Aufgaben und Bedeutung von Logistik-Dienstleistern


Seminararbeit, 2015
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

Logistikdienstleister
Was ist Logistik?
Was ist ein Logistikdienstleister?
Was sind logistische Dienstleistungen?
Klassifizierung und Leistungsspektrum Logistikdienstleister (1PL, 2PL, 3PL, 4PL und LLP)

Outsourcing von Logistikdienstleistungen
Was ist (Logistik-)outsourcing?
Motive für das Outsourcing von Logistikdienstleistungen
Chancen und Risiken des Outsourcings von Logistikdienstleistungen
Entscheidung für Eigenleistung oder Fremdvergabe

Ausblick und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Logistikleistungen innerhalb betrieblicher Kernprozesse

Abbildung 2: Ziele, Erfolgsfaktoren und Messgrößen der Make-or-Buy-Entscheidung

Abbildung 3: Konzept des effizienten Fremdbezugs von Logistikdienstleistungen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Chancen und Risiken der Beteiligten des Logistikoutsourcings

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Logistik ist mit einem Marktvolumen von 150 Mrd. Euro einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland.1 Durch die Globalisierung und den anwachsenden internationalen Wettbewerb der letzten Jahre sind effiziente Wertschöpfungsnetzwerke für die verladende Wirtschaft notwendig geworden, weshalb die Logistik zunehmend ins Zentrum rückt.2 Dadurch gewinnen auch die Logistikdienstleister (LDL) eine immer bedeutendere Stellung im Markt, denn 45% der Unternehmen lagern ihre logistische Gesamtleistung mittlerweile an einen Dienstleister aus.3 Die Kunden der LDL erwarten heute ganzheitliche Logistikdienstleistungen aus einer Hand, die über reine Transportleistungen hinausgehen. Um den veränderten Marktanforderungen gerecht zu werden, erweitern LDL deshalb ihre Kernaktivitäten um nicht originäre logistische Geschäftsprozesse wie beispielsweise die Auftrags- und Retourenbearbeitung, Fakturierung, Mahnwesen, IT-Support oder Controlling.4 Dieses Konzept zeigt die Wandlung vom klassischen Transporteur zum sogenannten Fourth Party Logistics Service Provider (4PL), der die gesamten logistischen Abläufe eines Unternehmens koordiniert.

Outsourcing führt zur Verteilung der Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette auf viele Unternehmen. Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Bedeutung und Aufgaben von LDL zu untersuchen. Hier wird auch auf die Entwicklung vom Transporteur zum 4PL eingegangen und der Mehrwert durch Outsourcing von Logistikdienstleistungen beschrieben. Hier sind nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken für alle Beteiligten eines Logistikoutsourcings wichtig, um strategische Entscheidungen für die Unternehmensplanung zu treffen.

Im Mittelpunkt des zweiten Kapitels stehen die LDL. Hierbei werden die Begriffe Logistik und LDL erklärt sowie logistische Dienstleistungen und die Klassifizierung der LDL beschrieben. Gegenstand des dritten Kapitels ist das Outsourcing von Logistikdienstleistungen, in welchem zuerst der Begriff (Logistik-)outsourcing definiert wird. Des Weiteren befasst sich dieses Kapitel mit den Motiven sowie Chancen und Risiken einer Fremdvergabe und zuletzt mit der Entscheidung für Eigenleistung oder Fremdvergabe. Das vierte und letzte Kapitel enthält ein Fazit und gibt einen Ausblick.

Logistikdienstleister

Was ist Logistik?

