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Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles

Title: Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles

Term Paper , 2004 , 29 Pages , Grade: sehr gut minus

Autor:in: Thomas Eimer (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, den inneren Zusammenhang von menschlichem Wahrnehmen und Denken nachzuzeichnen, der die Schriften des Aristoteles durchzieht. Dabei werden physiologische, erkenntnistheoretische, ontologische und ansatzweise auch metaphysische Ansichten des Philosophen auf diese Fragestellung hin durchleuchtet. Die Interpretation erfolgt vor dem Hintergrund der Schriften eines neuzeitlichen Denkers, René Descartes. Dabei soll keinesfalls ein umfassender Vergleich der aristotelischen Schriften mit dem Rationalismus der Neuzeit angestrengt werden; vielmehr geht es darum, die Charakteristik der aristotelischen Erkenntnistheorie vor der Folie eines diametral entgegen gesetzten Denkens stärker zu konturieren und ihre Distanz zu Erklärungsansätzen der Neuzeit deutlich zu machen. Im ersten Abschnitt der Arbeit werden die Wahrnehmungsvermögen nach Aristoteles vorgestellt, wobei sich zwei wesentliche Besonderheiten zeigen lassen: Zum einen nimmt Aristoteles’ Bestimmung von sinnlicher Erkenntnis ihren Anstoß bei der Gegenstandswelt, zum anderen ist bereits die Wahrnehmung in die Interpretation der Sinnesdaten involviert. Der zweite Abschnitt behandelt den leidenden Verstand. Der Schlüsselbegriff für diese psychische Instanz liegt für Aristoteles im Vorstellungsvermögen und der spezifischen Ausprägung seiner Ansicht der Wahrnehmungswelt. Im dritten Abschnitt der Arbeit folgt die Erörterung der tätigen Vernunft, jenes Seelenteils also, der nach Aristoteles nur dem Menschen zukommt. Es zeigt sich auch hier, dass Aristoteles das Denkvermögen keinesfalls unabhängig von Wahrnehmungsvermögen und -inhalten sieht, sondern vielmehr eine Kongruenz von Wahrnehmungswelt und Denkseele als möglich herausstellt. Die Ergebnisse der Arbeit werden abschließend zusammengefasst und vor dem Hintergrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnis bewertet. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zur Bedeutung der Wahrnehmung für das Denken

2 Die Vermögen des leidenden Verstandes

3 Die Vermögen der tätigen Vernunft

Zusammenfassung und Kritik

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den inneren Zusammenhang zwischen menschlichem Wahrnehmen und Denken im Werk des Aristoteles. Dabei wird insbesondere beleuchtet, inwieweit aristotelische Ansätze erkenntnistheoretische und psychologische Konzepte vorwegnehmen und wie sie sich gegenüber den dualistischen Positionen des Rationalismus, vertreten durch René Descartes, abgrenzen.

  • Physiologische und erkenntnistheoretische Grundlagen der aristotelischen Wahrnehmungslehre
  • Die Rolle des leidenden Verstandes und des Vorstellungsvermögens
  • Die Funktion der tätigen Vernunft als "Ort der Formen"
  • Kontrastierung der aristotelischen Erkenntnistheorie mit dem Rationalismus von René Descartes
  • Bezugnahme zu modernen kognitionspsychologischen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

Die Vermögen der tätigen Vernunft

Wenn Aristoteles von der „Vernunft der Seele” spricht und diesen Seelenteil als denjenigen bezeichnet, „womit die Seele nachdenkt und Annahmen macht”, so kann man den Eindruck gewinnen, als läge hier eine Umkehrung der Bewegungsrichtung vor: Hat Aristoteles Wahrnehmung und Vorstellung vom Gegenstand her bestimmt, so scheint nunmehr die „vernünftige Seele” von sich aus auf die Vorstellungsinhalte zuzugreifen, sie, in der Metaphorik der Informationstechnologie gesprochen, gewissermaßen abzurufen.

