Mit Beginn der Eurokrise wurde der europäische Währungsraum vor eine große Herausforderung gestellt. Die Liquidität einiger Staaten war massiv gefährdet und die Gemeinschaftswährung dadurch bedroht. Besonders Griechenland konnte die Kredite für die hohen Staatsschulden nicht mehr bedienen. Bei der Bewältigung der Krise sollte vor allem die europäische Zentralbank und ihre Geldpolitik eine wichtige Rolle spielen.
Diese Arbeit führt zunächst in einem kurzen Abriss in das europäische Finanzsystem ein. Dabei werden die europäische Währungsunion und die europäische Zentralbank näher vorgestellt. Im nächsten Kapitel wird die Vorstellung der europäischen Zentralbank intensiviert. Konkret werden die Geldpolitik und ihre Instrumente erläutert. Im Anschluss werden der Verlauf der Eurokrise und die Rolle der EZB dargestellt, bevor danach auf die konkreten Auswirkungen der Geldpolitik auf den Euro Wechselkurs eingegangen wird. Dabei liegt der Fokus auf dem Wechselkurs des Euro zum US Dollar. Am Ende dieser Arbeit stehen ein Fazit und ein Ausblick für eine mögliche Entwicklung der Rolle der europäischen Zentralbank in der Eurokrise.
Ziel dieser Arbeit ist dabei, einen Überblick über die wichtigsten Fakten mit dem Fokus auf der EZB zu geben. Im Gegenzug dazu ist es nicht Ziel dieser Arbeit, die Eurokrise im Detail zu analysieren oder eine vollständige Auflistung aller getroffenen Maßnahmen darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
3 Europäische Zentralbank
3.1 Aufgaben, Ziele, Aufbau
3.2 Geldpolitik
3.2.1 Strategie
3.2.2 Instrumente
4 Eurokrise
4.1 Entstehung
4.2 Folgen
4.3 Rolle der EZB
5 Auswirkungen der Geldpolitik auf den Euro Wechselkurs
5.1 Verlauf des Eurokurs während der Krise
5.2 Gründe für den Abfall des Eurokurses
5.3 Gefahren
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) während der Eurokrise und analysiert, wie deren geldpolitische Maßnahmen den Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar beeinflusst haben. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die EZB durch ihre Eingriffe einerseits zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung beitragen konnte und andererseits durch unkonventionelle Instrumente sowie politische Einflussnahme Risiken für die Preisstabilität und ihre eigene Glaubwürdigkeit einging.
- Grundlagen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
- Struktur, Aufgaben und geldpolitische Strategien der EZB
- Entstehung und Verlauf der Eurokrise
- Mechanismen der geldpolitischen Instrumente
- Einfluss der EZB-Politik auf den Euro-Wechselkurs
- Risiken und Folgen einer anhaltenden Abwertungspolitik
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Strategie
Da die europäische Zentralbank das Monopol des Angebots von monetären Mitteln in Europa besitzt, ist sie in der Lage die Wirtschaft maßgeblich zu beeinflussen. Sie kann die Bedingungen und die Zinssätze entscheidend steuern, um so die Wirtschaft in eine bestimme Richtung zu lenken. Die dabei veränderte Geldmenge nimmt lediglich Einfluss auf das allgemeine Preisniveau ohne dabei gesamtwirtschaftliche Aspekte wie das Beschäftigungsniveau zu beeinflussen. Die EZB hat so allerdings durch die Anpassung der zur Verfügung stehenden Geldmenge die Möglichkeit die langfristige Inflations- und Preisentwicklung zu steuern (vgl. Die Geldpolitik der EZB 2011 2011).
Die Preisstabilität als höchstes Ziel der EZB bedeutet, dass längerfristig weder De- noch Inflation dauerhaft herrscht. Durch die Erreichung dieses Ziels trägt die EZB auch einen entscheidenden Teil zum Beschäftigungsstand und der Wirtschaftsaktivitäten bei. Durch die Gewährleistung der Preisstabilität kann die allgemeine Bevölkerung zwischen Preiserhöhungen aufgrund von Ressourcenknappheit und einem dauerhaften Anstieg des Preisniveaus unterschieden. Dieses Bewusstsein bei der Bevölkerung ermöglicht dem Markt seine Ressourcen effizienter zu planen. Auf diese Weise wird der Wohlstand der Bevölkerung gesichert.