In der Literatur findet man unzählige Definitionen des Logistik-Begriffs. Die folgenden zwei Formulierungen sind wohl am zutreffendsten und geläufigsten:

„Logistik ist die ganzheitliche Planung, Steuerung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüssen“. Diese Definition stammt von Helmut Baumgarten und hat sich vor allem im deutschsprachigen Raum etabliert. Im englischen Sprachraum wird synonym von „Supply Chain Management (SCM)“ gesprochen.5

Als kurze aber präzise Formulierung hat sich aber auch die Seven-Rights-Definition nach Edward Grosvenor Plowmann etabliert. Er definiert die „Logistik als die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden und zu den richtigen Kosten.“6

Die Logistik ist mit einem Marktvolumen von 150 Mrd. Euro einer der größten Wirtschaftszweige und belegt nach dem Fahrzeugbau mit 271 Mrd. Euro, der Elektrotechnik mit 167 Mrd. Euro und dem Maschinenbau mit 157 Mrd. Euro den vierten Platz.7

Was ist ein Logistikdienstleister?

Zunächst soll der Begriff „Dienstleister“ kurz erörtert werden. Ein Dienstleister ist eine Person oder Organisation, die Dienstleistungen als Tätigkeitsschwerpunkt für andere Wirtschaftseinheiten erbringt.8 Demnach ist unter „Logistikdienstleister“ ein Unternehmen zu verstehen, dessen Hauptgeschäft die Erbringung von logistischen Dienstleistungen für andere Unternehmen ist.9 Diese leistungsempfangenden Unternehmen sind die Auftraggeber des LDL und werden auch „Verlader“ genannt. Hierbei handelt es sich um Industrie-, Handels- sowie Dienstleistungsunternehmen, die als Lieferant oder Konsument von Handelsgütern logistische Leistungen nachfragen.10

Nach Gudehus konzentrieren viele der LDL ihre Leistungen auf bestimmte Güter wie Gefahrgut, Möbel, Lebensmittel, Abfallstoffe, Baustoffe oder Kühlwaren. Andere LDL sind spezialisiert auf bestimmte Frachtarten oder Ladeeinheiten wie Stückgut, Briefe, Paletten, Pakete, Container oder Personen. Eine weitere Fokussierung der Leistungen können LDL auf spezielle Branchen legen wie die Automobilindustrie, Chemische Industrie, Konsumgüterindustrie, Stahlindustrie oder Handelsunternehmen. Der Aktionsradius eines LDL kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt lokale, regionale, nationale sowie internationale LDL, die in den verschiedenen Bereichen agieren.11

Was sind logistische Dienstleistungen?

Die folgende Abbildung zeigt zunächst, wo Logistikleistungen innerhalb der betrieblichen Kernprozesse eines Unternehmens erbracht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Logistikleistungen innerhalb betrieblicher Kernprozesse

(Vgl. Klade, 2014)

Logistische Dienstleistungen sind primär Leistungen von Logistikunternehmen, die im Handelsgesetzbuch definierte Grundgeschäfte wie Fracht-, Lager-, sowie Speditionsgeschäfte erbringen. Diese Kernaktivitäten werden um nicht originär logistische Geschäftsprozesse erweitert. Diese zusätzlichen Leistungen und Aufgaben, auch „Value added services“ genannt, sind:

„Operative Dienstleistungen:

Kommissionieren, Verpacken, Auspreisen etc.

Administrative Dienstleistungen:

Auftragsbearbeitung, Bestandsführung, Inventur, Retourenbearbeitung etc.

Finanzdienstleistungen:

Fakturierung, Inkasso, Mahnwesen, Buchhaltung, Finanzierungen etc.

Beratungsleistungen:

Logistik- und Transportberatung, Beratung zu Verpackung, Recycling, Frachtkosten etc.

