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Die Immersion von Kim Ki-duk anhand von seinen Werken "Bin Jip" (Leere Häuser) und "The Bow" (Der Bogen)

Title: Die Immersion von Kim Ki-duk anhand von seinen Werken "Bin Jip" (Leere Häuser) und "The Bow" (Der Bogen)

Research Paper (undergraduate) , 2014 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Helene Dolmat (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Durch seine tiefgreifenden, mit Gewalt befüllten und trotzdem poetischen Filme ist Kim Ki-duk heute einer der umstrittensten Regisseure: Einige erklären ihn für psychisch gestört, die Anderen für einen Genie. Besonders in seiner Heimat, – in Süd-Korea, – wird Kim Ki-duk mit Steinen beworfen: „Wie kann man nur so schlechte Filme machen?“ fragt Mun Il- Pyeong. Eine weitere Aussage von demselben Kritiker lautet, „dass Kim Ki-duk die Norm der Well-Made-Filme hinter sich gelassen hat und die extreme Methode des Automatismus anwendet“ (Seong-Il 2013, S. 165) Ihm wird die „falsche Objektivität“ im Sinne der mit naturalistischer Handschrift dargestellten Begebenheiten und Personen, die keine vom Realismus fordernde organische Eigenschaft des Erzählens innehaben, und „Überschuss an Überschuss“ im Bezug auf seine Kameraeinstellungen von Park Seong-Su zugeschrieben (vgl. ebd. S. 302-310). Trotz aller negativen Kritiken, die auf nationale Vergemeinschaftung (s. Kapitel 2.2) Koreas zurückzuführen sind, wird Kim Ki-duk von der ästhetischer Vergemeinschaftung (ebd.) Europas als talentierter Regisseur sehr geschätzt. Mehrere seiner zahlreichen Filme liefen bei vielen bedeutenden Festivals Europas und sein Pieta gewann den Goldenen Löwen in Venedig in 2012.
Ziel dieser Arbeit ist, Verfolgung von Kim Ki-duks Immersionsmethoden unter Betrachtung von verschiedenen Allegorien der „schweigenden Performanz“ (Seong-Il 2013, S. 157) anhand seiner Filme "Bin Jip" (Leere Häuser) und "The Bow" (Der Bogen).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Immersion im Film- und Medienbereich

2.1 Narration und Dramaturgie

2.2 Gesellschaftliche Kontexte: Zugehörigkeit und „Wir-Gefühl“ bei der Medienrezeption

2.2.1 Religiöse Vergemeinschaftung in Korea

2.2.2 Kim Ki-duk und die Gemeinschaften

2.3 Ästhetik und Gestaltung

2.4 Moralische Orientierung des Zuschauers - Empathie und Sympathie

2.5 Immersion

3. Über Kim Ki-duk

4. Bin Jip (Leere Häuser), 2004

4.1 Handlung

4.2 Ästhetik und Gestaltung

4.3 Sozialgesellschaftliche Hintergründe

4.4 Kernidee des Filmes und moralische Orientierungen des Zuschauers

5. The Bow (Der Bogen), 2005, als sagenhafte Parabel

5.1 Handlung

5.2 Ästhetik und Gestaltung

5.3 Genre und Problematik im Film

5.4 Deutungen der Hintergründe und Symbolik im Film

5.5 Wortlose Immersion

5.6 Narration und Dramaturgie – Moralische Orientierungen des Zuschauers

6. Halbabstraktion als filmische Handschrift von Kim Ki-duk

7. Fazit: Immersion durch filmische Handschrift von Kim Ki-duk unter Berücksichtigung von stilistisch-künstlerischen und sozial-kulturellen Aspekten