Ein weiterer positiver Faktor der Preisstabilität ist das Vertrauen der Gläubiger. Dies spiegelt sich im Verzicht auf eine Inflationsrisikoprämie wider und verstärkt so die Investitionsanreize. Außerdem wird die Wahrscheinlichkeit verringert, dass möglicherweise Waren zurückgehalten werden, da deren Wert im Gegensatz zur Währung stabil bleibt. Nicht zuletzt würde ein inflationäres Umfeld auch dafür sorgen, dass das Vermögen von Unternehmen und Privatleuten geschmälert wird. Diese Punkte rechtfertigen die Arbeit der europäischen Zentralbank und zeigt, dass diese großen Anteil an der Erreichung wirtschaftlicher Ziele hat (vgl. Die Geldpolitik der EZB 2011 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Eurokrise ein und definiert das Ziel, die Auswirkungen der EZB-Geldpolitik auf den Wechselkurs des Euro zu untersuchen.
2 Europäische Wirtschafts- und Währungsunion: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Währungsunion sowie die Konvergenzkriterien, die ein Land erfüllen muss, um der Eurozone beizutreten.
3 Europäische Zentralbank: Hier werden die Aufgaben, das Ziel der Preisstabilität sowie die geldpolitischen Strategien und Instrumente der EZB detailliert vorgestellt.
4 Eurokrise: Dieses Kapitel analysiert die Entstehung der Krise, die Folgen für die betroffenen Staaten und die intervenierende Rolle der EZB als Akteur.
5 Auswirkungen der Geldpolitik auf den Euro Wechselkurs: Es wird der Verlauf des Eurokurses während der Krise nachgezeichnet, die Ursachen für dessen Abfall diskutiert und die damit verbundenen ökonomischen Gefahren beleuchtet.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst das Handeln der EZB kritisch zusammen und bewertet die Risiken ihrer bisherigen Strategien für die zukünftige Stabilität des Euros.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, Eurokrise, Geldpolitik, Währungsunion, Wechselkurs, Preisstabilität, Euro, Euro-Abwertung, Staatsanleihen, Inflation, Deflation, Finanzmärkte, Konvergenzkriterien, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geldpolitik der EZB während der Eurokrise und deren direkten Auswirkungen auf den Außenwert des Euro.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der geldpolitischen Strategie der EZB, der Analyse der Eurokrise und der Wechselkursentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Maßnahmen der EZB zur Krisenbewältigung zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, welche Auswirkungen diese auf den Wechselkurs haben.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung ökonomischer Indikatoren sowie Berichten zu geldpolitischen Entscheidungen der EZB.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des europäischen Finanzsystems, die Funktionsweise der EZB-Instrumente, eine Analyse der Ursachen der Eurokrise und die Auswertung der Eurokurs-Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie EZB, Eurokrise, Geldpolitik, Währungsunion und Wechselkurs-Stabilität beschreiben.
Welche Rolle spielte Mario Draghi während der Krise?
Laut der Arbeit gelang es Mario Draghi durch klare öffentliche Bekenntnisse zum Erhalt des Euros, die Finanzmärkte in kritischen Phasen temporär zu beruhigen.
Welche Risiken birgt der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB?
Der Autor argumentiert, dass dieser Ansatz zwar kurzfristig zur Senkung der Zinsen beitragen kann, aber die Glaubwürdigkeit der EZB als unabhängige Institution gefährdet und ein Inflationsrisiko birgt.
- Citation du texte
- Vanessa Bischler (Auteur), 2015, Die Geldpolitik der europäischen Zentralbank in der Eurokrise. Auswirkungen auf den Wechselkurs des Euro, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298459