Konzeptionelle Dienstleistungen:

Ausarbeitung individueller Problemlösungen“12

Darüber hinaus bieten einige LDL heute auch zusätzlich einen Fulfillment Service an. Die primären Logistikleistungen (Transport, Umschlag, Lagerung, Zollabwicklung, etc.) und Value-added Services (s.o.) werden um Leistungen, die über die eigentliche Logistik hinausgehen - aber den Geschäftsprozess der Verlader unterstützen - ergänzt. Dies können Leistungen wie Konzepterstellung, IT-Support, Controlling oder Investitionen sein.13

Der Spediteur bzw. Frachtführer erbrachte ursprünglich eine reine Transportleistung, jedoch wird diese den heutigen Marktanforderungen nicht mehr gerecht. Die Auftraggeber erwarten ganzheitliche Logistikdienstleistungen aus einer Hand, sodass die Anbieter ein umfassendes Angebot ausweisen müssen.14 Unternehmen, die solche System- bzw. Vertragsdienstleistungen anbieten und durchführen, nennt man Kontraktlogistikdienstleister. Sie übernehmen nicht nur die Abwicklung einzelner Transportaufträge, sondern sie nehmen ihren Auftraggebern auch eigenverantwortlich bestimmte Teile der Wertschöpfungskette ab. Kontraktlogistikdienstleister zeichnen sich im Vergleich zu traditionellen Speditionsunternehmen durch ein erweitertes Leistungsspektrum aus, welche die ganze Auftragsabwicklung sowie die Betreuung der Kunden umfasst. Deshalb bieten heute viele Spediteure die Kontraktlogistik als weiteren Geschäftsbereich an.

Die Anfänge der Kontraktlogistik liegen darin, dass die traditionellen Speditions-, Transport- und Lagereiunternehmen (1PL und 2PL, siehe Abschnitt 2.4) ihre Geschäftsbeziehungen zu ihren Auftraggebern ausbauten. Neben Transport, Umschlag und Lager - kurz TUL -15 boten sie weitere Leistungen wie Kommissionierung, Verpackung, Konfektions- und Montagearbeiten an. Um dem gestiegenen Bedarf an kundenspezifischen Logistikleistungen gerecht zu werden, entwickelten sich im Laufe der Zeit komplexere, individuell auf die Kunden zugeschnittene Dienstleistungspakete. Sind die Auftraggeber mit der Qualität der Leistung zufrieden, wächst deren Vertrauen in den LDL und die Nachfrage an höherwertigen Dienstleistungen geht über die einfachen TUL-Leistungen hinaus.

Laut einer Studie der Deutschen Industriebank machen Transporte nur noch 40% der Logistik aus, Umschlag und Lagerung etwa ein Viertel. Auf die Auftragsabwicklung, Beständeverwaltung sowie SCM entfällt der Rest. Die Studie hat auch ergeben, dass 55% als Werkslogistik von den Unternehmen selbst erbracht wird und 45% im Rahmen des Logistikoutsourcings außer Haus vergeben sind. Die deutsche Post mit DHL und die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter Schenker belegen die Plätze eins und zwei der Rangliste der 50 größten deutschen Logistikunternehmen. Es folgen mit großem Abstand Kühne&Nagel, Hapag Lloyd, Dachser, Volkswagen Transport, UPS sowie Fiege. Die führenden Konzerne halten jedoch nur Marktanteile von unter 10%. Die Analysten der Deutschen Industriebank prognostizieren in den nächsten Jahren ein durchschnittliches Wachstum von 3% im Jahr. Im Vergleich zum allgemeinen Wirtschaftswachstum16 (2014: 1,3%17 ) ein Spitzenwert.18

Klassifizierung und Leistungsspektrum Logistikdienstleister (1PL, 2PL, 3PL, 4PL und LLP)

Die Kontraktlogistik entspricht hier zunächst dem Begriff „Third Party Logistics Service Provider“ (3PL). Dabei wird zwischen solchen 3PLs unterschieden, die über eigene Betriebsmittel für die Herstellung logistischer Dienstleistungen wie LKW und Lager verfügen („asset-based“) und jener, die über keine eigenen Betriebsmittel verfügen („non-asset-based“). LDL ohne wesentliche Betriebsmittel werden auch als „Fourth Party Logistics Service Provider“ (4PL) genannt und beziehen Subunternehmen für die Ausführung der operativen Tätigkeiten mit ein. Neben Versender, Empfänger und den ausführenden Logistik-Operateuren sind sie als „vierte Partei“ zu sehen. Der Aufgabenschwerpunkt eines 4PL liegt in der Organisation und Steuerung der Systeme sowie der Lieferkette.