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die filmischen Immersionsmethoden des südkoreanischen Regisseurs Kim Ki-duk. Im Zentrum steht die Analyse, wie der Regisseur durch eine spezifische „schweigende Performanz“ und allegorische Erzählweisen in den Filmen „Bin Jip“ und „The Bow“ eine tiefgreifende emotionale und kognitive Beteiligung beim Zuschauer erzeugt, ohne dabei auf klassische Dialoge angewiesen zu sein.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Immersion und Narration im Film.
  • Untersuchung des soziokulturellen und religiösen Kontextes im Werk von Kim Ki-duk.
  • Eingehende filmwissenschaftliche Interpretation von „Bin Jip“ und „The Bow“.
  • Erörterung der „Halbabstraktion“ als zentrale filmische Handschrift des Regisseurs.
  • Diskussion über das Wechselspiel zwischen Bildsprache, Moral und Zuschauerrezeption.

Auszug aus dem Buch

4.4 Kernidee des Filmes und moralische Orientierungen des Zuschauers

Bin Jip ist eine Geschichte über einen nicht gesellschaftsfähigen Mann in einer engen, obsessiv sich abgrenzenden Umgebung des mittelständischen Koreas. Er scheint, das Leben anderer Menschen zu leihen, weil er in dieser Welt kein Eigenes findet. Seine Wertschätzungen, Gedanken, Träume, Emotionen und Gefühle unterscheiden sich von den des „gewöhnlichen“ mittelständischen Menschen. Die Außenwelt stellt für solche Menschen eine Verletzungsgefahr dar. Er ist jung und nicht besonders erfahren. Seine Eindringens in das fremde Leben führen manchmal zu tragischen Konsequenzen. Also, um problemlos zu existieren, muss der Held sich von der physischen Substanz trennen. Er muss erst die Fähigkeit entwickeln, unsichtbar zu sein, um überleben zu können.

Kernidee des Filmes ist, dass das menschliche Auge in der Lage ist, nur 180 Grad um sich zu sehen: „The human eye sees within the 180 degree angle. So you're hiding in the other 180 degrees?“ („Bin Jip“ DVD, 1:07:24-1:07:34). Dass die menschliche Wahrnehmung jedoch sogar Dinge unsichtbar werden lässt, die innerhalb des Sichtfeldes geschehen, bewiesen Chabris und Simons 2011 mit ihrem wissenschaftlichen Experiment „Der unsichtbare Gorilla“. Ihre Versuchspersonen wurden aufgefordert, die Pässe von Basketballspielern zu zählen. Während dieser Zeit lief ein Mensch im Gorillakostüm durch das Bild, der jedoch von etwa der Hälfte der Versuchspersonen nicht wahrgenommen wurde, weil ihre Aufmerksamkeit durch die Aufgabe gebunden war. (Vgl. Chabris & Simons 2001). Und auch im Alltag greift das Prinzip der Unsichtbarkeit, zum Beispiel wenn man in Gedanken vertieft eine Straße überquert und nichts um sich herum bemerkt. Gang, Körperhaltung, Sehen, Hören, Besinnung – alle psycho-physiologischen Eigenschaften des Lebens funktionieren größtenteils automatisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den Regisseur Kim Ki-duk als umstrittenen Künstler vor und definiert das Ziel der Arbeit, seine Immersionsmethoden anhand der Filme „Bin Jip“ und „The Bow“ zu untersuchen.

2. Entstehung der Immersion im Film- und Medienbereich: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente von Narration, Dramaturgie, Ästhetik und sozialer Zugehörigkeit, die als Voraussetzungen für filmische Immersion dienen.

3. Über Kim Ki-duk: Es wird die Biografie des Regisseurs beleuchtet, wobei sein Widerstand gegen gesellschaftliche Normen und seine künstlerische Entwicklung vom Maler zum Filmemacher im Zentrum stehen.

4. Bin Jip (Leere Häuser), 2004: Dieses Kapitel analysiert das Werk hinsichtlich seiner Handlung, Gestaltung und der zentralen Idee der „Unsichtbarkeit“ als Mittel zur Erleuchtung der Hauptfigur.

