling“

1) Sachverhalt

2) Urteil

d) Stellungnahme

IV. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die juristische Überprüfbarkeit von Schiedsrichterentscheidungen durch Verbandsgerichte im deutschen Fußball. Dabei steht die Kernfrage im Fokus, inwieweit das Prinzip der Unanfechtbarkeit von Tatsachenentscheidungen bei offensichtlichen Fehlern oder Regelverstößen durchbrochen werden kann.

  • Grundlagen des Vereins- und Verbandsrechts
  • Struktur und Arbeitsweise der DFB-Sportgerichtsbarkeit
  • Differenzierung zwischen Tatsachenentscheidung und Regelverstoß
  • Analyse prominenter Fälle („Phantom-Tore“)
  • Diskussion über technische Hilfsmittel wie die Torlinientechnologie

Auszug aus dem Buch

1. Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters (Fußballregel Nr.5)

In Regel 5 der Spielregeln der FIFA heißt es: „Die Entscheidungen des Schiedsrichters zu spielrelevanten Tatsachen sind endgültig. Dazu gehören auch das Ergebnis des Spiels sowie die Entscheidung auf „Tor“ oder „kein Tor“. Der Schiedsrichter darf eine Entscheidung nur ändern, wenn er feststellt, dass sie falsch war, oder, falls er es für nötig hält, auch auf einen Hinweis eines Schiedsrichterassistenten oder des vierten Offiziellen. Voraussetzung hierfür ist, dass er die Partie weder fortgesetzt noch abgepfiffen hat.“

Was unter einer Tatsachenentscheidung zu verstehen ist, bleibt allerdings sowohl in den Regelwerken der FIFA als auch in denen des DFB offen, obwohl der Begriff von großer Bedeutung ist. Im Wesentlichen ist es Aufgabe des Unparteiischen, die mit dem Spielgeschehen zusammenhängenden Tatsachen festzustellen und infolgedessen den Regeln entsprechende Entscheidungen zu treffen. Tatsachenentscheidungen lassen sich demnach folgendermaßen definieren: „Tatsachenentscheidungen sind alle diejenigen Feststellungen des Schiedsrichters, die den tatsächlichen Ablauf eines Fußballspiels betreffen.“

Dazu zählen neben Feststellungen über ein Tor z.B. auch solche über die Abseitsstellung, Handspiel oder auch Foulspiel.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die steigende wirtschaftliche Bedeutung von Schiedsrichterentscheidungen im Profifußball und die damit verbundene Notwendigkeit, deren Überprüfbarkeit zu analysieren.

II. Vereins- und Verbandsgerichtsbarkeit: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen von Vereinen und Verbänden sowie die spezifische Organisationsstruktur und Zuständigkeit der DFB-Sportgerichtsbarkeit.

III. Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen: Hier erfolgt die zentrale Abgrenzung zwischen Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen, deren unterschiedliche rechtliche Anfechtbarkeit anhand bekannter Fälle kritisch beleuchtet wird.

IV. Schluss: Der Verfasser resümiert, dass das Prinzip der Unanfechtbarkeit bei Tatsachenentscheidungen primär gewahrt bleiben sollte und technische Hilfsmittel wie die Torlinientechnologie die sinnvollere Lösung gegenüber nachträglichen juristischen Interventionen darstellen.

Schlüsselwörter

DFB, Schiedsrichter, Tatsachenentscheidung, Regelverstoß, Verbandsgerichtsbarkeit, Spielmanipulation, Sportrecht, Unanfechtbarkeit, Torlinientechnologie, Rechtsunsicherheit, Vereinsautonomie, Spielwertung, Sportgericht, Bundesgericht, Kontrollausschuss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik, inwieweit Entscheidungen von Schiedsrichtern im Fußball nachträglich durch Verbandsgerichte überprüft oder korrigiert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Vereins- und Verbandsrecht, die Ausgestaltung der Sportgerichtsbarkeit beim DFB sowie die juristische Differenzierung zwischen Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Prinzip der Unanfechtbarkeit von Tatsachenentscheidungen mit dem Bedürfnis nach sportlicher Gerechtigkeit in Einklang gebracht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine rechtswissenschaftliche Analyse, basierend auf Satzungen, Regelwerken der FIFA/DFB sowie der juristischen Fachliteratur und der Rechtsprechung in bekannten Sportrechtsfällen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sportgerichtsbarkeit, die theoretische Abgrenzung von Tatsachenentscheidungen zu Regelverstößen sowie die Untersuchung prominenter „Phantom-Tor“-Fälle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem DFB-Sportgerichtsbarkeit, Tatsachenentscheidung, Regelverstoß, Unanfechtbarkeit, Spielwiederholung und Torlinientechnologie.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Tatsachenentscheidung und Regelverstoß eine so große Rolle?

Weil nur Regelverstöße unter bestimmten Bedingungen anfechtbar sind, während Tatsachenentscheidungen als endgültig gelten und somit der gerichtlichen Überprüfung entzogen sind.

Welche Rolle spielt die Torlinientechnologie im Fazit?

Die Torlinientechnologie wird als zukunftsweisende technische Lösung bewertet, die lästige Diskussionen über Fehlentscheidungen bereits während des Spiels vermeidet und juristische Nachspiele obsolet macht.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen durch Verbandsgerichte im Fußball
Universidad
University of Bayreuth
Curso
Seminar zum Vereinsrecht
Calificación
14 Punkte
Autor
Jakob Förtsch (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
31
No. de catálogo
V298296
ISBN (Ebook)
9783656944713
ISBN (Libro)
9783656944720
Idioma
Alemán
Etiqueta
überprüfung tatsachenentscheidungen regelverstößen verbandsgerichte fußball
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jakob Förtsch (Autor), 2014, Überprüfung von Tatsachenentscheidungen und Regelverstößen durch Verbandsgerichte im Fußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298296
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Extracto de  31  Páginas
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