Eine derartige Interpretation scheint uns auch deshalb nahe liegend, da sie uns aus der neuzeitlichen Anschauungsweise vertraut vorkommt. So betrachtet auch Descartes Wahrnehmungsinhalte, nachdem er seinen methodischen Zweifel überwunden hat, als unentbehrliches Datenmaterial zur Überprüfung vorab entwickelter Annahmen. Bevor die Frage, ob Aristoteles in diesem Sinne verstanden werden kann, weiter erörtert wird, muss sein Verständnis von der tätigen Vernunft jedoch näher betrachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, in der das Wahrnehmungs- und Denkverständnis des Aristoteles vor dem Hintergrund des cartesianischen Rationalismus interpretiert und methodisch eingeordnet wird.

1 Zur Bedeutung der Wahrnehmung für das Denken: Dieses Kapitel erläutert die enge Verknüpfung von Wahrnehmung und Denken bei Aristoteles und grenzt diese von der skepsisgeprägten Erkenntnistheorie der Neuzeit ab.

2 Die Vermögen des leidenden Verstandes: Hier wird das Vorstellungsvermögen analysiert, das eine vermittelnde Rolle zwischen der sinnlichen Wahrnehmung und dem Denken einnimmt.

3 Die Vermögen der tätigen Vernunft: Das Kapitel behandelt den höchsten Seelenteil, die tätige Vernunft, und klärt deren Rolle als "Ort der Formen" sowie das Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit im noetischen Denken.

Zusammenfassung und Kritik: Dieser Abschnitt resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die Aktualität der aristotelischen Erkenntnistheorie gegenüber modernen psychologischen Ansätzen und dem neuzeitlichen Rationalismus.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Wahrnehmung, Denken, leidender Verstand, tätige Vernunft, Vorstellung, Formbegriff, René Descartes, Erkenntnistheorie, Gemeinsinn, Kognitionspsychologie, noetisches Denken, Abstraktion, Seelenteile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den inneren Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles unter Berücksichtigung erkenntnistheoretischer, ontologischer und physiologischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Wahrnehmung, die Funktion des leidenden Verstandes, das Vorstellungsvermögen sowie die Tätigkeit der Vernunft in Bezug auf die Formerfassung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die aristotelische Erkenntnistheorie in ihrem Verständnis von Denken und Wahrnehmen zu konturieren und sie gegen die radikale Trennung im Rationalismus von Descartes abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Interpretation der primären aristotelischen Schriften sowie einen Vergleich mit dem neuzeitlichen Denken von René Descartes, ergänzt durch Bezüge zur modernen Kognitionspsychologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert in drei Abschnitten die Wahrnehmungsvermögen, das Vorstellungsvermögen des leidenden Verstandes und schließlich die Natur und Tätigkeit der Vernunftseele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wahrnehmung, Denken, Aristoteles, Vernunft, Vorstellung und Formbegriff charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "tätige Vernunft" bei Aristoteles vom Descartes'schen "Ich"?

Während Descartes ein denkendes Subjekt als unhintergehbaren Letztgrund postuliert, benötigt Aristoteles kein solches Subjekt; für ihn erfasst die Vernunft als "Ort der Formen" das Intelligible direkt, ohne auf ein isoliertes Selbst angewiesen zu sein.

Warum spielt der "Gemeinsinn" eine wichtige Rolle?

Der Gemeinsinn ist für Aristoteles notwendig, um die verschiedenen Sinnesdaten zu einem einheitlichen Objekt zu verbinden, was eine Voraussetzung für die Vorstellung und das spätere Denken darstellt.

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Details

Title
Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles
College
University of Hagen  (Institut für Philosophie LG I)
Grade
sehr gut minus
Author
Thomas Eimer (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V29835
ISBN (eBook)
9783638312578
Language
German
Tags
Zusammenhang Wahrnehmung Denkvermögen Aristoteles
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Eimer (Author), 2004, Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29835
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