5. The Bow (Der Bogen), 2005, als sagenhafte Parabel: Hier wird der Film als allegorische Parabel interpretiert, wobei die Rolle der Symbolik, der Musik und die moralische Entwicklung der Charaktere untersucht werden.

6. Halbabstraktion als filmische Handschrift von Kim Ki-duk: Dieses Kapitel definiert den Begriff der „Halbabstraktion“ als Kims spezifische Methode, mittels derer er über konkrete Handlungen hinaus die Psyche seiner Figuren ausdrückt.

7. Fazit: Immersion durch filmische Handschrift von Kim Ki-duk unter Berücksichtigung von stilistisch-künstlerischen und sozial-kulturellen Aspekten: Die abschließende Zusammenfassung integriert die Ergebnisse und unterstreicht Kims einzigartigen Status im koreanischen Kino durch seine poetisch-meditative Filmphilosophie.

Schlüsselwörter

Kim Ki-duk, Immersion, Bin Jip, The Bow, Filmtheorie, Halbabstraktion, koreanisches Kino, Narration, Dramaturgie, Empathie, Filmästhetik, schamanische Einflüsse, Allegorie, Zuschauerrezeption, soziale Vergemeinschaftung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die filmischen Mittel des Regisseurs Kim Ki-duk, mit denen er Zuschauer in seine Werke eintauchen lässt, mit einem speziellen Fokus auf die Filme „Bin Jip“ und „The Bow“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen Filmästhetik, mediale Immersion, die soziokulturelle Verortung des koreanischen Films sowie die psychologische Gestaltung von Charakteren durch den Regisseur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Immersionsmethoden von Kim Ki-duk zu verfolgen und dabei zu verstehen, wie er durch „schweigende Performanz“ und allegorische Erzählungen eine besondere Verbindung zum Publikum herstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (wie Narration und Immersion) mit der detaillierten Interpretation spezifischer Filmszenen und Regieaussagen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen der Medienrezeption erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der zwei Hauptfilme, ihrer Ästhetik, Sozialgesellschaftlichen Hintergründe und der speziellen Regiehandschrift.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Immersion, Halbabstraktion, koreanisches Kino, Empathie, Narration und die poetisch-meditative Filmphilosophie von Kim Ki-duk.

Wie spielt das „Schweigen“ eine Rolle in der Immersion des Regisseurs?

Kim Ki-duk nutzt das Schweigen der Figuren als ein bewusstes künstlerisches Mittel, das das Publikum zwingt, Mimik, Gestik und die visuelle Atmosphäre stärker wahrzunehmen, was zu einer intensiveren, wortlosen Immersion führt.

Was ist die „Halbabstraktion“ im Kontext von Kim Ki-duks Filmen?

Die Halbabstraktion ist eine vom Regisseur selbst bezeichnete Methode, bei der reale Szenen eine irreal-künstlerische Ebene erhalten, um tiefere psychologische Zustände oder philosophische Ebenen der Charaktere darzustellen.

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Details

Title
Die Immersion von Kim Ki-duk anhand von seinen Werken "Bin Jip" (Leere Häuser) und "The Bow" (Der Bogen)
College
SAE Institute, Hamburg
Grade
1
Author
Helene Dolmat (Author)
Publication Year
2014
Pages
27
Catalog Number
V298404
ISBN (eBook)
9783656946977
ISBN (Book)
9783656946984
Language
German
Tags
Kim Ki-duk Bin Jip The Bow Süd-Korea Immersion Dramaturgie Narration Empathie Sympathie Symbolik Halbabstraktion Wir-Gefühl Weber Mikos Vergemeinschaftungen Leere Häuser Dramatische Ironie Froschperspektive Katharsis Leitmotiv Match Cut Parallelmontage POV Vogelperspektive Der unsichtbare Gorilla Seong-Il Barbar oder Sündenbock?
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helene Dolmat (Author), 2014, Die Immersion von Kim Ki-duk anhand von seinen Werken "Bin Jip" (Leere Häuser) und "The Bow" (Der Bogen), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298404
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