Im Folgenden werden die Klassifizierungen bzw. Bezeichnungen der LDL und deren Leistungsspektrum aufgezeigt:

First Party Logistics Service Provider (1PL):

1PL sind in vorwiegend die klassischen Transporteure. Es handelt sich um Einzeldienstleister, die regional tätig sind und operative Transport- und Logistikdienstleistungen erbringen.

Second Party Logistics Service Provider (2PL):

2PL sind in erster Linie die klassischen Spediteure. Sie übernehmen Dienstleistungen in einem größeren Aktionsgebiet und erweitern das Angebot des 1PL um spezialisierte Logistikdienstleistungen.

Third Party Logistics Service Provider (3PL):

Bei den 3PL handelt es sich um systemintegrierte, national und international tätige Dienstleister, die maßgeschneiderte Logistiklösungen offerieren, die genau auf die Prozesse der Kunden abgestimmt sind.

Fourth Party Logistics Service Provider (4PL):

Die 4PL haben sich auf die Beratung, Planung sowie Steuerung einer gesamten Lieferkette (Supply Chain) von Industrie- und Handelsunternehmen spezialisiert. Der Logistikdienstleister besitzt keine eigenen Transport- und Lagerkapazitäten, sondern wählt die passenden operativen Logistikdienstleistungen aus einer Vielzahl dritter Dienstleister aus.

Lead Logistics Provider (LLP):

Verfügt der 4PL über eigene operative Kapazitäten, wird er als LLP bezeichnet. Hierbei stehen die Koordination und Herstellung einer einheitlichen Schnittstelle zum Kunden für eine Gruppe von ausführenden Operateuren wie LKW-Unternehmen, Lagerdienstleistern, Reedereien sowie Seehafenspediteuren im Vordergrund.19

[...]


1 Vgl. Handelsblatt (10.01.2015).

2 Vgl. Pfohl & Wagner (2015), S. 42.

3 Vgl. Handelsblatt (10.01.2015).

4 Vgl. Heiserich & Helbig & Ullmann (2011), S. 305 – 306.

5 Vgl. Bundesvereinigung Logistik (21.12.2014).

6 Vgl. Bundesvereinigung Logistik (21.12.2014).

7 Vgl. Handelsblatt (10.01.2015).

8 Vgl. Kritzler-Picht & Preissner (2011), S. 26.

9 Vgl. Clausen & Geiger (2013), S. 62.

10 Vgl. Pfohl (2010), S. 264 – 265.

11 Vgl. Gudehus (2010), S. 993 – 994.

12 Vgl. Heiserich & Helbig & Ullmann (2011), S. 305 – 306.

13 Vgl. Bücheler & Eke & Walleit (29.12.2014).

14 Vgl. Heiserich & Helbig & Ullmann (2011), S. 305 – 306.

15 Unter TUL versteht man die Kernleistungen Transport (also geografische Veränderung von Objekten), Umschlag (also Veränderung der Ordnung und Anordnung von Objekten) und Lagerung (also Überbrückung von Zeitdifferenzen). Vgl. Hauptmann (2007), S. 98.

16 Vgl. Handelsblatt (10.01.2015).

17 Vgl. Die Welt (10.01.2015).

18 Vgl. Handelsblatt (10.01.2015).

19 Vgl. Brandenburg & Oelfke & Waschkau (2014), S. 621 – 623.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Aufgaben und Bedeutung von Logistik-Dienstleistern
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V298500
ISBN (eBook)
9783656947356
ISBN (Buch)
9783656947363
Dateigröße
724 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufgaben, bedeutung, logistik-dienstleistern
Arbeit zitieren
Laura Papafragkou (Autor), 2015, Aufgaben und Bedeutung von Logistik-Dienstleistern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298500

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