Sozialökologische Auswirkungen des Ghettos in den USA auf das Individuum. Das Leben von Tupac Shakur


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1). Einleitung

2) Die im Zuge der Vergangenheit der Sklaverei und der Moderne entstandenen makroökologischen Strukturen ,die das Ghetto bilden
2.1) Die historischen makroökologischen Wurzeln der Ungleichstellung der schwarzen Bevölkerung und die Entstehung der Ghettos
2.2) Die revolutionäre Bewegung des schwarzen Widerstands und die Wirkung auf die Strukturen des Ghettos
2.3) Die soziale Realität der Strukturen des Ghettos und ihre Auswirkungen auf die Umgebung ihrer Individuen

3) Der Einfluss der ökologischen Struktur des Ghettos auf Tupac Shakur
3.1) Der Einfluss der makroökologischen Strukturen der Vergangenheit auf Tupacs Kindheit und die Einflüsse die partiellen Einflüsse des Ghettos
3.2.) Der Einfluss der makroökologischen Struktur des Ghettos auf Tupacs Mesoebene im Zuge seiner Persönlichkeitsentwicklung und Musikkarriere

4) Tupacs Tod und die Herausstellung der ökologischen Faktoren die diesen beeinflussten

5) Zusammenfassung und Fazit

6) Literaturverzeichnis

1) Einleitung

„ There is nothing more tragic than a life cut short - one that has not been allowed to bloom to its fullest potential. The tragedy of Tupac is that his untimely passing is representative of too many young black men in this country. Two and a half decades, 25 years old age... that is how old Tupac was when we lost him. (...)“ ( Vibe Magazine 1998 )

Als Einleitung zu Tupacs Biografie bringt der Autor Quincy Jones mit seiner Aussage aus dem Vibe-Magazin das Leben des Rappers sehr treffend auf den Punkt. Der Schauspieler und Rapper Tupac repräsentierte mit seinem Leben und seinem Tod das tragische Schicksal vieler junger afroamerikanischer Menschen in den Ghettos der USA. Die Fragestellung ist nun, ob Tupacs Ermordung eine tragische Geschichte ist, die keinen Bezug zu seiner sozialen Umgebung hat, oder ob die Strukturen die sich im Ghetto aufzeigen, lebensverkürzende Faktoren aufwiesen, die teilweise oder sogar ganz dafür verantwortlich waren. Wenn dies Wahr ist, wie entstanden diese dann, wie erhalten sie sich und inwiefern hatten sie Einfluss auf die Ermordung Tupacs. Führte seine Umwelt ihn zu diesem Schicksal oder waren es individuelle Faktoren, die aus seiner Reflexion mit seiner Umgebung entstanden. Diese Fragen stellen sich einem in Bezug auf die Ghettos in den USA, die seit Jahrzehnten eine kontinuierliche Desintegration abseits der normalen Gesellschaft aufweisen. Um dies festzustellen werde ich auf Grundlage der ökologische Sozialisationstheorie von Bronfenbrenner und Dieter Baacke eine Analyse der Umwelt auf Makroebene und Mirkoebene vornehmen.

Für die Makroebene orientiere ich mich hierbei auf die makroökologische Theorie Bronfenbrenners und gehe hierbei auf die wichtigsten historischen und stabilisierenden Aspekte ein die das Ghetto erschaffen haben und es prägen. Auf der Mirkoebene werde ich mich verstärkt auf Baackes Terminologie beziehen und versuchen anhand der makroökologischen Strukturen einen Erklärungsansatz zu finden. Hierbei versuche ich eine Differenzierung mit Tupacs Eigenreflexion zu seiner Umwelt vorzunehmen. Auf dieser Basis hin kann geschlussfolgert werden ob die Strukturen des Ghettos den Tod Tupacs verursacht haben

2) Die im Zuge der Vergangenheit der Sklaverei und der Moderne entstandenen makroökologischen Strukturen, die das Ghetto bilden.

2.1) Die historischen, makroökologischen Wurzeln der Ungleichstellung der schwarzen Bevölkerung und die Entstehung der Ghettos

Wie entstanden die Strukturen des Ghettos in dem Tupac Shakur aufwuchs?

Für die Analyse der makroökologischen Strukturen werde ich das gesellschaftliche Konstrukt der schwarzen Bevölkerung aufgreifen um zu erläutern, weshalb die Situation in den Ghettos der USA so entstanden ist, wie sie zu Zeiten Tupacs waren.

Für die transatlantischen Händler im 17 Jahrhundert und die kolonialen Sklavenhalter is es von größtem Interesse gewesen, dass die schwarzen Sklaven fügsam und kontrollierbar blieben (vgl Smith 2006 : 16). Dafür mussten der kompletten amerikanischen Bevölkerung klargemacht werden, dass die schwarze Bevölkerung zur Zeit der Sklaverei keine gleichwertigen Menschen gewesen sind. Als Mittel wurde ein Stereotyp konstruiert, welcher nach und nach optimiert und verbessert wurde. Er wurde generationsübergreifend als Werte- und Normensystem für die Sklaven, sowie auch für die weiße Bevölkerung interniert. Um dies zu gewährleisten wurden den Kindern der weißen Bevölkerung in der Schule bereits beigebracht, dass es zwei verschiedene Rassen in den USA gab (vgl Smith 2006 : 21). Das Rassenkonstrukt wurde so ausgebaut, dass man den Sklaven Eigenschaften zuschrieb, die sich klar von der weißen Bevölkerung abgrenzten. Dazu gehörten eine Reihe wissenschaftliche Belege, die nicht auf ihre Richtigkeit hin überprüft wurden. Eine Legitimierung der Belege war durch den Status der Wissenschaft gesichert und wurde als wissenschaftliche Arbeit zitiert und rezipiert. Dazu gehörten Aussagen, dass das ästhetische Empfinden der schwarzen Bevölkerung unterentwickelt ist, sowie zahlreiche Verweise auf die Abstammung vom Affen in den Urwäldern, aufgrund ihrer Ähnlichkeit in Bezug auf die Hautfarbe. Dies vermittelte indirekt, dass die dunkelhäutigen Menschen keine gleichwertigen Menschen sind und eher dem Tiere ähneln. Diese Ansichten beruhten ebenso auf auf der kulturell geprägten Auffassung das Schwarz die Farbe des Teufels und des Bösen ist (Smith 2006 :11). Dies hat zu einer schlechteren Behandlung der schwarzen Bevölkerung geführt. Verstärkt wurde dies durch weitere erdachte wissenschaftliche Belege und Vermutungen. Es wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass eine starke Misshandlung der Sklaven mit Peitschen oder Schlägen keinerlei Problem für sie darstellt, da ihre Haut dicker ist als weiße Haut. Begründet wurde dies mit der These, dass die schwarze Haut aufgrund der Verbrennung durch die Sonne eine Kruste entwickelt hat und diese vor Gewalteinwirkungen schützt. Damit haben die Wissenschaftler auch festgelegt, dass die schwarze Haut unnatürlich ist und das Weiß die ursprünglichen menschliche Farbe darstellt ( vgl. Smith 2006).

In der Unabhängigkeitserklärung der USA steht, dass alle Menschen gleiche Rechte besitzen und es ihnen erlaubt ist ihr Leben selber zu gestalten.[1] Diese haben aber nicht für die Sklaven oder die schwarze Bevölkerung gegolten, aufgrund der konstruierten Werte und Normen, die sie in einem Ungleichheitsverhältnis hielten. Der über die Jahrhunderte aufgebaute Stereotypus galt auch als Maßstab für die Auslegung von Gesetzen und Rechten. Um festzustellen wie stark der Stereotyp in der Gesellschaft wirkt, werde ich hier folgendes Zitat über eine gerichtsbeschlossene Entscheidung über den entlaufenden Sklaven Dred Scott aus dem Jahre 1857 zitieren der sich auf die Unabhängigkeitserklärung der Staaten berief.

„(...) bei einer Entscheidung im Fall "Dred Scott (...)" 1857 ,(...) es unterliegt keinem Zweifel, daß die versklavte afrikanische Rasse nicht zu jenem Volk gehörte‘ “ (Wilhelms 1976 : 5).

Auch nach dem Sieg der Nordstaaten der USA im Bürgerkrieg kam es nicht zu der gewünschten Gleichstellung aufgrund der genannten internierten Werte und Normen der schwarzen Bevölkerung.

Durch die wirtschaftliche Entwicklung in 20 Jahrhundert wanderten ab 1910 ein Großteil der schwarzen Bevölkerung in den Norden und Westen der USA aus. Gründe hierfür sind die strukturellen Veränderungen der südstaatlichen Region gewesen die ihre Großplantagen gegen Mittel und Kleinbetriebe eintauschten. Außerdem ist es nach der Wirtschaftskrise von 1913 zu einer großen Arbeitslosigkeit im Süden gekommen, während im Norden durch die Industrialisierung ein Arbeitermangel zu verzeichnen gewesen ist (Wilhelms 1976:14-15) Während dieser Phase sind auch viele europäische Immigranten gekommen, die die Arbeit der schwarzen Bevölkerung übernommen haben. Die Angst, dass im Norden die ehemaligen Sklaven aus dem Süden den Immigranten den Arbeitsplatz wegnehmen konnten, hat sogar bis in Morde gegipfelt. Das mangelhafte Interesse der Gerichte solche Ermordungen aufzudecken zeigt die informelle gesellschaftliche Akzeptanz dieser. Aus diesem Grund konnten afroamerikanische Menschen keine Arbeitsstellen mehr besetzen ohne um ihr leben zu fürchten. Sie wurden in die Armut getrieben. (vgl. Klarman 2004 : 64)

Der entwickelte Stereotypus aus der Sklaverei legitimierte eine Segregation in den Städten. Hierbei wurden Restriktionen für bestimmte Berufe angelegt, sodass sich die eingewanderten Schwarzen nur in bestimmten Berufssparten betätigen konnten. Diese Diskriminierung prägte ebenso die Sozial- und Bildungspolitik, die sich in folgender Aussage wiederspiegelt. „Southern whites (...) justified inferior black education and that blacks deserved less education money because they paid less taxes (...) most did not believe southern blacks needed or deserved equal education“ (Klarman 2004:18)

Dieses Ungleichheitsgefüge wurde durch Gesetze des Gerichts legitimiert und „unterscheidet bei seinen Entscheidungsgründen zwischen politischer Gleichheit der beiden Rassen, (...) und sozialer Gleichheit (...)“ {Wilhelms 1976 : S.12} wodurch Armut, Bildungsungleichheit, rassistische Sozialpolitik und die Unterdrückung der Exekutive generationsübergreifend zu einer sozialen Abspaltung beitrugen (vgl. Wilhelms 1976:S.12).

[...]


[1]"We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness" {Declaration of Independence July 4, 1776. #14}

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Sozialökologische Auswirkungen des Ghettos in den USA auf das Individuum. Das Leben von Tupac Shakur
Hochschule
Universität Bielefeld  (Soziologie Fakultät)
Veranstaltung
Sozialstruktur und Persönlichkeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V298384
ISBN (eBook)
9783656948155
ISBN (Buch)
9783656948162
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sozialökologische, auswirkungen, ghettos, individuum, leben, tupac, shakur
Arbeit zitieren
Dominic Ajay (Autor), 2013, Sozialökologische Auswirkungen des Ghettos in den USA auf das Individuum. Das Leben von Tupac Shakur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298384

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